Liebe Experten,
wer von euch weiss, wie man heute mit dem Thema Verhütung bei erwachsenen, behinderten Menschen (z.B. in Wohnheimen) umgeht?
Hat die behinderte, betreute Frau die Wahl, ob sie schwanger wird oder nicht, damit meine ich , wird ihr ein „Kontrazeptivum“ untergejubelt?
Oder steht es ihr frei, mit einem Partner ihrer Wahl ein Kind zu zeugen und auf die Welt zu bringen?
Von welchen Faktoren wird eine Entscheidung wie diese abhängen?
Danke an alle, liebe Grüße, Vroni
Hallo,
„Kinderwunsch bei Behinderung
Mit dem Wunsch nach Sexualität und Partnerschaft ist auch die Frage des Wunsches nach Kindern verbunden. Vor allem bei den geistig behinderten Frauen. Sie wünschen sich ein Baby um sich „normaler“ und erwachsener zu fühlen.
Individuelle Beratung und Einschätzungen sind seitens der Betreuer notwendig. Früher hat man den Müttern ihre Babys sofort nach der Geburt weggenommen und sie in Heimen untergebracht oder zur Adoption freigegeben, aus Angst die Behinderung würde die Erziehung des Kindes beeinträchtigen. Heute ist das nicht mehr so, solange das Kind ausreichend versorgt ist und sich wohlfühlt. Man gibt behinderten Paaren somit auch die Chance eine Familie zu haben“(gyn.de)
und:
http://www.kanzlei-rueter.de/info14.htm
Manu
Liebe Manou,
herzlichen Dank für die rechtlichen Hintergründe, dennoch ziele ich eigentlich mehr auf Erfahrung mit der täglichen Praxis ab.
Wird „heimlich“ verhütet? Oder werden die Frauen in die Medikation bewußt mit einbezogen und wenn sie nicht verhüten wollen - wird die Pille dann doch unters Essen gemischt oder wird im 3-Montastakt eine „nötige“ Spritze verabreicht?
Danke und viele Grüße, Vroni
Hallo Vroni,
wir leben nicht mehr im Dritten Reich (und auch nicht in den USA). Ebensowenig wie es die Zwangssterilisation gibt, gibt es Zwangsverhütung.
Wird „heimlich“ verhütet?
Wie soll das denn gehen?
Oder werden die Frauen in die
Medikation bewußt mit einbezogen und wenn sie nicht verhüten
wollen - wird die Pille dann doch unters Essen gemischt oder
wird im 3-Montastakt eine „nötige“ Spritze verabreicht?
Die Pille kannst Du nicht unbemerkt ins Essen mischen. Dragees sind nicht umsonst Dragees; im Klartext: ein Dragee hat gefälligst im Ganzen in den Magen zu gelangen. Zerdrückst Du das gute Stück und verpampst es z. B. mit Kartoffelbrei, kannst Du die Veranstaltung vergessen, zumal Du die Dame auch zwangsfüttern müßtest, um ihr die volle Dosis reinzudrücken. Die Erfolgsquote dieser ‚Verhütungsmethode‘ dürfte in etwa mit ‚Blank ziehen‘ vergleichbar sein.
Was die 3-Monats-Spritze angeht: eine Injektion ist im rechtlichen Sinne eine Körperverletzung.
Und schließlich: Verhütungsmittel wie Pille, 3-Monats-Spritze & Co. sind verschreibungspflichtig - also an einen bestimmten Namen gebunden. Das ist kein ‚pro statione‘-Bedarf. Sie werden auch nur dann verschrieben, wenn die Frau - egal ob behindert oder nicht - es ausdrücklich wünscht. Die Frau! Nicht die Familie, nicht der Vormund, nicht sonstwer.
Gruß
Renee
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Hallo Renee,
klare Worte, so mag ich das
)
Verteh’ mich nicht falsch, ich will grundsätzlich niemandem etwas unterstellen, noch vor ein paar Jahren war es - laut Augenzeugenbericht - üblich, derart vorzugehen.
Wenn drängende „Überzeugungsarbeit“ nicht half, musste halt nachgeholfen werden.
Allein aus betreuungstechnischer Sicht, kann ich mir nämlich schon vorstellen, dass es kaum Kapazitäten gibt.
Ich habe von Beispielen gelesen, dass Frauen mit Trisomie 21 teilweise sehr gut - mit Unterstützung - mit der Erziehung und allem drumherum klarkommen! Und ich finde jeden Eingriff in die Entscheidungsfreiheit (nicht-)behinderter Menschen unsäglich.
Kannst du noch erklären, wie die Praxis in USA aussieht?
Es klingt so, als wüßtest du mehr darüber!
Besten Dank für deine Mühe!!
Viele Grüße von Vroni
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klare Worte, so mag ich das
)
Teuerste, ich bin Skorpion… Falls Du auf vorsichtiges Herumgeschleiche um den heißen Brei aus bist, mußt Du Dir jemand anderen suchen! *lach*
Verteh’ mich nicht falsch, ich will grundsätzlich niemandem
etwas unterstellen, noch vor ein paar Jahren war es - laut
Augenzeugenbericht - üblich, derart vorzugehen.
Mag sein, deswegen ist es umso wichtiger, daß man offen darüber redet. Je mehr ein solcher Verdacht - wenn auch ‚nur‘ in Foren - thematisiert wird, desto größer wird mit der Zeit seine Publizität. Und das ist auch gut so, weil es so etwas einfach nicht geben darf.
Allein aus betreuungstechnischer Sicht, kann ich mir nämlich
schon vorstellen, dass es kaum Kapazitäten gibt.
Das ist fast schon eine politische Frage… Die Kräfte gäbe es schon, aber die kann kein Mensch bezahlen.
Und ich finde jeden Eingriff
in die Entscheidungsfreiheit (nicht-)behinderter Menschen
unsäglich.
Yepp!
Kannst du noch erklären, wie die Praxis in USA aussieht?
Hinsetzen und das Getränk wegstellen (ich habe mich bei der Lektüre erst einmal gepflegt mit Milchkaffee eingesaut - macht sich auf dunkelblauem Nadelstreifenkostüm besonders schick *g*):
http://de.news.yahoo.com/050210/12/4eri3.html
http://www.pharma-lexicon.com/medicalnews.php?newsid…
Gruß
R.
Hallo Renee,
Teuerste, ich bin Skorpion… Falls Du auf vorsichtiges
Herumgeschleiche um den heißen Brei aus bist, mußt Du Dir
jemand anderen suchen! *lach*
Na dann verstehen wir uns ja bestens, küss’ die Hand Skorpionschwester:wink:)
Ich dachte ja immer, Deutschland wäre, was dieses Thema, bzw. der Umgang mit Behinderten allgemein, hinten dran, aber was ich im Netz z.B. über die Schweiz gefunden habe…
Da ist ja das Thema Behinderúng allein schon tabu.
http://de.news.yahoo.com/050210/12/4eri3.html
http://www.pharma-lexicon.com/medicalnews.php?newsid…
na, der Überraschungseffekt hielt sich in Grenzen… Wer halbe Kinder zum Tod verurteilt, geht mit Fällen wie diesen genau SO um.
Gruß
R.
Auch dir einen Gruß und ein gut’s Nächtle, vielen Dank für deine Antworten!
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Liebe Manou,
herzlichen Dank für die rechtlichen Hintergründe, dennoch
ziele ich eigentlich mehr auf Erfahrung mit der täglichen
Praxis ab.
Wird „heimlich“ verhütet? Oder werden die Frauen in die
Medikation bewußt mit einbezogen und wenn sie nicht verhüten
wollen - wird die Pille dann doch unters Essen gemischt oder
wird im 3-Montastakt eine „nötige“ Spritze verabreicht?
Hallo,
ich weiss von Bekannten über ein paar Ecken , die eine Tochter mit Down Syndrom haben, das ihre Tochter sterilisiert wurde-ohne große Fragen.
Es ist wohl auch immer eine Frage nach der Schwere der Behinderung.
Manu
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Hi,
es gibt sowas wie eine „Zwangsverhütung“, und zwar bei Frauen, die so stark behindert sind, daß ihnen derart schwerwiegende Entscheidungen nicht zugetraut werden. In diesen Fällen ist ohnehin ein Vormund eingesetzt, und mit dessen Zustimmung bekommen sie die Pille - idR kein Problem, da diese Frauen ohnehin jeden Tag Medikamente nehmen müssen und auch auf Lebzeit in einem Wohnheim mit 24/7-Betreuung leben müssen.
Ich fände es unverantwortlich, wenn man da anders handeln würde, denn zum Geschlechtsverkehr kann es trotzdem kommen (und tut es auch mitunter).
Quelle: Einige Jahre als Aushilfe und Zivi in einem eher fortschrittlichen und modernen Behindertenheim.
Gruß,
Malte.
Über dieses Thema gibt es ein gutes Buch:
„Schluss mit Lust und Liebe“
Autor u.a. Dr. N. Weissenrieder
In dem Buch geht es um Sexualität in besonderen Lebenssituationen wie z. B. Behinderung
Hallo Rennee,
Ebensowenig […] gibt es
Zwangsverhütung.
nenn es wie Du willst, aber es wird praktiziert.
Eine Freundin arbeitet als Betreuerin in einer gemischten geschlossenen Wohngruppe geistig Behinderter.
Die Frauen im zeugungsfähigen Alter kriegen dort nach Rücksprache mit dem Vormund die Pille.
Wird „heimlich“ verhütet?
Wie soll das denn gehen?
Heimlich nicht. Die Pille wird ‚normal‘ mit den (bzw. wie die) anderen Medikamenten verabreicht.
Gandalf
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Nenn mich noch einmal
Rennee
und Du wirst eines elendigen Todes sterben, Freundchen… 
Gruß
Renee
die nur in Notfällen rennt 
Hi Renee,
Nenn mich noch einmal
Rennee
ddaa hhaatt ddoocchh ggllaatt ddiiee ddiiee TTaassttaattuurr ggeessppoonneenn!!
Ggaannddaallff