Stottern was hilft?

Ich kann mich immer schlecht ausdrücken. Mir fallen einfach nicht die richtigen Worte ein und dann fange ich bei der Unterhaltung an zu stottern. Habe ich Angst vor Gesprächen oder vor Menschen? Besonderns schlimm ist es beim telefonieren. Das ist immer voll peinlich auf der Arbeit. Schon wenn das Telefon klingelt werde ich nervös, weil ich genau weiss das ich mich verhaspel. Und dann stotter ich mir da was zusammen. Die müssen doch denken ich bin bescheuert. Was kann ich tun, damit ich ruhiger am Telefon bin und bei GEsprächen nicht immer so nervös?
Bitte helft mir.

Kitty

Kitty

Hallo Kitty!
Ich nehme auch an, das Du Angst hast, und das das dazu führt, das der Redefluss gestört ist.
Ich kann dich aber trösten, denn allgemein bekannt ist es, das Stotterer und Dumme nicht dasselbe sind.
Die Angst kannst Du aber ausschließen, wenn Du mit Dir alleine bist, Vorschlag: Mach Sprechübungen mit einem Diktiergerät, um zu sehen, was Du wirklich kannst.
Wenn Du es dann weißt, must Du es schaffen, diese Kenntnis anzuwenden.
Das andere wäre eine Art Therapie, hier kenne ich mich aber nicht aus, die werden Dir nur dann nicht auf die Nerven gehen, wenn Du wirklich leidest.
MfG
Matthias

Liebe Kitty, ich hatte mal nen guten Kerl, Mario Wittek
(„Froind“ für mich), der stotterte immer wenn er nur sprach.
Aber der konnte wahnsinnlich toll singen!
Keiner hat das verstanden!
Ich mochte nur nicht seinen Gesang (playback nach Roy Black),
aber das ist ja nur mein Problem!
Ich habe keine Ahnung, ob Dir das helfen könnte, aber dem
Mario - der hat viel Knete gemacht mit seinem „Tingeltangel“!
Liebe Grüße, moin, Kuddel (Manni)

Hi Kitty,

Ich kann mich immer schlecht ausdrücken.

damit bist Du nicht allein. Versuche mal bewusst zuzuhören, was andere Leute für ein Zeug zusammenfaseln, wenn sie frei sprechen sollen. Dire größte Leistung des Menschen ist nicht das Sprechen, sondern das Zuhören, genauer gesagt, das Verstehen des ganzen Durcheinanders, Gestotters, von „Ämmm“ und Füllwörtern verseuchten, mit Wiederholungen vollgestopften Gestammels.

Mir fallen einfach nicht die richtigen Worte ein und dann fange ich bei der Unterhaltung an
zu stottern.

Wenn ich mich weit genug verfranzt habe, bitte ich den Gespächspartener um Entschuldigung, befehle mir ein „Zurück auf Start“ und hoffe, dass der zweite Anlauf gelingt. Klappt auch nicht immer.

Was kann ich tun, damit ich ruhiger am Telefon bin und bei Gesprächen nicht immer so
nervös?

Üben. Ich übe seit 58 Jahren. Wenn dereinst die Große Frage kommt, was ich aus meinem Leben gemacht habe, werde ich nach 3 Minuten rausgeschmissen - wegen unverständlichen Gebrabbels.

Gruß Ralf

Hallo Kitty !
Ich habe gehört Stottern hätte was mit falscher Atmung zu tun. Er gibt eine Therapie, in der durch Atemtechniken das Zwergfell trainiert wird. Diese soll äußerst erfolgreich sein und selbst jahrzehntelanges Stottern beheben. Da mich diese Problematik nicht betrifft, habe ich mir den Namen dieser Methode leider nicht gemerkt, meine jedoch dass es sich um einen Beitrag aus der Schweiz gehandelt hat. Die Patienten haben einen 3-Tage Intensiv-Gruppen-Kurs gemacht. Sie wurden vorher, während und nach der Therapie gefilmt. Die Veränderung war beeindruckend. Hoffe Du findest dazu weitere Infos, die Kraft es zu probieren und hast Erfolg. LG Rena

Hallo, Kitty!

Ich kann mich immer schlecht ausdrücken. Mir fallen einfach
nicht die richtigen Worte ein und dann fange ich bei der
Unterhaltung an zu stottern.

Ist es ein wirkliches Stottern in dem Sinne, wie ein Logopäde das Wort benutzen würde? Echte Stotterer bringen ihren Satz auch dann nicht raus, wenn sie ihn schon vorformuliert haben. (Mein Bruder ist einer, wenn auch nur minimal.) Bei dir scheint es aber nach deiner Darstellung eher eine Unsicherheit zu sein, kein „echtes“ Stottern.

Habe ich Angst vor Gesprächen
oder vor Menschen?

Vor der Angst!

Besonderns schlimm ist es beim
telefonieren. Das ist immer voll peinlich auf der Arbeit.
Schon wenn das Telefon klingelt werde ich nervös, weil ich
genau weiss das ich mich verhaspel. Und dann stotter ich mir
da was zusammen. Die müssen doch denken ich bin bescheuert.

Einmal habe ich im Radio einen interessanten Beitrag gehört; es war die Übertragung eines Seminars. Dort wurde ein Tonband vorgespielt, auf dem man hörte, wie ein Interviewer einen Mann um seine Meinung zu einem bestimmten Thema fragte. Die Seminarteilnehmer sollten den Mann dann beschreiben. Sie sagten „Noch nicht 18 Jahre alt“, „Geringer Bildungsgrad“, „etwas vergammelt“ etc. Dann kam der Mann herein, und man hörte ein überraschtes „Ooooh!“. Erstens war er doppelt so alt wie angenommen, zweitens - so erläuterte der Reporter - geradezu zum Sterben schön, drittens war er auch sehr gut ausgebildet.

Der Seminarleiter fragte die Leute, warum sie denn glaubten, jemand könnte sich zu einem ihm völlig fremden Thema flüssig und mit Überzeugung äußern? Sie mussten es dann selbst vormachen und schnitten dabei nicht besser ab.

Das passiert also jedem. Wir bemerken es nur dann, wenn wir aufgefordert werden, darauf zu achten.

Was kann ich tun, damit ich ruhiger am Telefon bin und bei
GEsprächen nicht immer so nervös?
Bitte helft mir.

Gewöhn dir einen längeren Einführungssatz an.

Bei einer Verkaufsschulung - als ich noch im Industrieverkauf Großmengenchemikalien war - wurde mir eingehämmert: „Guten Tag, hier ist die Firma Sigma Aldrich Fine Chemicals, mein Name ist Claudia Arnold. Was kann ich für Sie tun?“

Bei mir war der lange Satz nötig, weil ich zu schnell spreche und mich immer erst mal bremsen muss, bis ich zu Firma und Namen komme. Den Vornamen sollte ich nennen, weil meine Stimme absolut androgyn ist und die Anrufer sich voller Unbehagen erkundigten, ob ich Herr oder Frau Arnold sei. So bekam jeder seinen Satz verpasst, der auf seine Schwierigkeiten Rücksicht nimmt. Bei dir, würde ich sagen, irgend etwas, das zunächst einmal den Anrufer zum Reden bringt, damit du dich orientieren kannst. Meinen Satz hatte ich auf die Schreibtischunterlage geklebt.

Weiterhin, nimm dir irgend ein Audio-Aufnahmegerät. Dann klapp das Lexikon auf, tippe auf einen Artikel und sage dann frei eine Minute lang etwas zu dem Thema, egal ob es die Etrusker oder die Ammoniaksynthese ist, egal ob es richtig oder falsch ist. Wenn du das ein paar Wochen lang machst, wirst du richtige Fortschritte feststellen, wenn du die alten mit den neuen Aufnahmen vergleichst.

Was auch sehr hilft, ist vorlesen. Seit ich das tue, haben meine Endlossätze mit ihren Einschüben und konfusen Verschachtelungen einiges an Klarheit gewonnen. Ein klarer Karrierevorteil von Müttern!

Kitty

Gruß, Claudia