Moin,
ich habe einige Fragen zum Beruf des Heilpraktikers.
Vielmehr bin ich langsam der Meinung das ich
eigentlich besser in einem Beruf in der Gesundheitsbranche
aufgehoben bin, als in einem kaufmännischem.
Da meine Schwester sich schon seit einiger Zeit in einer
Ausbildung zur
Heipraktikerin befindet, möchte ich nun meinerseits
Informationen über
dieses interessanten Beruf einholen.
Hast du sie mal all das gefragt?
Wo macht sie die Ausbíldung, vielleicht kannst du da schnuppern.
Aus finanzieller Sicht
kommt für mich aber nur eine Teilzeitausbildung in Frage,
nebenbei muss ich ja noch irgendwie meinen Lebensunterhalt
erwirtschaften.
Das geht fast allen so, weshalb die Ausbildungen mehrheitlich so ausgelegt sind, daß das möglich ist.
Meine Frage ist nun. Wie kann ich am besten erstmal ein wenig
„reinschnuppern“ ob mir die Thematik liegt? Also welche
Fachbücher sind
geeignet um sich einmal einen Überblick zu verschaffen ob man
geeignet dafür ist. Welche Bücher schüren das vorhandene
Interesse?
Über Bücher kann ich wenig sagen. Mein Interesse an Heilen mußte nicht geschürt werden. Mein Interesse ist wachgehalten worden durch bellestristische Bücher und v.a. Gespräche mit Menschen über ihre Erfahrungen bei Ärzten und Heilpraktikern.
Weiter unten verlink ich dir eine Schule, da kann man sich einzelnen Unterricht ansehen oder über Wochen einen Schnupperkurs belegen, der verrechnet wird, wenn man sich positiv entscheidet.
Ansonsten sprich mit Heilpraktikern, frag ob du sie in der Praxis besuchen kannst und sie dir von ihrer Arbeit erzählen. Einige werden das nur gegen Bezahlung wollen, aber andere sind sicher auch bereit das ohne Geld zu tun.
Es gibt auch immer wieder Treffen, bei denen man auf Gleichgesinnte stößt. Der Heilpraktiker-Tag könnte so etwas sein oder hier in Bremen gibt es eine homöopathische Gesellschaft, die regelmäßigen Austausch organisiert.
Wie läuft die Ausbildung ab? Also welche Einrichtungen sind
geeignet?
Die Ausbildung ist nicht geregelt, sondern eine rein private Entscheidung, wie man das machen will.
Ich unterrichte auch in Prüfungsvorbereitungskursen und wir haben da alles: Autodidakten, Fernschüler, SchülerInnen von anderen Schulen und von unserer eigenen.
In den allermeisten Fällen geht man 1- 3 mal die Woche für meist 4 Unterrichtstunden.
Mir scheint eine gute Ausbildung vermittelt die medizinischen Themen und eine gute Schule macht zusätzlich noch Lust auf therapeutische Zusatzausbildungen.
Ich kann diese Schule empfehlen:
http://www.fhs-bremen.de
Nicht nur weil ich da unterrichte und Teile meiner Ausbildung gemacht habe. Sondern auch noch aus vielerlei inhaltlichen Gründen.
Nebenbei hat eine VHS im Umland von Bremen (ich hoffe dein Freund kommt überhaupt auch von hier) letztens rumgefragt, an welche Schule sie ihre HP-Ausbildung vergeben könnten und haben allerorts immer nur die FHS empfohlen bekommen.
Aber wie man seine Ausbildung macht ist auch viel Geschmackssache. Wie lerne ich am liebsten und am besten, was brauch ich als minimale Vorraussetzung.
Vollzeit ist sicher die bessere Wahl, aber hat man auch
Chancen mit einer Teilzeit Ausbildung? Welchen Stundenumfang
sollte ich zum Lernen einplanen, um die Ausbildung in einer
akzeptablen Zeit abzuschließen?
Die Ausbildung an der FHS dauert mit Prüfungsvorbereitung ca. 2,5 Jahre. In der Zeit bist du 2 mal die Woche in der Schule und solltest noch mindestens zweimal die Woche zu Hause vor- bzw. nachlernen. Wieviel Zeit du brauchst hängt aber von zuvielen Faktoren ab, als das das jemand von außen einschätzen könnte.
Danach hast du das Wissen das du brauchst um die Prüfung zu bestehen und das dir hilft eine Ahnung davon zu haben, was für eine schulmedizinische Diagnose bei deinen Patienten infrage kommen könnte, bzw. was die schulmedinzinische Diagnose bedeutet.
Was du danach, davor oder dabei aber auch noch brauchst, ist eine therapeutische Ausrichtung.
Dabei ist es sinnvoll eine „große“ Richtung zu haben, z.B. Traditionelle Chinesische Medizin oder Homöopathie oder ähnliches und zusätzlich dazu passende z.B. manuelle Verfahren oder sogenannte begleitende Verfahren.
Wie lange die dauert hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab, das ist nicht einzuschätzen.
Wie gut sind die Zukunftschancen? Da ich ja völlig
branchenfremd bin, gibt es Erfahrungsberichte wie gut meine
Chancen sind die
Ausbildung erfolgreich zu beenden und darüber hinaus in dem
Beruf zu
arbeiten. Welche Voraussetzungen sollte ich für die Ausbildung
mitbringen?
Tja - weites Feld.
Ich war mir von Anfang an sicher, daß ich es schaffen würde. (Beruf und Berufung du weißt - ich war vorher Einzelhandelskauffrau), aber ob du eine erfolgreiche Praxis hast, hängt im weitesten glaube ich von einer Mischung aus Professionalität, Charisma und erfolgreicher Therapierichtung ab.
An der FHS haben wir eine sehr hohe Besteher-Quote, spätestens nach dem zweiten Versuch (weit über 80%). Insgesamt fallen eher über 80% bei den Prüfungen regelmäßig durch.
Was du mitbringen solltest?
Nur meine Meinung: Neugier, keine Angst vor Zusammenhängen, Spaß an merkwürdigen Worten, menschliche Wärme und Mitgefühl für das Leiden anderer mit einem guten Schuß der Fähigkeit sich eben von diesem Leiden zu distanzieren.
Ich finde für mich hilfreich, daß ich gerne Detektivin spiele, das Suchen von Lösungen für verzwickte Probleme und eine gewisse Unfähigkeit aufzugeben, sind auch hilfreich.
Aber neben Mitgefühl scheint mir Neugier fast am wichtigsten.
Gibt es staatliche Regelungen was die Standortwahl betrifft?
Nein - du wärest Freiberufler und könntest tun und lassen, was du willst.
Also könnte ich später mich da wo ich will selbstständig
machen, ohne gegen eventuelle Auflagen von Krankenkassen oder
Ärztekammern zu verstoßen?
Mit der Ärztekammer hast du nichts zu tun und gesetzliche Krankenkassen haben dir auch nichts zu sagen und leider auch nichts zu bezahlen.
Auf welchen Web-Seiten, bzw. in welchen Foren kann ich mich am
besten über weitere Fragen informieren, bzw. mich mir anderen
austauschen?
Foren die aushaltbar sind, kenne ich keins außer diesem, aber vielleicht bin ich zu anspruchsvoll.
Diese Seite könnte interessant sein:
http://www.vkhd.de
und du kannst mich gerne anmailen.
Im Wesentlichen nur meine Meinung und meine Erfahrung. Ich schätze die Ausbildung an der FHS v.a. deshalb weil sie sehr medizinisch ausgerichtet ist und schulmedizinisches Denken lehrt. Für mein Gefühl gibt es zuviele HP, die das vernachläßigen. Aber ein Teil von denen ist auch erfolgreich - tja, zumindestens haben sie Patienten und ein Teil ist auch wirklich erfolgreich.
So jetzt reichts erstmal.
Gruß
Kerstin