Gürtelrose

Hallo
Meine 80 jährige Mutter leidet unter den folgen einer Gesichtsrose.Das leben ist für sie durch die heftigen Nervenschmerzen nicht mehr lebenswert.
Weiß jemand Rat???
LG…

Hi Petra,

die Folgen einer Herpes-Zoster-Infektion, nämlich die postzosterische Neuralgie, verlaufen individuell sehr unterschiedlich und eine vollständige Heilung ist nahezu unmöglich. Der beste Ansatz besteht immer darin, schon bei der Erstmanifestation im Bläschenstadium zu intervenieren.
Immerhin sollte es möglich sein, zumindest die Folgen und Rezidivzustände etwas günstiger zu beeinflussen. Ansprechpartner wäre ein Arzt, der eine umfassende Spezialisierung als Schmerztherapeut hat und mit dem Kankheitsbild auch ausreichend Erfahrung hat … Gelbe Seiten unter Ärzte oder bei der Ärztekammer bzw. bei der Kassenärztlichen Vereinigung nachfragen.
Das Spektrum reicht von lokal aufzutragenden Salben (Capsaicin), über schmerzmodulierende Psychopharmaka in Verbindung mit einer günstigen Schmerzmittelmedikation bis hin zu Verfahren der Therapeutischen Lokalanästhesie (Blockade des Ganglion Stellatum bzw. Ganglion cervicale superior). Die Schmerztherapeuten führen neben der deutschen Bezeichnung „Schmerztherapie“ gelegentlich auch die Bezeichnung „Algesiologie“, was inhaltlich das Gleiche bedeuet.

Die Herpesviren bleiben dem Betroffenen ein Leben lang erhalten und neigen besonders unter Stress bzw. durch den Einfluss anderer, das Immunsystem schwächenden Erkrankungen dazu erneut auszubrechen.

Wenn es sich bei der Frau Mama um das erstmalige Auftreten des Herpes zoster handelt, sollte unbedingt nachgeschaut werden, ob eine bisher verborgene Infektion, eine bösartige Erkrankung eines anderen Organs oder z.B. auch ein bisher noch nicht entdeckter Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) besteht.

Es gibt inzwischen mehrere Vereinigungen von Schmerztherapeuten; eine davon ermöglicht die Suche nach ausgewiesenen Fachleuten im jeweiligen PLZ-Bereich unter folgender URL: http://www.schmerztherapeuten.de/suche_plz.html

Alles Gute für die Patientin und Grüße von Fehmarn - medicus237

Hi Petra,

medicus hat völlig recht in dem, was er schreibt. Aber manchmal sind ältere Herrschaften ein wenig immobil (unbeweglich), außer natürlich auf den Ostsee-Inseln, dort wächst eine harte Rasse…
Mal im Ernst, wenn die Mutter nicht zu einem schmerztherapeuten kann, kann auch der gute alte Hausarzt etwas tun: das hausärztliche Schmerz-Orchester kennt leichte Morphium-Tabletten, Morphium-Pflaster (natürlich immer in Kombination mit einem Medikament gegen Übelkeit und gegen Verstopfung!), „Nervenaufbau“-Medikamente (Neurontin z.B. in hoher Dosierung), Psychopharmaka, (z.B. Citalopram o.ä.) und natürlich die liebevolle Zuwendung eines Arztes(Ärztin), der/die die Mutter seit jahren kennt und betreut.
Ansonsten: siehe medicus
Gruß und gute Besserung Synapse