Satt sehen

Hi, ich hatte keine Ahnung welches Brett ich nehmen sollte, hoffe bin einigermaßen richtig.

Meine Kollegin hat heute Geburstag und hat deswegen Kuchen, und ganz viel Süßes zur Arbeit mitgebracht.
Jetzt steht das schon den ganzen Tag neben mir und duftet und strahlt mich an.
Nur komischerweise verspühre ich dadurch glaube ich den ganzen Tag keinen Hunger. Jetzt meine Frage: Ist es biologisch möglich sich wirklich satt zu sehen?

Bin gespannt…Ciao Joanne!

Hi,

Jetzt steht das schon den ganzen Tag neben mir und duftet und
strahlt mich an.
Nur komischerweise verspühre ich dadurch glaube ich den ganzen
Tag keinen Hunger. Jetzt meine Frage: Ist es biologisch
möglich sich wirklich satt zu sehen?

der schlüssel hier liegt, wie du ja selbst sagst, im „anduften“.
Das sattheitsgefühl wird durch mehrere faktoren moduliert. Hierzu zählen aber nicht nur die magendehnung, sondern auch kaubewegung, speichelfluss und sensorische reize (also schmecken, riechen etc.).
So kann man z.b. durch vanille-duft seinen hunger reduzieren.

Grob formuliert kann man sagen, daß das verantwortliche „zentrum“ hierfür im hypothalamus gelegen ist. Hier liegt auch das „zentrum“ für hunger.
Das ist jetzt aber zu weit ausgeholt. Kurz gesagt gaukelt dein hirn sich selbst etwas vor.
Man ist also nicht wirklich satt im sinne von „ich habe ein glukosedefizit ausgeglichen“ sondern man reguliert kurzzeitig seinen hunger nach unten.
Das wiederum liegt mit der entstehungdes hungers an sich zusammen. Vereinfachend gibt es zum einen u.a. den glykostatischen hunger, der entsteht, wenn der blutzuckerspiegel unter einen „eingestellten“ sollwert sinkt, zum anderen gibt es einen konditionierten hunger, der sich einstellt, wenn z.b. zur erwarteten zeit das essen noch nicht auf dem tisch steht.

Das war jetzt alles stark vereinfacht erklärt, sollte deine eigentliche frage aber beantworten. VIEL mehr kann man natürlich in den einschlägigen standardwerken der physiologie nachlesen…

LG Alex:smile:

Hi Joanne,

mir ist sogar vom Lesen von Kochbüchern schon schlecht geworden, weil ich mir vorgestellt habe, von jedem rezept etwas zu essen; ich spürte quasi den Geschmack auf der Zunge.
Außerdem hat eine US-Studie anscheinend sogar mal belegt, dass man vom Kochbuch-Lesen abnehmen könne (aus obigem Grunde). Ist sicher eine Frage des Dran-Glaubens. Aber zumindest hatte ich an dem Tag keine große Mahlzeit mehr.

Grüßle,

Susanne

hallo joanne,

ich kenne das auch, und zwar vom kellnern in jungen jahren, wenn ich den leuten den ganzen nachmittag/abend über köstlichste sachen servieren mußte, ohne selbst zeit zum essen zu haben. da lief mir dann schon mal das wasser im wortsinne im mund zusammen.
nach getaner arbeit bekamen wir kellner(innen) auch zu essen - die gleichen leckeren gerichte wie sie auch auf der speisekarte standen und auch genauso liebevoll angerichtet. aber der hunger war dahin. seltsamerweise nahm ich während meiner kellnerzeit in kürzester zeit rapide ab.

da scheint uns also das hirn etwas vorzugaukeln.

schöne grüße
ann