Hallo Zahnis!
Wie sieht denn die korrekte Notfalltherapie bei einer Zahnfraktur aus (11/12), wenn die nächste Zahnklinik weit weg ist?
Es gibt ja wohl Abdeckmittel, aber wie lange kann ein Zahn „offen“ bleiben?
Danke und Gruß
Peter
Hallo Zahnis!
Wie sieht denn die korrekte Notfalltherapie bei einer Zahnfraktur aus (11/12), wenn die nächste Zahnklinik weit weg ist?
Es gibt ja wohl Abdeckmittel, aber wie lange kann ein Zahn „offen“ bleiben?
Danke und Gruß
Peter
Hallo Peter,
ich habe mal gehört, dass man den ausgeschlagenen Zahn entweder im Mund aufbewahren sollte - da er ja dort in der gewohnten (feuchten, hygienischen) Umgebung ist … Ob das mit der Aufbewahrung in Milch richtig ist weiss ich nicht …
LG Aggie
Hi,
im Wartezimmer beim Zahnarzt hab ich mal auf einem Poster gelesen, dass das Aufbewahren in Milch durchaus angeraten ist. Und dann nichts wie zum nächsten Zahnarzt (am Wochenende zum zahnärztlichen Notdienst).
Persönlich würde ich auch den weitesten Weg zu einer guten Zahnklinik auf mich nehmen. Meine BEisserchen sind mir heilig…
Grüsse,
Herb
Servus Peter,
wenn der Zahn (die Zähne?) schon ‚offen‘ ist(sind), dann warst Du wohl schon bei einer zahnmedizinischen Notfallbehandlung und willst wissen, wie es weitergeht.
Also: wenn bei einem Unfall Zähne abbrechen, die Wurzeln aber noch im Knochen stecken und ‚nur‘ die Zahnkrone oder ein Teil davon abgebrochen sind, so daß der ‚Nerv‘ mitbetroffen ist, muß meistens eine Wurzelbehandlung erfolgen. Das heißt, daß der Rest des ‚Nervs‘ bis zum Wurzelende herausgezogen wird (natürlich mit Spritze), der Wurzelkanal ausgefeilt, desinfiziert und mit einem stabilen und neutralen Material gefüllt wird.
Daß man einen frakturierten Zahn offen lässt ist eher nicht die Regel, weil in den offenen Kanal Mundbakterien eindringen, die den Körper zu Abwehrmaßnahmen bringen müssen. Besser ist es, nach der Entfernung des ‚Nervs‘ eine desinfizierende und evtl. entzündungshemmende Einlage in den Kanal zu bringen und den Zahn wieder temporär zu verschließen, wenn der Zahnarzt im Notfall die Zeit für die komplette Wurzelbehnadlung nicht hat. Gab es irgendeinen besonderen Grund, den Zahn offen zu lassen?
Um Deine Frage, wie lange man einen frakturierten Zahn offen lassen kann, noch einmal aufzugreifen: jetzt, wo er schon offen ist, kann er durchaus ein paar Tage offenbleiben. Er sollte halt dann im Rahmen der unvermeidlichen Wurzelbehandlung vorsichtshalber mit einer desinfizierenden Zwischeneinlage versehen werden, bevor die endgültige Wurzelfüllung erfolgt. Es passiert aber nix richtig tragisches während der Ostertage, wenn die Zähne jetzt noch etwas länger offen bleiben.
Ich hoffe, das läßt Dich gefaßt in die Ostertage gehen.
Kai
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Hi Kai!
wenn der Zahn (die Zähne?) schon ‚offen‘ ist(sind), dann warst
Du wohl schon bei einer zahnmedizinischen Notfallbehandlung
und willst wissen, wie es weitergeht.
sozusagen, es handelte sich aber nicht um meinen Zahn, war eher eine dienstliche Frage. Wie gesagt, habe ich mal von einem MKG’ler was von einer Abdeckmasse gehört, mit der der Zahn versiegelt wird, wahrscheinlich, wenn nur das Dentin freigelegt ist?
Da natürlich der zahnärztliche Notdienst zur Unzeit nicht erreichbar ist, wurde das arme Opfer anderntags zum Zahnkonsil geschickt, wo die Kanten abgeschliffen wurden. Denke also, daß nur der Schmelz betroffen war.
Wie aber kann ich als Halblaie die Schichten des Zahnes einigermaßen unterscheiden? Für mich sah es aus, als würde mindestens das Dentin beteiligt sein.
Danke & Gruß
Peter
Servus Peter,
da ist ein Mundspiegel natürlich hilfreich. Wenn man einen Zahn durchschneiden würde, würde man eine umlaufende rindenartige Schicht sehen, die das Licht vollkommen anders bricht, als das Material, das weiter innen liegt. Immer wenn man eine solche Grenze sehen kann, ist das Dentin miteröffnet. Wie weit es dann zum Zahn’nerv’ ist, ist sehr variabel und von Laien nicht gut einschätzbar. Grundsätzlich läßt sich sagen, daß freiliegendes Dentin von Zahnmedizinern beurteilt werden sollte. Wenn es nicht irgendwo in der Mitte schon ziemlich rosa, oder gar rot aussehen sollte, hat es durchaus ein paar Tage Zeit, bis ein Zahnarzt draufschauen sollte. (Beispiel: mehrtägige Klettertour auf der ‚haute rôute‘) Wenn’s beim Eisessen zu unangenehm wird, geht man dann sowieso zum Schweizer Kollegen
.
Kai
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