Hallo,
Wenn Du Arzt werden willst, kommst du nicht umhin, Medizin zu studieren. Dann und nur dann solltest du ein Medizinstudium auch in Erwägung ziehen.
Das Studium ist in aller Regel stressig. Ganz viel Lernerei, das meiste davon recht sinnlos. Mediziner lernen sehr viel für Prüfungen und vergessen danach alles wieder (was ok ist, denn das meiste davon brauchen sie ja im Beruf niemals).
Zu wenig Raum bleibt, Patienten und auch Konzepte zu verstehen, Menschenkenntnis zu erwerben und auch fachliche Aspekte zu verstehen. Wenn es dir um das Verstehen von Zusammenhängen geht, um Prinzipien, um medizinische Forschung, um Erkenntnis usw, dann ist Medizin NICHT das richtige Fach! In diesem Fall wäre Biologie/Humanbiologie oder Biomedizin weit besser geeignet. Aus biologischen Fächern kann man immer in die medizinische Forschung einsteigen. Da ist man dann hoch geachtet, weil Mediziner eben das Forschen nicht richtig lernen - Naturwissenschaftler sind da besser dran.
Klar, Überflieger können alles und das immer und die werden auch aus und in der Medizin zB. hervorragende Forschung machen, aber das sind eben Ausnahmen. Die Regel sieht anders aus!
Vor 2 Wochen war an der Universität Bochum „Tag der offenen
Tür“.Ich habe mir verschiedene Vorlesungen angehört und
Medizin fand ich am interessantesten von allen.
Achtung! Urteile nie über ein Fach / eine Fachrichtung anhand EINER Vorlesung! Andere Uni, anderer Prof, anderer Lehrplan und schon sieht alles ganz, aber auch ganz anders aus! Nein, urteile NICHT nach einer Vorlesung! Frage dich, was du beruflich machen willst, welche Optionen du dir offen halten willst und welche Fragen dich konkret interessieren!! Danach entscheide!
Wie kommt der Numerus Clausus zustande?
Wurde schon gesagt. Ein Freiwilliges Soziales Jahr wird übrigends als Wartezeit angerechnet.
Welche Begabungen sollte ein Student vor allem ein
Medizinstudent mitbringen oder nicht mitbringen?
Er (der Medizinstudent) muss wirklich Telefonbücher auswendig lernen können und sollte kein weitreichendes Interesse an Zusammenhängen, Prinzipien und Forschung haben. Er muß Arzt werden wollen und als Arzt tätig sein wollen.
Für Biowissenschaften gilt natürlich: Ein allgemeines Verständnis von Mathematik, Chemie und Physik ist förderlich, auch für Biologie, ja! Keine Angst vor Computern. Eigeninitiative ist ein Sprungbrett. Aufgeschlossenheit, Abstraktionsvermögen, eine gute Beobachtungsgabe, ein analytischer Verstand und der Drang, genau zu arbeiten sind gute Eigenschaften. Um Englisch kommt man nicht herum, aber das Fachenglisch ist mit etwas Übung ganz gut beherrschbar.
LG
Jochen