Hallo alle,
ein Bekannter von mir leidet seit einiger Zeit an Muskelzuckungen am ganzen Körper. Er beschreibt es nicht als Zittern und es sei auch nicht ein ganzer Muskel der zuckt, sondern immer nur ein kleiner Teil des Muskels und auch immer nur in Ruhe.
Manche Zuckungen kann man sogar wie das Augenlidzucken sehen.
Mal ist es im Bein, mal im Arm, mal im Bauch…mal zuckt es nur kurz, mal minutenlang.
Der Hausarzt überwies ihn nach unauffälligem Blutbild (kein Magnesiummangel) zum Neurologen, der ihm Opipramol verschrieb. Er nimmt das nun schon ca 5 Monate aber geändert hat sich seither nichts, meint er, ausser dass er besser schlafe, der arzt meinte nur, er solle Stress abbauen. Das Dumme ist nur, dass er sich nach eigenen Aussagen gar nicht gestresst fühlt…
Äh, hallo? Ist Opipramol nicht ein Tranquilizer?
Sind Muskelzuckungen Spannungszustände (so hat es ihm der Arzt erklärt)?
Da mir zu dem Thema auch nix mehr einfällt (Ich hatte schon Polyneuropathie in Erwägung gezogen, aber die Symptome passen nicht wirklich) frage ich Euch, was das denn nur sein kann? Zu welchem Arzt könnte er denn sonst noch gehen um die Ursache zu finden?
Danke und Gruß
Maja
Hallo,
Opipramol ist ein trizyklisches Antidepressivum, man nimmt das für gewöhnlich, wenn eine Depression mit Unruhezuständen verbunden ist. Der Neurologe hat möglicherweise eine Depression (oder vielleicht auch eine Angststörung) diagnostiziert und behandelt dagegen mit Opipramol.
Allerdings wird er deinen Bekannten sicher aufgeklärt haben, was er diagnostiziert hat und warum er das Medikament verordnet. Nur erzählt nicht jeder so etwas gerne weiter, weil ja viele eine psychische Erkrankung für einen Makel halten.
Sowohl bei Angsstörung als auch bei Depression wäre er im Zweifel bei einem Psychiater besser aufgehoben, als bei einem Neurologen.
Aber ioch würde dir raten, das ruhen zu lassen, denn anscheinend will dein Bekannter nicht, dass du von der Diagnose erfährst.
Gruß
Tahere
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Hallo Tahere,
ich kenne den Freund so gut (glaubs mir einfach), dass ich sagen kann, dass er keine Depression hat und auch der Arzt hat nur erwähnt, dass er seinen Stress reduzieren soll, da das ein Alarmsignal sei…
Der Arzt würde bewusst auf Entspannung arbeiten und hat ihm unter anderem viel Spazierengehen und eben alles was mit Entspannung zu tun hat empfohlen.
Wie siehts dann aus? Ich hab mir auch mal den Beipackzettel unter die Lupe genommen…grundsätzlich steht da ja auch bei Spannungs- oder Angstzuständen…aber es ändert halt nichts an den Muskelzuckungen und dagegen wird das Medikament ja verordndet wenn auch nicht primär, sondern um Entspannen zu helfen…aber es funzt halt nicht, Du verstehst 
Danke und Gruß
Maja
Hallo,
dein Bekannter wird wissen, wogegen er behandelt wird. Kaum jemand nimmt fünf Monate eine ja meist nicht nebenwirkungsfreie Medikation, ohne sich vom Arzt über die Diagnose aufklären zu lassen.
Das faszikuläre Zucken und der Unruhezustand müssen als Symptom gewertet werden, insbesondere wenn es schon sehr lange andauert.
In Frage kommen in erster Linie Angststörungen oder Depression. Natürlich sind auch noch andere Störungen denkbar, bei denen Unruhezustände als Symptom auftreten. Kann man aber von hier aus nicht beurteilen. Der Neurologe und der Hausarzt dürften es aber beurteilen können, sie haben deinen Bekannten ja untersucht. Ein Neurologe kann auch vom fachlichen her sicher eine Depression und eine Angsstörung diagnostizieren, denn er hat auch eine psychiatrische Weiterbildung durchlaufen.
Ich würde deinem Bekannten einfach empfehlen, sich vom Arzt die Diagnose noch mal genau erklären zu lassen.
Eine Depression ist im übrigen für Laien oft nicht so einfach zu erkennen, da der umgangssprachliche Begriff der Depression teilweise sehr weit von dem medizinischen Begriff der Depression abweicht.
Gruß
Tahere
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Hallo,
Äh, hallo? Ist Opipramol nicht ein Tranquilizer?
Opipramol hat vielfältige Wirkungen, die eine überschneidungsfreie Zuordnung zu den Gruppe psychopharmakologischer Substanzen schwierig macht. Seine Wirkungen sind anxiolytisch, (schwach) antidepressiv und sogar neuroleptisch.
Ein Anwendungsgebiet von Opipramol - außer den bereits genannten Angststörungen - ist der Bereich somatoformer Störungen. Das sind Störungen, die körperliche Ursachen zwar nahelegen, bei denen man aber keine körperlichen Ursachen finden kann. Die körperlichen Symptome werden daher - bis auf weiteres - als psychisch angesehen. In diese Störungsgruppe könnten die Beschwerden Deines Freundes also fallen. Zuständiger Facharzt wäre der Psychiater.
Grüße,
Oliver Walter
Hallo Maja,
ohne jemanden vorschnell beunruhigen zu wollen - ich weiss ja auch nicht welche Untersuchungen der Neurologe gemacht hat, - aber es gibt z.B. die Krankheit ALS (amyotrophe Lateralsklerose), deren Anfangsstadium auch mit Faszikulationen einhergeht.
Würde entweder nochmal zum Neurologen gehen oder zu einem anderen.
Macht euch aber nicht kirre, diese Erkrankung ist ein Beispiel und sehr selten. - Hast du diese Zuckungen schon mal beobachtet?
Vielleicht kannst du kurz erklären, WAS und WIE untersucht wurde: Wurde elektrische Ströme mit Nadeln abgeleitet Wurde ein Computertomogramm angeleiert und und…
Geht ruhig nochmal zu diesem Neurologen oder auch zu einem anderen…
gruß r.
viele grüße r.
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Hi,
ich danke Euch vielmals bis hierhin. Mein Bekannter hat einen neuen Termin beim Neurologen. Mal sehen, was der weiter dazu sagt, ob evtl sogar eine Überweisung notwendig wird. Jedenfalls wird er diesmal bestimmt mehr Fragen stellen 
Gruß
Maja
Du Maja - da wünsche ich euch ganz ganz viel Glück und alles Gute *daumendrück* -
darf ich dich bitten, die neuen Erkenntnisse mitzuteilen?
viele grüße R.
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