Bandscheibenprobleme und Reiten lernen

Hallo,

seit einiger Zeit geistert mir die Idee im Kopf herum, Reiten zu lernen. Allerdings habe ich Probleme mit meiner Bandscheibe (L4/L5, der Ischiasnerv ist eingequetscht), und seit etwa zweieinhalb Jahren immer wieder Vorfaelle (trotz Krankengymnastik). Die Vorfaelle ereigneten sich niemals beim Heben schwerer Sachen, sondern immer bei vollkommen trivialen Taetigkeiten: Der erste beim Zaehneputzen, der zweite beim Treppeputzen, der dritte beim Aufstehen, als ich einmal auf dem Boden sass, der vierte beim Rasieren meiner Beine in der Badewanne, der fuenfte (und bisher letzte) beim Husten, als ich einmal erkaeltet war. Scheint also nicht so fuerchterlich stabil zu sein, meine Wirbelsaeule. Wie ist denn das beim Reiten - wird die Wirbelsaeule da sehr belastet? Ich habe noch nie in meinem Leben auf einem Pferd gesessen, nur einmal als Kind auf einem Esel - das ist aber nun fast fuenfundzwanzig Jahre her, und meine Erinnerung daran, wie es sich anfuehlt, ist ein wenig nebuloes. Ich bin meistens fast schmerzfrei, es fuehlt sich aber nicht sehr belastbar an - ich wuerde es z.B. niemals wagen, zu rennen, ich bin sicher, dass das schiefgehen wuerde. Schnelle Bewegungen vermeide ich auch. Ich gehe aber zwei Mal die Woche in ein Fitness-Center, bin also nicht voellig unfit. Kann ich unter diesen Bedingungen einen Reitversuch wagen, oder kann ich mir die Idee aus dem Kopf schlagen?

Danke schon mal fuer Antworten, schoenen Gruss, Gnlwth

Hallo Unaussprechlicher,

in puncto Reiten & Rücken-Aua teilt sich die Fachwelt in zwei Lager, nämlich in die ‚Bloooooß nich!‘-Schreier und die ‚Besser als Krankengymnastik‘-Schreier. Ich zähle zum zweiten Lager, wobei ich in dieser Hinsicht - ich bin quasi auf 'nem Gaul aufgewachsen - nicht wirklich objektiv bin. Trotz Skoliose hat mir das Reiten jedenfalls nicht geschadet…

Die Frage ist nun, was Du reiten willst? Englisch, Dressur, Western oder einfach nur just for fun, also einfach nur auf einem Pferd sitzen… Bei der Gefahr von Bandscheibenvorfällen würde ich Dir auf jeden Fall vom Springen abraten, außerdem bräuchtest Du evtl. einen speziellen Sattel, der Dich supergerade hält (die Sättel können verdammt teuer sein, lohnen sich also nicht für Anfänger bzw. Hobby-Reiter).

Was vielleicht etwas für Dich sein könnte, ist Sally Swift-Reiten - http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3275014064/qid… - dadurch lernst Du, Dich richtig im Sattel zu halten und die Verletzungsgefahr ist wesentlich geringer.

Grüße

Renee

Hallo,

seit einiger Zeit geistert mir die Idee im Kopf herum, Reiten
zu lernen. Allerdings habe ich Probleme mit meiner Bandscheibe
(L4/L5, der Ischiasnerv ist eingequetscht), und seit etwa
zweieinhalb Jahren immer wieder Vorfaelle (trotz
Krankengymnastik).
Die Vorfaelle ereigneten sich niemals beim
Heben schwerer Sachen, sondern immer bei vollkommen trivialen
Taetigkeiten: Der erste beim Zaehneputzen, der zweite beim
Treppeputzen, der dritte beim Aufstehen, als ich einmal auf
dem Boden sass, der vierte beim Rasieren meiner Beine in der
Badewanne, der fuenfte (und bisher letzte) beim Husten, als
ich einmal erkaeltet war. Scheint also nicht so fuerchterlich
stabil zu sein, meine Wirbelsaeule. Wie ist denn das beim
Reiten - wird die Wirbelsaeule da sehr belastet? Ich habe noch
nie in meinem Leben auf einem Pferd gesessen, nur einmal als
Kind auf einem Esel - das ist aber nun fast fuenfundzwanzig
Jahre her, und meine Erinnerung daran, wie es sich anfuehlt,
ist ein wenig nebuloes. Ich bin meistens fast schmerzfrei, es
fuehlt sich aber nicht sehr belastbar an - ich wuerde es z.B.
niemals wagen, zu rennen, ich bin sicher, dass das schiefgehen
wuerde. Schnelle Bewegungen vermeide ich auch. Ich gehe aber
zwei Mal die Woche in ein Fitness-Center, bin also nicht
voellig unfit.

Hi,
versuchs mit Krafttraining (wirklich echt Gewichte stemmen) am besten an Geräten. Vergiss die Krankengymnastik, hat bei mir bis auf entspannte aber kümmerliche Muskeln nix gebracht. Hatte auch Bandscheibenvorfälle (LWS)bei trivialen Tätigkeiten (im sitzen stift aufheben usw.) Seit ich unter ANLEITUNG!!! trainiere, habe ich in 2 Jahren das dreifache meiner anfänglichen Muskelkraft erreicht und habe keine Ahnung mehr was Rückenschmerzen sind. Wenn die Muskeln dann kräftig genug sind, solltest du ohne Probleme reiten lernen können. (Meiner Erfahrung tut Freizeitreiten dem Rücken gut)
Grüße Jule
Kann ich unter diesen Bedingungen einen

Reitversuch wagen, oder kann ich mir die Idee aus dem Kopf
schlagen?

Danke schon mal fuer Antworten, schoenen Gruss, Gnlwth

Hallo,

ich bin Krankenschwester und habe berufstypischerweise ebenfalls Probleme mit der Lendenwirbelsäule - und reite trotzdem, allerdings des öfteren unter Schmerzen. Aufbau von Rückenmuskulatur durch KG oder auch gezieltes Gerätetraining helfen mir öfter, aber nicht immer. Kommt wie hier von jemand schon erwähnt auch auf deine Ziele an, ich reite Dressur, Western wäre für deinen Rücken evtl. sanfter, vom Springen rate ich ebenfalls ab. Probiers doch einfach mal aus!

Danke!
Hallo,

vielen Dank fuer Eure Antworten, die gar nicht so entmutigend klingen, wie ich befuerchtet hatte. Vielleicht sollte ich es in der Tat einfach mal ausprobieren. Ich mache neben dem allgemeinen Fitness- auch Krafttraining (Hanteln und Geraete). Meine Rueckenmuskeln und das linke Bein sind etwas schwach, aber ueber den Rest kann ich mich eigentlich nicht beklagen. Ich will ja auch nicht Polo spielen oder Springreiten lernen - was mir vorschwebt, ist in der Lage zu sein, Ausfluege in die Landschaft unternehmen zu koennen: Ich sehe hier oft Leute am Strand entlang reiten, das wuerde mir auch gefallen. Ich moechte also grob gesagt nicht sofort wieder runterfallen, und das Pferd soll dahin laufen, wohin ich moechte, dass es laeuft. Ich moechte mich also einfach sicher fuehlen, ohne dass es gleich in Virtuositaet ausarten muss.
Schoenen Gruss und Danke nochmal,
Gnlwth

hi

Es ist ein GANZ gravierender Unterschied ob man schon reiten und somit mit der Bewegung des Pferdes mitfedern KANN (speziell im Trab) oder ob man das erst lernen will !!

Je älter man ist um so schwieriger wird es , denn man denkt viel mehr daran was alles passieren könnte - Folge davon ist, dass Erwachsene garnicht mehr so locker sitzen KÖNNEN wie Kinder.

Ich bin selber Wirbelsäulen- und Bandscheibenvorfall-geplagt und reite seit 32 Jahren (incl. früher Turniere, Springreiten, Dressur, Vielseitigkeit, Trekking habe eigene Pferde etc.) und ich weiss eines ganz sicher : ich würde NIEMALS einem Wirbelsäulenkranken empfehlen reiten zu lernen der noch nie auf einem Pferd gesessen hat, denn das Erlernen steht und fällt mit der Sportlichkeit, mit dem Alter, mit dem Reitlehrer und dem Lehrpferd d.h. es muss alles 4 absolut perfekt aufeinander abgestimmt sein um die Gefahr für den Rückenkranken lernenden so gering wie möglich zu halten (incl. das Abstürzen zu lernen, denn auch das kann passieren und sollte beherrscht werden )

Mal ganz davon abgesehen weiss ich jetzt garnicht warum in den anderen Beiträgen immer die Rückemuskulstur angesprochen wird …was man beim reiten hauptsächlich braucht, sind vor allem mal die Bauchmuskeln … und nicht umsonst werden die auch in der Haltungsgymnastik immer ganz gezielt geschult und aufgebaut

ich wuerde es z.B. niemals wagen, zu rennen, ich bin sicher,
dass das schiefgehen wuerde. Schnelle Bewegungen vermeide ich auch.

schon allein DESWEGEN würde dir ganz ernsthaft abraten - es sei denn du willst nur im Schritt durch die Gegend gondeln, aber genau das glaube ich eher nicht und sobald Trab und Galopp dazukommen sind es nur noch schnelle Bewegungen. Solange man die nicht beherrscht rumpelt es durchaus ganz heftig im Rücken :-\

Gruß H.