‚Mit Blaulicht gegen Karies und Baktus‘ & oT
Hallo nochmal.
Eben im Newsletter von wissenschaft-aktuell.de entdeckt
Quelle: http://62.27.84.81/cgi-bin/onchange/anzeige.pl?kennu…
Mit Blaulicht gegen Karius und Baktus [Medizintechnik]
Boston (USA) - Blaues Licht statt Zahnbürste und Mundspülung – so lautet die Zukunftsvision von US-Forschern, die mit Licht gezielt schädliche Mundbakterien abtöten konnten. Nur zwei Minuten Bestrahlung genügen, so die Forscher, und die nützlichen Bakterien der Mundflora bleiben dabei am Leben. Grund dafür sind bestimmte Moleküle, die den Mikroorganismen beim Angriff auf Zahn und Zahnfleisch helfen, jedoch unter blauem Licht nicht bestehen können. Die Bestrahlungsmethode dürfte deutlich effektiver sein als antiseptische Mundspülungen, berichtet das Team im Fachblatt „Journal of Antimicrobial Agents and Chemotherapy“.
„Der Patient fühlt gar nichts, wenn das blaue Licht im Zahnraum angewendet wird, zwischen Zähnen und Zahnfleisch, wo der Zahnbelag sitzt“, erklärt Nikos Soukos vom Forsyth Institute in Boston. Sein Team war der Beobachtung nachgegangen, dass das blaue Licht bei Zahnbleich-Behandlungen auch Zahnfleischentzündungen zu lindern schien. Im Experiment mit breitbandigem blauen Licht (380 bis 520 Nanometer) zeigte sich tatsächlich, dass bestimmte Bakterien die Bestrahlung nicht überlebten. Es handelt sich etwa um Prevotella intermedia, Prevotella nigrescens oder Porphyromonas gingivalis, die als Auslöser und Verstärker von Zahnfleischentzündungen bekannt sind. Sie gehören zur Gruppe der so genannten schwarz pigmentierten Bakterien (BPB) und enthalten Eisenporphyrine, die bei der Bestrahlung offenbar zur „Achillesferse“ werden. Sie absorbieren das blaue Licht und lösen in den Bakterien eine tödliche Abfolge von Stoffwechselreaktionen aus, so Soukos und Kollegen.
Die Forscher beleuchteten diverse Bakterienkulturen mit blauem Halogenlicht. In Laborschalen voller BPBs starben nach wenigen Sekunden sämtliche Bakterien, in Proben mit menschlichem Zahnbelag – aus dem Mund von Patienten mit chronischer Zahnfleischentzündung – überlebten nur die 36 anderen untersuchten Bakterientypen. In weiteren, noch unveröffentlichten Untersuchungen bestrahlten Soukos und Kollegen neben den Mikroorganismen auch menschliche Zellkulturen mit Blaulicht, ohne dass diese offenbar Schaden erlitten. (wsa050406ds1)
***offtopic, eine Stelle unten drunter***
Tischlern vom bloßen Zugucken lernen? [Kognitionswissenschaft]
London (Kanada) - Handwerkliche Fertigkeiten kann man offenbar in größerem Maße als bisher angenommen allein durch Zuschauen lernen. Das Gehirn aktiviert sogar beim unkonzentrierten Zuschauen entsprechende neuronale Schaltkreise im Gehirn. Dies haben zwei kanadische Wissenschaftler nachgewiesen. Ihre Studie schildern sie in der Fachzeitschrift „Neuron“.
„Eine mächtige neue Idee in den Neurowissenschaften verbindet motorische Kontrolle mit Handlungsbeobachtung“, schreiben Andrew A.G. Mattar und Paul L. Gribble von der University of Western Ontario. „Wenn wir die Vorgehensweisen anderer beobachten, aktivieren wir die gleichen neuronalen Schaltkreise, die für das Planen und Ausführen unserer eigenen Handlungen verantwortlich sind.“
Die Versuchspersonen im Experiment von Mattar und Gribble sollten den Hebel einer Maschine im Uhrzeigersinn betätigen. Die Forscher unterteilten die Versuchsteilnehmer hierzu in drei Gruppen. Eine Gruppe sah vor der eigenen Ausführung der Handlung ein Video mit der Demonstration des Vorgangs im Uhrzeigersinn. Eine zweite Gruppe sah ein Video mit der Handlungsausführung im Gegenuhrzeigersinn. Eine dritte Gruppe bekam gar kein Video zu sehen. Über diese Richtungen der Handlungsausführungen wurde den Versuchspersonen jedoch nichts gesagt. Während der Videovorführung testeten die Forscher, ob die Versuchsteilnehmer schon unbewusst mitarbeiteten. Sie untersuchten, ob sich die Muskeln der Probanden beim Zugucken spannten. Das war jedoch nicht der Fall.
Die Forscher testeten nun, wie gut und schnell die Versuchspersonen die Ausführung der Handlung beherrschten. Es zeigte sich, dass diejenigen, die das Video mit der Aktion im Uhrzeigersinn gesehen hatten, am schnellsten und am geschicktesten waren. Diejenigen, die das Video mit dem Gegenuhrzeigersinn gesehen hatten, blieben sogar noch hinter denen zurück, die gar keinen Film angeschaut hatten.
Durch Ablenkungsaufgaben stellten Mattar und Gribble sicher, dass diejenigen, die das „richtige“ Video sahen, nicht zu konzentriert hinguckten. Darum können sie nun den Schluss ziehen, dass auch ein unaufmerksames Zuschauen bei einer handwerklichen Arbeit schon die Fähigkeit der eigenen Ausführung des Vorgangs verbessert. (wsa050406dm1)
mfg M.L.