Hallo,
Deine Sorgen kann ich gut verstehen. Sowohl Zahnarztbesuche wie auch Vollnarkosen haben ein gemeisames Problem: die Angst vor dem Kontrollverlust.
Es geschieht etwas mit einem, aber man kann es nicht steuern, kann nicht mal zusehen und wenigstens dadurch „kontrollieren“ was mit einem angestellt wird. Dazu kommt Angst vor Schmerzen…
Was das Kontrollproblem angeht: Die Vollnarkose hat für Dich den Vorteil daß Du gar nicht miterlebst was in Deinem Mund veranstaltet wird. Du brauchst insofern auch keine Sorgen vor unangenehmen Erlebnissen haben. Du schläfst einfach und wenn Du aufwachst ist alles vorbei, dann hast Du den Eingriff überstanden.
Angst vor der Narkose brauchst Du auch nicht zu haben, denn als Laie glaubt man oft, man könnte aufwachen ohne daß es jemand merkt oder, im anderen Extrem, man würde nie wieder wach werden.
Beides ist aber Unsinn. Laß Dich auch nicht von dem seitenlangen Aufklärungsbogen verunsichern, den Du unterschreiben mußt.
Ich habe jahrelang im Rettungsdienst gearbeitet und sehr viele Narkosen begleitet, war außerdem lange im Krankenhaus im OP tätig. Und meine persönliche Angst vor Narkosen ist durch meine Erfahrungen dort abgebaut worden.
Üblicherweise läuft es so ab daß ein Venenzugang (also ein Tropf
) angelegt wird, meist am Handrücken oder in der Ellenbeuge. In „meinem“ Krankenhaus wurde diese Stelle vorher auch noch betäubt, so daß der Patient nicht mal einen Piecks gespürt hat. Mit der kleinen Nadel wird nur durch die Haut gestochen, danach zieht man sie wieder heraus. In der Vene bleibt nur ein ganz flexibler kleiner Plastikschlauch, der anfangs über die Nadel gestülpt war. Man muß also auch später keine Angst haben eine Nadel im Arm stecken zu haben oder sowas… 
Nun gut, über diesen kleinen flexiblen Schlauch werden dann verschiedene Medikamente gespritzt. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um ein sehr starkes Schmerzmittel und ein „Einschlafmittel“ und womöglich noch andere Sachen, die zu erklären jetzt zuuuuuuuu umständlich werden würde, ist aber auch gar nix Schlimmes dabei (hat mit dem Kreislauf zu tun und ggf. dem Muskeltonus usw. …).
Sobald Du eingeschlafen bist wird dann so ne Art „Gartenschlauch“ über Mund oder Nase in den Hals gesteckt, Richtung Luftröhre. Darüber wirst Du während der Narkose mit allerbestem, feinstem Sauerstoff beatmet. Bessere Luft hat’s nicht mal in den Bergen oder am Meer
))
Keine Angst daß Du „zu wenig Luft“ bekommen könntest: so wie Du bei Anstrengung „aus der Puste kommst“ und mehr atmest würde das Beatmungsgerät (die „Luftpumpe“
) sofort merken wenn Du mehr Sauerstoff brauchst, und dann bekommst Du sogleich mehr - da kann also nix passieren und Du wirst niemals den Eindruck haben zu wenig atmen zu können.
Dem Sauerstoff wird dann gewöhnlich kontinuierlich ein Narkosegas beigemischt. Wir hatten damals im OP ein System bei dem der Zapfzahn für das Gas üblicherweise im Bereich bis 1 stand. Aufdrehen kann man das Ding aber bis 7 oder 8. Damit kannste Elefanten plattmachen, da wacht garantiert niemand auf. Daß man Angst hat wach werden zu können ist verständlich, ist in der Realität aber wirklich unmöglich. Also nicht bange machen, OK?
Alternativ kann man auch über den Zugang am Handgelenk Narkosemittelchen spritzen. Man würde übrigens an Deinem Puls merken wenn die Narkose nur ein bißchen flacher würde, weil Dein Puls dann schneller würde. Lange, lange, lange bevor Du wach würdest hätte man längst etwas gemerkt und gegengesteuert, und wie gesagt: diese Medikamente hauen Elefanten um, da brauchste keine Angst haben daß Du wach werden könntest.
Wie ich ja schon geschrieben hatte bekommt man auch ein Schmerzmittel. Das hat neben ein paar allgemeinen Vorteilen in dieser Situation auch den Effekt daß man den Schlauch im Hals nicht unangenehm findet und ansonsten - logisch - keine Schmerzen hat. Es gibt Mittelchen, die sind ein paar hundert mal (!!!) stärker als Morphin. Also auch in dieser Hinsicht: bange machen gilt nicht 
Da du schläfst wirst Du eh nix mitkriegen, aber durch das sehr starke Schmerzmittel kannst Du ganz sicher sein daß Du keinerlei unangenehme Empfindungen haben wirst, komme was da wolle.
Du brauchst also vor der Narkose wirklich gar keine Angst haben. Im Gegenteil: betrachte sie als Deinen „Freund“, einen Schutz, der verhindert daß Du während der Behandlung Angst, Schmerzen oder unangenehme Gefühle hast.
Du kriegst einfach gar nix mit und wachst wieder auf wenn alles vorbei ist - was willst Du mehr, ist doch genial… 
In diesen Aufklärungsblättchen werden immer alle möglichen Komplikationen genannt, die extremst selten auftreten. Der Arzt MUSS dich aus rechtlichen Gründen über diese Gefahren aufklären, aber andererseits macht das die Leute nur unnötig verrückt.
Es ist extremst unwahrscheinlich daß irgend etwas schief geht… eher gewinnst Du im Lotto.
Das Schlafmittel, was man bekommt, führt auch zu einer Art „Erinnerungslücke“. Wenn Du wieder wach wirst stellst Du fest daß Du ab irgendeinem Moment einen Filmriß hast. Das ist völlig normal und „gehört dazu“.
Nochmal: keine Angst vor der Narkose! Sie ist sozusagen der beste und angenehmste Zustand, in dem Du die Behandlung verbringen kannst. Es ist in jeder Hinsicht dafür gesorgt daß nichts passieren kann und Du keine Angst, keine Schmerzen, keine Luftnot haben wirst, nicht wach wirst… Betrachte die Narkose deswegen, wie ich schon mal geschrieben habe, wie einen Freund, der Dir Gutes tut.
Zu dem Eingriff selber: es wird immer sehr diskutiert ob man gleich alle oder erst nur auf einer Seite die Zähne ziehen soll. Frag 10 Leute und Du bekommst 11 verschiedene Antworten…
Du hast ja mit Deinem Arzt besprochen daß gleich alles in einem Aufwasch gemacht wird. Hat den Vorteil daß es damit erledigt ist.
Klar sind die ersten paar Tage nach der OP etwas blöd weil das Gesicht geschwollen ist und man nicht wie gewohnt essen und trinken kann. Aber das geht vorrüber. Man bekommt wieder starke Mittelchen und sollte daher keine großen Schmerzen haben.
Ich würde es am Montag durchziehen, dann hast Du es geschafft. Du machst Dich nur verrückt wenn Du es verschiebst. Und beim Vorstellungsgespräch ist alles längst vergessen.
Ich drück’ Dir die Daumen und sage Dir nochmal: keine Angst, niemand ist da um Dir weh zu tun, sondern alle kümmern sich um Dein Wohl und eine Narkose ist eine gute Sache. Du brauchst keine Angst haben.
Viele liebe Grüße und ich denk’ morgen an Dich - wenn es Dir besser geht als mir weil ich muß den Tag ohne Narkose überstehen
)))
MecFleih