'Sitzpinkler' und 'anatomische Verhältnisse'

Im Brett „Sonstiges“ ist eine Diskussion zur Durchführung des Urinierens für beide Geschlechter im Sitzen im Gange.

Es kam auch schon ein Beitrag, der darauf abhob, daß beim Mann aufgrund anderer anatomischer Verhältnisse eine Komplettentleerung der Blase sitzend behindert sein könnte, sodaß die Möglichkeit des Resturinverbleibs mit allen eventuellen Risikenvirhanden sein könnte. Dies wurde jedoch von fast allen Diskussionsteilnehmer(inne)n in’s Reich der Fabel verwiesen. Ich erinnere allerdings, vor geraumer Zeit in einer medizinischen Fachzeitschrift so etwas gelesen zu haben.

Wenn vielleicht auch der gesunde Mann hiermit keine Probleme bekommen sollte:

Wie sieht es denn eigentlich bei einem Mann jenseits der 50zig mit beginnender Prostatavergrößerung aus?

Kann zu diesem (ideologisch sehr kontrovers diskutierten) Thema vielleicht jemand aus Sicht des Mediziners eine Stellungnahme abgeben?

Ich glaube nicht, daß „anatomische Verhältnisse“ den Mann zum dazu zwingen im Stehen zu urinieren. Eine entsprechende Blasenentleerung dürfte auch im Sitzen gewährleistet sein.
Bei einer Prostatahyperplasie liegen der Grund für die Abflußstörung ja im Körperinneren, nahe der Blase mit Stehen oder Sitzen ändert sich da nichts. Allerdings ist es für betroffene Männer wichtig, zu wissen wieviel sie ungefähr ausscheiden. Dann ist „im Stehen“ sicher einfacher.

Zu dem Thema fällt mir aber noch ein Punkt ein, der in die andere Richtung weist.

„Toilettensynkope“ - manche Männer neigen dazu (vor allem morgens) beim Wasserlassen im Stehen ohnmächtig zu werden.
Das kommt daher, daß durch die verminderte
Blasenfüllung der Druck auf Blutgefäße im Becken gemindert wird und somit zu wenig Blut zum Herz gelangt (sog. Preload fällt ab).
Ehe die Kompensation greift kann das schon mal zu einer kurzen Ohnmacht führen.

Grund für das Schmähwort „Sitzpinkler“???