Info Akupunktur-Studie

Zur Information

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat in Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Kassen eine sehr umfangreiche Studie über Akupunktur in Auftrag gegeben. Wissenschaftler der Berliner Charite haben viereinhalb Jahre lang Informationen von 13000 Ärzten und 360000 Patienten ausgewertet.

Ergebnis in Kurzform: Durch Akupunktur-Behandlung läßt sich zwar kein Geld sparen, aber sie wirkt, ist sicher und erhöht die Lebensqualität nachhaltig. Sie ist mindestens ebenso wirksam wie herkömmliche übliche Behandlungsmethoden.

Auch nach sechs Monaten ging es einem Großteil der Patienten mit folgenden Diagnosen deutlich besser:
Kopfschmerzen, Lendenwirbelsäulenschmerzen, Arthroseschmerzen am Knie, Asthma, Allergien, Menstruationsbeschwerden.

Der TK-Vorstand fordert jetzt, Akupunktur als Kassenleistung anzuerkennen.

Mit besten Grüßen

Peter

Ohne jetzt die Quelle deiner Informationen zu kennen, habe ich eine Frage :

Bisher war mein Kenntnisstand zu der Studie, dass die Akupunktur zwar gleich wirksam wie die Standardbehandlung war. Aber : Die Standardbehandlung war keinesfalls besser als Placebo bzw. keine Behandlung. Will schreiben : Das übliche Rumgedoktere unspezefisch bei Orthopäden mit Spritzen etc. hat überhaupt keinen Nutzen, dieser nicht vorhandene Nutzen ist genauso vorhanden oder nicht vorhanden wie das Stechen mit Akupunkturnadeln.

Wenn man Akupunktur macht, kommt es noch nicht einmal darauf an, ob man die festgelegten Punkte trifft oder die richtige Methode (Tiefe) anwendet. Es ist völlig unspezifisch ein Effekt da.

Dieser ist nicht zu bestreiten, ist aber eben nicht Akupunktur. Sondern stechen mit Nadeln an irgendeiner Stelle.

Nichts gegen Akupunktur. Ich empfehle es durchaus meinen Patienten und habe auch bei meiner Mutter da gute Erfahrungen gemacht. Mich würde nur der genaue Wortlaut der Studie bzw. der Mitteilungen dazu interessieren, weil eben mein Kenntnisstand zur Studie eher desillusionierend war.

Martin

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Details zur Studie der Charité
Hallo Martin!

Die Charité hat die Studie durchgeführt, hier findest Du nähere Angaben:

http://64.233.183.104/search?q=cache:SvC9fczRaLQJ:ww…

http://www.netdoktor.de/feature/asthma_news2.htm

Angelika

Hallo Martin,

ein paar Links sind ja freundlicherweise schon gepostet worden, nur der Vollständigkeit halber:

Meine Quelle ist ein Artikel der Zeitschrift „CAREkonkret“-Zeitung für Entscheider in Pflege und Verwaltung, Ausgabe 19 vom 13.5.05

Viele Grüße

Peter

Hallo!

Leider ist diese Meldung wieder einmal voreilig in die Welt gesetzt
worden.
Die eigentliche Studie wurde noch garnicht veröffentlicht. Das hält
die Beteiligten leider nicht davon ab Märchen in die Welt zu setzen.

Der eigentliche Test kommt wenn die Prüfung durch den Bundesausschuss
der Ärzte und Krankenkassen stattfindet. Und da sehe ich wie bei den
800 anderen Akupunkturstudien schwarz.

Schade dass man hier die Millionen Kassenbeiträge wieder mal sinnlos
verpulvert hat.

Tschüss

Matthias

hallo martin,

ich fand zum thema noch einen artikel mit offenen fragen:

Die Gerac-Akupunkturstudien

Werner Hessel

Ende Oktober 2004 wurden beim Deutschen Orthopädenkongress in Berlin die ersten Ergebnisse der Gerac- (german acupuncture trials) Akupunkturstudien zum chronischen LWS-Syndrom (Rückenschmerz über sechs Monate) und Kniegelenksverschleiß (Gonarthrose) vorgetragen. Die Gerac-Studien waren gemäß den Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in seinem Beschluss zur Akupunktur vom 16.10.2000 geplant und durchgeführt worden. Diese Studien sollen primär wissenschaftlich begründet klären, ob die Akupunktur gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin auch nach sechs Monaten besser wirkt als eine Scheinakupunktur (die darin besteht, dass man in Nicht-Akupunkturpunkte sticht = Sham-Akupunktur), und sekundär Akupunktur in gleichem Maße wirkt wie die westliche (schulmedizinische) Standardtherapie. In die Studie zum chronischen Kreuzschmerz waren insgesamt 1162 Patientinnen und Patienten einbezogen (Verum: 387, Sham: 387, Standard: 388), bei derjenigen zum chronischen Knieschmerz waren es 1039 (Verum: 330, Sham: 367, Standard: 342). Besonderheiten waren der Einsatz einer Telefonzentrale zur beobachterverblindeten Erhebung der Ein- und Ausschlusskriterien, der eingenommenen Medikamente und der Zielgrößen für die Beurteilung des Therapieerfolges mittels Telefoninterviews sowie der Einsatz einer Randomisierungszentrale zur Sicherstellung der Verblindung (Concealment): Die durch Zufall zugeteilte Behandlung wurde dem behandelnden Arzt erst dann per Fax mitgeteilt, nachdem der Patient zur ersten Behandlung in der Arztpraxis erschienen war. Die Studien zu Kopfschmerz/Migräne sind noch nicht abgeschlossen. Die im Oktober 2004 mitgeteilten Ergebnisse haben sowohl Anhänger als auch Kritiker der Akupunktur überrascht:

  1. Die Akupunktur nach den Regeln der TCM unterscheidet sich in ihren Ergebnissen nicht wesentlich von der Scheinakupunktur (Sham).

  2. Akupunktur ist in der klinischen Anwendungspraxis bei chronischen Kniegelenksarthrose- und Rückenschmerzen doppelt so wirksam wie eine westliche Standardtherapie.

Allerdings ist für Akupunktur-Anhänger nicht die Überlegenheit dieser Methode das Überraschende, sondern die ähnlichen Ergebnisse von Verumund Scheinakupunktur. Die Argumente: Die Verum-Akupunktur sei keine TCM-Akupunktur oder doch nur eine Minimalakupunktur gewesen und deshalb ohnehin nicht hochwertig. Die spezifische Syndromdiagnostik nach den Kriterien der TCM spielt keine Rolle. Die in der chinesischen Medizin essenzielle Lehre von der Lebensenerige sei ausgeklammert worden. Die zu wählenden Punktkombinationen seien teilstandardisiert gewesen. Es müssten Studien folgen, die die angewendete westliche Akupunktur mit der echten TCM-Akupunktur vergleichen. Die Sham-Akupunktur sei keinesfalls eine Placebo- Akupunktur, da jeder Punkt des Köpers als Akupunkturpunkt in Frage komme. Insofern seien zwei ganz ähnliche Akupunkturmethoden miteinander verglichen worden. Während es offensichtlich ist, dass Doppelverblindung bei der Akupunktur nicht möglich ist, weil der Behandler weiß (und wissen muss), was er tut, sind auch Stimmen laut geworden, die die Verblindung der Patienten in Frage stellen, weil auf den Internetseiten www.gerac.de das Studiendesign und die Lokalisation von echten Akupunkturpunkten und Sham-Punkten von Anfang an genau beschrieben wurden, sodass jeder Interessierte sich informieren konnte. In diesem Zusammenhang ergeben sich folgende weitere Fragen:

  1. Spielt es nicht doch eine Rolle, dass akupunkturwillige Patienten nach ihrer Rekrutierung einer Standardtherapie ohne Akupunktur unterzogen wurden und sie, da schon ebenso vorbehandelt, mit Misserfolg reagierten?

  2. Muss man nicht die schulmedizinische Standardtherapie der genannten Krankheitsbilder verbessern und als integrative und multimodale Therapie fachübergreifend weiterführen? (H.-R. Casser, Mainz, auf dem 29. Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer vom 6. bis 8.1.2005 in Berlin zum Thema „Rehabilitation bei chronischen Erkrankungen am Beispiel des chronischen Rückenschmerzes“)

  3. Wäre dann nicht ohnehin das Fehlen schulmedizinischer Anteile wie z.B. schmerztherapeutischer Injektionen als eine verminderte Standardtherapie zu betrachten?

  4. Wenn das die Standardtherapie war und sie unter den bestmöglichen wissenschaftlichen Bedingungen als unterlegen ermittelt wurde, darf diese dann überhaupt noch von den Krankenkassen bezahlt werden?

  5. Beim Betrachten der örtlichen Verteilung der teilnehmenden Arztpraxen fällt auf, dass aus den neuen Bundesländern außer Berlin keine Arztpraxen (bis auf zwei in Brandenburg) beteiligt sind. Da bekannt ist, dass die Akupunktur auch in den neuen Bundesländern Fuß gefasst hat, was ist hierfür der Grund? Womöglich die so genannte gedeckelte Gesamtvergütung, unter der die Kassenärzte ihre Leistungen von den Krankenkassen bezahlt bekommen und die sie nicht mit neuen, unbezahlten Leistungen ausfüllen wollen?

  6. Welche Nebenwirkungen traten in den Studien auf?

  7. Könnte es sein, dass – der Eigenart der Methode geschuldet – prinzipiell kein hoher Evidenzlevel erreichbar ist? Doppelverblindung ist nicht möglich, Einfachverblindung ist fragwürdig. Placebonadelung ist umstritten, soll aber vermittels Nadeln in Plastikröhrchen bzw. nadellosen Plastikröhrchen möglich sein. Die weitere Auswertung und Veröffentlichung der Studien bleibt abzuwarten.

vielleicht ist es ja für dich von interesse.

strubbel
a:open_mouth:)