Hallo miteinander,
Hallo
meine Schwiegermutter (70 J.) ist letzte Woche umgekippt. Sie
erzählt es so:
Beim Aussteigen aus dem Bus „lag sie plötzlich am Boden“.
Sie weiß nicht, ob sie bewußtlos war, wenn, dann aber nur ganz
kurz, da ihr 13jähriger Enkel nichts dergleichen bemerkte.
Das hört sich zunächst mal nach Unkonzentriertheit an und eine Treppe im Bus kann mal schon mal übersehen, wenn man an etwas anderes denkt…Aber
Trotzdem kann sie den Hergang nicht genau schildern, weiß
nicht, ob ihr einfach „nur“ das Bein weggeknickt ist, oder ob
es eine kleine Ohnmacht war. Es gab keinen Schwindel vorher,
kein Schwarzwerden vor Augen, nichts…
wichtig ist jede Einzelheit durch Beobachter: Ist sie quasi wie ein Sack gefallen? Was sagt sie selbst? Ist es eher umgangsprachlich "auf dem Boden liegen? Fand sie sich auf den Knien wieder? Hat sie sich wehgetan? Ist der Knöchel umgeknickt? Lag sie auf dem Rücken? Mußte man ihr aufhelfen?.. Konnte oder wollte sie sich irgendwo abstützen? Überlege einfach WIE ein Sturz vorsich geht. Verwendet sie Begriffe, die DU selbst von Stürzen her kennst? Oder sagt sie: plötzlich auf dem Rücken /Kopf gelegen… Tut ihr der Kopf weh? Hat sie ne Beule oder irgendwo einen blauen Fleck? Das Schwarzwerden vor Augen sagt nicht jeder. Manche merken vorher SChwitzen, Herzrasen, Nervosität, auch Übelkeit. Oder waren einfach nur in irgendeinem Stress…
Das wäre die häufigste der sogenanneten Synkopen, die vasovagale, die harmloseste von allen.
Vorher und auch nachher hatte sie keinerlei Beschwerden.
Das gibt es häufig bei Herzrhythmusstörungen oder anderen Herzerkrankungen, mit den entsprechenden Problemen wie Luftnot auch mal bei Lungenembolien…
Insgesamt aber hat sie in den letzten 12 Monaten ziemlich
abgebaut, es geht ihr ausgesprochen schwankend, wobei etwas
unklar ist, was „nur jammern“ ist, und was tatsächlich krank,
da sie an einem Tag das Elend in Person ist, am nächsten Tag
ausgiebige Ausflüge mit Freundinnen machen kann.
Jetzt beginnt ein schwieriges Thema, bei man sich selbst auch kritisch beobachten muss: Fällt DIR auf, dass sie halt nicht mehr 40 ist und bist eher schneller nervös, WEIL sie nicht mehr 40 ist? Jammern: Irgendeinen Inhalt wird es geben, jammert sie übers Altwerden als solches. Irgendetwas konkretes muss benannt werden, damit der HA da nachhacken kann.
Sie neigt in
letzter Zeit zu Zipperlein, kann aber nicht ausdrücken, was
ihr fehlt.
Das meine ich, frage nach: tut dir was weh? Bist du traurig? Kannst du nachts nicht schlafen? Nimmst du ab?? Hast du keine Luft? Bist du schnell schlapp?..
Ihre Hausärzte - leider geht sie zu 2
verschiedenen, die nichts voneinander wissen *grummel* -
stellen einfach immer nur einen grippalen Infekt fest und
empfehlen ihr Ruhe.
Tja, nun…! *rechteAugenbrauenachdenklichhochzieh*
Sie geht sehr oft zum Arzt, ich kann nicht
einschätzen, ob sie übertreibt, möchte ihr nicht unrecht tun,
es macht uns einfach stutzig. In letzter Zeit ist sie
undefinierbar anders geworden, auch schusseliger, das war sie
früher nie *grübel*.
siehe oben! Schusslig sind wir alle, wenn wir andere Probleme haben.
Dummerweise ging sie nicht gleich zum Arzt *grummel*, wir
waren im Urlaub, ich konnte sie also erst jetzt zu einem
Arzttermin (Dorfarzt, Allgemeinmediziner mit
Heilpraktikerzusatz - verpaßt ihr andauernd Aufbauspritzen,
die privat zu zahlen sind) nötigen.
Die berühmten Aufbauspritzen! Helfen sie ihr? - Wenn sie nichts helfen…
Ich habe wenig Vertrauen in diesen Arzt und frage Euch daher,
was sollte nun unbedingt untersucht werden, was könnte es
sein, was ist wahrscheinlich ? Meine Schwiemu ist eine sehr
einfache Frau und würde beim Arzt niemals nachhaken, fragt
aber danach MICH, was ich von der Diagnose halte *grmpf*. Das ist gaaaanz oft so.
Danke im voraus und viele Grüße,
Inselchen
Zusammenfassung:
Vorstellung bei einem Internisten als erstes, bzw. beim HA eine Synkopenabklärung mit:
Vorher möglichst genauer Beschreibung wie es war - wenn möglich den Beobachter miteinbeziehen.
Optimal: Ein normales EKG; wenn möglich mit Aufzeichnung während eines Karotisdruckversuch (dabei presst man gezielt auf eine Halsschlagader, wenn dabei der „Puls“ im EKG abfällt, hat man eine Erklärung für die Synkope). Ein Kipptischversuch, ein Langzeit Blutdruck und Langzeit EKG(!), ein Herzultraschall, wenn nötig folgt bei bestimmten Auffälligkeiten die Vorstellung bei einem Lungenfacharzt.
Dann wenn es nötig ist ein EEG bei einem Neurologen, der macht vielleicht auch einen Ultraschall dr Halsschlagadern. Dann kommt lange nix und dann wenn es wirklich Gründe gibt müßte ein Computertomogramm vom Kopf gemacht werden und sehr sehr unwahrscheinlich (zur Zeit) braucht man ein sündteures Kernspin, wie unser Student meinte. Für sehr sehr unwahrscheinlich halte ich eine Durchblutungsstörung im Gehirn - da ist man nicht sofort wieder völlig beschwerdefrei, außerdem machen diese so gut wie nie Synkopen, also kurze Bewußstseins- oder Muskelspannungsverluste. (oWT: das lernt er schon noch, der Bub).
Wegen der SChusseligkeitwürde ich zunächst abwarten und mich beobachtenderweise in einen 70jährigen hineinversetzen: Es gibt schon in größeren Orten sog. Gedächntnissprechstunden, wenn´s nötig ist, die trainieren nach sorgfältiger Diagnostik eventuelle Defizite.
Gar nichts zu machen außer Aufbauspritzen ist wirklich etwas wenig, da würde ich ich meine Mama auch von einem anderen HA überzeugen! Meine Ma frägt auch nix, weils "sie´s ja sowieso nicht versteht *Doppelgrmpf*: Da bin ich frech und gehe mit, weil sie DAS schon dem Arzt sagt, dass ich informiert werden soll, das machen alle (ich hacke auch nach, du kannst ja vorher uns fragen, ok?)
gruss r.