hi,
mein vater (69, raucher) hatte vor 1 oder 2 jahren blut im urin und probleme beim wasserlassen. grund war ein geschwür in der blase, das operativ entfernt wurde (mit laser, glaube ich).
vor einigen wochen hatte wieder die gleichen symptome - eine untersuchung ergab 12 (zwölf) solcher geschwüre, die wiederum operativ entfernt wurden. der behandelnde arzt hatte ihm auch gesagt, daß das krebs ist. außerdem daß es nichts bringen würde, wenn er nun - nach schätzungsweise 50 jahren - das rauchen aufhören würde, weil die giftstoffe nun sowieso überall im körper verteilt sind. unverantwortlich, oder? oder nicht?
ist das üblich, daß die geschwüre sich so sprunghaft vermehren? wie oft kann man so eine blase operieren? und was kommt danach … plastiktüte? greift sowas üblicherweise früher oder später auf den ganzen körper über?
die angst, daß die jahre meines vaters gezählt sind, ist natürlich groß. ebenso die angst, mit einer schlimmen wahrheit konfrontiert zu werden. ich bitte daher, nur seriöse antworten zu geben.
lg, pit
hallo,
erstmal sorry zu so ner Hiobs-Botschaft. Aber meines Wissens ist die Diagnose Blasenkrebs ganz und gar nicht als Todesbotschaft zu verstehen. Diese Art von Krebs ist mittlerweile sehr gut erforscht und kann auch gut behandelt werden. Vor allem ist ja bei deinem Vater auch noch alles rechtzeitig erkannt worden - nämlich solange sich der ganze Mist nur im Bereich der Blase abspielt und noch nicht „gestreut“ (metastasen) hat.
In dem Fall einer lokal begrenzten Krebserkrankung kann halt bis zu einem gewissen Grad operiert werden. Aber auch, wenn die Geschwüre zu zahlreich sind, heißt das nicht Schlauch-dran oder Ähnliches.
Heute ist die Medizin in der Lage aus einem Stück Eigendarm eine neue Harnblase zu konstruieren, die quasi genauso gut funktioniert wie die alte. Es gibt dann natürlich dafür spezielles „Pipi-Training“ - was es nicht alles gibt…
Und zum Rauchen: es ist seit Jahren bekannt, dass dadurch die Gefahr einer Blasenkrebs-Erkrankung (und diverser anderer, bla-bla) stark ansteigt. Daher kann ich jedem unverbesserlichen Qualmer nur wärmstens empfehlen: geht zum Urologen eures Vertrauens! Da kann man nämlich gegen einen geringen Obolus (ruhig regelmäßig) einen Test durchführen lassen, der sowas bereits im super-Frühstadium erkennt.
Wird natürlich nicht von der Kasse erstattet…
Ansonsten - bleibt tapfer und haltet zusammen. Alles Gute
Sonja
hallo sonja,
vielen dank für deine ausführliche und auch irgendwo beruhigende antwort.
lg, pit