Hallo Leute
Nachdem meine Frage im Gesundheits-Brett (eins drüber) von bisher mindestens 64 Leuten gelesen wurde, ich aber keine Antwort bekam, war es möglicherweise das falsche Brett bzw. bin ich hier besser.
Weiß jemand von Euch, ob niedergelassene Fußpfleger ihre Instrumente (Messer, Nagelfeilen, Scheren usw.) alle nach einem Standartverfahren desinfizieren oder sterilisieren (so ähnlich wie Zahnärzte oder Chirirgen) oder ob das sehr unterschiedlich ausfällt, möglicherweise, weil es sich nicht explizit um einen medizinisch anerkannten Berufsstand handelt.
Wer sich auskennt, bitte Antwort posten!
Gruß,
Branden
Tach Branden.
ich gehöre zugegeben zu den 64 Leuten. Habe bisher nicht geantwortet, weil ich die Frage direkt nicht beantworten kann. Nur soviel: In den USA (die ja bekannt sind für ihr manchmal penibles Vorgehen) hat es einige ‚Zwischenfälle‘ gegeben. Mehrere Personen (zumeist Frauen) infizierten sich während der Pediküre mit Mycobacterium fortuitum (Deiner Visitenkarte entnehme ich, dass Du vom Fach bist, daher hier ohne weitere Erläuterung). Ursächlich war zum einen das benutzte Wasser (da fortuitum in allen möglichen Wasserquellen zu Hause ist), zum anderen kann eine Übertragung über die Instrumente damit nicht ausgeschlossen werden. Was ich damit sagen will ist folgendes: Wenn es schon durch offenbar mehrfache Benutzung der Waschschüsseln etc. zu Infektionen kam, kann es um die Hygiene nicht allzu gut bestellt gewesen sein. Ein ähnlicher Ausbruch wurde übrigens kürzlich auch aus down under gemeldet. Hier aus der Gegend (BRD) ist mir nix vergleichbares bekannt, was aber daran liegen kann, das die Kenntnisse über atypische Mykobakterien hierzulande eher lausig sind.
Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass Fußpfleger/Innen (oder zumindest die Mehrheit derer) Ihre Gerätschaften ‚lehrbuchmäßig‘ sterilisieren. Das wäre sicher nur möglich, wenn die Instrumente im Dampfautoklaven sterilisiert werden, alle anderen Methoden sind aus hygienischer Sicht eher zweifelhaft und dürften kaum zu einer ausreichenden Sterilität führen. Frage: wieviele Fußpfleger/Innen haben Dampfautoklaven unter’m Tisch stehen?
Hoffe, die Antwort hilft Dir irgendwie weiter,
Oliver
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Hallo Oliver
Hoffe, die Antwort hilft Dir irgendwie weiter,
Jau, in der Tat, das war doch ne ganze Menge guter Infornmation - hab Dank dafür!
Ich bin jetzt am Überlegen, ob ich den Termin absage
.
Wenn ich was nicht haben kann, ist es ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Vielleicht berufsbedingt - bei uns beiden? 
Grüße ins schöne Heidelberg aus dem nicht immer so schönen Berlin von
Branden
Hallo Branden,
um das mal loszuwerden: Oliver erzählt Unsinn!
Selbstverständlich werden in seriösen - ich nenne es salopp ‚Salons‘ die Instrumente ordnungsgemäß sterilisiert bzw. desinfiziert. Selbstverständlich müssen sich die Mitarbeiter an einen Hygieneplan halten (muß unterschrieben werden!), der jederzeit durch das Gesundheitsamt kontrolliert werden kann. Das gilt auch für die kosmetische Fußpflege - für die medizinische FP gelten noch härtere Bedingungen bzw. Vorschriften.
Nachdem meine Frage im Gesundheits-Brett (eins drüber) von
bisher mindestens 64 Leuten gelesen wurde, ich aber keine
Antwort bekam, war es möglicherweise das falsche Brett bzw.
bin ich hier besser.
Eigentlich wärst Du im Kosmetik-Brett am besten aufgehoben.
Falls Du nicht gerade in eine Hinterhofklitsche gehen willst, brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Fällt Dir etwas unangenehm auf (dreckige Bezüge auf den Fußstützen, schmutzige Instrumente, etc.): raus da und das Ordnungs- bzw. Gesundheitsamt informieren. Das dürfte heute allerdings nicht passieren.
Gruß
Renee
Hallo Renee
um das mal loszuwerden: Oliver erzählt Unsinn!
nuja harter Vorwurf. Ich habe lediglich die Frage gestellt, ob die Instrumente per Dampfsterilisation sterilisert werden. Falls ja: gut Falls nein: in einschlägigen Lehrbüchern kann man sich darüber informieren, dass eine Sterilisation der Oberflächen mit bspw. aldehydischen Desinfektionsmitteln zwar eine Keimreduktion (durchaus auch um mehrere Logstufen) aber keine Sterilisation (!) bringt.
Die Frage impliziert jedoch nicht gleichzeitig, dass in entsprechenden Betrieben unhygienische Verhältnisse vorliegen. Das scheint mir eher Deine etwas gewagte Interpretation zu sein.
Was die Sache mit den Mykobakterien angeht: ist in medizinischen Fachzeitschriften international publiziert worden.
Viele Grüße,
Oliver
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Hallo Renee
Ob ich den Nerv habe, vor Ort den Autoklaven in Augenschein zu nehmen, weiß ich nicht.
Ich überleg mir die Sache nochmal.
Gruß,
Branden
Lasst es mich einmal so ausdrücken:
Eher nehm ich mir nen füßelnden Sklaven
als ne Fußpflegerin ohne Autoklaven.
Eher nehm ich mir nen füßelnden Sklaven
als ne Fußpflegerin ohne Autoklaven.
Hallo Branden!
Frag doch mal per Telefon,
ob man dort Sterilisation
der benutzten Instrumente
macht per H 2 o und Hände,
oder doch mit Dampf und Co,
denn das wäre besser so…
(und den Branden wieder froh!)
Angelika
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Hallo,
ich habe mal im Kundendienst für eine Firma für Kosmetikgeräte gearbeitet und habe unterschiedlichste Fußpflege- und Kosmetik-„studios“ gesehen.
Da gab es alles von OP-ähnlicher Reinlichkeit bis zur Kosmetikliege in der Waschküche neben einem Haufen Schmutzwäsche. Eine Kosmetikerin hat gar das Schleifgerät im Behandlungsraum ausgeblasen. Dann kamen immer wieder Geräte rein, bei denen der Staubbeutel wohl noch nie gewechselt wurde (war voll, teilweise aufgerissen).
Gruß, Niels
Gute Idee, Angelika, danke!
Gruß,
Branden
Hallo Branden,
aus meiner Zeit (selbständige Naildesignerin vor 16 Jahren) kann ich dir sagen, dass schon damals die Leute verpflichtet waren Hygiene gross zu schreiben. Nagelfeilen, Scheren, Messer, Tücher usw. mussten nach jedem Kundenbesuch entfernt und desinfiziert (nicht sterilisiert!) werden. Sie durften nicht für den nächsten Kunden verwendet werden, d.h. man musste genügend Arbeitsmaterialien vorrätig haben, um alle Kunden nach dem hygienischen Standard zu bedienen. Die Desinfektionsmittel sollten nach DGHM gelistet sein und sollen gegen Bakterien inkl. TbB, Sporen, Pilze und Viren wirken.
Wenn es ein Salon/Studio ist, werden die auch gelegentlich das Gesundheitsamt zu Besuch haben. Zumindest war es bei mir so. Bekanntlich ist zwischen Theorie und Praxis eine grosse Spanne …
Tja, was soll ich sagen, ich habe es auch schon in einigen Salons und Studios anders gesehen, wo noch nicht einmal mehr die gebrauchte Unterlage entfernt wurde, geschweige denn die Arbeitsmatierialien ausgetauscht wurden. Bin natürlich aufgestanden und gegangen. So etwas braucht sich kein Kunde bieten zu lassen! Auch wenn der Kunde und dessen Nägel und Haut gesund aussehen, heisst es noch lange nicht, dass er kern gesund ist.
Lieben Gruss
Asmodine