Pendelnystagmus

Hallo,

ich hoffe, hier kann mir jemand weiterhelfen.
Es geht um das Kind meiner Freundin, die KiÄ hat bei dem Kleinen (geb. 21.12.04) festgestellt, dass er ein Zittern im Auge hat beim Anvisieren. Nun war sie mit ihm bei einer Augenärztin, die ihr die Diagnose „Pendelnystagmus“ um die Ohren geknallt hat und keinerlei Erklärungen dazu aus Zeitmangel abgeben konnte.Auf Nachfragen meinte sie nur „Eine Brille bringt nichts, er sieht dann eben schlechter!“ Einen Termin in der Uniklinik hat sie mit ihm erst im September bekommen.
Kann mir jemand hier sagen, was das bedeutet bzw. bedeuten kann? Hat jemand Erfahrungen damit?Im Netz findet man einige Infos, aber die sind auch total verschieden… eben von keinerlei Beeinträchtigung bishin zu schweren Beeinträchtigungen…

VG Conny

Hallo Conny,

ein guter Freund von mir leidet unter dieser Krankheit. Man geht davon aus, dass das eine unkontrollierte Augapfelbewegung ist, die durch Fehlinnervation ausgelöst wird. Heisst: Der Nerv, der für die Bewegungen des Augapfels zuständig ist, macht, was er will. Einmal im Jahr musste mein Freund in eine Spezialklinik fahren, wo man seine Augen begutachtete. Heilung oder Besserung gab es jedenfalls nicht.

Die Einschränkungen im Alltag waren schon ziemlich heftig. Kein Führerschein (Sehtest nicht bestanden), Probleme beim Lesen, Schreiben und bei allen feinmotorischen Tätigkeiten, besonders dann, wenn die Hände weiter weg vom Gesicht gehalten werden. Wir haben gemeinsam Biologie studiert, das war schon mit Mühen verbunden: Mikroskop, Vorlesungen, Arbeiten an der Sterilbank … aber er hat es trotzdem geschafft. Einer der behandelnden Ärzte hat meinem Freund mal den schönen Satz gesagt: Suchen Sie sich einen Job, den auch Blinde machen könnten. Das hat sich gottseidank als Fehleinschätzung entpuppt.

Liebe Grüße
Anna

Hallo Conny!

Den link zu den Nystagmus-Seiten hast Du schon bekommen.

Deiner Freundin möchte ich sagen, dass sie sich erstmal nicht verrückt machen soll.

Auch mit Nystagmus kann man durchaus relativ gutes Sehvermögen haben, das hängt von der Art und Ausprägung ab.

Dass man bei einem so kleinen Kind noch keine Angaben über das vorhandene Sehvermögen machen kann, ist klar.

Da Deine Freundin bereits einen Termin in einer Augenklinik hat, ist für das Baby m.E. gut vorgesorgt.

Dort wird man - so hoffe ich - auch die Zeit finden, der Mutter näher zu erklären um welche Art des Nystagmus es sich handelt und welche Behandlungsmöglichkeiten für ihr Kind denkbar sind.

Auf regelmäßige augenärztliche Kontrollen muss sie sich allerdings einstellen, und bei bestimmten Nystagmus-Arten kann man auch operativ eine Verbesserung erreichen.

Versuch Deiner Freundin ein bisschen Optimismus zu vermitteln, denn das Vorgehen der Augenärztin würde ich mal als höchst unsensibel bezeichnen.

Angelika