Ejektionsfraktion

Von: , Frage gestellt am Mo, 4. Jul 2005

Servus Ihr Medizinfrauen und -männer!

Ich bin in letzter Zeit vermehrt über die Ejektionsfraktion (EF) gestolpert. Nachdem diese aus verschiedenen Gründen mehrfach bei mir gemessen wurde habe ich ein paar Fragen, bei denen Ihr mir hoffentlich weiterhelfen könnt (googlen hat nichts Zufriedenstellendes ergeben):

(1) Welche EF ist für einen Mann (Mitte 20, schlank, gross, ehemals sportlich) normal, ab welchem Wert muss man davon ausgehen, dass etwas nicht in ordnung ist ?

(2) Wie stark schwankt die EF ?

(3) Warum schwankt die EF - sprich: Haben sportliche Aktivität, Alkoholgenuss etc. Einfluss auf die EF ?


Vielen Dank für Eure Antworten.
Rolf

13 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Stunden 1 hilfreich
    Re: Ejektionsfraktion

    hallo-
    sag mal, warum wird bei einem mitte 20jährigen überhaupt die EF bestimmt?

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Ejektionsfraktion

      servus jens,

      immerhin einer der antwortet :-/

      ich bin ein myokarditis-opfer.

      würde mich wirklich über die eine oder andere sinnvolle antwort freuen!

      rolf

      • Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
        Re^3: Ejektionsfraktion

        Hallo Rolf,
        will also mal eine sinnvolle Antwort versuchen ;-))
        Also die EF, Ejektionsfraktion oder Auswurffraktion wird in % gemessen und errechnet sich aus Schlagvolumen geteilt durch enddiastolisches Ventrikelvolumen mal 100.
        Normal sind Werte größer/gleich 53%, wobei Werte um 60-70% bei durchtrainierten Menschen schon vorkommen. Werte darüber hinaus haben dann schon auch wieder "hab-acht-Charakter", bei hyperdynamem linken Ventrikel, Hochdruckherz etc.
        Leichtgradig eingeschränkte linksventrikuläre Funktion gilt bei Werten zwischen 40-52%, mittelgradig eingeschränkt bei 30-39% schwergradig bei Werten < 30%. Mal so als Richtwerte.
        Diese Leistungsverminderungen sind das Ergebnis einer linksventrikulären Ventrikelstörung und zwar einer systolischen Störung..... wenn du irgendwann nix mehr verstehst, frage ruhig nach
        Ich dachte mir schon, dass du eine Myokarditis hattest/hast, denn diese Herzmuskelerkrankung ist eine der Hauptursachen für eine global reduzierte Pumpfunktion, neben dem Infarkt, bei dem die reduzierte Pumpleistung daraus resultiert, dass das "tote" Gewebe nicht mehr mitpumpt, die nicht betroffenen Areale aber "weitermachen".
        Die Schwankungen: Gehe mal davon aus, dass du als eine der ersten Untersuchungen ein UKG, bzw. transthorakales Echo bekommen hast, mit einer bestimmten errechneten oder planimetrisch bestimmten sog. fractional shortening (FS), die man bei ab einem bestimmten Wert mit der EF korrelieren kann. Ab einer mittelgradig eingeschränkten Pumpfunktion korreliert der Wert nicht mehr. Dann wurde vermutlich ein Herzkatheter gemacht und die EF über Ventrikulographie bestimmt. Danach wieder Echo-Kontrollen, stimmts?
        Also: Die Ultraschallmethoden sind zum einen sehr Untersucher abhängig und hängen auch von der Einstellung des Schallkopfes zur Herzachse ab. Kannst dir denken, dass das am schlagenden Herzen und atmenden Menschen nicht ganz einfach ist und man wird nie zweimal hintereinander die gleiche Ebene auf den Milimeter genau treffen. Also schwanken die Werte sowieso schon. Das zweite ist, dass bei eingeschränkter Pufu, die echomorphologisch gemessene FS nur ein Näherungwert ist. Man sollte sich beim UKG also nicht durch exakte Zahlen verrückt machen lassen. Exakte Zahlen lassen sich eigentlich nur durch die jeweils gleiche invasive Methode miteinander vergleichen und auch hier wird vermutlich nie die gleiche Zahl herauskommen, weil ganz viele verschiedene physiologische Mechanismen und auch Medikamente auf die Systole, Schlagvolumen und somit letzlich auf die EF Einfluss nehmen.
        fürs erste viele grüsse
        rico [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Ejektionsfraktion

          oi oi oi Frau Doktor Reiki,
          ein guter und sinnvoller Artikel, meine Glückwunsch. Du bekommt ein Sternchen und 4 virtuelle dazu...
          Tja, so eine kürzlich erfolgte Facharztprüfung hinterlässt Spuren...
          weiter so
          wünscht synapse
          und dem armen Rolf gute Besserung!

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^5: Ejektionsfraktion@synapse

            oh männo synapse,
            bitte nimm schnell den Glückwunsch zurück. Lass uns davon nächstes Jahr sprechen. Ich gebe Laut hinterher.
            Vorher brinmgt eine Glückwunsch Unglück!!!!!
            Aber danke für Sternerl
            gruss rico [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Ejektionsfraktion

          Hallo Rico,

          das ist einmal eine Spitzenantwort. Vielen Dank und Sternchen!

          Deine Ausführungen beruhigen mich etwas. Damit ich es auch richtig verstehe, versuche ich es als Laie mal kurz zusammenzufassen:

          Die bei mir im Rahmen eines Katheters gemessene EF von 72% (nach bereits abgelaufener Myokarditis - es war zu diesem zeitpunkt bereits keine Entzündungsreaktion am Herzen mehr feststellbar) ist der genaueste Wert. Die 7 Monate später gemessenen 65% und, wiederum zwei Monate später gemessenen 60% sind nur bedingt mit diesem ursprünglichen Wert vergeleichbar.

          Entscheidened ist wohl der "Gesamteindruck", den der Kardiologe im Rahmen eines UKGs von der Herfunktion bekommt. Und wenn dieser gut ist, besteht - auch bei anscheinend sinkender Pumpleistung - kein Grund zur Sorge, dass sich eine Kardiomyopathie o.ä. entwickelt.

          Ist das richtig?

          Ich habe ein paar Schwierigkeiten bei der Einordnung des ganzen, weil im Rahmen des Herzkatheters auch eine Biopsie durchgeführt wurde, in deren Rahmen Parvo B19 gefunden wurde. Wohlgemerkt ohne Entzündungsreaktion und ohne Nachweis im Blut! Hinzu kommt, dass ich als Andenken an die ganze Sache mit Linksschenkelblock, AV-Block III. Grades und dementsprechend mit HSM ausgestattet bin...

          Worum es mir mit dem Posting aber eigentlich geht ist: Muss ich mir Sorgen machen, dass ich eine DCM entwickeln könnte? Sprich: Gibt es da einen Richtwert (wenn nach einem Jahr die EF nicht unter X% ist, dann kann man das ausschließen o.ä.)?

          Vielen Dank noch einmal. Abrechnung für die Beratung bitte an mich ;o)

          Besten Dank und Gruss
          Rolf

          • Antwort von nach 2 Tagen 2 hilfreich
            Re^5: Ejektionsfraktion

            Hallo Rico,

            das ist einmal eine Spitzenantwort. Vielen Dank und Sternchen!
            Danke auch schön
            Deine Ausführungen beruhigen mich etwas. Damit ich es auch
            richtig verstehe, versuche ich es als Laie mal kurz
            zusammenzufassen:

            Die bei mir im Rahmen eines Katheters gemessene EF von 72%
            (nach bereits abgelaufener Myokarditis - es war zu diesem
            zeitpunkt bereits keine Entzündungsreaktion am Herzen mehr
            feststellbar) ist der genaueste Wert. Die 7 Monate später
            gemessenen 65% und, wiederum zwei Monate später gemessenen 60%
            sind nur bedingt mit diesem ursprünglichen Wert vergeleichbar.
            Sind die beiden letztgenannten über UKG oder Linksherzkatheter gemessen?
            Entscheidened ist wohl der "Gesamteindruck", den der
            Kardiologe im Rahmen eines UKGs von der Herfunktion bekommt. In der Tat: Eine DCM gibt im UKG ein ganz spezifisches Bild. auch entwickeln sich relative Klappeninsuffizienzen, die im Echo schon sehr bald zu sehen wären. Diese wiederum kann man gut über die Zeit vergleichen.
            Und wenn dieser gut ist, besteht - auch bei anscheinend
            sinkender Pumpleistung - kein Grund zur Sorge, dass sich eine
            Kardiomyopathie o.ä. entwickelt.
            s.o.
            Ist das richtig?

            Ich habe ein paar Schwierigkeiten bei der Einordnung des
            ganzen, weil im Rahmen des Herzkatheters auch eine Biopsie
            durchgeführt wurde, in deren Rahmen Parvo B19 gefunden wurde.
            Wohlgemerkt ohne Entzündungsreaktion und ohne Nachweis im
            Wurde die Myokardbiopsie wiederholt? Blut! Hinzu kommt, dass ich als Andenken an die ganze Sache
            mit Linksschenkelblock, AV-Block III. Grades und
            dementsprechend mit HSM ausgestattet bin...
            Weia, da hat es dich aber ganz schon erwischt, geht es dir belastungsmäßig wieder gut? Bist du Pat in der Myokarditisstudie?
            Worum es mir mit dem Posting aber eigentlich geht ist: Muss
            ich mir Sorgen machen, dass ich eine DCM entwickeln könnte?
            Sprich: Gibt es da einen Richtwert (wenn nach einem Jahr die
            EF nicht unter X% ist, dann kann man das ausschließen o.ä.)?
            Das kann ich dir zur Zeit nicht beantworten, aber ich mach mich schlau, vielleicht weiss jemand dazu genaueres.
            Insgesamt besteht natürlich schon das Risiko nach Parvo B 19 und anderen Virusmyokardititiden eine DCM zu bekommen, nicht nur durch das Virus selbst, sondern auch durch nachfolgende Autoimmunphänomene. Leider weiss ich nicht, wie hoch der %-satz derer ist.
            Melde dich doch nochmal, ob die letzten EF´s übers ECHO bestimmt wurden.
            Vielen Dank noch einmal. Abrechnung für die Beratung bitte an
            mich ;o)
            Helfe gerne - komme mir aber vera...vor, wenn dann wieder mal global über die hergezogen wird, die sonst recht sind , verstehste was ich meine???? Gehört jetzt aber nicht hierher, sonst kommen gleich wieder welche, die die EF versauen ;-))
            Besten Dank und Gruss
            Rolf
            auch gruss rico

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^6: Ejektionsfraktion

              /Sind die beiden letztgenannten über UKG oder Linksherzkatheter gemessen?

              Alles per UKG. Während die EF gesunken ist, hat sich der Durchmesser allerdings lediglich von 52 auf 54mm erhoeht. Also noch im Normbereich.


              /Weia, da hat es dich aber ganz schon erwischt, geht es dir belastungsmäßig wieder gut? Bist du Pat in der Myokarditisstudie?

              Mir geht es eigentlich wieder gut. Habe hauptsächlich "Probleme mit dem Kopf" - war ursprünglich in stationärer Behandlung bei einem Prof. der die Parvo-Persistenz mit Immunglobulinen behandelt hat (er leitet derzeit eine Studie zu diesem Thema). Mein Hausarzt, ein unabhängiger Kardiologe und mehrere andere Kardiologen von versch. Universitätskliniken haben mir allerdings davon abgeraten, diesen Weg weiter zu verfolgen. Daher habe ich keine zweite Biopsie zur Erfolgskontrolle durchführen lassen. Dafür bin ich jetzt natürlich ziemlich verunsichert...

              Belastungsmäßig fühle ich mich ok. HSM stört überhaupt nicht, allerdings schwankt mein Zustand ziemlich: Von "ich könnte Bäume ausreissen" bis zu Tagen an denen ich mich einfach müde und schlapp fühle. Wobei gerenell gilt, dass Belastung kein Problem ist - sitze regelmässig auf dem Ergometer bei steigender Belastung.

              /Insgesamt besteht natürlich schon das Risiko nach Parvo B 19 und anderen Virusmyokardititiden eine DCM zu bekommen, nicht nur durch das Virus selbst, sondern auch durch nachfolgende Autoimmunphänomene. Leider weiss ich nicht, wie hoch der %-satz derer ist.

              Ich weiss, dass diese Gefahr besteht, daher ja meine Beunruhigung. Mein Blut wurde mehrfach auf Entzündung und Parvo-Persistenz untersucht. Ohne Ergebnis. Meine Ärzte meinen, dass alles ok wäre. Nur der ursprüngliche Behandler sieht das anders - der ist zwar Spezialist, allerdings brauch er auch Ergebnisse für seine Studie... Da zweifelt der Patient schon einmal, inwieweit man dem Arzt trauen kann...


              Vielen Dank noch einmal für die ausführlichen Antworten!
              Rolf

            • Antwort von nach 3 Tagen 1 hilfreich
              Re^7: Ejektionsfraktion

              Hallo Rolf,
              Alles per UKG. Während die EF gesunken ist, hat sich der
              Durchmesser allerdings lediglich von 52 auf 54mm erhoeht. Also
              noch im Normbereich.

              Dachte ich mir! wie ich schon eingangs sagte: Ultraschall!
              Mir geht es eigentlich wieder gut. Habe hauptsächlich
              "Probleme mit dem Kopf" - war ursprünglich in stationärer
              Behandlung bei einem Prof. der die Parvo-Persistenz mit
              Immunglobulinen behandelt hat (er leitet derzeit eine Studie
              zu diesem Thema). Mein Hausarzt, ein unabhängiger Kardiologe
              und mehrere andere Kardiologen von versch.
              Universitätskliniken haben mir allerdings davon abgeraten,
              diesen Weg weiter zu verfolgen. Daher habe ich keine zweite
              Biopsie zur Erfolgskontrolle durchführen lassen. Dafür bin ich
              jetzt natürlich ziemlich verunsichert...
              Brauchst du nicht! Es ist eine Studie!
              Belastungsmäßig fühle ich mich ok.
              Denke, das ist das Allerentscheidenste!! HSM stört überhaupt nicht,
              allerdings schwankt mein Zustand ziemlich:Von "ich könnte
              Bäume ausreissen" bis zu Tagen an denen ich mich :einfach müde
              und schlapp fühle.
              Glaube ich dir, dass du immer an das "eine" denkst. Bin aber sicher, dass du diese Wechselphasen schon früher hattest - es geht mir und wohl den meisten anderen ganz exakt genauso - aber ohne ein einschneidendes Erlebnis misst man dem keine Bedeutung zu und akzepiert diese Zustände als normal. Wobei gerenell gilt, dass Belastung kein
              Problem ist - sitze regelmässig auf dem Ergometer bei
              steigender Belastung.
              Das ist der für mich aller beruhigenste Satz: STEIGENDE BELASTUNG- genau das ginge nämlich nicht, wenn dein Herz insuffizient werden würde
              /Insgesamt besteht natürlich schon das Risiko nach Parvo B 19
              und anderen Virusmyokardititiden eine DCM zu bekommen, nicht
              nur durch das Virus selbst, sondern auch durch nachfolgende
              Autoimmunphänomene. Leider weiss ich nicht, wie hoch der
              %-satz derer ist.

              Ich weiss, dass diese Gefahr besteht, daher ja meine
              Beunruhigung. Mein Blut wurde mehrfach auf Entzündung und
              Parvo-Persistenz untersucht. Ohne Ergebnis. Meine Ärzte
              meinen, dass alles ok wäre. Nur der ursprüngliche Behandler
              sieht das anders - der ist zwar Spezialist, allerdings brauch
              er auch Ergebnisse für seine Studie... Da zweifelt der :Patient
              schon einmal, inwieweit man dem Arzt trauen kann...
              Sprich mit dem Kardiologen deines Vertrauens über die Begründung des Forschers, wieso er ohne AK-Nachweis oder sonstiges immer noch eine "Gefahr" sieht.
              Kann deine Beunruhigung insgesamt verstehen, aber ob die Angst dein weiteres Leben bestimmt und dich auffrisst - liegt an dir. Ich überlege gerade einen Vergleich aus meinem Leben - ja der Autounfall - hatte auch noch 1 Jahr lang Angst an der bestimmten Kreuzung vorbei zu müssen, weil der Dödel ja wieder kommen könnte.... Habe mir dann kurz vor der Kreuzung gesagt, ja ja gleich kommst du wieder, du Angst und ich weiss, ich werde wieder bremsen, obwohl ich wieder grün haben werde.... weisst du, so ein bisschen selbstironische Selbstgespräche - jetzt ist die Angst vorbei.
              Vielleicht findest du für dich eine ähnliche Lösung...
              viel Glück und alles Gute
              gruss rico

              Vielen Dank noch einmal für die ausführlichen Antworten!
              Rolf



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!