Hypochonder!

Hallo zusammen,
ich habe ein riesen Problem: ich bin der volle Hypochonder!
Wenn ich blaß aussehe habe ich Leukämie, wenn ich Bauchweh habe ist es ein Magengeschwür und sollten meine Lympfknoten, die ich drei mal täglich abtaste, etwas dicker sein, dann ist es Lympdrüsenkrebs.
Was hier vielleicht witzig klingt ist für mich echt ein Problem! Ich habe panische Angst vor Krebs und anderen schlimmen Krankheiten.
Habt ihr einen Rat, was man dagegen tun kann? Mittlerweile verbringe ich schon meine halbe Freizeit in irgendwelchen Wartezimmern…
Gruß
Oli

Hallo Olli

Als ehemalige Arztgehilfin rate ich Dir: Mach Dich nicht verrückt! Hör auf, an Dir rumzutasten und zu drücken! Wenn Du blass aussiehst, geh’ mehr an die Sonne (nur mit Sonnenschutz natürlich!), wenn Du ein „Knötchen“ hast, ist’s nicht gleich Krebs und bei Bauchweh ist es sicher „nur“ eine Magenverstimmung.
Weisst Du, wenn man krank sein will, wird man es auch! Also denk positiv! Wenn Du Dich tatsächlich krank fühlst, dann geh lieber zu einem Homöopathen als in den Wartezimmern von „Schulmedizinern“ rumzuhocken, die Dir eh nur Chemie verschreiben, an deren Nebenwirkungen Du dann tatsächlich krank werden kannst. Ein Homöopath kann Dir natürliche Mittel gegen alle Wehwehchen verschreiben. Natürlich müsstest Du beim Homöopathen sehr ehrlich Deine Ängste usw. schildern. Ich habe bei Dir eher das Gefühl, Du redest Dir gerne Deine „Krankheiten“ ein …

Also, Kopf hoch und viel Glück!
Moni

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Hallo Oliver,
Dein Posting wirkt auf mich so: Da ist einer, der längst weiß was mit ihm los ist und der auch bereits den ersten richtigen Schritt getan hat. Nämlich: sich selbst nicht mehr ganz so ernst zu nehmen, d.h. eine neue Ebene einzunehmen, von der aus er sich selbstkritisch anguckt: „Ich bin der volle Hypochonder“ sagt eigentlich kaum einer, der es ist.
Nun glaube ich, dass Du kein Lob, keine Anerkennung dafür geerntet hast, es war ja bestimmt nicht leicht, all die gut gemeinten (aber imperstiven) Rat-Schläge auszuhalten und den eigenen Weg zu gehen.
Ich möchte das gerne in aller Öffentlichkeit anerkennen und Dir Glück für die nächsten Schritte wünschen: Ziel: mich selbst so nehmen, wie ich bin - die erotischen Gefühle nicht so sehr binden, sondern behutsam raus lassen, und dann ist das Wichtoigste schon geschehen. Vielleicht gelingt Dir das mit professioneller Hilfe leichter, dann findest Du bestimmt die passende (z.B. jemanden, der medizinische Psychologie, klinische Ps., Medizin, etc. studiert hat und sich mit Psychosomatik gut auskennt).
Alles Gute.
Vo.

Hallo!

Mein Tip geht auch so in die Richtung. Vielleicht würde es Dir guttun, Entspannung in einer Gruppe zu lernen. Körperlich und geistig, das wirkt aufeinander zurück. Z.B. Feldenkrais, progressive Muskelrelaxation, Yoga, Meditation, je nach dem, was nach Deinem Geschmack ist und in der Nähe im Angebot. Ich denke, das würde Dir helfen, diese Dinge ruhiger zu betrachten und einzuschätzen.

Liebe Grüße,
die Katz

Hallo,

Dein Problem hatte ich auch mal, insbesondere die Angst vor Krebs, BSE und was weiß ich.
Öfter habe ich „Knoten“ ertastet, die u.a. 3cm lang und 1cm dick waren (da wo ungefähr der Blinddarm ist). Dann habe ich in der Bauchhöhle zig anormale Sachen ertastet, die am nächsten Tag verändert waren, oder nicht, oder weg. Alles Drei bereitete mir Sorgen. Und jedesmal war ich natürlich beim (Not)Arzt, habe mich Röntgen, Spiegeln etc. lassen. Alles umsonst.
Der erste Schritt zum „Normalwerden“ war ein Buch: „Keine Angst vor Krebs“ von Hackethal. Credo: selbst wenn es mal ernst werden sollte, heißt das nicht, sofort abzukratzen und Qualen zu leiden.
Schließlich beschloß ich, an den Krebs nicht mehr zu glauben. So oft hatte ich Symptome und so oft war nichts zu finden. Dem Wahrscheinlichkeitsprinzip folgend waren mir alle weiteren Symptome à la Knoten egal. Das war vor 2 Jahren. Und ich hatte bisher (natürlich) Recht.

Gruß
Hansi

Hallo Oli,

also ich kann Dich total verstehen, denn mir geht es genauso. Aber erst seit dem Tod eines über alles geliebten Menschen. Vermutlich hat dieses Trauma meine Überängstlichkeit ausgelöst!? Lästig ist es allemal, denn man betrügt sich um so viel Lebensfreude. Trotzdem ist zu simple einfach zu sagen man solle sich nicht so ernst nehmen und einfach positiv denken. Ich versuche das täglich, doch es will mir nicht so recht gelingen.

Mir wurde auf einmal so schmerzlich bewußt, daß das Leben jeden Tag zu Ende sein kann. Ich renne kaum einmal zum Arzt, meine Zeit läßt das kaum zu, aber rechne immer irgendwie damit, bald eine fiese Krankheit zu bekommen. Gedanken lassen sich leider nicht kontrollieren, sonst hätte ich diese leidige Angst schon längst ausgeknipst.

Gruß
Anna-Julika

Ich kann meinen Vorschreiber nur zustimmen.
Der erste Schritt ist schon einmal getan. Aber leider ist das noch nicht die Lösung allein. Der Angst vor Krebs (Carcinophobie) oder schweren Krankheiten ist nämlich nicht so leicht beizukommen, aber auch durchaus nicht selten.

Ich würde Dir wirklich raten, hier einmal psychotherapeutische Hilfe aufzusuchen.