Hallo Anna,
wenn ich das recht verstanden habe, hast Du Deine Eheprobleme
ausschließlich mit Hilfe von Hormonen gelöst.
Ja.
Und es waren keine Eheprobleme.
Ich habe Probleme gesehen, wo keine waren
(bei meinem Mann).
Du hast ja recht, wenn Du schreibst, dass ich keine
einschlägige Erfahrung habe. Aber ich bin auch verheiratet und
habe einen Funken gesunden Menschenverstand im Kopf. Guck doch
mal selber, was Du geschrieben hast über Deinen Mann „der
genauso war,
wie der Mann, den ich mal geheiratet hatte“ ABER „nur
inzwischen
besser, reifer und vor allen Dingen: vergebender, denn ich
war in der Zeit davor wohl ein wirkliches Ekel“. Ob da auch
„die Hormone“ mitgeholfen waren?
Ja, hab ich doch geschrieben. Mein ‚besser, reifer‘ usw. bezog
sich darauf, dass wir zu dem Zeitpunkt ueber 15 Jahre
verheiratet waren, und es bloed waere zu behaupten, er
habe sich in der Zeit ueberhaupt nicht veraendert.
Aber was ich in ihm gesehen habe, das Ekel usw. das war
definitiv nicht da, sondern nur in mir. Und er hat
eben eine unglaubliche Geduld bewiesen, als ich so
schlecht drauf war (was sich fuer ihn darin geaeussert
hat, dass er ziemlich oft zu einer uebelgelaunten,
zaenkerischen Frau heimkam).
Es ist sicher so, dass hormonelle Einflüsse unser Verhalten
steuern. AUCH, aber eben nicht NUR.
Stimmt. Aber eben doch. Und gerade ‚keine Lust‘
ist eben oft mit Hormonen verknuepft.
Und wenn eine Frau keine
Lust auf Lust hat, liegt es sicherlich nicht NUR an der Pille,
wie uns diverse Frauenzeitschriften immer zu gerne glauben
lassen wollen.
Kann aber.
Erst neulich wieder in der Glamour: Einfach
Termin beim Frauenarzt machen, Pille wechseln, fertig. In
Deinem Fall scheint dies ja geholfen zu haben. Allgemein halte
ich das Konzept, eine Paarttherapie durch eine Hormontherapie
bei der Frau zu ersetzen, für wenig aussichtsreich, vor allem
wenn nicht nur Lustlosigkeit im Spiel ist, sondern wie bei Dir
ein aktuer Trennungswunsch.
So wie du das schreibst, ist das sicher Bloedsinn.
Aber ich habe eben selbst erlebt, wie meine Sichtweise
sich radikal aenderte, sobald die HRT anfing.
Ich glaube auch nicht, dass ich damals wirklich davon
gelaufen waere, ohne es mit z.B. einer Paartherapie
zu versuchen. Aber die war dann wirklich nicht noetig.
Es waere kurzsichtig von mir, jede Beziehungskrise bei jedermann
auf Hormone zu schieben. Aber bei mir war es nun mal so,
was mir sehr deutlich vor Augen gefuehrt hat, wie extrem
sich das auf die Sichtweise der Welt auswirken kann.
Und: wenn Pille ein wenig Einfluss auf die Libido hat,
kann das einer Problemfindung (wenn es auch andere
Probleme in der Beziehung gibt) durchaus im Weg stehn.
- kommt die ganz private Lust (ohne Bezug zur Partnerschaft)
und dann ist der Weg zur neu erarbeiteten Beziehung vielleicht
nicht mehr ganz so weit
- kann ein Pillenwechsel (oder Verhuetungswechsel) einfach
den psychischen Kick geben, auch anderes zu veraendern.
Gruesse
Elke
Gruesse
Elke