'Geh zum Arzt'! Geht aber nicht

Hi,

was mir immer wieder auffällt ist, dass hier im Forum oft als Antwort auf Fragen o.g. Phrase gegeben wird (mitunter auch von mir selbst).

Nun ist es aber so, dass die Leute gerne HIER eine Antwort hätten, dafür ist das Forum doch auch da. Und außerdem gehe ich und vielleicht auch andere aus verschiedenen Gründen immer ungerner zu einem Arzt. Zum einen ist das manchmal recht schwer einen Termin zu vereinbaren da aus Sicht eines Beschäftigten Ärzte ganze drei Tage/Woche geöffnet haben (Mo, Di, Do) und das auch noch zu völlig unpraktischen Zeiten wenn man vieleicht noch arbeiten muss. Und wenn man selbst Urlaub hat, sind auch die Ärzte nicht da *grummel*. Zum anderen aber und das ist noch entscheidender, haben Ärzte doch überhaupt keine Zeit mehr mich zu behandeln. Ich schleppe schon seit geraumer Zeit ein paar „Wehwehchen“ mit mir rum die ich gerne mal abgeklärt hätte. Aber ich weiß jetzt schon, dass es sinnlos ist damit zum Arzt zu gehen weil der mich gar nicht ausreden lässt und dann schon wieder zur Tür raus ist.

Ich möchte jetzt keine pauschalisierte Arztschelte betreiben und ich weiß auch, dass man mit €9.-/Quartal (?) nicht richtig arbeiten kann. Allerdings muss ich den Ärzten/Arztverbänden auch vorwerfen, dass ihnen das Patientengespräch auch nichts wert war, als man noch mit Apparaten massig Geld verdienen konnte.

Ich werde meine „Wehwehchen“ also behalten müssen (!) bis sie zum Akutfall werden und DANN ausreichend behandelt werden. Oder ich frage hier im Forum, bekomme nur o.g. Antwort und kauf mir dann notgedrungen irgendwelche Mittelchen von der eingesparten Praxisgebühr.

Hab ich 'ne Alternative?

Grüße,
J~

Nun ist es aber so, dass die Leute gerne HIER eine Antwort
hätten, dafür ist das Forum doch auch da.

HIER kann man aber kein Schädel-Hirn-Trauma, keinen Krebs oder sonstiges Schweres behandeln, keine Operation, keine Bestrahlung, keine orthopädischen Maßnahmen durchführen und keine nebenwirkungslosen (!) Medikamente mit sofortigem Wirkungseintritt verabreichen (o.k., o.k., die Quacksalber schon). Eine Untersuchung, die Ursachen der Beschwerden aufdeckt, ist auch nicht drin. Da bleibt oft nur, sich die spärlichen (!) Infos „Betroffener“ (manche Fragen ja auch für „einen Freund“) durchzulesen und einen Verdacht zu äußern. Wenn dann Gemaule kommt „Öööh, hier in Hinterpoppenbüttel gibt´s keinen Arzt, meiner ist im Urlaub, den anderen mag ich nicht, ins Krankenhaus fahre ich nicht, weil ich keine Auto habe und der Bus zu teuer ist, Notarzt und Krankenwagen?? - ich bin doch nicht tot!!! Außerdem sind Ärzte sowieso scheiße und zocken mich nur mit Hilfe der Pharmaindustrie ab, ich will morgen in den Urlaub und die Katze schreit, obwohl mir drei Rippen fehlen und komisch aussehende Wülste aus dem Bauch herauskommen“, dann sage ich mir: „Der Nächste, bitte.“

So lange die „Wehwechen“ nämlich so wenig weh tun, daß man immer noch ´ne Runde w-w-w-User beschäftigen kann, geht´s einem definitiv nicht so schlecht, daß man das Gesundheitssystem finanziell belasten müßte.

Übrigens: Wegen Deiner „Wehwehchen“: Geh mal zum Arzt. :wink:

Grüße,

O. Walter

Hi,
wollen von den vielen themen, die du angerissen hast, bei dem bleiben, dem dein Titel und der erste Absatz gilt.
Wenn hier jemand schreibt ich habe dies und das, was könnte das sein.
Jame! Was würdest du, als verantwortungvoller Arzt oder Experte auf geanu diese Frage antworten??
Jedenfalls doch wohl immer im Konjunktiv oder mit einem „vielleicht“ vorne dran. Nicht? - Was hat der Frager davon, außer noch mehr Unsicherheit am Hals?
vile grüße rico

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Muß aber manchmal sein
Hallo Jame~,

natürlich wäre es schön, wenn man hier seine Wehwehchen schildern könnte und eine fundierte Diagnose mit Behandlungsvorschlag bekommt. Keiner von uns (oder zumindest mal die wenigsten) sucht einen Arzt auf, weil das spaßig ist oder man nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß.

Aber oft geht das nun mal nicht!

  1. Manchmal ist es erforderlich, Untersuchungen vorzunehmen, z. B. Blutproben, Abstriche, Tests etc. Das ist hier aber nicht möglich.
  2. Selbst wenn eine Diagnose feststünde, würde es in manchen Fällen nichts nützen, weil zur Behandlung ein verschreibungspflichtiges Medikament benötigt. Und wo bekommt man das? Beim Arzt.
  3. Wie sieht es aus mit der Haftung? Das hier ist ein anonymes Forum. Da kann der Fragende was sagen, und der Antwortende versucht, aus dieser Aussage was zu machen. Was ist, wenn das in die Hose geht?
  4. Wie kann man überprüfen, ob der vermeintliche Helfer tatsächlich genug Kenntnisse besitzt, um eine richtige Diagnose zu stellen? Ich kann mich hier auch als Dr. med. Gedöns ausgegeben, ob das stimmt oder nicht. Ein zugelassener Arzt hat zumindest mal eine Approbation.

Mir wäre das alles zu heikel. Und ich finde nur verantwortlich von einem Medizinkundigen, bei gewissen Dingen einen Arztbesuch zu empfehlen. Das kann sein, wenn ohne die Untersuchungen aus Punkt 1 eine sinnvolle Diagnose nicht möglich ist, das kann aber auch sein, wenn jemand Symptome schildert, die auf eine möglicherweise gefährliche Krankheit oder Störung hinweisen.

Zur Praxisgebühr: Die 10 € bekommt eigentlich nicht der Arzt, sondern letztlich die Krankenkasse. Sie gilt zwar als Teil des ärztlichen Honorars, wird aber bei der Abrechnung mit der Krankenkasse verrechnet. Unterm Strich bekommt der Arzt für den Besuch nicht mehr als vor Einführung der Gebühr.

Niemand von uns bezahlt sie gern. Aber wenn ich mir überlege, was man in drei Monaten häufig auch für „unnötige“ Dinge verklickert, muß ich abwägen, was mir meine Gesundheit wert ist. Es gibt die Gebühr nun mal, also muß ich in den sauren Apfel beißen, wenn mir was fehlt.

Weiterhin haben im Regelfall die Ärzte an fünf Tagen in der Woche Sprechstunde, meist jeden Vormittag und nachmittags außer mittwochs. Sicher gibt es Ausnahmen, aber guck Dich einfach mal um, welcher Arzt Öffnungszeiten hat, mit denen Du leben kannst. Und frag mal bei Dir rum, ob nicht jemand einen Arzt kennt, der sich Zeit nimmt für Dich. Oder Du rufst einfach mal einen Arzt an und frag ihn nach einem Termin außerhalb der regulären Sprechstunde. Mehr als nein sagen kann niemand.

Gruß
mowei

Hi Jame,

vorab: mich persönlich kriegt man nur in einem Rettungswagen und mit dem Kopf unter dem Arm zum Arzt. Oder wenn ich - so wie letztens - wieder einmal von einem ‚Unfällchen‘ (nasse Treppe runtergeflogen, blöd ausgerechnet auf dem linken Ellenbogen gelandet, böses Aua in Form eines schweinefetten Gelenkergusses, der punktiert werden mußte) betroffen bin. Ich bin zwar Krankenschwester, kann aber nicht mit rechts punktieren… :wink:

Nun ist es aber so, dass die Leute gerne HIER eine Antwort
hätten, dafür ist das Forum doch auch da.

Auch wenn sich hier ausgebildete Experten - Ärzte, Krankenschwestern, Psychologen, Physiotherapeuten & Co. - herumtreiben, ist eine Ferndiagnose oder gar Fernbehandlung nun einmal nicht möglich… Außerdem sträuben sich mir die Nackenhaare, wenn ich Hilferufe à la

’Ich habe dort und dort so komische rote Pickel/Pusteln/Flecken/was-weiss-ich, was kann das sein?'
(Wer einmal einen Dermatologischen Atlas in der Hand hatte, weiß, wie viele zigtausend Krankheiten es gibt, deren Symptom komische rote Pickel/Pusteln/Flecken/was-weiss-ich sind.)

oder

’Ich habe seit einigen Tagen streng riechenden Ausfluss. Wie kriege ich - und zwar ohne dem Gyn einen Besuch abzustatten - raus, ob es eine Geschlechtskrankheit ist.'
(*kreeeeeeeisch* Überhaupt nicht, Mädel! Es kann eine sexuell übertragbare Krankheit sein, es kann eine Vaginal-Mykose sein, es kann eine bakterielle Infektion (z. B. durch E. Coli) sein, es kann eine Entzündung sein, es können Chlamydien & Co. sein, es kann sogar ein Anzeichen für einen Tumor sein. Eine gynäkologische Untersuchung incl. Anlegen einer Kultur bzw. einer Gram-Färbung und/oder einer Blutentnahme ist nun einmal unumgänglich, um festzustellen, was los ist. Es wundert mich auch immer wieder, wie wenig Frauen über ihren Körper wissen bzw. daß sie nicht wissen, in welchen Fällen der Gang zum Gyn zwingend ist. Gerade bei Geschlechtskrankheiten ist schnelles Handeln angesagt, weil das Verschleppen einer solchen ‚Überraschung‘ verheerende Folgen haben kann. Bei Syphilis zum Beispiel kommt es zu Schädigung innerer Organe - vor allem Herz, Leber, Lunge - und zu degenerativen Veränderungen im Gehirn.)

Natürlich kann man sich hier Hilfe bzw. bewährte Tips für so ziemlich jedes mögliche Wehwehchen - von Allergie bis Zahnschmerzen - holen, aber es ist nun einmal ein Forum und keine Arztpraxis bzw. Klinik, und die geposteten Antworten müssen nicht unbedingt korrekt sein. Auch mir passierte schon der eine oder andere Patzer, der zum Glück nicht lebensbedrohlich war. So erklärte ich zum Beispiel mal die Fiebermessung im Ohr zur oralen Messung. *grins*

Viele Grüße

Renee

Hi,

Aber oft geht das nun mal nicht!

was du als Argumente aufzähltest ist natürlich alles absolut richtig. Was ich zeigen wollte ist, dass unser System im Augenblick echt total hirnrissig ist. Klar können wir im Augenblick nicht mehr Geld für Arztgespräche ausgeben weil das vorhandene falsch verteilt wird. Und IMHO sind da auch die Ärzte(verbände) (mit)schuldig.

Mir wäre das alles zu heikel. Und ich finde nur verantwortlich
von einem Medizinkundigen, bei gewissen Dingen einen
Arztbesuch zu empfehlen.

Klar, würde ich auch. Hilft aber letztendlich nicht, da man dort oft auch nicht wirklich, ich meine bis zur Gesundung behandelt wird.

Zur Praxisgebühr: Die 10 € bekommt eigentlich nicht der Arzt,

Ich weiß. Aber auf der möchte ich jetzt gar nicht rumreiten.

Weiterhin haben im Regelfall die Ärzte an fünf Tagen in der
Woche Sprechstunde,

Naja, für Hausfrauen, Rentner und Kinder. Zwischen 16-18h oft wenn überhaupt nur an einem Tag. Muss ja auch noch irgendwann arbeiten gehen um Geld für unser Gesundheitssystem zu verdienen :wink:

Grüße,
J~

Hi,

HIER

ja hier gehts nicht weil kein Blickkontakt vorhanden und beim Arzt gehts nicht weil der keine Zeit hat. Und nun?

kann man aber kein Schädel-Hirn-Trauma, keinen Krebs oder

sonstiges Schweres behandeln, keine Operation, keine
Bestrahlung, keine orthopädischen Maßnahmen durchführen und
keine nebenwirkungslosen (!) Medikamente mit sofortigem
Wirkungseintritt verabreichen

Nunja, die verantwortungsvollen, wissenden Antworter antworten nicht und aus den anderen Antworten kann man sich dann 'ne Selbstdiagnose zusammenbasteln. Damit geht man dann zu Arzt und sagt ich WILL das und das. Naja…

"Öööh, hier in Hinterpoppenbüttel
gibt´s keinen Arzt, meiner ist im Urlaub, den anderen mag ich
nicht, ins Krankenhaus fahre ich nicht, weil ich keine Auto
habe und der Bus zu teuer ist, Notarzt und Krankenwagen?? -
ich bin doch nicht tot!!! Außerdem sind Ärzte sowieso scheiße
und zocken mich nur mit Hilfe der Pharmaindustrie ab,

:smile:

So lange die „Wehwechen“ nämlich so wenig weh tun,

Meine „Wehwechen“ tuen nicht weh, sollten aber trotzdem nicht zur Dauereinrichtung werden. Aber dein Satz bestärkt mich in der Annahme, dass man erst als Akutfall ernst genommen wird.

Übrigens: Wegen Deiner „Wehwehchen“: Geh mal zum Arzt. :wink:

Hmm, kostet mich mit Medis €20.- und ich weiß schon beim gehen, dass es das nicht gebracht hat.

Weißt du was mein Lieblingswort von Ärzten ist? „erstmal“! Zum zweiten, weiter führenden Schritt kommt man dann gar nie.

Grüße,
J~

Hi,

vorab: mich persönlich kriegt man nur in einem Rettungswagen
und mit dem Kopf unter dem Arm zum Arzt.
Ich
bin zwar Krankenschwester,

wir hatten in der chirurgischen Ambulanz mal eine Schwester (Kollegin). Die wollte *unverzüglich* zurück auf Station weil sie da gebraucht würde. Weiß nicht mehr was die hatte, war aber so in der Größenordnung Unterarmbruch und war erstmal arbeitsunfähig :wink:
Merke: nimm Schwestern nicht als Vorbild in medizinischen Dingen :smile:)

Auch wenn sich hier ausgebildete Experten - Ärzte,
Krankenschwestern, Psychologen, Physiotherapeuten & Co. -
herumtreiben, ist eine Ferndiagnose oder gar Fernbehandlung
nun einmal nicht möglich.

Ich weiß, es ist aber doch echt eine Zwickmühle! Warum finden dieses Brett und andere med. Foren denn solchen Zulauf? Nicht alle sind so verantwortungslos zu sich selbst und rufen nicht mal bei akuten Herzstichen den Notarzt! Meinst du nicht, dass es noch mehr Leuten wir mir geht und die sich beim Arzt nicht richtig aufgehoben fühlen?

’Ich habe seit einigen Tagen streng riechenden Ausfluss.
Wie kriege ich - und zwar ohne dem Gyn einen Besuch
abzustatten - raus, ob es eine Geschlechtskrankheit
ist.'

(*kreeeeeeeisch* Überhaupt nicht, Mädel!

Naja, Frauen und ihr Frauenarzt sind ja noch mal ein Extrafall :smile: Was ich aber noch am ehesten nachvollziehen kann.

Ohr zur oralen Messung.

Wohl eher ohrale Messung :wink:

Grüße,
J~

Hallo Jame~,

ich kann hier nur für mich sprechen und wie bereits erwähnt, ist eine Ferndiagnose in 99,9999% der Fälle unmöglich bzw. unverantwortlich -dazu ist das Feld der Differentialdiagnosen viel zu groß. Ich versuche eigentlich immer, das Feld einzugrenzen und Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen, ohne mich festzulegen - aus o.g. Gründen.

Wenn ich lese, wie oft hier eine hieb- und stichfeste Diagnose gestellt wird und sich der ganze Thread dann darauf aufbaut, ist mein Mauszeiger ganz schnell auf dem Start-Button und dann auf „switch off“.

Ich denke mal, es geht vielen Kollegen/-innen ähnlich - was man sich jeden Tag in der Praxis/Klinik an Halb- und noch weniger Wissen anhören muß, das auf Leserbriefen der Kleingärtnerzeitung oder TV-soaps stammt, ist schon mehr als erstaunlich.
Dies mag vielleicht für den einen oder anderen arrogant klingen, wenn man aber selber involviert ist, so relativiert sich das ganz schnell.

Vergleiche dies doch mal mit einem Auto - rufe mal in der Werkstatt an und frage, warum Dein Auto quietscht…was wird die wahrscheinlichste Antwort sein ?

Um das klar herauszustellen, ich bin nicht gegen das Forum oder diese Art der Informationsgewinnung. Ich finde es nur bedenklich, das man immer häufiger so etwas in der Art liest „…ich bin zwar kein Arzt, aber die Schwester meines Opas hatte das auch schon mal…das ist ganz bestimmt…“

Meines Erachtens ist die Gesundheit das höchste Gut und dafür muß (sollte) man auch Zeit und ggf. Geld investieren, so daß die von Dir angeführten Argumente wenig Gewicht haben.

Gruß, Jürgen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

was mir immer wieder auffällt ist, dass hier im Forum oft als
Antwort auf Fragen o.g. Phrase gegeben wird (mitunter auch von
mir selbst).

Dass ich hier fragen konnte hat mir mal sehr geholfen. Ein Notarzt stellte mir eine Fehldiagnose. Danach habe ich hier nachgefragt und wußte dann sehr genau, was ich bei dem zweiten Arzt, den ich konsultierte sagen muß, damit er mich ernst nimmt. Es war ein Wettlauf um Stunden - ich hätte blind werden können. Ohne die Unterstützung einiger Experten hier (die mir natürlich alle rieten, zum Artz zu gehen aber eben auch noch andere wichtige Hinweise gaben) wäre das Ganze vielleicht anders ausgegangen.

Viele Grüße,
Iris

Hallo!

Vorweg, ich habe die anderen Antworten (noch) nicht gelesen.

Aber ich weiß jetzt schon, dass es
sinnlos ist damit zum Arzt zu gehen weil der mich gar nicht
ausreden lässt und dann schon wieder zur Tür raus ist.

Also, ich habe doch die freie Wahl, zu welchem Arzt ich gehe! Dann ist das eben der falsche Arzt.
Und ich bin als erwachsener Mensch auch durchaus in der Lage, dem Arzt zu sagen dass ich noch dies und jenes auf dem Herzen habe. Der kommt nicht zur Tür raus, bevor er mir zugehört hat! Und das sage ich, die generell keine besonders mutige Person ist und anderen Leuten gegenüber nur zu gerne schweigt.
Der Arzt verdient an mir sein Geld, also hat er auch für mich da zu sein!
Wieviel Geld das sein mag, ist mir ziemlich wurscht, wenns ihm zu wenig ist hat er den falschen Beruf, dann hätte er Topmanager werden müssen oder irgendetwas anderes. So viel Egoismus muss sein.

Ich werde meine „Wehwehchen“ also behalten müssen (!) bis sie
zum Akutfall werden und DANN ausreichend behandelt werden.

Oder bis Du den Mund aufmachst und Dich durchsetzt oder den Arzt wechselst?

Oder ich frage hier im Forum, bekomme nur o.g. Antwort und
kauf mir dann notgedrungen irgendwelche Mittelchen von der
eingesparten Praxisgebühr.

Das ist dann aber Dein Problem, Du kannst doch nicht von den Leuten hier erwarten, dass sie Dir kostenlos und ohne ausreichende Anamnese auseinanderklamüsern, was Dir fehlen könnte, und dann am besten noch mit einem Plan, wie du es selbst wieder in den Griff bekommst?
Und das, wo nichtmal Dein Arzt das hinbekommt?
Notgedrungen irgendwelche Mittelchen kaufst Du Dir, weil Dir Deine Gesundheit nicht wert ist, den Arzt aufzuhalten, wenn er vorschnell abhauen will, oder weil Dir die Zeit zu schade ist. Weder das eine noch das andere sind Dinge, die sich ein Forenschreiber hier vorwerfen lassen muss.

Hab ich 'ne Alternative?

Aus Deiner Sicht vermutlich nicht :wink:

Also, das was ich oben geschrieben habe, ist, wie ich die Sache sehe. Für meine Gesundheit bin ausschliesslich ich selbst verantwortlich, ich kann keinen womöglich gar nicht vorhandenen Personen aus einem Forum vorwerfen, mir nicht zu helfen. Das ist nicht deren Aufgabe.
Ausserdem bewegt sich auf sehr sehr dünnem Eis, wer aufgrund von einem Posting eine Diagnose vornimmt. Schon gar in dem Wissen, dass derjenige sich dann selbst dahingehend behandelt und es nicht ärztlich abklären muss.
Nicht umsonst studieren Mediziner jahrelang. Es gehört mehr zur Diagnosestellung, als nur aufgrund von ein paar Symptomen ne Krankheit zu finden.

Also, mein Rat wäre, such Dir andere Ärzte, rede mit denen, aber suche nicht die Schuld bei Leuten, die nicht dafür verantwortlich sind.

Liebe Grüsse
Bine :smile:

Hi,

was mir immer wieder auffällt ist, dass hier im Forum oft als
Antwort auf Fragen o.g. Phrase gegeben wird (mitunter auch von
mir selbst).

Nun ist es aber so, dass die Leute gerne HIER eine Antwort
hätten, dafür ist das Forum doch auch da.

…schnipp…
Servus Jame,

ich z.B. bin (Zahn)arzt. Da kommt dann HIER eine Frage der Art: „Ich weiß nicht, mir tut es seit 8 Jahren irgendwo links irrsinnig weh. Weil ich aber eine Kunststoffallergie und eine Spritzenphobie habe, kann ich nicht zum Arzt gehen. Wißt Ihr Experten mir da was?“

Und außerdem gehe
ich und vielleicht auch andere aus verschiedenen Gründen immer
ungerner zu einem Arzt. Zum einen ist das manchmal recht
schwer einen Termin zu vereinbaren da aus Sicht eines
Beschäftigten

…schnipp…

Auch Ärzte sind und haben Beschäftigte. Die hättest Du dann schon gerne mit aller Zeit der Welt zur Verfügung, wenn Du Deine Tätigkeit gerade nicht ausüben mußt. Kann gerne etwas später werden, weil unsereiner ja schließlich voll im Produktionsprozeß, kreativen Geschehen, Ausbildungsstreß etc. steht. Die Krankheit, Jame, ist erst mal Dein Problem und Dein Risiko. Das soziale Netz bei uns ist nur immer noch so weit gespannt und so gut gepolstert, daß es Dir gar nicht in den Sinn kommt, daß Du zur Bearbeitung Deines Problems vielleicht mal 'ne Stunde frei nehmen könntest. Wenn man zum TÜV muß, ist das was anderes, klar.

… schnipp …

Ich schleppe schon seit
geraumer Zeit ein paar „Wehwehchen“ mit mir rum die ich gerne
mal abgeklärt hätte. Aber ich weiß jetzt schon, dass es
sinnlos ist damit zum Arzt zu gehen weil der mich gar nicht
ausreden lässt und dann schon wieder zur Tür raus ist.

Wenn Du das jetzt schon weißt, solltest Du tatsächlich lieber wegbleiben. Wenn Du aber so kommunikativ und helle bist, wie sich das hier so anliest - was hindert Dich, auf Deinen Arzt in Deinem Sinne einzuwirken, statt hier das angeblich Unabänderliche zu beklagen.

Ich bin 35 Jahre im Arztkittel herumgelaufen. In dieser Zeit haben mir meine Patienten schon in die Schuhe geholfen, wenn sie die Dinge anders haben wollten, als ich sie gebacken habe. Ma muaß halt schwätza mit die Leit!

… schnipp …

Ich möchte jetzt keine pauschalisierte Arztschelte betreiben
und ich weiß auch, dass man mit €9.-/Quartal (?) nicht richtig
arbeiten kann. Allerdings muss ich den Ärzten/Arztverbänden
auch vorwerfen, dass ihnen das Patientengespräch auch nichts
wert war, als man noch mit Apparaten massig Geld verdienen
konnte.

wos Du ned ois woasd :-o

Ich werde meine „Wehwehchen“ also behalten müssen (!) bis sie
zum Akutfall werden und DANN ausreichend behandelt werden.
Oder ich frage hier im Forum, bekomme nur o.g. Antwort und
kauf mir dann notgedrungen irgendwelche Mittelchen von der
eingesparten Praxisgebühr.

Hab ich 'ne Alternative?

siehe oben

Viel Glück!
Kai

Meine Herren,

wie kommst du eigentlich zu so vielen „Arzterfahrungen“ wenn du ja nie hingehst???

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Zum einen ist das manchmal recht
schwer einen Termin zu vereinbaren da aus Sicht eines
Beschäftigten Ärzte ganze drei Tage/Woche geöffnet haben (Mo,
Di, Do) und das auch noch zu völlig unpraktischen Zeiten wenn
man vieleicht noch arbeiten muss.

was sind das denn für ärzte, die nur Mo, Di, Do geöffnet haben?
vielleicht gibts bei dir am ort ja noch andere niedergelassene ärzte, die patientenfreundlichere öffnungszeiten haben um dich auch nach der arbeit zu behandeln. ist doch mittlerweile gängig, dass ärzte an ein oder zwei nachmittagen bis 19 oder 20 uhr offen haben für berufstätige.

Und wenn man selbst Urlaub
hat, sind auch die Ärzte nicht da *grummel*.

dafür gibts aber vertretungsärzte am ort oder halt im nachbarort. das stimmt nicht was du da schreibst.
außer, du gehst nur zu dem arzt, der dir auch U10 untersuchung gemacht hat :wink:

Zum anderen aber und das ist noch entscheidender, haben Ärzte doch :überhaupt
keine Zeit mehr mich zu behandeln. Ich schleppe schon seit
geraumer Zeit ein paar „Wehwehchen“ mit mir rum die ich gerne
mal abgeklärt hätte. Aber ich weiß jetzt schon, dass es
sinnlos ist damit zum Arzt zu gehen weil der mich gar nicht
ausreden lässt und dann schon wieder zur Tür raus ist.

komisch, hier bist du doch auch so wortgewand und neunmalklug, wenn du auf dein recht beharrst. wieso schaffst du das beim arzt nicht, dass er dir zuhört wenn du dein leid klagst? kann ich jetzt aber nicht verstehen…

Hab ich 'ne Alternative?

Heilpraktiker? :wink:

Laura

Zum Arzt gehen sollte immer gehen…

Hi,

was mir immer wieder auffällt ist, dass hier im Forum oft als
Antwort auf Fragen o.g. Phrase gegeben wird (mitunter auch von
mir selbst).

Nun ist es aber so, dass die Leute gerne HIER eine Antwort
hätten, dafür ist das Forum doch auch da. Und außerdem gehe
ich und vielleicht auch andere aus verschiedenen Gründen immer
ungerner zu einem Arzt. Zum einen ist das manchmal recht
schwer einen Termin zu vereinbaren da aus Sicht eines
Beschäftigten Ärzte ganze drei Tage/Woche geöffnet haben (Mo,
Di, Do) und das auch noch zu völlig unpraktischen Zeiten wenn
man vieleicht noch arbeiten muss.

Dir ist schon klar, dass zu Deinen praktischen Seiten andere Leute auch gern Freizeit hätten?

Und wenn man selbst Urlaub
hat, sind auch die Ärzte nicht da *grummel*.

Weil sie auch gern Urlaub hätten, wenn ihre Kinder Schulferien haben oder es warmes Wetter ist (ok, zugegeben, das Argument greift dieses Jahr nicht).

Zum anderen aber
und das ist noch entscheidender, haben Ärzte doch überhaupt
keine Zeit mehr mich zu behandeln. Ich schleppe schon seit
geraumer Zeit ein paar „Wehwehchen“ mit mir rum die ich gerne
mal abgeklärt hätte. Aber ich weiß jetzt schon, dass es
sinnlos ist damit zum Arzt zu gehen weil der mich gar nicht
ausreden lässt und dann schon wieder zur Tür raus ist.

Solange wir in Deutschland freie Wahl beim Arzt haben, steht es auch Dir frei, eine Arzt zu wählen, der dem entspricht, was Du willst. Jeder befragt seine Kollegen, wenn es um handwerkliche Leistungen geht, ob dieser nicht einen guten Tipp hat, so erlebt bei Autowerkstätten oder Malerarbeiten. Meinen aktuellen Orthopäden hab ich durch Nachfragen bei Kollegen gefunden und ich bin sehr zufrieden.

Ich möchte jetzt keine pauschalisierte Arztschelte betreiben
und ich weiß auch, dass man mit €9.-/Quartal (?) nicht richtig
arbeiten kann. Allerdings muss ich den Ärzten/Arztverbänden
auch vorwerfen, dass ihnen das Patientengespräch auch nichts
wert war, als man noch mit Apparaten massig Geld verdienen
konnte.

Wie gesagt, in den Gegenden, in denen sich noch mehr als ein Arzt tummeln, gibt es Konkurrenz, und ich frage meinen Arzt und habe bis auf einen Fall noch immer die Antworten bekommen, die ich wollte. Und der eine Fall hat mich genau ein mal gesehen.

Ich bin allerdings als Patient auch eher sachlich, mir muss keiner die Hand halten, ich habe die Fragen, was ich habe und wie dieses am besten und im Zweifel auch am schnellsten zu beheben ist.

Ich werde meine „Wehwehchen“ also behalten müssen (!) bis sie
zum Akutfall werden und DANN ausreichend behandelt werden.
Oder ich frage hier im Forum, bekomme nur o.g. Antwort und
kauf mir dann notgedrungen irgendwelche Mittelchen von der
eingesparten Praxisgebühr.

Um mal bei dem Beispiel vom Auto zu bleiben: Wenn es also in deinem Auto im Motorbereich seltsame Geräusche gibt, dann fährst Du nicht in die Werkstatt sondern kaufst neues Motoröl?

Seltsam ist, dass die Menschen für ihre Gesundheit nicht annähernd soviel Aufwand und Kosten investieren wollen wie für andere Bereiche des täglichen Lebens. Die meisten Neuwagenbesitzer halten zwar die Inspektionszyklen ihres Wagens ein, aber verzichten auf Vorsorgeuntersuchungen, selbst wenn die in den Kassenleistungen enthalten sind.

Gerade gestern hatte ich ein Gespräch, in dem eine Freundin sich darüber beklagte, dass sie aufgrund ihrer Rückenerkrankung dieses Quartal etwa 50 Euro zahlen müsse, was sie sich nicht leisten könne. Dabei steckte sie sich die nächste Zigarette an (sie raucht etwa eine Schachtel pro Tag). Soweit zu den Priritäten.

Hab ich 'ne Alternative?

Ja, hast Du. Entweder Du suchst Dir einen Arzt, der Dir zuhört und bei dem Du Dich gut aufgehoben fühlst, oder Du lebst mit Deinen Wehwehchen. Und wenn Du hier nachfragst, dann hast Du zumindest eine Einschätzung, ob es sich auf Dauer lohnt, einen Arzt aufzusuchen oder die Wehwehchen zu ertragen. Nicht mehr oder weniger sollte dieses Brett leisten. Und selbst wenn Du die Antworten kriegst, dann musst Du immer noch für Dich entscheiden, ob die Antworten Dir genug Vertrauen in deine eigene Entscheidung geben, einen Arzt aufzusuchen oder nicht.

Im Zweifel sind 10 Euro in einen Arztbesuch, der vergebens ist, besser investiert als 10 Euro gespart und Dein Wehwehchen wird wirklich mal akut.

Alex
(kassenversichert; ich geh zum Arzt, wenn ich denke, es ist notwendig, das war es 5 Jahre nicht, und im letzten Jahr gleich 3 Mal; und ich hab keinen Cent bereut)

Hallo.

Das mit dem „Geh mal zum Arzt“ ist ja schon lang und breit erörtert worden.
Aber ich will auf diesen Artikel aufmerksam machen: http://de.news.yahoo.com/050810/336/4n83f.html
Aufgrund der Menge an Krankheitsmöglichkeiten wird auch bald der liebe Onkel Doktor seine (weitere) Mühe haben hier noch die Übersicht zu behalten, welche Therapie in Zukunft angemessen ist.
Aber wir haben es hier mit einer medizinischen Statistik zu tun, also doppelte Vorsicht vor dem Ergebnis, denn (zum Ankreuzen, Mehrfachantworten möglich):
[]Ursache und Wirkung werden vertauscht
[]ein bekanntes Faktum wird in einem neuen Zusammenhang betrachtet
[]einer Wirkung wird genau eine Ursache zugeordnet
[]zwischen mehreren Fakten wird eine (stochastische) Korrelation festgestellt
[]jemand interpretiert vorgegebene Zahlen/Fakten im eigenen Sinne
[]vom Verhalten einer Entität wird auf das Verhalten einer ganzen Gruppe davon geschlossen
[]auf dem einen Auge wird mit äusserster Scharfsichtigkeit bei gleichzeitiger Blindheit auf dem anderen Auge argumentiert
[]die neue Theorie stimmt, ist aber zu hoch für ‚normales‘ Volk

Irgendwie halte ich dieses Schema für gelungen :smile:

mfg M.L.

Ich auch! :o))
Hallo.

Aber wir haben es hier mit einer medizinischen Statistik zu
tun, also doppelte Vorsicht vor dem Ergebnis, denn (zum
Ankreuzen, Mehrfachantworten möglich):
[]Ursache und Wirkung werden vertauscht
[]ein bekanntes Faktum wird in einem neuen Zusammenhang
betrachtet
[]einer Wirkung wird genau eine Ursache zugeordnet
[]zwischen mehreren Fakten wird eine (stochastische)
Korrelation festgestellt
[]jemand interpretiert vorgegebene Zahlen/Fakten im eigenen
Sinne
[]vom Verhalten einer Entität wird auf das Verhalten einer
ganzen Gruppe davon geschlossen
[]auf dem einen Auge wird mit äusserster Scharfsichtigkeit
bei gleichzeitiger Blindheit auf dem anderen Auge argumentiert
[]die neue Theorie stimmt, ist aber zu hoch für ‚normales‘
Volk

Irgendwie halte ich dieses Schema für gelungen :smile:

Ich halte es auch für sehr gelungen, deshalb Sternchen und vielen Dank!
Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Morgen :smile:

Irgendwie halte ich dieses Schema für gelungen :smile:

Ich halte es auch für sehr gelungen, deshalb Sternchen und
vielen Dank!

…immerhin lässt sich dieses Schema auf jede erdenkliche Aussage anwenden. Obwohl es eher erstmal zum Ablehnen derselben anhält. Ausserdem werden die Irrtumsmöglichkeiten an optisch wichtiger Stelle (=zuerst) genannt :wink:

mfg M.L. (von Wissensmanagement und Statistik versaut :smiley: )