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Re: Speiseröhren-Entzündung
Hallo Stefan,
in der MMW (Münchener Medizinische Wochenschrift), Heft 17, April 2000 wird die Refluxkrankheit umfassend "behandelt". Ist leider nicht unter http://www.mmw.de als Artikel (9 Seiten!) abrufbar. Deshalb hier in Kürze:
Einteilung der Refluxösophagitis (Speiseröhrenentzündung) in IV Stadien; die Diagnostik hierzu erfolgt durch:
a) Endoskopie
b) ambulante 24-h-pH-Metrie
c) Manometrie
d) durch diagnostischen Behandlungsversuch!
Akuttherapie
In der Akuttherapie der Refluxösophagitis haben sich Protonenpumpeninhibitoren (PPI) als Mittel der ersten Wahl durchgesetzt und die in ihrer Wirksamkeit unterlegenen H2-Blocker weitgehend verdrängt.
... Die Dauer bis zur Abheilung der Ösophagitis war unter PPI mit 11,4% pro Woche signifikant kürzer als bei H2-Blocker-Dosierung. Allenfalls bei einer Refluxösophagitis Grad I ist heute noch eine Primärbehandlung mit H2-Blockern gerechtfertigt.
... Man kann davon ausgehen, dass etwa 75% der Patienten nach Beendigung der Akuttherapie ein Rezidiv ihrer Refluxösophagitis erleiden. Oft dauerhafte Rezidivprophylaxe erforderlich.
... In jedem Fall sollten aber zunächst Ernährungs- und Verhaltensweisen umgestellt werden. Nikotin- und Alkoholgenuss sowie fetthaltige oder Sußspeisen führen zu einer Drucksenkung des unteren Ösophagussphinkters und wirken somit Reflux fördernd.
...Allgemeine, durchaus plausible Verhaltensregeln wie das Schlafen mit erhobenem Kopfende, das Vermeiden beengender Kleidung, das Einnehmen mehrerer kleiner Mahlzeiten und die Gewichtsreduktion beruhen überwiegend auf Empirie und sind durch wissenschaftl. Daten kaum abgesichert.
... PPI erwiesen sich als die potentesten Medikamente. Unter tägl. Einnahme von 20 mg Omeprazo waren in einer kürzlich publizierten Studie noch 80% der Patienten nach zwölf Monaten rezidivfrei.
Von der genauen Diagnosestellung per MUSE-Klassifikation, die eine Bewertung des Ausmaßes darstellt, a Metaplasie, b Ulzeration, c Striktur, d Erosionen, lässt sich besser abschätzen, wie lange eine Behandlung nötig ist, um die Entzündung in den Griff zu bekommen.
Bald kommt ein neues, wirksameres Medikament auf den Markt:
http://www.aerztezeitung.de/docs/2000/06/02/101a0401...
http://www.maalox.de/pat/inhalt_2.cfm
Grüße, Renate