Frage zur Hypotonie

Hallo!

Ich habe gelernt, dass bei Hypertonie (Bluthochdruck) man mit Ausdauertraining sich helfen kann. Dies verstehe ich auch. Aber warum sagt man, dass bei Hypotonie (niedriger Blutdruck) man Krafttraining anstatt Ausdauer treiben soll? Wie und warum hilft Krafttraining bei Hypertonie??

Vielen Dank für die Hilfe!

Beatriz

Hi!

Ich habe gelernt, dass bei Hypertonie (Bluthochdruck) man mit
Ausdauertraining sich helfen kann. Dies verstehe ich auch.
Aber warum sagt man, dass bei Hypotonie (niedriger Blutdruck)
man Krafttraining anstatt Ausdauer treiben soll? Wie und warum
hilft Krafttraining bei Hypertonie??

Ähm, wie jetzt, bei Hyper- oder Hypotonie?

Ok, ich nehme an du meinst letzteres… :wink:

Ich könnt mir folgendes denken:
durch den niedrigen Blutdruck versackt zum einen ein gewisser Anteil des Blutes in den Beinen. Der venöse Rückfluß wird durch verschiedene Dinge beeinflußt, unter anderem unterstützen z.b. die Muskeln ihn, indem sie bei ihrer normalen Arbeit (Kontraktion - der Muskel wird kürzer und dicker) gleichzeitig ihnen anliegende Venen Richtung Herz „ausquetschen“.
Dadurch drücken sie das Blut in den Venen bei jeder Kontraktion weiter nach oben (nach unten wird ja durch die Venenklappen verhindert).

Ergo:
Viele Muskeln = mehr Blut wieder zurück = mehr Volumen = Blutdruck steigt etwas.

Just mai too sents :wink:

Eventuell findet sich auch noch ein Zusammenhang zw. Krafttraining und der damit verbundenen Erhöhung der Wandspannung der kleinen Arterien (was unter anderem den Blutdruck „mitreguliert“). Aber von dem Gebiet hab isch keine Ahnung, daß fragst du besser mal die Sportmediziner :wink:

Gruß,
Sharon

Hallo!

Ich habe gelernt, dass bei Hypertonie (Bluthochdruck) man mit
Ausdauertraining sich helfen kann. Dies verstehe ich auch.
Aber warum sagt man, dass bei Hypotonie (niedriger Blutdruck)
man Krafttraining anstatt Ausdauer treiben soll? Wie und warum
hilft Krafttraining bei Hypertonie Hypotonie??

Vielen Dank für die Hilfe!

Beatriz

Hallo Beatriz

Weil das Krafttraening den Muskeltonus, d.h. die Grundspannung der
Muskeln erhoeht. Die festeren Muskelfasern druecken dann staerker auf
die Blutgefaesse, wodurch der Druck in ihnen steigt.
Das ist meine geratene Erklaerung.
Schwieriger ist zu erklaeren, warum Ausdauersport den Blutdruck
senken kann.

Gruss, Tychi

Hallo Tychi!

Danke für Deine prompte Antwort, und für die Korrektur (Hypotonie statt Hypertonie). Habe mich ja verschrieben.

Deine Erklärung ist wirklich gut und hat mir geholfen!

Möchtest Du wissen, warum Ausdauer bei Hypertonie hilft? Ganz einfach:
bei regelmäßige Ausdauertraining (vor allem, Dauerlauf - Jogging) reagiert der Körper mit Anpassungen. Ein wichtiger positiver Effekt eines Ausdauertrainings liegt in der Ökonomisierung der Herzarbeit in Ruhe: Durch Erhöhung des Schlagvolumens kann die Schlagfrequenz herabgesetzt werden. Die normale Schlagfrequenz eines Nichtausdauertrainierten liegt in Ruhe bei 60 - 80 Schlägen/min (Ruhepuls). Bei einem Trainiert können diese Werte bis zu 30 Schläge/ min senken (Extremsportler).

Ein dauerhaftes Ausdauertraining bewirkt eine erhöhte Leistungsfähigkeit des Herzens bei Belastung: Das Herzminutenvolum liegt in Ruhe bei ca. 4-6 l. Bei Belastung steigt das HMV bei untrainierten auf etwa 20 l (Frauen: 12-14 l), was eine Steigerung um das 4-5fache bedeutet. Ein Sportherz kann in der gleichen Zeit 30-40l (Frauen: 20-30l) Blut weitertransportieren. Dies bedeutet eine Steigerung um das 8fache.

Eine weitere positive Anpassungserscheinung des Ausdauertrainings ist
die Senkung des arteriellen Blutdrucks. Als Ursachen hierfür werden
die bereits aufgeführten Veränderungen im Bereich des Herzminutenvolumens sowie die Erhaltung der Elastizität der großen Gefäße (Windkesselfunktion) genannt. Ebenso kommt es zur Abnahme des Gefäßwiderstandes durch vermehrte Kapillarisierung.

Ausdauertraining bewirkt somit u.a. in unserem Körper:
• Verringerung der Schlagfrequenz des Herzens in Ruhe und bei
submaximalen Belastungen;
• Verminderung des systolischen und diastolischen Blutdrucks in Ruhe und bei Belastung (deshalb empfohlen bei Hypertonie!)
• Verlängerug der Systolen- und Diastolendauer;
• Verbesserung der Blutverteilung im Muskel;
• Zunahme der Kapillaroberfläche.
Darüber hinaus bewirkt Ausdauertraining im allgemeinen:
• Vergrößerung der Atemtiefe;
• positive Veränderungen der bewegungsspezifischen Koordination;
• Steigerung der maximalen Leistungsfähigkeit;
• Ökonomisierung der Arbeitsweise des Herzens;
• Verringerung der Gefahr einer Thrombose (Blutgerinnungsbildung in Venen oder Arterien) durch Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes;
• Vorbeugung koronarer Herzkrankheiten (wirkt zahlreichen Risikofaktoren entgegen, darunter vor allem Bluthochdruck, erhöhter Blutzuckerspiegel, Übergewicht, (Dis-)Stress etc.);
• positive Veränderung des Blutfettspiegels durch Zunahme des HDL- und
Abnahme des LDL-Cholesterins (dadurch Schutzfaktor bzgl.
Arterioskleroseentstehung);
• Reduzierung altersbedingter Funktionseinbußen des Herz-Kreislaufsystems bzw. Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter hinein.

Ich hoffe, es hat Dir auch etwas geholfen.

Danke nochmals und Gruß,
Beatriz

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2 „Gefällt mir“

habe mich vertippt.
Ich meine HYPOTONIE.

Ähm, wie jetzt, bei Hyper- oder Hypotonie?

ja, Hypotonie, habe mich verschrieben.

Ok, ich nehme an du meinst letzteres… :wink:

richtig angenommen :smile:

Ich könnt mir folgendes denken:
durch den niedrigen Blutdruck versackt zum einen ein gewisser
Anteil des Blutes in den Beinen. Der venöse Rückfluß wird
durch verschiedene Dinge beeinflußt, unter anderem
unterstützen z.b. die Muskeln ihn, indem sie bei ihrer
normalen Arbeit (Kontraktion - der Muskel wird kürzer und
dicker) gleichzeitig ihnen anliegende Venen Richtung Herz
„ausquetschen“.
Dadurch drücken sie das Blut in den Venen bei jeder
Kontraktion weiter nach oben (nach unten wird ja durch die
Venenklappen verhindert).

ja, das macht Sinn. Das bedeutet aber, man sollte viel Krafttraining für die Beine machen, oder? Allerdings wäre dies eine vorübergehend Lösung, d.h. der Blutdruck würde sich steigen nur während des Trainings.

Ergo:
Viele Muskeln = mehr Blut wieder zurück = mehr Volumen =
Blutdruck steigt etwas.

Just mai too sents :wink:

Du meinst wohl „two cents“ :wink:

Eventuell findet sich auch noch ein Zusammenhang zw.
Krafttraining und der damit verbundenen Erhöhung der
Wandspannung der kleinen Arterien (was unter anderem den
Blutdruck „mitreguliert“). Aber von dem Gebiet hab isch keine
Ahnung, daß fragst du besser mal die Sportmediziner :wink:

ja, stimmt schon was Du sagst. Hat der/die Tychi auch geschrieben, wenn wohl in anderen Wörtern.
Vielen Dank nochmals für Deine Antwort.

Gruß,
Sharon

Gruss,
Beatriz

ein ‚hilfreich-Punkt‘
ein „hilfreich-Punkt“ von mir

Hi!

ja, das macht Sinn. Das bedeutet aber, man sollte viel
Krafttraining für die Beine machen, oder?

Naja, das wäre doch etwas einseitig, wer will schon rumlaufen wie ein halber Schwarzenegger: Beinmuskeln, die jede Jeans sprengen, aber da drüber 'n Bierbauch? *g*

Ich könnt mir schon vorstellen, daß auch Armmuskeln den Blutrückfluß erhöhen, allerdings dürfte dieser Effekt eher geringfügig und somit eher vernachlässigbar sein - denke ich…

Allerdings wäre dies
eine vorübergehend Lösung, d.h. der Blutdruck würde sich
steigen nur während des Trainings.

Mitnichten :wink:
Hast du gut trainierte Muskeln, so sind diese durch das Krafttraining in ihrer Größe bzw. Umfang angewachsen oder - wenn das Krafttraining nicht ganz so gewissenhaft war *g* - so sind sie zumindest in der Lage, sich in stärkerem Maße zu kontrahieren.
Und gerade die Beinmuskeln gebraucht man üblicherweise etwas öfter am Tag. Und bei jedem Schritt wird durch die verbesserten Muskeln weiterhin das Blut besser zurücktransportiert.
Ergo:
Der Effekt ist anhaltend auch über die Trainingszeit hinaus.

Just mai too sents :wink:

Du meinst wohl „two cents“ :wink:

Ooooch, joo… :wink:

Hat der/die Tychi auch
geschrieben, wenn wohl in anderen Wörtern.

Tja, zwei Doofe - ein Posting *g*

Gruß,
Sharon

Zusatzfrage
Hallo Beatriz!
Da du hier offensichtlich gut bescheid weißt, möchte ich dich was fragen.
Wenn der zweite Wert der Blutdruckmessung oft über 100 bis 115 liegt, dann ist das vielleicht noch akzeptabel, aber an was kann das liegen? Bisher konnte mir das noch kein Arzt erklären. Vielleicht hast du ja eine Erklärung dafür.
Hintergrund: Schilddrüse wurde vor 8 Jahren mit Radiojodtherapie, man kann sagen, weggestrahlt (Morbus Basedow).
Gruß
Forrest

Hallo Forrest,

Immunhyperthyreose (Basedow-Krankheit, Morbus Basedow) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Autoantikörper gegen das Gewebe der Schilddrüse gebildet werden. Die Krankheit äußert sich überwiegend als Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Da es außerdem zu einer Kreuzreaktion mit Fettgewebe hinter dem Auge kommt, zeigen 70 Prozent der Patienten das Symptom hervortretender Augäpfel (endokrine Orbitopathie). Weitere typische Symptome des Morbus Basedow sind eine vergrößerte Schilddrüse (Kropf), Herzrasen oder schneller Herzschlag (Trachykardie). Die drei genannten Symptome werden auch als Merseburger Trias bezeichnet (nach dem Wirkort, wo Karl Adolf von Basedow die Erkrankung erstmals beschrieb). Die Diagnose wird durch den laborchemischen Nachweis bestimmter Autoantikörper gesichert. Um eine normale Schilddrüsenfunktion zu erreichen, werden unter regelmäßiger Kontrolle der Schilddrüsenhormone für 6-18 Monate Thyreostatika verordnet, welche die Produktion oder Freisetzung von Schilddrüsenhormonen hemmen. Falls die Krankheit hierdurch nicht zum Stillstand gebracht werden kann oder es zum Rückfall kommt, kann eine Radiojodtherapie oder Operation notwendig sein.

Habe auch einige gute Informationen darüber gefunden. Schau mal unter

http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Basedow

http://flexicon.doccheck.com/Morbus_Basedow

Ich hoffe, es hilft Dir weiter. Leider bin ich selbst kein Arzt oder ähnliches. Mache nur ein Fernstudium zum Sport- und Fitnesstrainer :smile:

LG
Beatriz

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ein „hilfreich-Punkt“ von mir

Danke :smile:
Ich finde diese Seite toll, weil man wirklich Hilfe findet und auch helfen kann.