Homöopathie: Warum komplizierte Dosierung?

Von: , Frage gestellt am Di, 13. Sep 2005

Hi!

Die Rede ist von den manchmal recht komplizierten Einnahmevorschriften. Da ist auf manchen Internetseiten die Rede von 10 Globuli/Tropfen jede Stunde. Bei anderen Erkrankungen: 5 Globuli alle 10 Minuten, dann stündlich soundsoviele, dann wasweißich...

Auf die Frage, warum, erhielt ich bisher nur die Antwort "Ja, ist halt so", "wirkt ja sonst nicht wie es soll" oder auf einer Internetseite (ja, ich hab gegoogelt) "es ist wie eine Schaukel, die man immer wieder anschubst". Öhm, ok, aber die Antworten sind mir doch ein bißchen zu schwammig ;-)

Ich mein, warum nimmt man nicht einfach eine höhere Dosis bzw. in diesem Fall höhere (ähm, stärkere) Potenzen? Dafür hat man halt diesen ziemlich straffen komplizierten Zeitplan ja nicht und muß nicht nägelkauend vor der Uhr sitzen...*gg*

Böse Zungen behaupten ja (das ist ja kein Geheimnis), es wäre nur eine "Beschäftigungstherapie"...

Aber welche Erklärung haben die Homöopathen? Bitte laßt mich nicht dumm sterben ;-)

Gruß und Danke,
Sharon
*lernfähig*

24 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Stunden 3 hilfreich
    Re: Homöopathie: Warum komplizierte Dosierung?

    Böse Zungen behaupten ja (das ist ja kein Geheimnis), es wäre
    nur eine "Beschäftigungstherapie"...
    Wieso böse Zungen? *g*
    Wurde doch erst eine riesige Metastudie durchgeführt, die noch mal eine Menge früherer Studien zur Wirkung von Homöopthie ausgewertet hat und keine signifikante Wirkung der Präparate herausgefunden hat.

    Wenn man daran glaubt, dass die Homöopathie auf dem Placebo Effekt beruht (ich tendiere in diese Richtung), ist es doch ziemlich einfach, sich diese Einnahmeregeln zu erklären. Ein kompliziertes Anwendungsschema sorgt für eine intensive geistige Ausseinandersetzung mit der Behandlung, eine geistige Präsenz des Gedankens, etwas Gutes für sich zu tun und stärkt somit die Autosuggestionskraft und darüber die Heilung bzw. die positivere Wahrnehmung des Krankheitsgeschehens. Aber welche Erklärung haben die Homöopathen? Bitte laßt mich
    nicht dumm sterben ;-)
    Das weiss ich leider auch nicht. :-)

    Gruß, Jesse

    • Antwort von nach 6 Stunden 2 hilfreich
      vkhd zur Metastudie

      Hallo Jesse Bee,
      ich habe eine email des vkhd, des Verband der klassischen Homöopathen Deutschlands hier reinkopiert.


      Sehr geehrte(r) Kollegin/Kollege ...,

      Vor etwa einer Woche informierten wir Sie über eine diskreditierende Medienkampagne gegen die Homöopathie, die einer Veröffentlichung in der weltweit renommierten Medizin-Zeitschrift "The Lancet" folgte. Inzwischen konnten wir weitere Fakten zum Thema recherchieren, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten und aus denen weitere, für uns positive Schritte folgen.

      Erstens: es handelte sich keineswegs, wie es anfangs den Anschein hatte, nur um Artikel im Spiegel und einer Handvoll Tageszeitungen. Mittlerweile wissen wir durch unsere Kontakte auf internationaler Ebene, dass es sich hier um eine organisierte Medienkampagne handelt, mit hunderten ähnlicher Veröffentlichungen, die von Irland bis Südafrika, von den USA bis nach Indien publiziert wurden, einige sogar im TV. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang: die indischen Medien und Regierungsstellen verhielten sich durchaus pharmaziekritischer als die europäischen und wehrten sich gegen die unfaire Vor-Verurteilung des WHO-Berichts (siehe nächster Absatz).

      Zweitens: die eigentliche Nachricht ist eine gute, nämlich der Entwurf eines sehr homöopathie-freundlichen WHO-Berichtes. Dies haben wir in der beiliegenden Presseinformation herausgestellt, die wir Ihnen hier per Anlage vor allem zur Information Ihrer Patienten, Bekannten usw. zur Verfügung stellen. Wir hoffen, dass die positive Beurteilung der Homöopathie trotz offensichtlichen politischen Drucks nun auch im offiziellen WHO-Bericht erscheinen wird.

      Drittens wissen wir durch intensive Kontakte zu unseren europäischen Kollegen vom ECCH nun etwas mehr über die Quellenlage der zum Stein des Anstoßes gewordenen homöopathiekritischen Meta-Analyse: nur acht von den zur Vorauswahl herangezogenen 110 Homöopathiestudien wurden zur tatsächlichen Auswertung verwendet, von denen wiederum nicht eine einzige mit klassischer Homöopathie zu tun hatte! In drei Fällen wurden Komplexmittel verschrieben, in drei weiteren Fällen das 'Wundermittel' Oscillococcinum zur unspezifischen Behandlungen grippaler Infekte und in zwei Fällen wurden Arnika bzw. Euphrasia nach rein schulmedizinischen Gesichtspunkten verordnet.

      Für all diejenigen unter Ihnen, die es genauer wissen wollen, empfehlen wir den Abschlussbericht des Schweizerischen Vereins Homöopathischer Ärztinnen und Ärzte zur oben genannten Meta-Analyse.

      http://www.unioncomed.ch/pdf/Medienmitteilung_21_04_...

      Es mag Sie beruhigen, dass die Studie mit Homöopathie eigentlich nicht viel zu tun hat. Die Ruhe ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: unter dem Deckmantel medizinischer Qualitätssicherung wurden in den letzten Jahren Konzepte einer so genannten "Evidenzbasierten Medizin (EBM)" etabliert, an denen sich auch die vom Lancet aufgewärmte Schweizer Studie orientierte. Unter dem Blickwinkel der EBM betrachtet wird es die Homöopathie zukünftig schwer haben ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, da die EBM, die mittlerweile als ein medizinischer Standard gilt, für die Beurteilung individualisierender Therapiemethoden denkbar ungeeignet ist.


      Ich streite mich hier nicht rum, ob Homöopathie wirksam ist oder nicht, aber ich finde mal die andere Position zu sehen, ist vielleicht innerhalb der Diskussion ganz hilfreich.

      Schönen Tag noch
      Kerstin

      • Antwort von nach 7 Stunden 4 hilfreich
        Re: vkhd zur Metastudie

        Hallo, unter dem Deckmantel medizinischer
        Qualitätssicherung wurden in den letzten Jahren Konzepte einer
        so genannten "Evidenzbasierten Medizin (EBM)" etabliert, an
        denen sich auch die vom Lancet aufgewärmte Schweizer Studie
        orientierte. Unter dem Blickwinkel der EBM betrachtet wird es
        die Homöopathie zukünftig schwer haben ihre Leistungsfähigkeit
        unter Beweis zu stellen, da die EBM, die mittlerweile als ein
        medizinischer Standard gilt, für die Beurteilung
        individualisierender Therapiemethoden denkbar ungeeignet
        ist.
        dieser letzte Satz ist bezeichnend. Es hat sich eine "Evidenzbasierte Medizin" etabliert, also eine Medizin, die auf der Beweisbarkeit (= evidenten) der Wirkung beruht. Wieso sollte das ein Problem für die Homöopathie sein? Gibt es etwa keine Beweise für die Wirksamkeit? Lässt sich das nicht beweisen? Wenn ja, wieso nicht?

        Gruß, Niels

        • Antwort von nach 8 Stunden 3 hilfreich
          Re^2: vkhd zur Metastudie

          Hi Niels, Gibt es etwa keine Beweise für die Wirksamkeit?
          Nein, es gibt keine Beweise. Lässt sich das nicht beweisen?
          Was nach Beweisen riecht, ist unter Hahnemanns Jüngern verpönt. Wenn ja, wieso nicht?
          Wo nichts ist...

          Noch nicht mal Hahnemanns Theorem "Gleiches heilt Gleiches" (oder so ähnlich) ist jemals belegt worden. Placebowirkungen, die ja manchmal durchaus vorhanden sind, werden zu Ursachen verklärt. Da lobe ich mir jeden Heiler, der durch Handauflegen Segen stiftet, da steht wenigstens Glaube und eine Persönlichkeit dahinter.

          Gruß Ralf

          • Antwort von nach 9 Stunden 1 hilfreich
            Re^3: vkhd zur Metastudie

            Hi alle!

            Warum machen die solche Studien nicht mit Kindern??

            Wer sich ansieht, wie Kinder auf die passende homöopathische Medizin reagieren, weiß, daß alles Placebo-Gerede vollkommener Quatsch ist.

            Z.B. war bei meiner damals 2-jährigen Tochter tagelanger, trockener, bellender nächtlicher Reizhusten nach Gabe von Pulsatilla von einem zum anderen Tag KOMPLETT weg. Da soll mir mal einer ein klassisches Mittel nennen, das ebenso erfolgreich und schonend ist. Ich könnte noch diverse andere solcher Beispiele nennen.

            Was auch immer die Wissenschaftler über die Homöopahtie an Negativem herausfinden mögen, ist mir demnach absolut egal. Wahrscheinlich werden Kinder für solche Studien nicht herangezogen, weil dann das Placebo-Thema von vornherein keins wäre.

            Grüße,
            Gabi

            • Antwort von nach 9 Stunden 1 hilfreich
              Re^4: vkhd zur Metastudie

              Hallo, Warum machen die solche Studien nicht mit Kindern??
              wer sind "die"? Die Wissenschaftler? Aber warum machen denn die Homöopathen nicht selbst solche Studien mit Kindern? Die Studien sind doch nicht von "den Wissenschaftlern" gepachtet! Aber auch die Homöopathen bringen keinen belastbaren Nachweis zustande.

              Warum sagen denn die Homöopathen selbst, dass es im Rahmen der EBM schwer sein wird, einen Leistungsnachweis zu erbringen? Haben sie denn bisher einen echten Leistungsnachweis erbringen können? Wenn ja, welchen und wieso sollte so ein Nachweis mit der EBM hinfällig sein?

              Gruß, Niels

            • Antwort von nach 11 Stunden 1 hilfreich
              Re^5: vkhd zur Metastudie

              Hai, Niels,

              ein Problem besteht in dem Widerspruch zwischen den Spielregeln für eine Studie und dem Behandlungsprinzip der Homöopathie:
              für Studien muß allen Studienobjekten das selbe Mittel in der selben Dosierung gegeben werden (oder eben das Placebo). Ein wesentlicher Bestandteil dr "richtigen" Homöopathie ist es aber, daß eben nicht alle mit dem gleichen Stoff in der gleichen Dosierung behandelt werden, sondern es auf den einzelnen Patienten abgestimmt ist.

              Gruß
              Sibylle

            • Antwort von nach 14 Stunden 1 hilfreich
              Re^6: vkhd zur Metastudie

              Hallo, ein Problem besteht in dem Widerspruch zwischen den
              Spielregeln für eine Studie und dem Behandlungsprinzip der
              Homöopathie:
              für Studien muß allen Studienobjekten das selbe Mittel in der
              selben Dosierung gegeben werden (oder eben das Placebo). Ein
              wesentlicher Bestandteil dr "richtigen" Homöopathie ist es
              aber, daß eben nicht alle mit dem gleichen Stoff in der
              gleichen Dosierung behandelt werden, sondern es auf den
              einzelnen Patienten abgestimmt ist.
              auch unter diesen Bedingungen ist eine Studie möglich:
              Du stellst dem Homöopathen zwei Schränke mit "Medizin" hin. Einer enthält echte Homöopathika, der andere nur Placebos. Der Homöopath weiß nicht, welcher Schrank was enthält.

              Nun behandelt er die eine Gruppe Patienten komplett aus Schrank 1, die andere aus Schrank 2, wobei jeder Patient immer aus dem gleichen Schrank behandelt wird. Seine Beobachtungen über die Wirksamkeit schreibt er auf - mitsamt dem Hinweis, aus welchem Schrank der Patient behandelt wurde.

              Die Auswertung erfolgt durch Dritte (am besten ebenfalls Leuten, die nicht wissen, welcher Schrank die Placebos enthielt).

              Sicher spielt damit auch die Erfahrung des Behandelnden in die Ergebnisse ein, aber auch die ist ja Teil der Homöopathie.

              Gruß, Niels

            • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
              Re^7: zur Metastudie

              Nun behandelt er die eine Gruppe Patienten komplett aus
              Schrank 1, die andere aus Schrank 2, wobei jeder Patient immer
              aus dem gleichen Schrank behandelt wird. Seine Beobachtungen
              über die Wirksamkeit schreibt er auf - mitsamt dem Hinweis,
              aus welchem Schrank der Patient behandelt wurde.

              Die Auswertung erfolgt durch Dritte (am besten ebenfalls
              Leuten, die nicht wissen, welcher Schrank die Placebos
              enthielt).

              Sicher spielt damit auch die Erfahrung des Behandelnden in die
              Ergebnisse ein, aber auch die ist ja Teil der Homöopathie.

              Gruß, Niels
              Toll Deine Idee, wenn Du genügend Leute findest mache ich gern mit. Da jeder Patient andere Mittel und unterschiedliche Potenzen benötigt, dürfte die Durchführung jedoch schwierig werden.
              Hast Du noch nie etwas von kinesiologischen Tests, Elektroakupunktur nach Voll oder VEGA-Test gehört.
              Natürlich können z.B bei psyschischen Belastungen auch "leere" Globulis wirken.

              Es ist nicht wie mit der Schulmedizin, wo ein Mittel mindestens
              18 % Wirksamkeit!!! nachweisen muß und dann schon auf den Markt gelangen darf, obwohl es möglicher Weise bei 82 % aller Kranken wirkungslos ist und dazu noch schwere Nebenwirkungen verursachen kann.
              Dabei wird auch gar nicht erst geprüft, ob es für den Patienten die geeignete Dosis des Wirkstoffs ist.



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