Homöopathie: Warum komplizierte Dosierung?

Hi!

Die Rede ist von den manchmal recht komplizierten Einnahmevorschriften. Da ist auf manchen Internetseiten die Rede von 10 Globuli/Tropfen jede Stunde. Bei anderen Erkrankungen: 5 Globuli alle 10 Minuten, dann stündlich soundsoviele, dann wasweißich…

Auf die Frage, warum, erhielt ich bisher nur die Antwort „Ja, ist halt so“, „wirkt ja sonst nicht wie es soll“ oder auf einer Internetseite (ja, ich hab gegoogelt) „es ist wie eine Schaukel, die man immer wieder anschubst“. Öhm, ok, aber die Antworten sind mir doch ein bißchen zu schwammig :wink:

Ich mein, warum nimmt man nicht einfach eine höhere Dosis bzw. in diesem Fall höhere (ähm, stärkere) Potenzen? Dafür hat man halt diesen ziemlich straffen komplizierten Zeitplan ja nicht und muß nicht nägelkauend vor der Uhr sitzen…*gg*

Böse Zungen behaupten ja (das ist ja kein Geheimnis), es wäre nur eine „Beschäftigungstherapie“…

Aber welche Erklärung haben die Homöopathen? Bitte laßt mich nicht dumm sterben :wink:

Gruß und Danke,
Sharon
*lernfähig*

Böse Zungen behaupten ja (das ist ja kein Geheimnis), es wäre
nur eine „Beschäftigungstherapie“…

Wieso böse Zungen? *g*
Wurde doch erst eine riesige Metastudie durchgeführt, die noch mal eine Menge früherer Studien zur Wirkung von Homöopthie ausgewertet hat und keine signifikante Wirkung der Präparate herausgefunden hat.

Wenn man daran glaubt, dass die Homöopathie auf dem Placebo Effekt beruht (ich tendiere in diese Richtung), ist es doch ziemlich einfach, sich diese Einnahmeregeln zu erklären. Ein kompliziertes Anwendungsschema sorgt für eine intensive geistige Ausseinandersetzung mit der Behandlung, eine geistige Präsenz des Gedankens, etwas Gutes für sich zu tun und stärkt somit die Autosuggestionskraft und darüber die Heilung bzw. die positivere Wahrnehmung des Krankheitsgeschehens.

Aber welche Erklärung haben die Homöopathen? Bitte laßt mich
nicht dumm sterben :wink:

Das weiss ich leider auch nicht. :smile:

Gruß, Jesse

vkhd zur Metastudie
Hallo Jesse Bee,
ich habe eine email des vkhd, des Verband der klassischen Homöopathen Deutschlands hier reinkopiert.

_Sehr geehrte® Kollegin/Kollege …,

Vor etwa einer Woche informierten wir Sie über eine diskreditierende Medienkampagne gegen die Homöopathie, die einer Veröffentlichung in der weltweit renommierten Medizin-Zeitschrift „The Lancet“ folgte. Inzwischen konnten wir weitere Fakten zum Thema recherchieren, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten und aus denen weitere, für uns positive Schritte folgen.

Erstens: es handelte sich keineswegs, wie es anfangs den Anschein hatte, nur um Artikel im Spiegel und einer Handvoll Tageszeitungen. Mittlerweile wissen wir durch unsere Kontakte auf internationaler Ebene, dass es sich hier um eine organisierte Medienkampagne handelt, mit hunderten ähnlicher Veröffentlichungen, die von Irland bis Südafrika, von den USA bis nach Indien publiziert wurden, einige sogar im TV. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang: die indischen Medien und Regierungsstellen verhielten sich durchaus pharmaziekritischer als die europäischen und wehrten sich gegen die unfaire Vor-Verurteilung des WHO-Berichts (siehe nächster Absatz).

Zweitens: die eigentliche Nachricht ist eine gute, nämlich der Entwurf eines sehr homöopathie-freundlichen WHO-Berichtes. Dies haben wir in der beiliegenden Presseinformation herausgestellt, die wir Ihnen hier per Anlage vor allem zur Information Ihrer Patienten, Bekannten usw. zur Verfügung stellen. Wir hoffen, dass die positive Beurteilung der Homöopathie trotz offensichtlichen politischen Drucks nun auch im offiziellen WHO-Bericht erscheinen wird.

Drittens wissen wir durch intensive Kontakte zu unseren europäischen Kollegen vom ECCH nun etwas mehr über die Quellenlage der zum Stein des Anstoßes gewordenen homöopathiekritischen Meta-Analyse: nur acht von den zur Vorauswahl herangezogenen 110 Homöopathiestudien wurden zur tatsächlichen Auswertung verwendet, von denen wiederum nicht eine einzige mit klassischer Homöopathie zu tun hatte! In drei Fällen wurden Komplexmittel verschrieben, in drei weiteren Fällen das ‚Wundermittel‘ Oscillococcinum zur unspezifischen Behandlungen grippaler Infekte und in zwei Fällen wurden Arnika bzw. Euphrasia nach rein schulmedizinischen Gesichtspunkten verordnet.

Für all diejenigen unter Ihnen, die es genauer wissen wollen, empfehlen wir den Abschlussbericht des Schweizerischen Vereins Homöopathischer Ärztinnen und Ärzte zur oben genannten Meta-Analyse.

http://www.unioncomed.ch/pdf/Medienmitteilung_21_04_…

Es mag Sie beruhigen, dass die Studie mit Homöopathie eigentlich nicht viel zu tun hat. Die Ruhe ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: unter dem Deckmantel medizinischer Qualitätssicherung wurden in den letzten Jahren Konzepte einer so genannten „Evidenzbasierten Medizin (EBM)“ etabliert, an denen sich auch die vom Lancet aufgewärmte Schweizer Studie orientierte. Unter dem Blickwinkel der EBM betrachtet wird es die Homöopathie zukünftig schwer haben ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, da die EBM, die mittlerweile als ein medizinischer Standard gilt, für die Beurteilung individualisierender Therapiemethoden denkbar ungeeignet ist._

Ich streite mich hier nicht rum, ob Homöopathie wirksam ist oder nicht, aber ich finde mal die andere Position zu sehen, ist vielleicht innerhalb der Diskussion ganz hilfreich.

Schönen Tag noch
Kerstin

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Moin Sharon,
ich freu mich schon seit einiger Zeit, dich wieder öfter zu lesen, wohin warst du denn verschwunden? Oder hab ich dich nur übersehen?

Hier jetzt ein Versuch der Antwort auf deine Frage.

Vorweg noch eine Bemerkung:
Es gibt viele unterschiedliche Arten Homöopathie zu betreiben und noch mehr verschiedene Erklärungsmuster, hier gibts jetzt meins und da ich eine große Freundin von Logik und Pragmatik bin, hoffe ich mich dir verständlich zu machen.
Das ganze natürlich vor dem Hintergrund, daß ich täglich in meiner Praxis die Erfahrung mache, das Homöopathie hilfreich und wirksam ist.

Was ist die Idee hinter der Verschreibung?
Homöopathische Arzneimittel (AM) sind in der Lage bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorzubringen, wie sie der Kranke hat, der sie verschrieben bekommt.
(Nebenbemerkung: bei Belladonna zum Beispiel ist das leicht sichtbar. Eine Belladonna-Vergiftung bringt: Unruhe, einen heißen roten Kopf u.a. Belladonna wird bei hohem Fieber mit großer Unruhe eingesetzt.)
Man kann dabei von einer Kunst-Krankheit sprechen. Dann wäre die Krankheit, die der Patient hat eine Natürliche Krankheit.
In der Idee muß, damit Heilung eintritt die Kunst-Krankheit die Natürliche Krankheit überwiegen, dann werden die Symptome eliminiert.
Dabei reicht ein kleines Überwiegen.
Kommt es zu einem größeren bis sehr großem Überwiegen, dann verstärken sich also die Symptome nach der Einnahme und es kommt zu dem was man Erstverschlimmerung nennt.

Bleibt man jetzt nur an diesem Punkt, spricht also gegen deinen Vorschlag: „gleich eine große Menge einer hohen Potenz“ zu geben, daß die Erstverschlimmerung dann entsprechend heftig ausfällt.
(Nebenbemerkung: Bei einigen Homöopathen und auch Patienten scheint die Meinung vorzuherrschen, nur dann wirkt die Homöopathie, wenn es zu einer heftigen Erstverschlimmerung kommt, dem ist aber nicht so. Man darf ruhig sanft mit sich und/oder seinen Patienten umgehen.)

Was steckt hinter den häufigen Gaben?

Hier muß ich noch Begriffe einführen.
Die Fähigkeit eines AM eine Kunstkrankheit zu erzeugen, wird Arzneikraft genannt, bzw. das mit dem sie diese Kunstkrankheit erzeugt Arzneireiz.
Wenn man also der Idee folgt, daß die Kunstkrankheit die Natürliche Krankheit so gering wie möglich übersteigen soll, dann benötige ich also einen möglichst kleinen Arzneireiz. Das wird aber dazu führen, daß die Arzneikraft des Mittels sich womöglich schneller verbrauchen wird, als die vollständige Heilung erfolgt, da es ja auch krankheitserhaltende Faktoren gibt, zum Beispiel Bakterien, die sich munter vermehren, bei einem aktuen Infekt.
Um diesem Problem entgegen zu wirken, wiederhole ich also die Mittelgabe in einem bestimmten Abstand. Dabei treibt mich die Hoffnung ein Gleichgewicht, zwischen benötigter Arzneikraft und möglichst geringer Erstverschlimmerung zu erreichen.
(Nebenbemerkung: Es gibt eine lange Latte schlechter Homöopathen, ich weiß nicht, wie man auf die für den Patienten richtige Dosierung kommen will, wenn man noch nicht mal erklären kann, wieso man eine bestimmte Dosierung gibt.)

Das ist war jetzt eine Einführung in die Geheimnisse der homöopathischen Verschreibung.
Ich hätte noch mehr Theorie zu bieten, was den unterschiedlichen Umgang bei D, C und LM-Potenzen angeht und wie man bei akuten Erkrankungen anders verschreibt als bei chronischen, aber das führt hier - scheint mir - zu weit.

Ich hoffe, ich konnte es einigermaßen verständlich rüberbringen.
Schönen Tag
Kerstin

Hi Sharon

Ich habe in den 80er Jahren als Allgemeinarzt mit dem Zusatz Naturheilverfahren damals viel klassische Homöopathie betrieben, bevor ich mich ganz der psychosomatischen Medizin zuwendete.

Trotz der vielen Jahre intensiver Beschäftigung habe ich bis heute kein abschließenden Urteil über die Wirksamkeit der Homöopathie für mich fällen können. Es gab viele Erfolge, viele Mißerfolge und viel im „mittleren Bereich“.

Grundsätzlich versteht sich die Homöopathie als eine Reiz-Reaktions-Therapie, so wie ja überhaupt im Bereich der Naturheilverfahren und der sogenannten alternativen Medizin großenteils Behandlungen gesehen werden.
Ich setze mit einem homöopathischen Mittel, welches möglichst genau zu dem Reaktions- und Konstitutions-Typus des Patienten passt, einen sanften Reiz und warte dann die Reaktion seines Körpers (und seiner Psyche) ab. In der klassischen Homöopathie wird ein Mittel nicht zweimal in derselben Potenz gegeben, zumindest aber nicht längere Zeit. Daher die „Verdünnungsreihen“, z.B. aufsteigend D4 - D6 - D8 - D10 - D12, wenn man zu den „Tiefpotenzlern“ gehört oder eben C1000 oder LM-Potenzen, je nach gusto und Schule.
Man könnte hier seitenlang darüber ins Detail gehen, aber dies nur als Grundriss.
Gruß,
Branden

Hallo,

unter dem Deckmantel medizinischer
Qualitätssicherung wurden in den letzten Jahren Konzepte einer
so genannten „Evidenzbasierten Medizin (EBM)“ etabliert, an
denen sich auch die vom Lancet aufgewärmte Schweizer Studie
orientierte. Unter dem Blickwinkel der EBM betrachtet wird es
die Homöopathie zukünftig schwer haben ihre Leistungsfähigkeit
unter Beweis zu stellen, da die EBM, die mittlerweile als ein
medizinischer Standard gilt, für die Beurteilung
individualisierender Therapiemethoden denkbar ungeeignet
ist.

dieser letzte Satz ist bezeichnend. Es hat sich eine „Evidenzbasierte Medizin“ etabliert, also eine Medizin, die auf der Beweisbarkeit (= evidenten) der Wirkung beruht. Wieso sollte das ein Problem für die Homöopathie sein? Gibt es etwa keine Beweise für die Wirksamkeit? Lässt sich das nicht beweisen? Wenn ja, wieso nicht?

Gruß, Niels

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Hi Niels,

Gibt es etwa keine Beweise für die Wirksamkeit?

Nein, es gibt keine Beweise.

Lässt sich das nicht beweisen?

Was nach Beweisen riecht, ist unter Hahnemanns Jüngern verpönt.

Wenn ja, wieso nicht?

Wo nichts ist…

Noch nicht mal Hahnemanns Theorem „Gleiches heilt Gleiches“ (oder so ähnlich) ist jemals belegt worden. Placebowirkungen, die ja manchmal durchaus vorhanden sind, werden zu Ursachen verklärt. Da lobe ich mir jeden Heiler, der durch Handauflegen Segen stiftet, da steht wenigstens Glaube und eine Persönlichkeit dahinter.

Gruß Ralf

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Hi Kerstin!

ich freu mich schon seit einiger Zeit, dich wieder öfter zu
lesen, wohin warst du denn verschwunden? Oder hab ich dich nur
übersehen?

Oooch, mir kamen ein Staatsexamen und danach der wohlverdiente Urlaub in die Quere und dann jeeeede Menge Pipi-Langstrumpfs-„Faulsein ist wuuuunderschööön“ *ggg*. Apropos, ich hab von dir auch in letzter Zeit weniger gelesen :wink:

Ich hoffe, ich konnte es einigermaßen verständlich
rüberbringen.

Ja, das konntest du, danke :wink:

Aber zwei Punkte versteh ich noch nicht:
Zum einen, warum man denn mehrere Globuli auf einmal nehmen muß. Warum nimmt man statt den verordneten 10 Globuli nicht einfach ein Globuli in der entsprechenden Potenz?
Ich mein, wenn ich richtig krank bin, meinetwegen ziemlich fiebrig, würde ich mich eher dauernd verzählen oder es gar nicht erst auf die Reihe kriegen *g*

Punkt zwei:

Bleibt man jetzt nur an diesem Punkt, spricht also gegen
deinen Vorschlag: „gleich eine große Menge einer hohen Potenz“
zu geben, daß die Erstverschlimmerung dann entsprechend heftig
ausfällt.

Um diesem Problem entgegen zu wirken, wiederhole ich also die
Mittelgabe in einem bestimmten Abstand. Dabei treibt mich die
Hoffnung ein Gleichgewicht, zwischen benötigter Arzneikraft
und möglichst geringer Erstverschlimmerung zu erreichen.

Na gut, aber manchmal muß man die Globuli alle paar Minuten einnehmen. Wird hier auf die Erstverschlimmerung keine Rücksicht genommen (kann mir nicht vorstellen, daß die schon Sekunden/Minuten nach der Gabe auftritt)? Ich mein, bis die Erstverschlimmerung sich bemerkbar macht (das Fieber steigt, Ausschlag wird schlimmer oder wasweißich), hat man schon unter Umständen mehrere Einzeldosen eingenommen und somit ziemlich viel intus…
Oder in anderen Worten: die Kombination von „Erstverschlimmerung“ und „Gabe alle paar Minuten“ kann ich nicht unter einen Hut bringen…?
Scheint doch eher ein Widerspruch zu sein…?

Schönen Tag

Ebenso und laß mal wieder öfter von dir lesen :wink:

Gruß und danke,
Sharon

Hi alle!

Warum machen die solche Studien nicht mit Kindern??

Wer sich ansieht, wie Kinder auf die passende homöopathische Medizin reagieren, weiß, daß alles Placebo-Gerede vollkommener Quatsch ist.

Z.B. war bei meiner damals 2-jährigen Tochter tagelanger, trockener, bellender nächtlicher Reizhusten nach Gabe von Pulsatilla von einem zum anderen Tag KOMPLETT weg. Da soll mir mal einer ein klassisches Mittel nennen, das ebenso erfolgreich und schonend ist. Ich könnte noch diverse andere solcher Beispiele nennen.

Was auch immer die Wissenschaftler über die Homöopahtie an Negativem herausfinden mögen, ist mir demnach absolut egal. Wahrscheinlich werden Kinder für solche Studien nicht herangezogen, weil dann das Placebo-Thema von vornherein keins wäre.

Grüße,
Gabi

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Hi Jesse!

Ein
kompliziertes Anwendungsschema sorgt für eine intensive
geistige Ausseinandersetzung mit der Behandlung, eine geistige
Präsenz des Gedankens, etwas Gutes für sich zu tun und stärkt
somit die Autosuggestionskraft und darüber die Heilung bzw.
die positivere Wahrnehmung des Krankheitsgeschehens.

Ok, das ist dann wohl die etwas wohlwollendere Variante/Beschreibung von „Beschäftigungstherapie“ :wink:

Aber hey, die Diskussionen um die Homöopathie (kann das Wort eigentlich einer ohne drüber Nachzudenken schreiben? args…) kenne ich, doch darum geht es hier nicht, sondern um die reine Frage, die ich eben stellte.

Wer nicht fragt, bleibt dumm. Und solange der Streit weitergeht, sollte man sich lieber ernsthaft damit auseinander setzen als aus dem stillen und abgeschotteten Kämmerlein zu rufen „Geht nicht! Gibts nicht! Laß mich damit in Ruh’!“

Gruß,
Sharon
*die den alten Rat befolgt: Immer über den Tellerrand schauen* :wink:

Oooch, mir kamen ein Staatsexamen und danach der wohlverdiente
Urlaub in die Quere und dann jeeeede Menge
Pipi-Langstrumpfs-„Faulsein ist wuuuunderschööön“ *ggg*.

Hm das klingt gut, ich gehe davon aus, daß du bestanden hast und vermutlich mit Bravour. Herlichen Glückwunsch!

Apropos, ich hab von dir auch in letzter Zeit weniger gelesen
:wink:

Stimmt - entweder ich hab keine Zeit oder manchmal auch keine Lust oder ich mach nette andere Sachen.

Deine beiden Unvertändlichkeiten drehen sich ja eigentlich um das gleiche.
Warum viele Kügelchen? und Warum so superhäufig?
Die kann ich dir nicht beantworten.
Bei mir gibts das so nicht und die Kollegen, die das so verschreiben, gehören auch häufig zu denen, die sich und ihre Arbeit nicht erklären können.
Bei mir gibts schonmal zum Anschubsen, daß die Leute 3/4 Mal in kürzerem Abstand 1 Globuli oder ein Schluck aus dem Wasserglas nehmen sollen und danach nach Bedarf.
Das hat folgenden Hintergrund:
Wenn ich einmal laut brülle, passiert vielleicht was, aber es kann auch erschrecken.
Wenn ich drei/viermal sanft erinnere, gehts los, ohne vorher zu erschrecken.
(*ggg* nicht sehr wissenschaftlich erklärt, aber ich hoffe verständlich)

Schönen Tag

Ebenso und laß mal wieder öfter von dir lesen :wink:

Danke - ich bemüh mich

Bis bald
Kerstin

Gruß und danke,
Sharon

Hallo,

Warum machen die solche Studien nicht mit Kindern??

wer sind „die“? Die Wissenschaftler? Aber warum machen denn die Homöopathen nicht selbst solche Studien mit Kindern? Die Studien sind doch nicht von „den Wissenschaftlern“ gepachtet! Aber auch die Homöopathen bringen keinen belastbaren Nachweis zustande.

Warum sagen denn die Homöopathen selbst, dass es im Rahmen der EBM schwer sein wird, einen Leistungsnachweis zu erbringen? Haben sie denn bisher einen echten Leistungsnachweis erbringen können? Wenn ja, welchen und wieso sollte so ein Nachweis mit der EBM hinfällig sein?

Gruß, Niels

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Hi Gabi,

Warum machen die solche Studien nicht mit Kindern??

das war nicht das Thema. Die Hahnemänner machen gar keine Studien.

Z.B. war bei meiner damals 2-jährigen Tochter tagelanger, trockener, bellender nächtlicher
Reizhusten nach Gabe von Pulsatilla von einem zum anderen Tag KOMPLETT weg.

Das ist schön für Deine Tochter. Es will Dich auch niemand davon abhalten, beim nächsten Mal wieder zu Pulsatilla zu greifen. In Studien versucht man zu klären, ob ein Medikament auch Ungläubigen helfen könnte.

Wahrscheinlich werden Kinder für solche Studien nicht herangezogen, weil dann das Placebo-Thema
von vornherein keins wäre.

Falsch. Doppelblindstudien haben es so an sich, dass manche Patienten kein Medikament, sondern ein Zuckerl bekommen. Dass sie damit rechnen müssen, gar nicht behandelt zu werden, sagt man ihnen vor Beginn der Studie. Möchtest Du Deinem Kind die Entscheidung aufhalsen, nicht behandelt zu werden? Würdest Du Dein Kind mit einem Placebo behandeln lassen?

Gruß Ralf

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Hai, Niels,

ein Problem besteht in dem Widerspruch zwischen den Spielregeln für eine Studie und dem Behandlungsprinzip der Homöopathie:
für Studien muß allen Studienobjekten das selbe Mittel in der selben Dosierung gegeben werden (oder eben das Placebo). Ein wesentlicher Bestandteil dr „richtigen“ Homöopathie ist es aber, daß eben nicht alle mit dem gleichen Stoff in der gleichen Dosierung behandelt werden, sondern es auf den einzelnen Patienten abgestimmt ist.

Gruß
Sibylle

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Warum machen die solche Studien nicht mit Kindern?

Hi alle!

Warum machen die solche Studien nicht mit Kindern??

Das hat Hahnemann gemacht mit allen seinen Kindern inklusive sich selbst. Sonst hätten wir viel weniger Wissen über verschiedene Mittel.
Und auch Tiere lassen sich erfogreich behandeln. Unser Meerschwein hatte einen komplizierten Beinbruch. Auf dem Röntgenbild war der Knochen über kreuz zu sehen. Die Tierärztin wollte es totspritzen. Ich bin dann zu einem anderen Tierarzt, der wenigstens ein Schmerzmittel gegeben hat. Zu Hause habe ich dann täglich 1 Kügelchen Symphytum und Calcium carbonicum im Trinkwasser aufgelöst und in die Flasche gegeben. Es ist sehr schnell verheilt und heute nach zwei Jahren, trinkt das Meerschwein immer noch die dreifache! Menge Wasser. Es fragt nicht nach Studien und ist überaus freundlich, dankbar und zutraulich. Wir haben noch zwei andere Meerschweine, die sind völlig anders.

Ergänzung
Hallo Sharon

Zum einen, warum man denn mehrere Globuli auf einmal nehmen
muß. Warum nimmt man statt den verordneten 10 Globuli nicht
einfach ein Globuli in der entsprechenden Potenz?

Wenn man weiß, wie diese Globuli hergestellt werden, dann nimmt man immer gleich viele mit einem Male oder noch besser: das homöopathische Mittel je nach seiner Urform eher in Tabletten oder in Dilution (Flüssigkeit). Die Globuli werden nämlich zu homöopathischen Mitteln, indem man einen Tropfen des homöopathischen Mittels auf einen Haufen Globuli tropft. Und da ist es leider nicht ausgeschlossen, dass das eine mehr abkriegt als das andere (freundlich ausgedrückt).
Des weiteren ist zu Deinem zweiten Fragenkomplex zu sagen, dass man ja -wie ich unten schon erwähnte- nicht mehrfach dieselbe Gabe / Potenz des selben Mittels geben soll, weil schon Hahnemann sagte, dass die Reaktion des Körpers immer nur durch neue Reize affiziert werden soll.
Zum dritten halte ich persönlich nicht allzu viel von Hochpotenzen, da die Erklärung, dass bei Mitteln, in denen kein Molekül mehr nachweisbar ist, die Wasserstoffverbindungen u.ä. durch die Verschüttelunggen und Verreibungen doch den Charakter des Ursprungsstoffes angebnommen hätten, mich nicht restlos überzeugen.
:wink:
Es grüßt Dich
Branden

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Hi alle!

Warum machen die solche Studien nicht mit Kindern??

Wer? Homöopathen oder Schulmediziner?

Wer sich ansieht, wie Kinder auf die passende homöopathische
Medizin reagieren, weiß, daß alles Placebo-Gerede vollkommener
Quatsch ist.

Ja? Der Placebo-Effekt kann auch „übertragen“ werden. Das ist auch bei Kleinkindern zu beobachten. „Die Medizin, die Mami mir gibt, hilft mir sicher!“

Z.B. war bei meiner damals 2-jährigen Tochter tagelanger,
trockener, bellender nächtlicher Reizhusten nach Gabe von
Pulsatilla von einem zum anderen Tag KOMPLETT weg. Da soll mir
mal einer ein klassisches Mittel nennen, das ebenso
erfolgreich und schonend ist.

OK: Mein Sohn hatte an einem Tag starken Husten und drei Pseudo-Krupp-Anfälle. In der Klinik wurde er mit Ephinephrin (Inhallation) behandelt, um die akuten Anfälle zu mildern. Das Mittel hat keine Langzeitwirkung. Am nächsten Tag war alles vorbei, nicht mal mehr Husten. Und nu? Welche Folgerung soll man daraus ziehen?

Ich könnte noch diverse andere
solcher Beispiele nennen.
Was auch immer die Wissenschaftler über die Homöopahtie an
Negativem herausfinden mögen, ist mir demnach absolut egal.

Seltsame Einstellung. Wenn ich zwei Schachteln am Tag rauche, bin ich viel ruhiger. Das ich dann in 10 Jahren an Lungenkrebs sterbe ist mir egal…

Wahrscheinlich werden Kinder für solche Studien nicht
herangezogen, weil dann das Placebo-Thema von vornherein keins
wäre.

Die Homöopathen reden sich doch gerade damit heraus, dass Doppelblindstudien bei der Homöopathie nichts bringen, weil die Mittelchen ja auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden müssen.

Nix für Ungut, mir liegt es fern jemanden die Wirksamkeit von Irgendetwas auszureden. Auch wir haben mit Homöpathe zuerst gute Erfahrungen gemacht. Ein Mittel half bei einer Erkrankung, leider war es bei der zweiten Erkrankung ein paar Wochen später wirkungslos. Solange ich mich auf derartige Zufälle verlassen muss, bringt es nichts mehr, da ist dann der Placebo-Effekt auch verschwunden.

mfg
Jolly

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Hallo,

ein Problem besteht in dem Widerspruch zwischen den
Spielregeln für eine Studie und dem Behandlungsprinzip der
Homöopathie:
für Studien muß allen Studienobjekten das selbe Mittel in der
selben Dosierung gegeben werden (oder eben das Placebo). Ein
wesentlicher Bestandteil dr „richtigen“ Homöopathie ist es
aber, daß eben nicht alle mit dem gleichen Stoff in der
gleichen Dosierung behandelt werden, sondern es auf den
einzelnen Patienten abgestimmt ist.

auch unter diesen Bedingungen ist eine Studie möglich:
Du stellst dem Homöopathen zwei Schränke mit „Medizin“ hin. Einer enthält echte Homöopathika, der andere nur Placebos. Der Homöopath weiß nicht, welcher Schrank was enthält.

Nun behandelt er die eine Gruppe Patienten komplett aus Schrank 1, die andere aus Schrank 2, wobei jeder Patient immer aus dem gleichen Schrank behandelt wird. Seine Beobachtungen über die Wirksamkeit schreibt er auf - mitsamt dem Hinweis, aus welchem Schrank der Patient behandelt wurde.

Die Auswertung erfolgt durch Dritte (am besten ebenfalls Leuten, die nicht wissen, welcher Schrank die Placebos enthielt).

Sicher spielt damit auch die Erfahrung des Behandelnden in die Ergebnisse ein, aber auch die ist ja Teil der Homöopathie.

Gruß, Niels

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Hallo,

Das hat Hahnemann gemacht mit allen seinen Kindern inklusive
sich selbst. Sonst hätten wir viel weniger Wissen über
verschiedene Mittel.

Leider sind diese Studien nach heutigem Maßstab völlig wertlos. Wenn sowohl der behandelnde als auch der Behandelte davon ausgehen, dass die Arznei wirksam ist, wird der Placebo-Effekt massiv gesteigert.

Und auch Tiere lassen sich erfogreich behandeln. Unser
Meerschwein hatte einen komplizierten Beinbruch. Auf dem
Röntgenbild war der Knochen über kreuz zu sehen. Die
Tierärztin wollte es totspritzen. Ich bin dann zu einem
anderen Tierarzt, der wenigstens ein Schmerzmittel gegeben
hat. Zu Hause habe ich dann täglich 1 Kügelchen Symphytum und
Calcium carbonicum im Trinkwasser aufgelöst und in die Flasche
gegeben. Es ist sehr schnell verheilt.

Du weißt, dass das kein Beweis ist, weil du nicht sagen kannst, ob das Tier nicht auch ohne die Globuli geheilt worden wäre. Wie hast du übrigens die Medikation individuell auf das Tier abgestimmt? Denn das ist doch nach Hahnemann gefordert. Hast du das Tier weiterhin so behandelt wie immer, oder wegen der Verletzung mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. Was hast du sonst noch mit dem Tier gemacht, was der Heilung nachgeholfen haben könnte, das evtl. die Ursache eine schnelleren Heilung gewesen ist?

Unsere Katze wurde übrigens ebenfalls von einer befreundeten Tierheilpraktikerin mit Globuli behandelt, weil sie immer Stress mit dem Kater hat (Fauchen, Knurren etc). Das war vor einem Jahr. Wir haben sie während dieser Zeit weiter behandelt wie bisher. Der Stress ist auch immer noch der gleiche.

Es wurde bereits der Reizhusten genannt. Während meines Zivildienstes konnte ich während drei Nächten kaum Schlafen, weil ich immer wieder vom Husten aus dem Schlaf gerissen wurde. Am schlimmsten war die dritte Nacht. Jedes kleine Husten löste eine Kaskade von Folge-Hustenanfällen aus. Ich zwang mich, den Husten zu unterdrücken, bis ich schließlich doch einschlafen konnte. Am nächsten Tag war es nicht mehr so schlimm, in der nächsten Nacht konnte ich wieder ruhig schlafen. Wenn ich den Tag vorher ein paar Globuli genommen hätte, würde ich das vermutlich miteinander in Zusammenhang bringen. Aber so war es nur einfach die Selbstheilung des Körpers.

Gruß, Niels

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Nun behandelt er die eine Gruppe Patienten komplett aus
Schrank 1, die andere aus Schrank 2, wobei jeder Patient immer
aus dem gleichen Schrank behandelt wird. Seine Beobachtungen
über die Wirksamkeit schreibt er auf - mitsamt dem Hinweis,
aus welchem Schrank der Patient behandelt wurde.

Die Auswertung erfolgt durch Dritte (am besten ebenfalls
Leuten, die nicht wissen, welcher Schrank die Placebos
enthielt).

Sicher spielt damit auch die Erfahrung des Behandelnden in die
Ergebnisse ein, aber auch die ist ja Teil der Homöopathie.

Gruß, Niels

Toll Deine Idee, wenn Du genügend Leute findest mache ich gern mit. Da jeder Patient andere Mittel und unterschiedliche Potenzen benötigt, dürfte die Durchführung jedoch schwierig werden.
Hast Du noch nie etwas von kinesiologischen Tests, Elektroakupunktur nach Voll oder VEGA-Test gehört.
Natürlich können z.B bei psyschischen Belastungen auch „leere“ Globulis wirken.

Es ist nicht wie mit der Schulmedizin, wo ein Mittel mindestens
18 % Wirksamkeit!!! nachweisen muß und dann schon auf den Markt gelangen darf, obwohl es möglicher Weise bei 82 % aller Kranken wirkungslos ist und dazu noch schwere Nebenwirkungen verursachen kann.
Dabei wird auch gar nicht erst geprüft, ob es für den Patienten die geeignete Dosis des Wirkstoffs ist.