Hallo Jesse Bee,
ich habe eine email des vkhd, des Verband der klassischen Homöopathen Deutschlands hier reinkopiert.
Sehr geehrte(r) Kollegin/Kollege ...,
Vor etwa einer Woche informierten wir Sie über eine diskreditierende Medienkampagne gegen die Homöopathie, die einer Veröffentlichung in der weltweit renommierten Medizin-Zeitschrift "The Lancet" folgte. Inzwischen konnten wir weitere Fakten zum Thema recherchieren, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten und aus denen weitere, für uns positive Schritte folgen.
Erstens: es handelte sich keineswegs, wie es anfangs den Anschein hatte, nur um Artikel im Spiegel und einer Handvoll Tageszeitungen. Mittlerweile wissen wir durch unsere Kontakte auf internationaler Ebene, dass es sich hier um eine organisierte Medienkampagne handelt, mit hunderten ähnlicher Veröffentlichungen, die von Irland bis Südafrika, von den USA bis nach Indien publiziert wurden, einige sogar im TV. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang: die indischen Medien und Regierungsstellen verhielten sich durchaus pharmaziekritischer als die europäischen und wehrten sich gegen die unfaire Vor-Verurteilung des WHO-Berichts (siehe nächster Absatz).
Zweitens: die eigentliche Nachricht ist eine gute, nämlich der Entwurf eines sehr homöopathie-freundlichen WHO-Berichtes. Dies haben wir in der beiliegenden Presseinformation herausgestellt, die wir Ihnen hier per Anlage vor allem zur Information Ihrer Patienten, Bekannten usw. zur Verfügung stellen. Wir hoffen, dass die positive Beurteilung der Homöopathie trotz offensichtlichen politischen Drucks nun auch im offiziellen WHO-Bericht erscheinen wird.
Drittens wissen wir durch intensive Kontakte zu unseren europäischen Kollegen vom ECCH nun etwas mehr über die Quellenlage der zum Stein des Anstoßes gewordenen homöopathiekritischen Meta-Analyse: nur acht von den zur Vorauswahl herangezogenen 110 Homöopathiestudien wurden zur tatsächlichen Auswertung verwendet, von denen wiederum nicht eine einzige mit klassischer Homöopathie zu tun hatte! In drei Fällen wurden Komplexmittel verschrieben, in drei weiteren Fällen das 'Wundermittel' Oscillococcinum zur unspezifischen Behandlungen grippaler Infekte und in zwei Fällen wurden Arnika bzw. Euphrasia nach rein schulmedizinischen Gesichtspunkten verordnet.
Für all diejenigen unter Ihnen, die es genauer wissen wollen, empfehlen wir den Abschlussbericht des Schweizerischen Vereins Homöopathischer Ärztinnen und Ärzte zur oben genannten Meta-Analyse.
http://www.unioncomed.ch/pdf/Medienmitteilung_21_04_...
Es mag Sie beruhigen, dass die Studie mit Homöopathie eigentlich nicht viel zu tun hat. Die Ruhe ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: unter dem Deckmantel medizinischer Qualitätssicherung wurden in den letzten Jahren Konzepte einer so genannten "Evidenzbasierten Medizin (EBM)" etabliert, an denen sich auch die vom Lancet aufgewärmte Schweizer Studie orientierte. Unter dem Blickwinkel der EBM betrachtet wird es die Homöopathie zukünftig schwer haben ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, da die EBM, die mittlerweile als ein medizinischer Standard gilt, für die Beurteilung individualisierender Therapiemethoden denkbar ungeeignet ist.
Ich streite mich hier nicht rum, ob Homöopathie wirksam ist oder nicht, aber ich finde mal die andere Position zu sehen, ist vielleicht innerhalb der Diskussion ganz hilfreich.
Schönen Tag noch
Kerstin