Hi,
hier meldet sich besagte Freundin selbst.
Na ja, man sollte aber bei einem erwachsenen Menschen sehr
wohl davon ausgehen, dass der vorher entscheiden kann, was
verhandelt wird im Sprechzimmer und zur Not kann er / sie dann
immer noch sagen: Hör mal, was ich jetzt mit dem Arzt
besprechen möchte, ist nicht für deine Ohren, geh bitte raus.
Das ist keine vernünftige lösung, weil es ja schon schon die
möglichkeit vorrausstezt, dass evtl. etwas nicht für den
bgeleiter (bzw. dessen ohren) gedacht ist.
Da kann man vom arzt nicht verlangen, dass er bei jeder neuen
info erstmal abcheckt, ob der begleiter das wissen darf/soll.
Das erwarte ich auch gar nicht, wenn ich jemanden als Begleitperson mit ins Sprechzimmer nehme. Außerdem ist ein Arzt kein Beichtvater, dem ich persönliche Geheimnisse anvertrauen würde, auch wenn das leider in den bescheuerten Arztserien in der Glotze gern so dargestellt wird.
Ich suche einen Hausarzt, der fachlich kompetent ist und so viel Reife besitzt, daß er es nicht nötig hat, seine sogenannte ärztliche Autorität gegen den Patienten auszuspielen. Auf einen Gockel im weißen Kittel kann ich verzichten. Da ich, gerade was das Fachwissen betrifft, schon schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht habe (z.B. bin ich letztes Jahr von einem Hund gebissen worden und war damit bei zwei verschiedenen Ärzten, die nur eine Salbe draufschmierten und einen Verband drum machten; nach einigen Tagen fing die Wunde an zu stinken und zu eitern; ich bin dann damit zu meinem Tierarzt gegangen, der mich so behandelt hat, wie ich es eigentlich von einem Allgemeinmediziner erwartet hätte), und da sich meiner Erfahrung nach die fachliche Kompetenz oft umgekehrt proportional zum Imponiergehabe des Arztes verhält, wollte ich meinen Freund mit im Sprechzimmer haben, damit er den Arzt auch kennenlernt und wir hinterher unsere Eindrücke vergleichen können. Na ja, einen Eindruck haben wir ja sehr schnell bekommen, wenn auch einen schlechten!
Wenn das übrigens wirklich so geheim ist, was zwischen Arzt und Patient verhandelt wird, dann frage ich mich, warum der Arzt, bei dem wir waren, die Tür seines Sprechzimmers sperrangelweit offenstehen läßt und so laut herumplärrt, daß die gesamte Praxis mithören kann. Bevor wir an der Reihe waren, konnten wir hören, wie er eine alte Frau zusammengesch… hat, weil sie es wagte, ihm eine Frage zu einer Blutuntersuchung zu stellen. Sein Kommentar: „Das haben Sie seit zehn Jahren nicht gefragt, warum wollen Sie das denn jetzt auf einmal wissen?“ Die Frau bekam keine Antwort auf ihre Frage. Das konnten wir alles vom Wartezimmer aus mithören.
Z.b. das 15 jährige mädchen, das mit verdacht auf eine
blinddarmentzündung samt mutter kommt.
Ich bin 44, meine Freundin ist keine 15, sondern knapp 40
.
Dasändert rein gar nichts an der situation.
Hättest du lieber ein anderes beispiel?
„ach, nochwas. Ihr ausfluss ist übrigens ein tripper. Den
haben sie ja sicherlich von ihrer frau, weil die andere
alternative ja nur fremdgehen gewesen sein kann.“
Wenn ich fremdgegangen bin und nachher einen Ausfluß habe, bin ich sicher nicht so blöd, meinen Freund mit zum Gynäkologen zu nehmen. Warum glauben so viele Ärzte eigentlich, nur sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und die Patienten wären geistig unterbelichtet?
mfg,
Tanja