Alkohomissbrauch/Korsakoff - Hinweise und Tips?

Guten Tag! Ich möchte hier die Möglichkeit nutzen, Hilfe zu erhalten. Bin ratlos… Meine Mutter (55Jahre)ist durch langanhaltenden Alkohomissbrauch am Korsakoff Syndrom erkrankt. Alle Ärzte, die ich bis jetzt gesprochen habe, vertreten die Meinung, daß ich mich damit abfinden muß, aber das kann ich nicht. Bin für jeden Hinweis und Tip, was ich machen kann, dankbar.
Gemeint sind hier sowohl Hinweise zu Therapiechancen, als auch das verlorengegangene Kurzzeitgedächtnis zu trainieren…
Danke
Carlos Reguera

Hallo Carlos,

in den Jahren meiner Arbeit mit psychisch Kranken ist mir leider nicht ein Fall bekannt, in dem ein bereits bestehendes Korsakoff-Syndrom geheilt werden konnte oder wenigstens eine deutliche Verbesserung eingetreten ist. Ich weiß, das ist nicht die Antwort, die Du hören möchtest, aber das sind leider meine Erfahrungswerte. Wie weit ist die Krankheit Deiner Mutter denn fortgeschritten? Wenn Du das nicht hier im Forum erläutern möchtest, mail mich gerne an.
liebe Grüße Petra

Wie weit ist die Krankheit Deiner Mutter denn fortgeschritten?

Hallo Petra,
vielen Dank für Deine Antwort, auch wenn es nicht das ist was ich hören möchte, wie Du bereits bemerktest. Ich bin aber realistisch genug, zu wissen, daß es kaum Heilungschancen gibt.
Allerdings habe ich in einigen Büchern von einem geringen Prozentsatz gelesen, in dem eine Besserung eingetreten ist. Ausserdem soll es neuerdings Medikamente geben, welche die Unterbrechungen zu den einzelnen Gehirnpartien wieder anregen sollen.

Der Krankheitsverlauf meiner Mutter ist folgender:
Jahrzehntelanger, stetig ansteigender Alkoholkonsum. Im letzten Frühjahr/Sommer, dann kein Tag mehr ohne Alkohol. Im Oktober dann erste Anzeichen von Verwirrtheit und Gedächtnisverlust. Einlieferung in ein KH. Dort Komplikationen (MultiOrganversagen, Lungenentzündung, Darmverschluss etc.) Die Ärzte hatten die Hoffnung schon aufgegeben. Meine Mutter lag 8 Wochen im künstlichen Koma. Erstaunlicher Weise kam es zu einer Besserung und nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in einer Reha, kam sie Ende Januar wieder nachhause. Anfängliches fabulieren und die körperliche Konstitution verbesserten sich.
Allerdings fehlen eigener Antrieb und Kurzzeitgedächtnis gänzlich. Ein selbstständieges Leben scheint undenkbar momentan (zur Zeit wird sie von meiner 89 jährigen Oma betreut).
Ich erwarte keine Wunder, dennoch möchte ich versuchen ihr ein weitgehend eigenständiges Leben ermöglichen.
Das heisst, ich suche nach Trainingsmethoden zur Gedächtnismobilisation, nach Adressen für Therapiegruppen, nach neuen Erkenntnissen in der Medizin etc. …

falls Du fündig werden soltest, wäre es toll, wenn Du mir kurz bescheid sagst, würde mich sehr interessieren.
Gruß Petra