Prophylaxe - ein teures Vergnügen!?

Hallo,

ich habe vor kurzem einen neuen Zahnarzt suchen müssen. Dieser empfahl mir gleich bei der ersten Routineuntersuchung, doch mal einen Termin bei seiner Prophylaxe-Zahnarzthelferin zu machen.

Da war ich nun und bin auch wirklich gut informiert worden. Sie hat sich für mich Zeit genommen und hat alle meine Fragen beantwortet. Allerdings hat mich sehr gestört, dass sie im Lauf der Zeit um ihre Erklärungen deutlich zu machen immer gleich die entsprechenden Produkte geholt, angebrochen und benutzt hat. Und zwar ohne mich zu fragen. Am Ende stand ich da mit zwei verschiedenen Zahnpastas, einer Mundspülung, einer Zahnbürste, einer Zwischenraumzahnbürste und einem Päckchen Zahnzwischenraumreiniger, alles angebrochen und in meinem Mund benutzt, für den stolzen Preis von rund 23 Euro. Natürlich hätte ich sagen können, nee, danke, ich will das nicht, aber wer macht das denn schon?!

Ist das neuerdings so üblich? Muss ich mich darauf einstellen, dass ich jedes Mal, wenn ich das Behandlungszimmer betrete, sagen muss: „Halt, stop, ich bin Studentin, alles was zusätzlich Geld kostet, da fragen Sie bitte vorher!“?

Zusätzlich irritiert hat mich außerdem, dass sie mir manches völlig anders erklärt hat als ich es in der Prophylaxe bei meiner alten Zahnärztin gelernt habe. Woran kann das liegen?

Hi,

ja - Prophylaxe ist ein teures Vergnuegen, da es leider nicht von den Krankenkassen bezahlt wird.
Das, was Du allerdings bekommen hast, scheint mir nach Deiner Schilderung eher eine Verkaufs-Veranstaltung zu sein. Warum Du deshalb noch was bezahlen musstest, verstehe ich nicht ganz. :wink:

Eine richtige, professionelle Zahnprophylaxe dauert ca. 45 min; ist verbunden mit dem fachmaennischen Saeubern und polieren der Zaehne, Fluoridierung etc. pp.

Wenn Dein Zahnarzt das nicht anbietet - wechseln.
Dann kommst Du auch nicht in Gelegenheit, das naechste Mal voellig verdutzt da zu stehen.

Ansonsten gebe ich Dir Recht - leider ist es so, dass man immer haeufiger die Aerzte und Helferinnen in ihrem Tatendrang draengen muss (kann sie ja auch verstehen - wollen ja auch nur Geld verdienen :wink:.

Gruss
G

Hallo zusammen,

Zusätzlich irritiert hat mich außerdem, dass sie mir manches
völlig anders erklärt hat als ich es in der Prophylaxe bei
meiner alten Zahnärztin gelernt habe. Woran kann das liegen?

Das liegt wohl daran, daß es in der Dentalmedizin ständig neue Forschungserkenntnisse gibt. Ich habe mir früher nach dem Zähneputzen die Zahnzwischenräume mit Zahnseide gereinigt, jetzt soll man es vor dem Zähneputzen tun. Denn durch die Reinigung mit Zahnseide landen die Reste aus den Zwischenräumen auf den Zähnen. Sowas kann man z.B. durch Anfärben sichtbar machen.

Übrigens, was hat man dir denn alles anders erklärt?

Gruß

Maria

Übrigens, was hat man dir denn alles anders erklärt?

Der größte Unterschied war der deutliche Hinweis: Zahnseide ist scheiße. Denn sie reinigt den Zahnzwischenraum eben nicht vollständig, dafür muss man schon eine Zahnzwischenraumbürste nehmen. Zahnseide taugt folglich nichts. Das merkwürdigste an der ganzen Sache war, dass nicht nur meine ehemalige Zahnärztin und deren Prophylaxe-Tante mir das so beigebracht hat, sondern auch mein neuer Zahnarzt (der, in dessen Praxis die aktuelle Prophylaxe-Zahnarzthelferin arbeitet). Das hat mich schon sehr irritiert. Als ich sie darauf angesprochen habe, sagte sie nur: „Tja, auch Zahnärzte wissen nicht alles!“ — Hä??!

Hallo,

die Sache mit der Zahnseide verhält sich m.E. folgendermaßen:
Bei sehr engstehenden Zähnen gibt es kaum eine Alternative, wie will man da mit einer Bürste hinkommen? Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Ungewachste Zahnseide soll besser sein, da die gewachste Zahnseide nicht richtig säubert. Ich nehme trotzdem gewachste, da alles andere fürchterlich schmerzt. Zusätzlich nehme ich fluoridierte Zahnseide.

Interdentalbürsten sind schon sehr gut, denn die gibt`s in allen möglichen Größen und Ausführungen. Und die reinigen eben wie eine Zahnbürste, nur eben zwischen den Zähnen. Wie gesagt, aber nur, wenn die Zwischenräume groß genug sind.
Sollte es sich bei der Helferin um eine Fachhelferin (ZMF) handeln, wird sie wohl recht haben. Die sind meistens auf dem neuesten Stand. Sofern sie sich stets weiterbilden.
Aber daß Zahnseide generell „scheiße“ sein soll, höre ich zum ersten Mal.

Die Diskussion ob Zahnseinde gut oder schlecht ist, gibt`s übrigens schon seit 20 Jahren!

Ein Bekannter von mir hat übrigens auch diese Bürstchen von seiner Helferin empfohlen bekommen, und er litt sehr stark an Parodontitis.

Gruß

Maria