Behandelte Zitronen gefährlich?

Hallo zusammen,

ich habe die Anfrage bereits im Kochforum gestellt, aber irgendwie denke ich, dass ich hier besser aufgehoben bin.
Ich habe ein Zitronengetränk aus behandelten Zitronen getrunken. Diese wurden mit Schale im Getränk gekocht.
Die behandelten Stoffe waren Orthophenylphenol und Thiabendazol.

Im Internet konnte ich nicht wirklich viele Infos finden.

Ist das gefährlich?
Ich meine, wenn es wirklich so gefährlich wäre, dann würden solche Zitronen doch nicht verkauft werden, oder?

Freu mich riesig über eine schnelle Antwort.

Schönen Abend wünscht Euch
Sandra

Hi,
nun ja, Du isst ja auch anderer Obst und Gemüse, und auch das ist gespritzt, und selbst mit Abwaschen gehen lang nicht alle Schadstoffe weg.

Zitronen und Orangen sind zwar schon stärker gespritzt, aber nicht so, dass sie so ‚giftig‘ sind, dass Dir was passiert, wenn Du sie einmal isst!

just don’t make a habit of it… also, Du solltest das nicht regelmässig tun…

gruss, isabel

Hallo Isabel,

zur Klärung der Begriffe:

Auch mit den üblichen Pflanzenschutzmitteln gespritzte Zitrusfrüchte dürfen die Bezeichnung „unbehandelt“ tragen, wenn die Schale nach der Ernte nicht (in der Regel mit E231 gegen Schimmelpilzbefall) behandelt worden ist.

„Stärker“ oder „weniger stark“ ist relativ:

Alle durch Spritzen oder Sprühen aufgebrachten Pflanzenschutzmittel werden mehr oder weniger schnell metabolisiert; Orthophenylphenol (so heißt E231 ausgeschrieben) ist eine eher stabile Angelegenheit.

Es gibt bei Kulturpflanzen sehr unterschiedliche Anfälligkeiten und sehr unterschiedliche Wirkstoffe. Kulturpflanzen, die den vollen Cocktail Fungizide, Insektizide und teils auch Herbizide abkriegen, sind vor allem Sonderkulturen wie Tee, Tabak, Hopfen.

Zitronen kann man weitgehend ohne Pflanzenschutzmaßnahmen anbauen, in Monokulturen treten tierische Schädlinge auf, Pilzerkrankungen sind wenig dramatisch.

Kurzer Sinn: „Ungespritzte“ Zitronen können ohne weiteres behandelt sein, unbehandelte ohne weiteres „gespritzt“.

Die Toxizität von E231 ist offenbar nicht sicher geklärt, bei Unfällen in der Produktion (Kontakt mit hohen Dosierungen) hat es angeblich schon Todesfälle gegeben; Dosierungen in einer Größenordnung, die man ohne Brechreiz verzehren kann, dürften unproblematisch sein.

Andererseits ist die langfristige Toxizität der Schimmelpilze, die mit E231 gehemmt werden, zweifelsfrei.

Schöne Grüße

MM

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