Mein Vater hat Alzheimer. Beim Lesen von Fachliteratur wurde mir bewusst, dass auch ich eventuell schon Betroffene bin. Es sind mehrere Anzeichen die dafür sprechen.
ZB Die Vererbung, Black Out Momente, Überforderung bis Panikmomenten, dann Eschöpfung bis Resignation mit starken Selbstvorwürfen (einige Klinikaufenthalte wegen Depressionen),Grübelsucht, Schlafstörungen, Vergesslichkeit usw.
Ich bin jetzt 57 Jahre und im Moment geht es mir eigentlich gut. Ich habe einen neuen Arbeitsplatz wo ich weniger gefordert bin. Dennoch möchte ich gerne „Vorsorgen“ vor evtl neuen Attaken. Weiss mir jemand ob es Internetseiten für Frühbertoffene gibt? Wie es wirklich festgestellt werden kann? Gibt es wirkliche Hilfe ???
Für ein paar hilfreiche Tipps wäre ich Euch soooooooo dankbar.
Hallo Veronika, ich verstehe Deine Bedenken absolut, denn vor wenigen Jahren ging es mir genauso. Mein Vater war nach langem Leidensweg an Alzheimer verstorben, ich war aufgrund der beruflichen Belastung total ausgebrannt und hatte allerhand geistige und psychische Beschwerden. Ich dachte auch, ich hätte wohl die ersten Anzeichen und ging dann zum Arzt. Der vollzog mit mir einen ausführlichen Test und teilte mir dann mit, dass ich wohl zu diesem Zeitpunkt unterdurchschnittliche Gedächtnisleistungen hatte, aber nach dem, was zu jenem Zeitpunkt testbar ist, nicht von Alzheimer ausgegangen werden kann. Ich habe allerlei Konsequenzen gezogen, damit es mir wieder besser geht (u.a. spezielle Gedächtnis- und Konzentrationstrainings, habe aber auch meine berufliche Situation verändert), und kann heute sagen, dass ich diese Bedenken überhaupt nicht mehr habe. - Insofern möchte ich Dir Mut machen, mit einem/Deinem Arzt darüber zu sprechen, denn was Du schilderst scheint auch so komplex zu sein, dass Deine gefühlten Einschränkungen genauso von anderem herrühren können und da kann Dir einfach nur ein Fachmann helfen. Quäl Dich nicht lange! Toi, toi, toi, Eva
Hi,
ich denke mal weniger, dass Du ‚Frühbetroffene‘ bist, und deshalb was tun solltest, sondern: Die Wahrscheinlichkeit, dass Du später mal Alzheimers hast, ist höher als der Durchschnitt. (das geht mir ähnlich, aber ich bin erst 34. Meine Urgrossmutter hatte Alzheimers, meine Grossmutter verstarb zu früh, um A. gehabt zu haben, aber ihre Schwester, die noch lebt, hat heute auch starkes A.).
Nun, ich denke, Du solltest halt, während dein Gehirn noch fit ist, Taktiken erlernen, wie man den späteren Gedächtnisverlust einschränken bzw verlangsamen kann.
So gibt es Tricks mit Sachen aufschreiben, fotografieren, …
Und da wirst Du auch Sicher Sachen im internet finden. Oder ein gutes Buch zum Thema?
Danke für die Zeilen. Auch ich erlebe durch die berufliche Veränderung einen grossen Stressabbau. Ich versuche durch das Erlernen von Sprachen
mich zu fordern und meine Hausärztin denkt auch an Tests, hat aber ihre Bedenken, da diese je nach Tagesbefinden wenig Aussagekraft haben. Bücher verunsichern mich im Moment mehr wie sie mir helfen. Ich suche noch Betroffene mit denen ich mich austauschen könnte.
Danke Eva Gruss Veronika
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
bekanntlich gibt es bereits nachgewiesen wirksame MA-Prophylaxen, insbesondere für Frauen, bei denen der Krankheitsverlauf oft drastischer verläuft als bei Männern. Erkundige dich mal über Östrogensubstitution.
Danke für die Zeilen. Auch ich erlebe durch die berufliche
Veränderung einen grossen Stressabbau. Ich versuche durch das
Erlernen von Sprachen
mich zu fordern und meine Hausärztin denkt auch an Tests, hat
aber ihre Bedenken, da diese je nach Tagesbefinden wenig
Aussagekraft haben. Bücher verunsichern mich im Moment mehr
wie sie mir helfen. Ich suche noch Betroffene mit denen ich
mich austauschen könnte.
Danke Eva Gruss Veronika
Hi Veronika, dann gratuliere ich Dir, dass Du bereits den - m.E. richtigen - Weg eingeschlagen hast! Mein erster Schritt zum Gedächtnistraining ging genauso über Sprachen. Mein Arzt hatte mir den Hinweis gegeben, dass ich andere Dinge trainieren solle, als solche, bei denen ich ohnehin im Alltag gefordert bin. Also habe ich mit Sprachen und dann dem bewussten Erfassen von detaillierten Zeitungsinformationen angefangen. Im übrigen hatte ich mich seinerzeit zusätzlich an den entsprechenden Prof. an der nächsten Uniklinik gewandt … Dies nur als Hinweis auch für Dich, falls Du es bei den vagen Aussagen Deiner Hausärztin nicht belassen möchtest. Ausserdem gibt es eine Gesellschaft in D, die Hilfe für Betroffene von Alzheimer Erkrankten anbietet. Ich denke, dies könnte auch ein Weg sein, um Dir dort Rat einzuholen. Kannst Du sicher ergoogeln. Ich denke, Du solltest mit Deinen Gedanken und Ängsten wirklich nicht alleine bleiben und alles anzapfen, was möglich ist (ich halte es immer so, wenn ich Probleme habe, und gebe erst auf, wenn ich „zufrieden“ bin und damit leben kann). Ein weiterer Weg könnte sein (je nachdem, wo und wie Du wohnst), selbst eine Anzeige aufzugeben und gleichfalls Betroffene um Kontakt zu bitten, mit denen Du Dich dann treffen könntest. Ich wünsche Dir viel Kraft! Gruss Eva