Hallo Lina!
Ich bin Ende der 37.Woche, habe also noch etwa 3 Wochen bis zum Entbindungstermin.
Zum einen, Stress ist zwar nicht optimal, aber behindert wird Dein Kind mit Sicherheit nicht davon. Kollegen, die Dir mit sowas kommen, haben offen gesagt einfach nur einen Lattenschuss. Das sind dann auch die Leute, die Frauen die ganze Schwangerschaft durch beeinflussen wollen *ärger*
Aber, ich denke da an was ganz anderes. Wer garantiert Dir, dass die Schwangerschaft problemlos verläuft? Dass _DU_ nicht diejenige bist, die die Probleme bekommt?
Es gibt so viel an Zeug, was da auf einen zukommen kann, womit man einfach nicht rechnet. Das ist alles kein Muss, ich habe z.B. absolut keine Schwangerschaftsprobleme gehabt bisher, und das obwohl meine Schwangerschaft dank Vorerkrankung von Haus aus nicht unbedingt sorglos angegangen werden konnte. Genauso kann es aber eben andersherum sein, dass jemand völlig Gesundes auf einmal Probleme bekommt.
Zusätzlich, eine Schwangerschaft nimmt man nicht mal eben nebenbei mit. Zum einen verändert sich psychisch sehr sehr viel. Und nicht nur zum Positiven. Viele Schwangere sind unsicher, sehr sensibel und sentimental, oft traurig oder sogar leicht depressiv. Das alles kommt einem in einer Phase, in der man intensiv lernen möchte, nicht gerade zugute. Denn man kennt zwar die Ursache, es ist aber gleichzeitig eine, die sich eben nicht abstellen lässt. Hättest Du z.B. „normalen“ Beziehungsstress, könnte man den wohl abstellen für die Zeit des Lernens. Schwanger bleibst Du aber.
Auch für Deinen Partner verändert sich in dieser Zeit sehr viel, auch bei ihm kann es trotz aller Freude Phasen geben, in denen er unsicher ist, von dem Baby nichts wissen will, aus Deiner Sicht nicht genug auf Dich eingeht…das sind völlig normale Dinge, aber in der labilen Schwangerenseele tun die richtig weh.
Dann, die meisten Schwangeren klagen früher oder später über „Schwangerendemenz“, will heissen, man vergisst einfach alles mögliche und unmögliche. Schwangere bauen Hirnsubstanz ab, wieso, hat man noch nicht erforscht. Aber zum Lernen ist das ne ziemlich ungute Konstellation.
Sind so Dinge, die mir spontan eingefallen sind…als Anregung zum „Durchdenken“.
Eine Schwangerschaft ist was wunderschönes, aber wie oben geschrieben, die zieht man nicht nebenbei durch, das ist einer der Haupt-Lebensinhalte. Ich persönlich würde das nicht während so einer Prüfungsphase abhandeln wollen.
Noch ein Punkt…sollte die Prüfung schiefgehen und das für Dich gefühlsmässig eine Tragödie sein, wirkt sich das auch auf die Schwangerschaft aus.
Bei mir ist es zumindest so, dass mich alles, was im Alltag nicht richtig klappt, traurig macht. Meine Hauptaufgabe ist „brüten“, das will ich in Ruhe tun dürfen, ohne mir ständig Sorgen machen zu müssen. Traurige Stimmung bekommt so ein Baby nämlich schon mit, auch wenns keine körperlichen Schäden hinterlässt.
Liebe Grüsse
Bine