Transplantation Gebärmutter

Hallo Alleswissende!

Bitte kann mir einer erklären, warum es nicht möglich zu sein scheint, eine Gebärmutter zu transplantieren? Lebenswichtige Organe werden sozusagen am laufenden Band verpflanzt, warum geht das nicht mit der Gebärmutter???

Grüße von der unwissend, aber nicht doof sterben wollende
Sabine

Hallo Sabine,

auch als nicht-Medizinerin denke ich mal: Du hast die Antwort schon selbst gegeben! Es werden nur „lebenswichtige“ Organe verpflanzt, weil nämlich so eine Transplantation mit sehr vielen Risiken verbunden ist. Da ist zunächst mal die Operation selber, die ja immer gewisse Risiken birgt (Vollnarkose etc.). Dann kommt dazu das Problem, dass das fremde Organ abgestoßen werden könnte, was eine weitere Operation bedeuten würde. Und last, but not least: wer ein Organ transplantiert bekommen hat, muss auch wenn es vom Gewebetyp her paßt usw. sein Leben lang Medikamente nehmen, und zwar heftige, die das eigene Immunsystem unterdrücken, weil sonst das fremde Organ auf jeden Fall abgestoßen werden würde. Dazu kommen noch die immensen Kosten, die das Gesundheitssystem nur noch weiter belasten würden …

Deswegen finde ich persönlich z.B. auch schon die Transplantation von einer Hand zum Beispiel ziemlich grenzwertig, wenn jemand mit einer Prothese gut zurecht kommt. Da wäre mir das Risiko zu hoch, im Vergleich zum (möglichen, keineswegs garantierten) „Gewinn“.

VG,
Sibylle aus M

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Hallo Sibylle,

Auch Laienmeinung:

, im Vergleich zum (möglichen,
keineswegs garantierten) „Gewinn“.

Darin liegt’s IMO.
Da ich weiss, wie schwer es sein kann, auch bei einer
eigenen Gebaermutter die richtige Funktionen zu erhalten
(und das kann ja bloss das Kinderkriegen sein),
wuerde ich mal sagen, man kann das Ding bestimmt transplantieren,
aber es gibt keine Garantie und wahrscheinlich sogar nur
eine geringe Moeglichkeit, dass sie die Funktion aufnimmt.
Selbst wenn es mit den Anfaengen einer Schwangerschaft
klappt, wuerde wohl kaum jemand das Risiko eingehen wollen,
dass das Organ nach 6 Monaten einpackt und sagt: bis hier-
her und nicht weiter.

Und ein letzter Gedanke: warum ist es ueberhaupt so
wichtig eine funktionierende Gebaermutter zu haben?

Gruesse
Elke

Hallo Sibylle,

Hallo eklastic,

Auch Laienmeinung:

, im Vergleich zum (möglichen,
keineswegs garantierten) „Gewinn“.

Ist der zu erwartende Gewinn so gering zu bewerten dass man ein gewisses Risiko dafür in Kauf nimmt, vorausgesetzt, das Risiko ist abwägbar?

Darin liegt’s IMO.
Da ich weiss, wie schwer es sein kann, auch bei einer
eigenen Gebaermutter die richtige Funktionen zu erhalten
(und das kann ja bloss das Kinderkriegen sein),
wuerde ich mal sagen, man kann das Ding bestimmt
transplantieren,
aber es gibt keine Garantie und wahrscheinlich sogar nur
eine geringe Moeglichkeit, dass sie die Funktion aufnimmt.

Nun, ich denke, man sollte mal eine Frau fragen, die kein Kind bekommen kann, weil die Gm nicht funktioniert, ob sie dieses kalkulierbare Risiko eingehen würde, wenn sie dadurch ein Baby bekommen könnte.

Selbst wenn es mit den Anfaengen einer Schwangerschaft
klappt, wuerde wohl kaum jemand das Risiko eingehen wollen,
dass das Organ nach 6 Monaten einpackt und sagt: bis hier-
her und nicht weiter.

Warum? Wieviele Frauen unterziehen sich schwersten körperlichen und auch psychischen Eingriffen, um ein Baby zu bekommen.
Viele Schwangerschaften verlaufen unglücklich, aber wenn eine (!) davon glücklich verläuft und man die Eltern danach fragt, ob es das wert war, wirst du sicher hören JA!

Und ein letzter Gedanke: warum ist es ueberhaupt so
wichtig eine funktionierende Gebaermutter zu haben?

Um ein Baby zu bekommen?

Gruesse
Elke

Viele Grüße
Sabine

Hallo Sabine,

Auch Laienmeinung:

, im Vergleich zum (möglichen,
keineswegs garantierten) „Gewinn“.

Ist der zu erwartende Gewinn so gering zu bewerten dass man
ein gewisses Risiko dafür in Kauf nimmt, vorausgesetzt, das
Risiko ist abwägbar?

Wie willst du dieses Risiko abwaegen?
Es geht ja nicht nur um das Risiko funktioniert/funktioniert
nicht, sondern um das Risiko des eventuelle zu gebaerenden
Kindes.

Darin liegt’s IMO.
Da ich weiss, wie schwer es sein kann, auch bei einer
eigenen Gebaermutter die richtige Funktionen zu erhalten
(und das kann ja bloss das Kinderkriegen sein),
wuerde ich mal sagen, man kann das Ding bestimmt
transplantieren,
aber es gibt keine Garantie und wahrscheinlich sogar nur
eine geringe Moeglichkeit, dass sie die Funktion aufnimmt.

Nun, ich denke, man sollte mal eine Frau fragen, die kein Kind
bekommen kann, weil die Gm nicht funktioniert, ob sie dieses
kalkulierbare Risiko eingehen würde, wenn sie dadurch ein Baby
bekommen könnte.

Du hast gerade eine solche gefragt.
Nein, ich bin kein kalkulierbares Risiko eingegangen.
Diese kalkulierbaren Risiken sind IMHO sowieso eine
Vorspiegelung - denn Statistik nuetzt dem Einzelfall nichts.
Ausserdem wird hier eine Machbarkeit suggeriert, die
eine „Notwendigkeit“ erstmal kreiiert. Welche Frau -
um ein Extrembeispiel zu nennen - waere frueher ueberhaupt
auf die Idee gekommen, mit 55 noch ein Kind zu wollen?
Heute wird ihr suggeriert, das sei normal, weil machbar.

Selbst wenn es mit den Anfaengen einer Schwangerschaft
klappt, wuerde wohl kaum jemand das Risiko eingehen wollen,
dass das Organ nach 6 Monaten einpackt und sagt: bis hier-
her und nicht weiter.

Warum? Wieviele Frauen unterziehen sich schwersten
körperlichen und auch psychischen Eingriffen, um ein Baby zu
bekommen.

Die meiner Meinung nach selten gerechtfertigt sind.
Ich habe viel mit Frauen zu tun gehabt, die aus diesen
Machbarkeitszyklen sehr verletzt herausgekommen sind.
Frauen, die Fruchtbarkeitsbehandlungen, Operationen,
Fehlgeburten in groesserer Zahl hinter sich hatten.

Viele Schwangerschaften verlaufen unglücklich, aber wenn eine
(!) davon glücklich verläuft und man die Eltern danach fragt,
ob es das wert war, wirst du sicher hören JA!

Was sollen sie sonst sagen? Und ich frage mich, ob dieses
eine „Wunderkind“ mit dieser Buerde, die ihm schon vor der
Geburt, ja vor der Zeugung auferlegt wurde, gluecklich
werden kann.

Und ein letzter Gedanke: warum ist es ueberhaupt so
wichtig eine funktionierende Gebaermutter zu haben?

Um ein Baby zu bekommen?

Ein Baby zu bekommen, kann etwas Wunderschoenes sein.
Aber dieser Machbarkeitswahn suggeriert (schon wieder
dieses Wort! sorry!), dass es etwas Notwendiges ist,
etwas, dass frau einfach mitgemacht haben muss, etwas,
ohne dass das Leben nicht lebenswert waere.

Wenn jemand versucht, schwanger zu werden und das
klappt nicht auf Anhieb, gibt es Methoden, dem nachzuhelfen.
Es kommt irgendwann der Punkt, wo eine Grenze ueberschritten
wird, und wo dann nicht mehr das Wohl des ungeborenen/unge-
zeugten Kind im Vordergrund steht. Diese Grenze mag
von Fall zu Fall anders gezogen werden, aber bei vielen
Methoden heute (z.B. Hormonbehandlungen von
ueber 45jaehrigen und Ei/Embryospenden und Leihmutterschaft)
ist diese Grenze fuer mich ueberschritten.
Fuer mich persoenlich habe ich diese Grenze zusammen
mit meinem Partner bereits viel frueher gezogen und nicht
ueberschritten.

Gruesse
Elke

4 „Gefällt mir“

Hi,

Und last, but not least: wer ein
Organ transplantiert bekommen hat, muss auch wenn es vom
Gewebetyp her paßt usw. sein Leben lang Medikamente nehmen,
und zwar heftige,

ob sich diese Medikamente mit einer Schwangerschaft überhaupt vertragen würden wage ich zu bezweifeln. Und einen anderen Grund für eine Gebärmuttertransplantation gibts ja wohl nicht.

Grüße,
J+

ganz abgesehen von allen anderen Argumenten:
Da man nach einer Transplantation heftige Medikamente schlucken muss, damit das Organ nicht abgestossen wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass ne Schwangerschaft dann das allerbeste wäre.

Unabhängig davon, welches Organ transplantiert wurde.

gruss, isabel

Hi Sabine!
Hier mal meine Halblaienmeinung: Der Zyklus der Frau ist einem komplizierten Hormonkreislauf unterworfen. Ich kann mir dementsprechend nicht vorstellen, dass die Gebärmutter nach einer Transplantation ihren „Dienst“ wieder aufnehmen würde. Das alles hängt ja nicht nur von der Gebärmutter ab, sondern auch von den Eierstöcken. Der Hormonhaushalt muss sich (wie wir Frauen alle mehr oder minder schmerzlich in unserer Jugend erfahren mussten) im Körper erst einspielen, und das ist schon schwer genug, wenn es das eigene und kein Fremd-Gewebe ist. Und was will man mit einer transplantierten Gebärmutter, wenn sie ihre eigentliche Funktion - das Gebären - höchstwahrscheinlich nicht erfüllen kann?
Vielleicht kann ja mal ein medizinisch versierterer Mensch was dazu sagen, inwieweit es möglich ist, dass sich die fremde Gebärmutter dem Hormonhaushalt anpassen könnte. Vielleicht seh ich da ja was falsch…

Gruß, Dine

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Hi Isa,

Da man nach einer Transplantation heftige Medikamente
schlucken muss, damit das Organ nicht abgestossen wird, kann
ich mir nicht vorstellen, dass ne Schwangerschaft dann das
allerbeste wäre.

Da hab ich noch gar nicht dran gedacht, zu sehr im
Privaten gefuehlt … (warum einfach denken und argumentieren,
wenn’s auch kompliziert geht!?)
aber natuerlich hast du Recht. Hier gibt’s doch
ein paar User die persoenliche Erfahrung mit Transplantation
haben. Ich dachte immer, dass man nicht nur nach
der T. sondern bis ans Lebensende Medikamente gegen das
Abstossen schlucken muss. Stimmt das?

Gruesse
Elke

Hi Elke

Ich dachte immer, dass man nicht nur nach
der T. sondern bis ans Lebensende Medikamente gegen das
Abstossen schlucken muss. Stimmt das?

nach der Tx Immunsuppressiva ist bis ans Lebensende, wie lang das auch sein mag.

Helge

1 „Gefällt mir“

Hallo Sabine,

Hallo Eklastic,

Ist der zu erwartende Gewinn so gering zu bewerten dass man
ein gewisses Risiko dafür in Kauf nimmt, vorausgesetzt, das
Risiko ist abwägbar?

Wie willst du dieses Risiko abwaegen?

Hier gebe ich dir recht, das Risiko ist durchaus hoch.

Es geht ja nicht nur um das Risiko funktioniert/funktioniert
nicht, sondern um das Risiko des eventuelle zu gebaerenden
Kindes.

Das Risiko ist durchaus als zu hoch anzusehen. Habe ich noch nicht drüber nachgedacht.

Darin liegt’s IMO.
Da ich weiss, wie schwer es sein kann, auch bei einer
eigenen Gebaermutter die richtige Funktionen zu erhalten
(und das kann ja bloss das Kinderkriegen sein),
wuerde ich mal sagen, man kann das Ding bestimmt
transplantieren,
aber es gibt keine Garantie und wahrscheinlich sogar nur
eine geringe Moeglichkeit, dass sie die Funktion aufnimmt.

Das weiß ich nicht, darum habe ich nachgefragt, denn wenn lebensnotwendige Organe verpflanzt werden, habe ich mich gefragt, warum nicht die Gebärmutter. Es gibt viele junge Frauen, die keine mehr haben, dass es mich interessierte, warum das nicht gehen soll.

Nun, ich denke, man sollte mal eine Frau fragen, die kein Kind
bekommen kann, weil die Gm nicht funktioniert, ob sie dieses
kalkulierbare Risiko eingehen würde, wenn sie dadurch ein Baby
bekommen könnte.

Du hast gerade eine solche gefragt.
Nein, ich bin kein kalkulierbares Risiko eingegangen.
Diese kalkulierbaren Risiken sind IMHO sowieso eine
Vorspiegelung - denn Statistik nuetzt dem Einzelfall nichts.

Ich denke, dass es keine Statistik dazu geben kann. Entweder es funktioniert oder nicht. Als die ersten Herzen verpflanzt wurden, war das Geschrei darum groß. Die ängstlichen riefen, das kann nicht funktionieren, die Gläubigen riefen Gotteslästerung, die Mehrheit schrie UNMORALISCH, aber was ist heute? Heute ist es „normal“, und wenn es nicht klappt aus welchen Gründen auch immer, ist halb Deutschland traurig…

Ausserdem wird hier eine Machbarkeit suggeriert, die
eine „Notwendigkeit“ erstmal kreiiert. Welche Frau -
um ein Extrembeispiel zu nennen - waere frueher ueberhaupt
auf die Idee gekommen, mit 55 noch ein Kind zu wollen?
Heute wird ihr suggeriert, das sei normal, weil machbar.

Das finde ich auch extrem, meiner Meinung nach auch überflüssig. Denn dabei wird nicht bedacht, wie sich das 10-jährige Kind fühlt, wenn Mama oder Papa mit 60/70 am Herzinfarkt stirbt oder sowas in der Art. Andererseits können manche 50/60 jährige sicher besser für ein Kind sorgen, mit mehr Gelassenheit als manch junges Paar. Damit meine ich durchaus die seelische Entwicklung. Und das geht nicht mehr, weil sie für eine Adoption etc bereits zu alt sind. Aber für schwerst traumatisierte Kinder wären vielleicht diese Eltern genau die richtigen.
Damit möchte ich ausdrücken, dass ich der Meinung bin, dass ältere Eltern durchaus noch gut ein Kind aufziehen könnten, auch hier natürlich nicht alle. Da muß es ja nicht zwingend ein eigenes Neugeborenes sein, oder?
Aber das verwehrt der Staat. Irgendwie ein Teufelskreis.

Wieviele Frauen unterziehen sich schwersten
körperlichen und auch psychischen Eingriffen, um ein Baby zu
bekommen.

Die meiner Meinung nach selten gerechtfertigt sind.
Ich habe viel mit Frauen zu tun gehabt, die aus diesen
Machbarkeitszyklen sehr verletzt herausgekommen sind.
Frauen, die Fruchtbarkeitsbehandlungen, Operationen,
Fehlgeburten in groesserer Zahl hinter sich hatten.

Ja, ich kenne auch einige davon.
Die ich kenne, würden aber immer wieder neue Versuche starten, was zugegeben, durchaus manchmal schon als ungesunde Fixierung betrachtet werden kann und eine entsprechende therapeutische Begleitung sollte hier selbtverständlich dazugehören.

Viele Schwangerschaften verlaufen unglücklich, aber wenn eine
(!) davon glücklich verläuft und man die Eltern danach fragt,
ob es das wert war, wirst du sicher hören JA!

Was sollen sie sonst sagen? Und ich frage mich, ob dieses
eine „Wunderkind“ mit dieser Buerde, die ihm schon vor der
Geburt, ja vor der Zeugung auferlegt wurde, gluecklich
werden kann.

Das weiß ich nicht, frag das erste Retortenkind, wie es sich fühlt, wie es damit fertig wird und ob es seine Entstehung als Bürde oder als Geschenk betrachtet.
Denn ohne dieses Geschenk der Ärzte würde es heute nicht leben und auch nicht lachen, weinen, glücklich/unglücklich sein, einfach nur leben…

Und ein letzter Gedanke: warum ist es ueberhaupt so
wichtig eine funktionierende Gebaermutter zu haben?

Um ein Baby zu bekommen?

Ein Baby zu bekommen, kann etwas Wunderschoenes sein.
Aber dieser Machbarkeitswahn suggeriert (schon wieder
dieses Wort! sorry!), dass es etwas Notwendiges ist,
etwas, dass frau einfach mitgemacht haben muss, etwas,
ohne dass das Leben nicht lebenswert waere.

Das sehe ich etwas anders. Ich habe 2 Kinder und beide waren für mich nicht Kinder, welche ich bekommen mußte, um mich als Frau zu fühlen, sondern weil ich sie wollte. Ich lasse mir von niemanden suggerieren, was ich tun muss, um mich wie zu fühlen.

Wenn jemand versucht, schwanger zu werden und das
klappt nicht auf Anhieb, gibt es Methoden, dem nachzuhelfen.
Es kommt irgendwann der Punkt, wo eine Grenze ueberschritten
wird, und wo dann nicht mehr das Wohl des ungeborenen/unge-
zeugten Kind im Vordergrund steht.

Ich stimme dir durchaus zu, oft können Paare auch kein Baby bekommen, weil einfach ihre Gene nicht zueinander passen. Hier bin ich der Meinung, dass müsse auch so akzeptiert werden, aber …

Diese Grenze mag

von Fall zu Fall anders gezogen werden, aber bei vielen
Methoden heute (z.B. Hormonbehandlungen von
ueber 45jaehrigen und Ei/Embryospenden und Leihmutterschaft)
ist diese Grenze fuer mich ueberschritten.

warum kann dieses vermutlich gute, junge und nette, erziehungsfähige Paar nicht durch eine Eizellenspende ein Kind bekommen dürfen? Was spricht dagegen? Denkst du, Kinderkriegen ist ein Privileg für manche Frauen? Ich denke das nicht, und wenn im vertretbaren Rahmen (welcher natürlich beim Handel aufhört! Siehe England) unter gesetzlich geregelten Bedingungen eine solche Fruchtbarkeit gelingt, was ist daran verwerflich?
Ich finde es verwerflicher, einem Menschen diese Glück einfach zu verbieten und ihn zum Straftäter zu machen, wenn er diesen Weg gehen möchte.
Ich für meinen Teil würde sofort Eizellen spenden, wenn es erlaubt wäre, einfach weil ich weiß, wie wunderbar das Leben mit Kindern ist und ich jeder Frau das gleiche Glück gönne!

Ich stimme dir voll zu, was das Alter von werdenden Eltern betrifft, da müssen durchaus Grenzen gesetzt sein.

Fuer mich persoenlich habe ich diese Grenze zusammen
mit meinem Partner bereits viel frueher gezogen und nicht
ueberschritten.

Das ist eure persönliche Grenze, aber gilt die auch für jeden anderen? Wäre nicht ganz gerecht oder?

Gruesse
Elke

Liebe Grüße
Sabine

Hallo Helge,

ein guter Freund von mir hat eine Spenderniere (inzwischen die 2., die erste wurde abgestoßen), welche seit Jahren gute Dienste leistet. Er bekommt Cortison, inzwischen unter 5mg! pro Tag.

Wenn ich Allergieschübe habe, bekomme ich auch heute in der Moderne der Medizin höhere Cortisondosen als er. Und wenn die Allergien heftig sind, brauche ich 10mg Cortison täglich über einen begrenzten Zeitraum.

Er hat vor einem Jahr geheiratet und fragte seinen Arzt, ob es besser wäre sich sterilisieren zu lassen, wegen der Medikamente und der Gefahr für evtl. entstehendes Leben. Dieser, der ihn seit Jahren betreut, meinte, das Risiko eines geschädigten Kindes wäre nicht höher als bei jedem anderen Mann auch…

Tja, was ist denn jetzt richtig? Besser doch sterilisieren? Wie hoch ist denn die Gefahr, das der Fötus geschädigt ist?

Fragende Grüße
Sabine

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Hi Sabine,

kurz zu einigen Punkten.
Ich lese viel bei Adoptionsforen mit. Es wird Aussenseiter
vielleicht erstaunen, aber viele Adoptierte fordern laut-
stark den Verbot jeglicher Adoption, zumindest aber die
extreme Einschraenkung von Adoptionen. Wenn das Thema
interessiert, kann man sich z.B. hier
http://adoption.de/kommunikation.htm
in einigen Threads einlesen. Aber nicht wundern,
wenn es heftig wird.

Die Diskussion des (Un)Fruchtbarkeitsthemas dreht sich
viel zu sehr darum, was die Unfruchtbarkeit fuer die
Moechtegerneltern bedeutet. Es sollte viel mehr im
Mittelpunkt stehen, was die erfolgreich behandelte
Unfruchtbarkeit fuer die geborenen Kinder bedeutet.

Gruesse
Elke

Antworten

Hi Sabine,

Hi auch!
zunächst: Mir ist klar, das Thema hat sich etwas gewandelt und gehört eigentlich in ein anderes Brett!! Sorry, aber ich muss nochmal drauf antworten! (Danke:o))

kurz zu einigen Punkten.
Ich lese viel bei Adoptionsforen mit. Es wird Aussenseiter
vielleicht erstaunen, aber viele Adoptierte fordern laut-
stark den Verbot jeglicher Adoption, zumindest aber die
extreme Einschraenkung von Adoptionen. Wenn das Thema
interessiert, kann man sich z.B. hier
http://adoption.de/kommunikation.htm
in einigen Threads einlesen. Aber nicht wundern,
wenn es heftig wird.

Ich habe in den link geklickt und mich etwas eingelesen. Heftig finde ich nur, dass es so viele unglückliche Erwachsene gibt, die ihrer Vergangenheit soviel Freiraum einräumen und ermöglichen, diesen Stillstand in ihrem Leben auszulösen. Denn diese Menschen sind so tief traurig, dass sie das LEBEN an sich völlig ausser acht lassen.

Wir hatten uns mit dem Thema Adoption soweit auseinander gesetzt, dass wir bereit waren, ein Kind zu adoptieren, alles geleistet haben, was gefordert wurde, um jetzt vor einer Woche zu erfahren, dass wir keine reele Chance haben, ein Kind aufnehmen zu dürfen. Wir 39, 43 und 9 Jahre alt, Haus, gesunde Einstellung, gesunde Familie mit allem gewappnet, was man so braucht (eigene Erfahrungen, Lebenserfahrung, Gefühlen, gelesenen Büchern, Gesprächen mit anderen Gleichgesinnten etcpp). Wir sind dann, wenn wir an der „Reihe“ wären, zu alt um zu adoptieren …

Super Nummer!!! Wir hören gute Musik, fahren Motorrad, gehen auf Volksfeste für das Kind, haben Viecher ohne Ende, sind aufgeschlossen, auch anders Denkenden gegenüber, leben und leben lassen, haben ein großes Verantwortungsgefühl auch anderen gegenüber und besonders Kinder betrachten wir als Schutzbefohlene.
Das bedeutet für uns, das wir uns auch für fremde Kinder einsetzen, wenn sie uns brauchen ohne Rücksicht darauf nehmen zu müssen, ob das den austeilenden Erwachsenen gefällt oder nicht. Uns interessiert auch nicht, dass wir uns damit nicht viele Freunde schaffen oder sich diese überfordert abwenden.

Warum ist es scheinbar so belastend für adoptierte Menschen, in ein Leben geboren zu werden, das nicht die Grundlage für ein Aufwachsen bei „seinen“ Menschen ermöglicht, aber durch die Adoption eine Möglichkeit erhält, doch eine Chance auf ein Leben zu bekommen?

Ich gehe davon aus, dass man ein Kind aufnimmt, weil man es lieben möchte, nicht um es zu quälen.

Wie erwähnt habe ich Kinder und hätte gern noch ein Kind aufgezogen, mit der gleichen Sorgfalt wie unserer Tochter gegenüber.

Ich kompensiere mit diesem Wunsch keine eigenen Probleme, denn ich durfte bereits Kinder gebären und es ist für mich kein Unterschied, ob ich sie geboren habe oder mir Kinder fremd sind und vertraute „meine“ Kinder werden. Ich mag Kinder einfach nur gern.

Die Diskussion des (Un)Fruchtbarkeitsthemas dreht sich
viel zu sehr darum, was die Unfruchtbarkeit fuer die
Moechtegerneltern bedeutet.

Haben die sogenannten „Möchtegerneltern“ kein Recht darauf, selbst zu entscheiden, Kinder groß ziehen zu wollen? Warum darf eine Frau nicht eigenständig entscheiden, dass sie Mutter sein möchte, unabhängig von Staat, Familie, Nachbarn etc?
Wir wollen immer so liberal sein, so viele schreiben sich „Toleranz“ auf die Fahne und bekräftigen damit nur die Intoleranz ihres Denkens!

Warum darf ein Paar sich nicht entscheiden, wir können „so“ kein Kind bekommen, also gehe ich den medizinischen Weg und bekomme ein Baby über eine Samenspende/Eizellenspende.
Warum ist es ok, Samen zu spenden um ein Kind ins Leben zu bringen, aber Eizellen fallen unter „SKANDAL/ILLEGAL/GESETZESVERSTOSS/STRAFFÄLLIG!!!“?

Ich habe kurz angerissen von meinem Freund mit der Spenderniere erzählt, er wäre jetzt tot, wenn er nicht die Niere hätte, warum ist das so schrecklich, wenn er leben darf, weil er eine Niere geschenkt bekommen hat?

Und ist denn eine Eizellspende/Samenspende/Leihmutterschaft was anderes?
Ich denke nicht. Denn hier geht es darum, dass Leben noch lebenswerter zu machen und wenn man mit den Thema offen und TOLERANT umgehen würde, gäbe es viele Probleme weniger!

Es sollte viel mehr im

Mittelpunkt stehen, was die erfolgreich behandelte
Unfruchtbarkeit fuer die geborenen Kinder bedeutet.

Meinst du nicht, dass man einfach mal sagen sollte, dass es wunderbar ist, dass es diesen Menschen gibt, viele der in dem Adoptionsforum postenden Menschen sind Erwachsene mit eigenen Familien/Kindern. Denkt eigentlich mal einer daran, dass sie das wunderbare Glück dieser Familie nicht hätten, wenn sie nicht adoptiert worden wären, denkt einer daran, dass sie sicher nicht diese wunderbaren Kinder hätten, wenn sie statt der Adoption vielleicht hätten nicht überleben können? Es wäre der Welt dadurch viel Schönes genommen worden, wenn sie nicht adoptiert worden wären, denn dann hätte es dies ganzen vielen nachfolgenden Menschen nicht gegeben, Männer hätten die Liebe ihres Lebens nicht getroffen, Frauen nicht erfahren wie schön und manchmal furchtbar schwer es ist Kinder zu erhalten, sie zu gebären und für sie zu sorgen, mit Liebe und auch mit einem liebenden, schützenden Partner.

Wenn ich meine 9-jährige Tochter frage, ob sie nicht gern leben würde, wenn sie ein Arzt im Reagenzglas gebaut hätte, fragte sie mich, ob ich noch ganz dicht wäre, es wäre doch egal, wie sie gezeugt würde, hauptsache sie lebte.
Meine 19-jährige Tochter sieht das auch so.

Das sind junge Menschen, die mit den Errungenschaften der Technologie anders umgehen können als wir es tun, oftmals toleranter und aufgeschlossener sind als wir es je sein können. Die auch weniger Angst davor haben.

Und wenn Erwachsene offener mit ihren adoptierten Kindern umgehen würden, die ganze Sache weniger spektakulär machten durch mehr Offenheit, würden sicherlich viele der in dem Forum geschilderten Probleme nicht existieren.

Gruesse
Elke

Liebe Grüße
Sabine

Hi Sabine,

Erstmal moechte ich betonen (auch fuer andere), dass
ich mit dem Wort „Möchtegerneltern“ nichts Negatives
ausdruecken wollte. Wir haben in Suedafrika adoptiert,
dort zaehlten die, die auf Adoption warteten zu den
‚couples in waiting‘, privat haben wir das immer mit
M. uebersetzt. DAss das niht adaequat ist, weiss ich,
halt nur eben privater Sprachgebrauch.

Samenspende Eizellenspende.
Auch Samenspende ist in Ado-Kreisen umstritten.
Mit Sicherheit die anonyme Samenspende.
„Jeder Mensch hat ein Recht darauf, seine Wurzeln zu kennen.“

Ich habe kurz angerissen von meinem Freund mit der
Spenderniere erzählt, er wäre jetzt tot, wenn er nicht die
Niere hätte, warum ist das so schrecklich, wenn er leben darf,
weil er eine Niere geschenkt bekommen hat?

Das ist kein Mensch.

Und ist denn eine Eizellspende/Samenspende/Leihmutterschaft
was anderes?

Weil das „Endergebnis“ ein Kind ist, das nie gefragt werden kann,
ob es auf diese Weise entstehen moechte.

Meinst du nicht, dass man einfach mal sagen sollte, dass es
wunderbar ist, dass es diesen Menschen gibt, viele der in dem
Adoptionsforum postenden Menschen sind Erwachsene mit eigenen
Familien/Kindern. Denkt eigentlich mal einer daran, dass sie
das wunderbare Glück dieser Familie nicht hätten, wenn sie
nicht adoptiert worden wären, denkt einer daran, dass sie
sicher nicht diese wunderbaren Kinder hätten, wenn sie statt
der Adoption vielleicht hätten nicht überleben können?

Doch, die Adoptiveltern denken im Allgemeinen so.
Sie trauen es sich nur nicht mehr so oft laut zu sagen.
Denn es ist ein Glueck, dass auf dem Unglueck von anderen
aufgebaut ist (naemlich der Herkunftseltern).

Es wäre
der Welt dadurch viel Schönes genommen worden, wenn sie nicht
adoptiert worden wären, denn dann hätte es dies ganzen vielen
nachfolgenden Menschen nicht gegeben, Männer hätten die Liebe
ihres Lebens nicht getroffen, Frauen nicht erfahren wie schön
und manchmal furchtbar schwer es ist Kinder zu erhalten, sie
zu gebären und für sie zu sorgen, mit Liebe und auch mit einem
liebenden, schützenden Partner.

Du schreibst aus einer Position der Enttaeuschung heraus.
Das kann ich verstehen. Aber wie soll Adoption ohne Kontrolle
funktionieren?

Wenn ich meine 9-jährige Tochter frage, ob sie nicht gern
leben würde, wenn sie ein Arzt im Reagenzglas gebaut hätte,
fragte sie mich, ob ich noch ganz dicht wäre, es wäre doch
egal, wie sie gezeugt würde, hauptsache sie lebte.

Weil sie sich gar nicht vorstellen kann, wie das ist,
wenn man diesen Hintergrund hat. Auch ich kann nur annaehernd
wissen, was es fuer meine Kinder bedeutet, nicht bei ihren
Herkunftsfamilien aufzuwachsen – nie jemanden zu kennen,
der mit ihnen biologische verwandt ist, immer zu wissen: da
draussen gibt es ein anderes Leben, das ich leben koennte,
viel, viel konkreter als das jeder von sich vorstellen kann.

Meine 19-jährige Tochter sieht das auch so.

Das sind junge Menschen, die mit den Errungenschaften der
Technologie anders umgehen können als wir es tun, oftmals
toleranter und aufgeschlossener sind als wir es je sein
können. Die auch weniger Angst davor haben.

Und die trotzdem mit den gleichen, fundamentalen Problemen
zu kaempfen haben, den Fragen: wer bin ich, wo komme ich
her, wo gehe ich hin – und die an diese Fragen fundamental
anders herangehen (muessen) als Nicht-Adoptierte.

Und wenn Erwachsene offener mit ihren adoptierten Kindern
umgehen würden, die ganze Sache weniger spektakulär machten
durch mehr Offenheit, würden sicherlich viele der in dem Forum
geschilderten Probleme nicht existieren.

Das ist die Hoffnung vieler juengerer Ado-Eltern. Ob wir damit
wirklich richtig liegen, werden wir erst in 20, 30 Jahren wissen,
wenn unsere Kinder erwachsen sind und das beantworten koennen.

Ich verstehe, dass ihr enttaeuscht ueber die Ablehnung seid
und natuerlich kann ich sie nicht kommentieren. Aber selbst
Paare ohne leibliche Kinder haben mit der gleichen Alters-
grenze zu kaempfen. Es ist nunmal so, dass es in Deutschland
(wie in der ganzen westlichen Welt) wesentlich mehr Menschen
einen Adoptionswunsch haben, als es Kinder gibt, die adoptiert
werden koennen. Und da Adoption immer heisst: es werden
Eltern fuer Kinder gesucht (und nicht Kinder fuer Eltern),
heisst das, dass die Jugendaemter Kriterien aufstellen koennen.
Dass Alter auch bei biologischer Elternschaft ein Thema ist,
das diskutiert wird, konnte man vor wenigen Tagen im L&L Brett
sehen. Bei Adoptivkindern finde ich das noch angebrachter,
weil diese Kinder meist etwas mehr Turbulenz in ihre Familien
bringen.
Viele Paare, die von Jugendaemtern fuer Inlandadoptionen abgelehnt
wurden, suchen deshalb den Weg der Auslandsadoption. Auch dort
gibt es Kriterien, allerdings oft weitergefasst als bei Inlands-
adoptionen. Ob das richtig ist, kann man diskutieren - gerade
auslaendische Kinder, die in Deutschland adoptiert werden, brauchen
mehr nicht weniger Kompetenz, aber es ist - ganz brutal - eine
Frage der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage.

Ansonsten: you have mail.

Gruesse
Elke

Hi Sabine,

Hallo Elke,
hiernach dann per mail :o)

Erstmal moechte ich betonen (auch fuer andere), dass
ich mit dem Wort „Möchtegerneltern“ nichts Negatives
ausdruecken wollte. Wir haben in Suedafrika adoptiert,
dort zaehlten die, die auf Adoption warteten zu den
‚couples in waiting‘, privat haben wir das immer mit
M. uebersetzt. DAss das niht adaequat ist, weiss ich,
halt nur eben privater Sprachgebrauch.

Hört sich ein bisschen negativ an … aber mit dem Hintergrund ist es wohl ok

Samenspende Eizellenspende.
Auch Samenspende ist in Ado-Kreisen umstritten.
Mit Sicherheit die anonyme Samenspende.
„Jeder Mensch hat ein Recht darauf, seine Wurzeln zu kennen.“

Stimme ich dir zu, darum plädiere ich dafür, keine anonymen Eltern/Hinterbliebenen-Eltern/ Spender zuzulassen.
Kennst du denn die ELtern deiner (Adoptiv)Kinder und hast du die Möglichkeit, mit deinen Kindern zu ihren Ursprüngen zu reeisen und sie entsprechend zu begleiten?
Das war eine Grundvoraussetzung für uns, dass ein Kontakt für das Kind möglich ist, wenn es das möchte.
Nicht jede Frau, die ein Kind abgibt, tut das aus Egoismus, sondern viele aus einer Not heraus. Und ich möchte mein Glück nicht auf dem Unglück eines anderen aufbauen.
Warum muß ein Mensch den Kontakt gänzlich aufgeben, nur weil er für einen anderen nicht sorgen kann oder darf? Das ist doch krank, denn nicht jede Mama die ihr Kind abgibt, liebt dieses Kind nicht oder hasst es sogar, eher im Gegenteil! Was gibt es für einen größeren Liebesbeweis, das Kind abzugeben, statt es mit Krampf oder Gewalt aufzuziehen, nur aus dem Egoismus seiner selbst oder der Familie/Nachbarn heraus? Daraus kann durchaus eine konstruktive Beziehung ohne die beschriebenen Probleme entstehen.
Wir haben über den Umgang mit Ex-Eltern/-familien viel in einem Seminar gelernt. Und da haben wir auch viel über uns nachgedacht und sicher auch viele eingefahrene Meinungen revidiert, nur weil wir die Dinge aus anderen Perspektiven betrachteten.

Ich habe kurz angerissen von meinem Freund mit der
Spenderniere erzählt, er wäre jetzt tot, wenn er nicht die
Niere hätte, warum ist das so schrecklich, wenn er leben darf,
weil er eine Niere geschenkt bekommen hat?

Das ist kein Mensch.

Ich wollte damit sagen, dass er als Mensch keine Chance gehabt hätte, wenn diese Möglichkeit nicht gewesen wäre. Und diesen Punkt kann man durchaus auch mitdisskutieren, denn ohne diese Möglichkeiten gäbe es manches Leben nicht und das sollte man durchaus zu bedenken geben.

Und ist denn eine Eizellspende/Samenspende/Leihmutterschaft
was anderes?

Weil das „Endergebnis“ ein Kind ist, das nie gefragt werden
kann,
ob es auf diese Weise entstehen moechte.

Werden denn Kinder gefragt, ob sie zur Welt kommen möchten? Ich meine jetzt leibliche?
Werden Kinder gefragt, ob sie mißhandelt und mißbraucht werden möchten?
Werden Kinder gefragt, ob sie in einen Krieg geboren werden?
Wurden deine Kinder gefragt, ob sie vielleicht Kindersoldaten werden möchten?
Das ist leider kein Argument, dass ich als richtig überzeugend betrachten kann.

Doch, die Adoptiveltern denken im Allgemeinen so.
Sie trauen es sich nur nicht mehr so oft laut zu sagen.

Warum ist es soooo schlecht, einen -zunächst fremden kleinen Menschen lieben zu können?
Was ist so falsch daran?

Denn es ist ein Glueck, dass auf dem Unglueck von anderen
aufgebaut ist (naemlich der Herkunftseltern).

Nicht zwingend. Ich denke, dass es wichtig ist, WIE man daran geht, wie man das Kind einbezieht, wie man mit der Herkunftsfamilie umgehen kann.

Es wäre
der Welt dadurch viel Schönes genommen worden, wenn sie nicht
adoptiert worden wären, denn dann hätte es dies ganzen vielen
nachfolgenden Menschen nicht gegeben, Männer hätten die Liebe
ihres Lebens nicht getroffen, Frauen nicht erfahren wie schön
und manchmal furchtbar schwer es ist Kinder zu erhalten, sie
zu gebären und für sie zu sorgen, mit Liebe und auch mit einem
liebenden, schützenden Partner.

Du schreibst aus einer Position der Enttaeuschung heraus.
Das kann ich verstehen. Aber wie soll Adoption ohne Kontrolle
funktionieren?

Tut mir leid, nein, ich schreibe nicht aus Enttäuschung, es ist für uns nicht so irre dramatisch wichtig, jetzt noch ein Kind aufzuziehen, dass es unser Leben beherrscht, wir haben ein wunderbares Kind.

Wir haben aber noch die Liebe und auch die Möglichkeiten, einem 2. Kind ein zuhause zu bieten. Dies ist aber kein allumspannender Wunsch, ohne den unser Leben nicht mehr weitergeht, oder der unter allen Umständen erfüllt sein muss.

Wenn ich meine 9-jährige Tochter frage, ob sie nicht gern
leben würde, wenn sie ein Arzt im Reagenzglas gebaut hätte,
fragte sie mich, ob ich noch ganz dicht wäre, es wäre doch
egal, wie sie gezeugt würde, hauptsache sie lebte.

Weil sie sich gar nicht vorstellen kann, wie das ist,
wenn man diesen Hintergrund hat.

Aber auch ein „normal“ gezeugtes Kind hat doch keinen anderen Hintergrund als den seiner Entstehung. Was „unnormales“ macht man doch nur durch seine persönliche Umgangsform daraus. Ich denke, dass in 10 Jahren dieses Thema nicht mehr mit soviel Brisanz diskutiert wird wie heute, weil es dann schon zur Normalität gehört und nichts besonderes mehr ist. So wie Retortenbabys, so wie Leihmutterschaft, so wie Eizellenspenden.
Ich würde spenden, auch Nicht-anonym. Und wenn irgendwann ein Mensch vor mir steht und mich ansieht, herzlich willkommen im Leben! Ich wünsche dir alles Glück darin! Schön, dass es dich gibt, wer du auch sein magst, denn du bist wichtig, auch wenn du ungewöhnlich gezeugt wurdest!

Auch ich kann nur annaehernd

wissen, was es fuer meine Kinder bedeutet, nicht bei ihren
Herkunftsfamilien aufzuwachsen – nie jemanden zu kennen,
der mit ihnen biologische verwandt ist, immer zu wissen: da
draussen gibt es ein anderes Leben, das ich leben koennte,
viel, viel konkreter als das jeder von sich vorstellen kann.

Kannst du nichts herausfinden, woher sie kommen? Oder ein klein wenig über ihre Herkunft? Ich denke, damit gibst du ihnen wenigstens das Gefühl, dass ihre Wurzeln auch für dich nicht nur herausgerissene Verpflanzung von Zellen ist, sondern dich wirklich auch für alles was sie betrifft interessierst. Daas wird vermutlich wichtig, wenn sie in die Pubertät / junges Erwachsenenalter kommen.

Meine 19-jährige Tochter sieht das auch so.

Das sind junge Menschen, die mit den Errungenschaften der
Technologie anders umgehen können als wir es tun, oftmals
toleranter und aufgeschlossener sind als wir es je sein
können. Die auch weniger Angst davor haben.

Und die trotzdem mit den gleichen, fundamentalen Problemen
zu kaempfen haben, den Fragen: wer bin ich, wo komme ich
her, wo gehe ich hin – und die an diese Fragen fundamental
anders herangehen (muessen) als Nicht-Adoptierte.

Aber das sind für alle Kinder die gleichen Fragen, und eine wirkliche Antwort erfahren die wenigsten, auch bei Nichtadoptierten sieht es nicht viel anders aus, die Fragen bleiben doch die ähnlichen. Das wohin … höre ich auch von meiner Großen, das woher, habe ich mich auch schon oft gefragt, nie mit Antwort zu kriegen befriedigt…
Aber auch nicht wirklich allumfassend wichtig.

Und wenn Erwachsene offener mit ihren adoptierten Kindern
umgehen würden, die ganze Sache weniger spektakulär machten
durch mehr Offenheit, würden sicherlich viele der in dem Forum
geschilderten Probleme nicht existieren.

Das ist die Hoffnung vieler juengerer Ado-Eltern. Ob wir
damit
wirklich richtig liegen, werden wir erst in 20, 30 Jahren
wissen,
wenn unsere Kinder erwachsen sind und das beantworten koennen.

Na klar, aber der Anfang ist gemacht und der ist meiner Meinung nach besser als dass was früher lief. Stillschweigen bis ins Grab und darüber hinaus…

Ich verstehe, dass ihr enttaeuscht ueber die Ablehnung seid
und natuerlich kann ich sie nicht kommentieren.

Nein, ich glaube, du hast mich falsch verstanden, besser gesagt, ich habe mich falsch ausgedrückt. Die Entäuschung liegt lediglich da, dass wir alles Erforderliche gemacht haben, aber von vornherein klar war, dass wir durch die langen Wartzeiten generell rausfallen. Hätte man von anfang an klar gesagt, dass es so nicht geht, hätten wir andere Wege (Dauerpflegekind, Auslandsadoption, …) eingeschlagen.

Aber selbst

Paare ohne leibliche Kinder haben mit der gleichen Alters-
grenze zu kaempfen. Es ist nunmal so, dass es in Deutschland
(wie in der ganzen westlichen Welt) wesentlich mehr Menschen
einen Adoptionswunsch haben, als es Kinder gibt, die adoptiert
werden koennen. Und da Adoption immer heisst: es werden
Eltern fuer Kinder gesucht (und nicht Kinder fuer Eltern),
heisst das, dass die Jugendaemter Kriterien aufstellen
koennen.

Alles klar, habe ich auch gelernt im Seminar und vertrete das durchaus auch als meine Meinung.

Dass Alter auch bei biologischer Elternschaft ein Thema ist,
das diskutiert wird, konnte man vor wenigen Tagen im L&L Brett
sehen.

Was ist das L&L Brett (sorry, bin in Abkürzungen nicht so gut)

Bei Adoptivkindern finde ich das noch angebrachter,

weil diese Kinder meist etwas mehr Turbulenz in ihre Familien
bringen.
Viele Paare, die von Jugendaemtern fuer Inlandadoptionen
abgelehnt
wurden, suchen deshalb den Weg der Auslandsadoption. Auch
dort
gibt es Kriterien, allerdings oft weitergefasst als bei
Inlands-
adoptionen. Ob das richtig ist, kann man diskutieren - gerade
auslaendische Kinder, die in Deutschland adoptiert werden,
brauchen
mehr nicht weniger Kompetenz,

stimme ich dir voll und ganz zu!

aber es ist - ganz brutal - eine

Frage der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage.

Wie schrecklich, aber das haben wir auch schon erfahren. Leider kann man für Geld alles kaufen, auch Kinder…

Ansonsten: you have mail.

Gerne!

Gruesse
Elke

Viele Grüße
Sabine

Hi Sabine,

trotzdem nochmal hier (auch wenn es vielleicht
nicht ganz ins Brett passt, so geht es doch ueber das
Persoenliche hinaus).

Kennst du denn die ELtern deiner (Adoptiv)Kinder und hast du
die Möglichkeit, mit deinen Kindern zu ihren Ursprüngen zu
reeisen und sie entsprechend zu begleiten?

Das ist persoenliche Information, die ich hier nicht
veroeffentlichen moechte. Allerdings weiss hier jeder,
dass wir lange in Suedafrika gelebt haben.

Nicht jede Frau, die ein Kind abgibt, tut das aus Egoismus,
sondern viele aus einer Not heraus. Und ich möchte mein Glück
nicht auf dem Unglück eines anderen aufbauen.

Aber wenn sie aus Not abgibt, dann ist es ja eben ihr Unglueck.

Warum muß ein Mensch den Kontakt gänzlich aufgeben, nur weil
er für einen anderen nicht sorgen kann oder darf?

Natuerlich und dafuer, dass dies nicht so bleibt, sondern
dort, wo es moeglich und machbar ist, arbeiten viele,
die Teil des Adoptionsdreicks sind.

Das ist doch
krank, denn nicht jede Mama die ihr Kind abgibt, liebt dieses
Kind nicht oder hasst es sogar, eher im Gegenteil!

Das behauptet heute auch kaum noch jemand.

Was gibt es
für einen größeren Liebesbeweis, das Kind abzugeben, statt es
mit Krampf oder Gewalt aufzuziehen, nur aus dem Egoismus
seiner selbst oder der Familie/Nachbarn heraus?

Das wiederum sehen viele Adoptierte anders.
Wahrscheinlich deshalb, weil diese Ansicht von „groesster
Liebesbeweis“ auf eine romantisierte Version der Ado-Entschei-
dung zurueckweist.

Ich wollte damit sagen, dass er als Mensch keine Chance gehabt
hätte, wenn diese Möglichkeit nicht gewesen wäre. Und diesen
Punkt kann man durchaus auch mitdisskutieren, denn ohne diese
Möglichkeiten gäbe es manches Leben nicht und das sollte man
durchaus zu bedenken geben.

Mein Einwand war so zu verstehen, dass jeder Erwachsene
erstmal selbst entscheiden kann, ob er ein Spenderorgan
annehmen will.

Und ist denn eine Eizellspende/Samenspende/Leihmutterschaft
was anderes?

Weil das „Endergebnis“ ein Kind ist, das nie gefragt werden
kann,
ob es auf diese Weise entstehen moechte.

Werden denn Kinder gefragt, ob sie zur Welt kommen möchten?
Ich meine jetzt leibliche?

Nein, natuerlich nicht. Auch leibliche Kindern hadern mit
ihrem Schicksal, wenn sie z.B. erfahren, dass sie das
Ergebnis einer lieblosen Beziehung oder gar einer Vergewalti-
gung sind. Bei Adoptierten hat das aber eine andere
Qualitaet.

Werden Kinder gefragt, ob sie mißhandelt und mißbraucht werden
möchten?
Werden Kinder gefragt, ob sie in einen Krieg geboren werden?
Wurden deine Kinder gefragt, ob sie vielleicht Kindersoldaten
werden möchten?
Das ist leider kein Argument, dass ich als richtig überzeugend
betrachten kann.

Bei Adoptierten ist dies aber immer ein Zusaetzliches.
Und unter Umstaenden etwas Vermeidbares - wenn Adoptionspoltik
bzw. Unterstuetzung von Herkunftseltern geaendert wird.

Doch, die Adoptiveltern denken im Allgemeinen so.
Sie trauen es sich nur nicht mehr so oft laut zu sagen.

Warum ist es soooo schlecht, einen -zunächst fremden kleinen
Menschen lieben zu können?
Was ist so falsch daran?

Nichts. Aber das ist nie der einzige Beweggrund
fuer eine Adoption. Und Adoptiveltern muessen sich heute
wesentlich mehr als frueher gefallen lassen, dass ihre
Beweggruende hinterfragt werden.

Denn es ist ein Glueck, dass auf dem Unglueck von anderen
aufgebaut ist (naemlich der Herkunftseltern).

Nicht zwingend. Ich denke, dass es wichtig ist, WIE man daran
geht, wie man das Kind einbezieht, wie man mit der
Herkunftsfamilie umgehen kann.

Deshalb leiden die Herkunftseltern trotzdem. Es gibt
Statistiken, laut denen ueber 90% aller Herkunftsmuetter
ihre Adoptionsentscheidung bereuen.

Auch ich kann nur annaehernd

wissen, was es fuer meine Kinder bedeutet, nicht bei ihren
Herkunftsfamilien aufzuwachsen – nie jemanden zu kennen,
der mit ihnen biologische verwandt ist, immer zu wissen: da
draussen gibt es ein anderes Leben, das ich leben koennte,
viel, viel konkreter als das jeder von sich vorstellen kann.

Kannst du nichts herausfinden, woher sie kommen?

Es war nicht persoenlich gemeint. Eher in dem Sinn:
ich kann intellektuell nachvollziehen, was in meinen
Kindern vorgeht, aber ich werde nie wirklich das Gleiche
wie sie fuehlen koennen. So wie ich nie wissen werde,
wie es sich anfuehlt, blind geboren worden zu sein.

Aber das sind für alle Kinder die gleichen Fragen, und eine
wirkliche Antwort erfahren die wenigsten, auch bei
Nichtadoptierten sieht es nicht viel anders aus, die Fragen
bleiben doch die ähnlichen. Das wohin … höre ich auch von
meiner Großen, das woher, habe ich mich auch schon oft
gefragt, nie mit Antwort zu kriegen befriedigt…
Aber auch nicht wirklich allumfassend wichtig.

Ich glaube, das sehen Adoptierte ganz anders.
Die Frage nach dem eigenen Sein hat bei Adoptierten
notgedrungen einen ganz anderen Stellenwert, auch eine
andere Brisanz.

Was ist das L&L Brett (sorry, bin in Abkürzungen nicht so gut)

Lust & Liebe. DA war vor einigen Tagen die Diskussion,
ob jemand mit 40 nochmal schwanger werden soll.

aber es ist - ganz brutal - eine

Frage der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage.

Wie schrecklich, aber das haben wir auch schon erfahren.
Leider kann man für Geld alles kaufen, auch Kinder…

Ansonsten: you have mail.

Gerne!

Gruesse
Elke

Viele Grüße
Sabine

weiter
Upps, falsch geklickt und abgeschickt, aber ich
will nicht noch mal loeschen, wegen den vielen Doppelpunkten,
die dann fehlen wuerden, deshalb hier weiter:

Was ist das L&L Brett (sorry, bin in Abkürzungen nicht so gut)

Lust & Liebe. DA war vor einigen Tagen die Diskussion,
ob jemand mit 40 nochmal schwanger werden soll.

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

aber es ist - ganz brutal - eine

Frage der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage.

Wie schrecklich, aber das haben wir auch schon erfahren.
Leider kann man für Geld alles kaufen, auch Kinder…

Ich wollte nicht auf Kinderhandel anspielen (das ist
ein ganz anderes Thema), sondern darauf, dass es
in Deutschland einfach mehr Adoptionswillige als Kinder,
die adoptiert werden koennen, gibt. Waehrend es im
nicht-erste-Welt-Ausland mehr Kinder gibt ,die Eltern
brauchen.

Gruesse
Elke

Wir haben über den Umgang mit Ex-Eltern/-familien viel in
einem Seminar gelernt. Und da haben wir auch viel über uns
nachgedacht und sicher auch viele eingefahrene Meinungen
revidiert, nur weil wir die Dinge aus anderen Perspektiven
betrachteten.

Hm, nun, ich weiss nicht, wieviel Ihr gelernt habt, wenn Du sie ‚Ex-Eltern‘ nennst.

Es sind die leiblichen Eltern, oder die ‚Herkunftseltern‘, aber sie werden nie aufhören, eben diese Eltern zu sein.

Auch nach der Adoption. Auch wenn die Kinder andere, nämlich Ado-Eltern, haben, die sie als solche ansehen.

Die einen verschwinden nicht durch die Existenz der anderen.
Und dieses Dilemma bleibt den Ado-Kindern, für immer.

gruss, isabel

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