Flüssigkeitsentzug ungesund oder nur unangenehm?

Hallo!

Mühevoll werden wir dazu erzogen, ausreichend zu trinken, auch meinen Kindern bringe ich es bei.

Nun war heute mein Sohn mit der Schule im Tiergarten. Die Kinder waren zwei Stunden unterwegs; der Tiergarten liegt auf einem Berg, den mussten sie zu Fuß hinaufgehen. Heiß war es überdies.

Und die Lehrerin hat VERBOTEN, Getränke mitzunehmen!!!
Sie mag es nicht, wenn alle „wie die Babies an den Flaschen hängen“!

Ich bin empört!

Gibt es medizinische Argumente gegen das Trinkverbot? Oder nur humanitäre?

Hanna

Hi, Hanna

Und die Lehrerin hat VERBOTEN, Getränke mitzunehmen!!!
Sie mag es nicht, wenn alle „wie die Babies an den Flaschen
hängen“!

Das ist wohl bei ihr ein eher ästhetisches Problem!!
Trinkt sie selber auch die ganze Zeit nichts? Oder gibt es nach dem Aufstieg am Zielort etwas zum Trinken, auch wenn man es kaufen muss, und dürfen dann alle gemeinsam etwas trinken?
Flüssigkeitsentzug ist eindeutig ungesund. Das Blut dickt ein und transportiert den Sauerstoff, der beim Atmen aufgenommen wird, nicht mehr richtig weiter. Außerdem verliert der Körper bei Anstrengung auch Salze und Mineralien, die wieder zugeführt werden müssen, am besten durch Mineralwasser oder Fruchtsaftschorlen. Und gerade Kinder haben einen sehr hohen Flüssigkeitsbedarf.
Leute werden durch zu wenig trinken auch ohnmächtig oder verdursten.
Ich würde mich an deiner Stelle bei der Schulleitung beschweren oder mein Kind auf solche Ausflüge nicht mehr mitschicken. Wenn sich genügend Eltern anschließen, steigt die Dame dann ja vielleicht demnächst alleine diese Berge hinauf.
Gruß, Miriam

Hallo Miriam!

Trinkt sie selber auch die ganze Zeit nichts? Oder gibt es
nach dem Aufstieg am Zielort etwas zum Trinken, auch wenn man
es kaufen muss, und dürfen dann alle gemeinsam etwas trinken?

Sie selbst trank nichts, und es gab auch keine gemeinsame Trinkpause.

Flüssigkeitsentzug ist eindeutig ungesund.

Die Lehrerin wird vielleicht argumentieren, dass zwei Stunden ohne Trinken durchaus vertretbar seien - doch bei körperlicher Anstrengung sehe ich das nicht so. Nur: Ich bin Laie. Meine Meinung kann sie leicht vom Tisch wischen.

Ich würde mich an deiner Stelle bei der Schulleitung
beschweren oder mein Kind auf solche Ausflüge nicht mehr
mitschicken.

Ich werde mal abwarten, was die Mediziner sagen, und dann werde ich mit den richtigen Argumenten zur Schulleitung gehen. Ich habe nicht vor, mich zu blamieren mit Begriffen wie „gesundheitsgefährdend“ und „unverantwortlich“, wenn dies nicht den Tatsachen entspricht.

Kinder nicht mitzuschicken auf Schulveranstaltungen ist verboten und wird geahndet (Geldstrafe).

Hanna

Hallo.

Die Lehrerin wird vielleicht argumentieren, dass zwei Stunden
ohne Trinken durchaus vertretbar seien - doch bei körperlicher
Anstrengung sehe ich das nicht so.

Wie alt sind denn die Kinder? Ein 13jähriger wird wohl eher zwei Stunden „ohne“ auskommen als ein 7jähriger …

Nur: Ich bin Laie. Meine Meinung kann sie leicht vom Tisch wischen.

Hmque … nach Deiner Vita hast Du doch Kindergärtnerin gelernt? Wenn Du Dich denn als Laie siehst, ist eine Lehrerin eher Laier - von daher …

Ich werde mal abwarten, was die Mediziner sagen, und dann
werde ich mit den richtigen Argumenten zur Schulleitung gehen.

Bin kein Med, aber das „Argument“, dass die Dame etwas „nicht möchte“, würde ich auch nicht in die gleiche Tragfähigkeitsklasse wie die Brücke am Kwai einstufen.

Ich habe nicht vor, mich zu blamieren mit Begriffen wie
„gesundheitsgefährdend“ und „unverantwortlich“, wenn dies
nicht den Tatsachen entspricht.

Siehe vor : wer im Endeffekt von euch beiden die Blamorenere wäre, ist noch nicht ausdiskutoren.

Trinken ist ebenso wichtig wie Essen - vor allem für Kinder. Denn sie haben einen viel höheren Flüssigkeitsbedarf als Erwachsene - und kommen meist zu kurz. Vorschulkinder brauchen mindestens 1 l Flüssigkeit, Grundschulkinder 1,25 l. Die besten Durstlöscher sind Wasser - aus der Flasche oder frisch aus der Leitung „gezapft“. Aber auch wenig gesüßte Tees oder gespritzte Fruchtsäfte sind günstiger als die bunten Limos, Nektare oder Vitaminsäfte. aus http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_E…

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Während der Körper Wochen ganz ohne feste Nahrung auskommen kann, stirbt der Mensch schon nach zwei bis vier Tagen, wenn er keine Flüssigkeit aus Getränken und fester Nahrung aufnimmt. Je jünger ein Kind ist, um so empfindlicher reagiert es auf unzureichende Flüssigkeitsaufnahme. An heißen Tagen, bei Sport und Spiel, kann der Flüssigkeitsbedarf gesunder Kinder auf mehr als das Doppelte ansteigen. Ideale Dürstlöscher sind Leitungswasser, das von Wasserwerken überwacht wird, Mineralwasser - für kleine Kinder ohne Kohlensäure oder nach aussprudeln - sowie Kräuter- und Früchtetee ohne Zuckerzusatz aus Teebeuteln oder losen getrockneten Kräutern. Reine Fruchtsäfte enthalten natürlicherweise ca. 10% Zucker verschiedener Art und sollten zum Durstlöschen deshalb mindestens 1:1 mit Wasser verdünnt werden. Vitaminsäfte sind bei abwechslungsreicher Mischkost überflüssig. Fruchtsaftgetränke, Fruchtnektar, Brausen, Colagetränke, Limonaden und Malzbier eignen sich nicht zum Durstlöschen, weil sie viel Zucker enthalten. Bohnenkaffee, starker Schwarztee und Colagetränke sind coffeinhaltig und deshalb als stimmulierende Genußmittel abzulehnen. aus http://www.gesund.co.at/framgen.asp?url=/gesund/Gesu… (beachte das at, also piefkeproof :wink:)

Kinder haben einen hohen Bedarf an Flüssigkeit und sollten, speziell wenn es heiß ist oder sie körperlich aktiv sind, viel trinken. Wasser ist augenscheinlich eine gute Flüssigkeitsquelle, die keine Kalorien liefert. Abwechslung ist jedoch in der Kinderernährung wichtig, weshalb andere Getränke wie Milch, Milchdrinks, Fruchtsäfte und Erfrischungsgetränke gewählt werden können, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken. aus http://www.eufic.org/de/quickfacts/child_nutrition.htm

Gruß Eillicht zu Vensre

3 „Gefällt mir“

Gefährlich
Hallo Hanna,

als ich noch zur Schule ging, wurden wir geradezu darauf getrimmt, bei Schulausflügen bzw. Wanderungen immer ausreichend Trinkbares mitzunehmen, weil es in der Pampa eben nicht alle Nase lang einen Kiosk gibt. Das Einzige, was verboten war, waren Glasflaschen, weil das Verletzungsrisiko zu groß ist.

Und die Lehrerin hat VERBOTEN, Getränke mitzunehmen!!!
Sie mag es nicht, wenn alle „wie die Babies an den Flaschen
hängen“!

Es ist unverantwortlich und völlig inakzeptabel!

Ich bin empört!

Das kannst Du auch ruhigen Gewissens sein, Hanna. Rede mit den anderen Eltern und wende Dich an die Schulleitung.

Gibt es medizinische Argumente gegen das Trinkverbot? Oder nur
humanitäre?

Humanitäre Argumente gegen Trinken? Hääää? Nee, nee, Liebes… Und medizinische schon gar nicht. Höchstens mag die Dame nicht gemocht haben, daß die Kiddies nach einer Pinkelpause verlangten, was ihr evtl. sen Tagesplan durcheinander brachte. Kinder trocknen extrem schnell aus, ergo müssen Kinder viel trinken - mehr noch: sie müssen regelrecht dazu angeleitet werden, zumal sie Hunger von Durst nicht unterscheiden können!

Viele Grüße

Renee

Hallo Renee!

als ich noch zur Schule ging, wurden wir geradezu darauf
getrimmt, bei Schulausflügen bzw. Wanderungen immer
ausreichend Trinkbares mitzunehmen

Ja, so kenne ich das auch.

Es ist unverantwortlich und völlig inakzeptabel!

Danke, das wollte ich hören! :wink:

Gibt es medizinische Argumente gegen das Trinkverbot? Oder nur
humanitäre?

Humanitäre Argumente gegen Trinken?

Nein, gegen das Trink verbot
Ich wollte sagen: Kann ich argumentieren: „In der Hitze bergauf wandern ohne trinken ist ungesund“ oder muss ich die „schwächere“ Variante wählen: „In der Hitze bergauf wandern ohne trinken ist unmenschlich, weil unangenehm (aber halt nicht gesundheitsgefährdend)“

Höchstens mag die Dame nicht
gemocht haben, daß die Kiddies nach einer Pinkelpause
verlangten, was ihr evtl. sen Tagesplan durcheinander brachte.

Sie muss dafür sorgen, dass die Kinder jede Stunde mal Gelegenheit dazu haben. Finde ich.

Und wenn sie nicht STÄNDIG irgendein Kind an der Flasche „nuckeln“ sehen will, muss sie halt die Trinkpausen verordnen - aber nicht ersatzlos streichen!!!

Kinder trocknen extrem schnell aus, ergo müssen Kinder viel
trinken - mehr noch: sie müssen regelrecht dazu angeleitet
werden, zumal sie Hunger von Durst nicht unterscheiden können!

Ja, genau, das meine ich auch!

Danke für Deine Unterstützung!

Hanna

Hallo, Hanna,

Kinder nicht mitzuschicken auf Schulveranstaltungen ist
verboten und wird geahndet (Geldstrafe).

Nicht, wenn du eine Entschuldigung schreibst, Krankheit oder persönliche Gründe.
Und wenn du medizinisch unwiderlegbare Argumente brauchst, dann frag doch am besten deinen Kinderarzt, der wird dir auch sagen, dass nichts trinken über längere Zeiträume, vor allem bei körperlicher Anstrengung, ungesund ist.

Gruß, Miriam

Hallo Miriam!

Kinder nicht mitzuschicken auf Schulveranstaltungen ist
verboten und wird geahndet (Geldstrafe).

Nicht, wenn du eine Entschuldigung schreibst, Krankheit oder
persönliche Gründe.
Und wenn du medizinisch unwiderlegbare Argumente brauchst,
dann frag doch am besten deinen Kinderarzt, der wird dir auch
sagen, dass nichts trinken über längere Zeiträume, vor allem
bei körperlicher Anstrengung, ungesund ist.

DAS ist natürlich ein Hammer! Da wiegle ich die ganze Elternschaft gegen die Lehrerin auf, und sie wird tatsächlich alleine marschieren! *grins*

Hanna,
die sich nächste Woche freiwillig zur Klassenelternvertreterin wählen lassen wird *g*

Danke und Sternchen für Deine Argumentationshilfe!!!

Hanna

Hi,
kein Trinken mitnehmen zu duerfen halte auch ich fuer falsch.
Als Eltern kannst Du deinem Kind in einem solchen Fall als Fluessigkeits-Ersatz aber auch Obst und Gemuese mitgeben. Das sollte moeglichts wasserreich sein, Gurke oder Melone, Birne, Apfel, Pfirsich, Pflaume. Bei Durst findet es wahrscheinlich den Weg.
Gruss Helmut

hallo hanna,

austrocknung ist ein großes problem.
an jedem berg liegen die mumien von kindern, welche den gefahrvollen weg der besteigung ohne wasservorräte für mehrere tage versuchten.
leider ist das thema trinken ein modethema per exellence und wissnschaftlich nicht haltbar.
die lehrerin hat schon recht, daß die kinder auch mal 2 stunden ohne trinekn auskommen.
aber wenn sie durst haben, sollten sie was trinken dürften.
die lehrerin hat kei recht, dies zu verbieten.
wären das meine kinder, würde ich ihnen schon wegen des verbotes, unabhängig vonm durst, was mitgeben.
aber nicht mit literflaschen übertreiben.

zitat:
"Keine der zehn DGE-Regeln dürfte so populär sein wie die, „reichlich Flüssigkeit” zu trinken. Nicht nur Sportler und Wellnessfans halten sich geradezu sklavisch an den Ratschlag, sondern auch Zeitgenossen, die sich weitaus weniger um „gesunde Ernährung” scheren. Sicherheitshalber trinken sie ebenfalls regelmäßig über ihren Durst. Denn die gängige Interpretation der Empfehlung lautet: Viel trinken ist stets gesund, in jedem Alter und in jeder Lebenslage.
Die Angst, nicht genügend zu trinken, sitzt tief in unserer Gesellschaft.
Geschürt wird sie vor allem von Experten, die unermüdlich vor den Folgen einer Dehydrierung warnen. Bei erwiesenen gesundheitlichen Störungen mit Verlust des Durstgefühls, wie sie beispielsweise in der Altenpflege immer wieder beobachtet werden, mögen solche Hinweise zwar berechtigt sein, nicht jedoch bei gesunden Individuen. Schließlich hat sich die Menschheit seit Jahrtausenden auf ihr Durstgefühl verlassen – und kam unbeschadet über die Runden. Der unwiderstehliche Drang, bei Flüssigkeitsmangel trinken zu müssen, war und ist eine treibende Kraft, durch die der Körper im inneren Gleichgewicht bleibt.
Die Natur hat dafür gesorgt, dass er nicht freiwillig auf lebensnotwendiges Wasser und damit auf die für seinen Körper erforderlichen Trinkmengen verzichtet.

(…)
Denn es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Gesellschaft durch fleißiges Trinken tatsächlich „gesünder” wurde.
Trotzdem warnen Fachleute weiterhin vor zu geringer Flüssigkeitsaufnahme. Sie fordern, dass insbesondere Sportler, alte Menschen und Kinder, aber auch Diätwillige und Verschnupfte endlich mehr trinken müssten. Die Gefahren dieser Empfehlung werden dabei meist ignoriert: In den vergangenen Jahren häuften sich die Fälle von Wasserintoxikationen, vor allem in den genannten Zielgruppen. In Form von Lungen- und Gehirnödemen kann eine Wasservergiftung sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.
Der Mythos des lebensspendenden Wassers darf deshalb nicht länger darüber hinwegtäuschen, dass ein Zuviel des wertvollen Nasses – besonders in Verbindung mit einer salzarmen Ernährung oder Salzverlusten – nicht zu mehr Gesundheit führt, sondern so manches Mal geradewegs auf die Intensivstation.

Wissenschaftlicher Informationsdienst des Europäischen Instituts
für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften

strubbel
T:open_mouth:)