Hallo, ihr Kundigen der Oralchirurgie!
Mein Zahnarzt hat bei mir einen starken horizontalen Knochenabbau auf der linken Oberkieferseite mit vertikalen Knocheneinbrüchen festgestellt (Röntgenbild).
Während in solchen Fällen von der Krankenkasse lediglich eine Parodontosebehandlung vorgesehen sei, empfiehlt er mir zum Erhalt der Zähne 24-28 einen operativen Eingriff, indem die Knochendecke mit Alloplasik (?) aufgefüllt wird. Dadurch könnte das Ausfallen der Zähne verhindert werden, die Kasse würde aber die Kosten nicht übernehmen.
Natürlich möchte ich meine Zähne, die übrigens noch gesund sind, so lange wie möglich behalten. Könnt ihr mir ebenfalls zu diesem doch recht teuren Eingriff raten?
Butterblume
Hallo Butterblume,
versprich dir nicht zu viel davon. Die mittel- bis langfristigen Studien von alloplastischem Knochenaufbaumaterial beim Aufbau von tiefen Knochentaschen versprechen Ergebnisse von ca. einem halben Millimeter. Wenn dir das bei deinem Befund genügt, dann ran.
Tschüss
Bernd
1 Millimeter?
Hallo Bernd,
1 mm - schluck - … das ist ja echt nicht viel, auf welche Quellen beziehst du dich? Gibt es da eine Internetseite drüber?
Blümchen
Hallo Butterblume,
meine Einlassung stützt sich auf einen Vortrag, den ein Oralchirurg aus der Klinik in Düsseldorf hielt. Alloplastische Materialien in Verbindung mit Aufbau von Knochentaschen. Daran ist natürlich die Industrie wahnsinnig interessiert. Der berichtete, wie schön und toll doch alles ist, bis er die Hosen runterlassen musste und die Zahlen auf den Tisch kamen. Mit den Standardabweichungen und vielem Augenzudrücken war ein „tolles“ Ergebnis (nach einigen Jahren ein halber Millimeter) daraus zu interpretieren. Wohlgemerkt alloplastisches Material (und das Zeug ist teuer, siehe Interesse der Industrie).
Ganz anders stellt sich die Sachlage dar bei Eigenknochenverpflanzung. Da sind die Ergebnisse um Faktoren besser. Aber dann muss man erst mal Eigenknochen gewinnen (Wurde in dem Vortrag nicht als Alternative verglichen oder erwähnt).
Gute Besserung
Bernd