Asthenozoospermie & IVF mit ICSI

Hallo!

Da mein Mann und ich seit der Geburt unserer 4 jährigen Tochter erfolglos versuchten, wieder ein Kind zu bekommen, ließen wir uns untersuchen. Es kam heraus, dass ich völlig in Ordnung bin, er aber unter einer Asthenozzospermie leidet (in März nur 10% progressive Beweglichkeit, jetzt nur noch 4,7% der Spermien nachweisbar!).
Mein Frauenarzt hat uns empfohlen, eine IVF mit ICSI zu machen. Diese künstliche Befruchtungsbehandlung ist allerdings sehr teuer und vor allem sehr langwierig und nicht schmerzfrei FÜR MICH! Ausserdem macht seine PKV Theater und will die Behandlung nicht bezahlen, da wir ja ein eigenes Kind (natürliche Zeugung - ja, das Kind ist WIRKLICH von meinem Mann!) bereits haben. Meine Fragen sind mehrere eigentlich:

  • hat jemand hier selbst das Problem oder kennt jemand, der das Problem hat? (ich meine, eine Asthenozoospermie) Falls ja, gibt es wirklich keine Behandlung dafür? (seine Testosteron-Wert ist auch niedrig, 6)
  • hat jemand hier schon eine IVF/ICSI Behandlung hinter sich und kann mir etwas davon erzählen? Wenn ja, ging die Behandlung über eine PKV (private Krankenversicherung)?
  • muss die PKV wirklich bezahlen? ich habe eine aktuelle Gerichtsurteil gesehen, in der ein Ehepaar mit bereits einem Kind eine zweite IVF/ICSI machen dürften, nur was das erste Kind auch als eine IVF-Programm entstanden und nicht natürlich gezeugt.

Ich würde sehr glücklich über alle Antworten sein!

Danke.
Beatriz

Hallo Beatriz,

zur Asthenozoospermie Deines Mannes kann ich leider nichts sagen, aber dafür die Geschichte meiner Arbeitskollegin beisteuern, deren Mann diese Diagnose bekam mit der Meldung, dass es auf natürlichem Wege niemals klappen wird; sie machten eine IVF mit ICSI, eine süße Tochter kam zur Welt und … als diese nicht mal ein Jahr alt war, war ein Söhnchen unterwegs, auf natürlichem Weg gelungen!

Ich selbst habe Anfang des Jahres eine IVF machen lassen (ob da eine ICSI auch durchgeführt wird oder nicht hat auf den Ablauf für Dich und Deinen Mann keinen Einfluss, kostet allerdings mehr). Also: SCHMERZHAFT im eigentlichen Sinne ist es nicht, bestenfalls lästig, da Du Dir wirst Hormone spritzen müssen (tut nicht weh, wirklich nicht) und ein optimales Eiwachstum zu erhalten. Natürlich kann noch sein, dass Du auf die Hormondosen irgendwie reagierst (das ist auch häufig sehr mit der „wirklichen“ psychischen Haltung verbunden: lehnst Du es unbewusst ab, hast Du mehr Nebenwirkungen … so als Faustregel)
Durch eine ganz kurze OP (meist in der Praxis durchgeführt) werden Dir dann die reifen Eier abgesaugt: Die Narkose dauert im Schnitt maximal 15 Min., man erholt sich rasch und die Einschnittswunden sind kaum der Rede wert.
Ohne Aufwand und Umstände geht es nicht, das ist klar, am lästigsten empfand ich persönlich das tägliche Pendeln zum Arzt (war weit weg) so 7 Tage vor der prospektiven Eiabnahme, wo mittels Ultraschall täglich der Reifefortschritt überprüft wurde.

Ja, die Kosten: In Österreich ist es so, dass nur bei bestimmten Indikationen ein Teil der Kosten von einem Fond übernommen wird und das auch nur bis 40 Jahre (Frau) und 45 Jahre (Mann). Ich glaube, dass es in Deutschland ähnlich sein wird, entweder Du suchst im Internet (Ärzte/Kliniken die sowas anbieten haben oft sehr gute Sites und auch Preise angegeben) oder fragst bei einem Arzt/Klinik, die das anbieten mal nach. Preisvergleiche lohnen sich auch hier, wenn Du mehrere in der Nähe hast. Oder Verhandeln mit dem Arzt, oft geht da auch noch einiges. Von Deiner/seiner Krankenkasse erzwingen kannst Du nichts, aber wenn Ihr eine Privatversicherung habt, übernehmen die vielleicht einen Teil der Kosten …
Und für die Medikamente tu Dich im Internet um - wir kaufen die Hormonpräparate (nach Anweisung des Arztes versteht sich) in Italien, da sind sie bis zu 1/3 billiger.

Ansonsten: lies soviel Du kannst über die Methode, es grassieren auch viele Gruselgeschichten, bei mir und allen, die ich kenne, die eine IVF oder IVF/ICSI hinter sich haben, war es harmlos und unproblematisch. Aber handfeste Informationen helfen auch bei der Entscheidung und nehmen die Angst.
Und wichtig: spätestens bei dieser Sache solltes Du den Arzt/die Klinik als Geschäftspartner sehen, nicht als bestimmenden Allwissenden, es ist Euer Geld und Dein Körper!

Alles Gute!!
Birgit