Wartezeit beim Arzt

Wieso muss man in Oesterreich (auch Deutschland?) so lange
in der Ordination warten bis man an der Reihe ist? In so manchen
anderen Laendern z.B. Australien, Kanada, Suedafrika, ruft
man an, bekommt einen Termin und dann muss man meistens
nur kurze Zeit warten. Ich merkte das unlaengst als ich
meine alte Schwiegermutter besuchte und bin entsetzt ueber
diese Art der Behandlung der Patienten. Es scheint ja so
als ob die Zeit der Patienten nichts wert sei!!
Hat da jemand eine Erklaerung fuer diese Methode, ein Arzt
vielleicht?

Gruss
Elisabeth

Hallo Elisabeth!

Ich erlebe oft das Gleiche wie Du, sehe es aber genau anders.
Wenn ich lange warten muß, ist das ärgerlich, aber es sagt mir, daß der Arzt sich für die Patienten, die bei ihm sind, Zeit nimmt. Wäre es umgekehrt, daß sie nach zwei Minuten das Behandlungszimmer wieder verlassen, würde ich mir sagen, das ist Fließband.

Eine andere Sache ist natürlich die, daß Privatpatienten nun mal vorgezogen werden.

Gruß Werner

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Wieso muss man in Oesterreich (auch Deutschland?) so lange
in der Ordination warten bis man an der Reihe ist? In so
manchen

hallo Elisabeth-war kürzlich schon mal das Thema. Das gibt es leider viel zu oft. Die Herren in Weiß bestellen auf 8.oo Uhr 20 Patienten, die nächsten 20 auf 9.oo Uhr, obwohl man aus Erfahrung weis, dass man z.B.nur 10 die Stunde schafft. Um 10.oo Uhr oder 11.oo Uhr? Fehlanzeige, denn da ist ja das Wartezimmer voll. Dass es anders geht beweist mein Hausarzt.
Maximale Wartezeit 15 Minuten! Es sei denn ein Notfall kommt dazwischen. Doch dann werden die Patienten mit einer höflichen Entschuldigung informiert, und jeder sieht das ein und ist zufrieden. Wer’s nicht glaubt bekommt die Adresse meines Hausarztes. Ein Beispiel, dass Wartezeit und und Untersuchungs-/Beratungszeit sich nicht gegenseitig im Wege stehen.
Gruß Fritz

Konkurrenz würde das Geschäft beleben

Wieso muss man in Oesterreich (auch Deutschland?) so lange
in der Ordination warten bis man an der Reihe ist?

Hallo Elisabeth,

du hast m.E. vollkommen Recht. Dieser Berufsstand ruht sich auf steinzeitlichen Privilegien aus. Die totale Autorität im weissen Kittel. Es wird Zeit, dass Ärzte den Patienten totale Rechenschaft ablegen sollten (auch eben hinsichtlich der Wartezeit der Kunden/Patienten). Sie sollten sich viel mehr um die Kunden bemühen. Wenn (angemessene!) Werbung (und somit offensiveres Konkurrenzdenken) erlaubt wäre, gäbe es dieses Prob nicht, das ist meine persönliche Meinung!

Bei einem Augenarzt neulich wurde ich mitten im WARTEZIMMER von der Helferin aufgefordert meinen Kopf zurückzunehmen (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Alle anderen Wartenden haben da zugeschaut!). Sie hat mir irgendwelche Tropfen ins Auge geben und ich Trottel war so perplex, dass ich noch nicht mal nachgefragt habe, was das eigentlich fürn Zeugs ist! Keinerlei Info zur Wirkung der Tropfen odgl. . Ich musste immerhin noch Autofahren.
Und ich Depp habe alles über mich ergehen lassen. Dabei wollte ich nur ein auffälliges Bläschen auf meiner Hornhaut untersuchen lassen. Tja. Dann musste ich halt das Auto stehen lassen und mit dem Bus heim. Das wäre nicht nötig gewesen, wenn man mich zuvor nach den konkreten Beschwerden gefragt hätte.

Anyway: der Gipfel der deutschen Service-Wüste ist die Arzt-Gilde!

rol

Ich muss Werner aufgrund eines mir persönlich bekannten Falles entschieden widersprechen: die unendlichen Wartezeiten bei diesem Arzt (den ich hier natürlich nicht nennen will) kommen nur daher, dass seine Sprechstundenhilfen im medizinischen Bereich keine Ahnung haben!

Es werden für jeden Patienten einfach fünf Minuten eingeplant, egal ob vielleicht drei Minuten reichen, oder ob der Patient mindestens eine viertelstündige Behandlung braucht! Dadurch entstehen mit dazwischen kommenden Notfällen Wartezeiten bis zu anderthalb Stunden! Es scheint den Damen an der Rezeption nicht klar zu sein, dass man für eine Hochschwangere eventuell mehr Zeit benötigt als für einen etwas hypochondrischen Jugendlichen, der nicht in den Sportunterricht will :wink:.

Gruß!
Chris

Hi Elisabeth,

bei meinem Hausarzt z.B. gibt es keine festen Termine. Man kommt in die Sprechstunde und kommt der Reihenfolge nach dran. Trotzdem warte ich selten länger als eine halbe bis dreiviertel Stunde. Und das, obwohl ich weiß, daß er sich für jeden einzelnen Patienten Zeit nimmt. Zu Ärzten, bei denen das Wartezimmer proppevoll ist und die die Patienten im 5-Minuten-Takt behandeln, gehe ich nur einmal und dann nie wieder. Dafür gibt’s ja freie Arztwahl.

Gruß, Fabienne

Erschreckend !!
Hallo Elisabeth,
ich finde das inbesondere erschreckend,da man auch als „Notfall“
oft ziemlich lange warten muss.Ich kenne das aus eigener Erfahrung.Mein 5-jähriger Sohn musste mit einer stark blutenden Platzwunde am Kopf eine halbe Stunde warten.Meine Frau nach einem Reitunfall sogar 1 1/2 Stunden.Erst als der Arzt das gesehen hat,hat er mit Hektik reagiert.Oftmals liegt es scheinbar an den Arzthelferinnen,die die Situation nicht einschätzen können oder medizinisch nicht gerade bewandert sind.
Gruß Sebastian

Wieso muss man in Oesterreich (auch Deutschland?) so lange
in der Ordination warten bis man an der Reihe ist? In so
manchen

Ein Problem ist sicherlich, daß man im Medizinstudium vor allem mit der „technischen“ Seite einer Behandlung vertraut werden soll. Betriebswirtschaftliche Abläufe wie Prozeß- und Qualitätsmanagemant werden hier nicht vermittelt.

Deshalb stehen viele Ärzte hilflos vor dem Problem, wie sie ihren Betriebsablauf planen sollen, insbesonders wenn unvorhergesehene Schwierigkeiten (Anrufe, Ausfall von Arzthelferinnen…) vorkommen.

Auch muß man als Arzt natürlich ein gewisses Kostenbewußtsein haben, weil man sonst schnell pleite gehen kann.
Da aber, wie in vielen anderen Betrieben auch, schnell kurzfristige Erfolge kommen sollen, wird üblicherweise zuerst an den Personalausgaben gedreht (alte, teure Arzthelferinnen werden entlassen und neue junge Teilzeitkräfte eingestellt).

Das alles ist natürlich nicht förderlich, die Kunden(=Patienten)
zufriedenheit zu verbessern.

Da viele Patienten aber nichts dagegen tun und die Beurteilung eines „guten Arztes“ v.a. von dessen Heilerfolg und Charisma abhängig machen, sind Wartezeiten nur das Problem einer Mnderheit, die nicht weiter beachtet wird. Das Wartezimmer ist ja voll (sprich die Auslastung).

Hier kann man nur hoffen, daß auch hier mehr Konkurrenz das Geschäft belebt, oder sich Patienten offen darüber beschweren.
Sonst kriegt der Arzt die Unzufriedenheit ja auch gar nicht mit.

kaltes grausen
nachdem hier soviel polemisiert wurde und das thema schon mal dran war, will ich auch noch meinen senf dazugeben.
die mär vom steinreichen, eingebildeten und überheblichen gott in weiss stammt meiner meinung nach zum größten teil aus den momentan so aktuellen arztserien.
die leute, die hier geschrieben haben, sind alles so junge dynamische typen (internet-nutzer halt), die selten ernsthaft krank sind, sondern zum großen teil derer gehören, die den besuch beim arzt zum erlangen des „gelben urlaubszettels“ brauchen.
sind sie aber mal ernsthaft krank, zB mit krebs oder chronischen schmerz oder brauchen den doc einfach mal als jemand der ihnen zuhört, dann muß der arzt natürlich sofort alle zeit der welt für sie haben oder was?
da kommt mirs echt hoch.
mit ansichten wie denen, die hier geschrieben wurden, werden die mediziner gefördert, die dem patienten schon mit gezücktem rezeptbuch ins wartezimmer bitten… und dann regt man sich drüber auf, daß die docs so unpersönlich arbeiten…
dbddhkp

So ein Quark!!!

Es geht nicht darum, daß ein Arzt für einen einzelnen Patienten zu lange braucht, es geht darum, daß ich nicht drankomme, wenn ich einen Termin habe.
Wenn ich jedesmal eine Stunde warten muß, wieso gibt mir der Doc nicht gleich einen Termin 'ne Stunde später?
Es ist ja zu verstehen, daß z.B. Notfälle die Terminplanung durcheinander bringen, aber zum Beispiel beim Gynäkologen, wo 90% Routine ist, wartet meine Freundin immer min. 2 Stunden. Das kann doch wirklich nicht Sinn einer Terminvergabe sein…

Gruss, Martin

nachdem hier soviel polemisiert wurde und das thema schon mal
dran war, will ich auch noch meinen senf dazugeben.
die mär vom steinreichen, eingebildeten und überheblichen gott
in weiss stammt meiner meinung nach zum größten teil aus den
momentan so aktuellen arztserien.

sind sie aber mal ernsthaft krank, zB mit krebs oder
chronischen schmerz oder brauchen den doc einfach mal als
jemand der ihnen zuhört, dann muß der arzt natürlich sofort
alle zeit der welt für sie haben oder was?
da kommt mirs echt hoch.
mit ansichten wie denen, die hier geschrieben wurden, werden
die mediziner gefördert, die dem patienten schon mit gezücktem
rezeptbuch ins wartezimmer bitten… und dann regt man sich
drüber auf, daß die docs so unpersönlich arbeiten…
dbddhkp

Selber Quark!
grade bei der gynäkologin (das wird dir deine freundin bestätigen bzw du wirst es selbst herausfinden, wenn bei euch mal was kleines unterwegs ist und nicht alles nach plan verläuft) ist fingerspitzengefühl im umgang mit den patientinnen gefragt. du hast recht, das viel routine ist, wenn die patientinnen zB zur krebsvorsorge kommen, was aber, wenn die gynäkologin was feststellt? klar, sie kann sagen, „ich hab was gefunden, das ist zu soundsoviel prozent maligne, warten wir halt ab, was die pathologen nächste woche finden, auf wiedersehen, ihre zeit ist abgelaufen.“ aber ich möchte nicht wissen, was dann hier für ein posting auftaucht über unsensible ärzte.
eine praxis ist nunmal eben KEIN dienstleistungsbetrieb wie jeder andere. wenn ich zum arzt gehe, will ich, daß er sich um mich kümmert so gut er kann und mich nach allen möglichkeiten bestens untersucht, diagnostiziert, sich über meine krankheit evtl informiert, die bestmögliche therapie erstellt und mir mitgefühl entgegenbringt. ich glaube kaum, daß es eine auszeichnung für einen arzt ist, wenn der sagt, daß er sowas genau planen kann und wenn er es doch tut, hat er entweder zuwenig patienten (spricht dann eher gegen ihn) oder er hat eine privatpraxis, in der er sich leisten kann, nur die hälfte der patienten zu behandeln wie ein kassenarzt.
wenn man qualität von seinem niedergelassenen hausarzt erwartet, muß man halt warten können.
und jetzt kommst du.

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Ok, jetzt komme ich wieder:

Also dann nehme ich den Quark wieder zurück…
Aber trotzdem bin ich einfach der (vielleicht naiven) Meinung, daß sich der Praxisbetrieb zeitlich besser organisieren ließe. Es ist ja kein Problem, wenn ein schwerer Fall auftritt, andere warten zu lassen. Aber das passiert im Fall meiner Freundin jedes Mal! Und wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Laufe des Vormittags ein oder zwei längere Fälle auftreten, warum vergibt dann die blöde Ärztin nicht die Termine am Nachmittag einfach alle zwei Stunden später??
Bitte klär’ mich auf, warum das nicht geht, bzw. warum diese Wartezeit so reproduzierbar ist…

Schönen Gruß aus der Schweiz, Martin

Selber Quark!
grade bei der gynäkologin (das wird dir deine freundin
bestätigen bzw du wirst es selbst herausfinden, wenn bei euch
mal was kleines unterwegs ist und nicht alles nach plan
verläuft) ist fingerspitzengefühl im umgang mit den
patientinnen gefragt. du hast recht, das viel routine ist,
wenn die patientinnen zB zur krebsvorsorge kommen, was aber,
wenn die gynäkologin was feststellt? klar, sie kann sagen,
„ich hab was gefunden, das ist zu soundsoviel prozent maligne,
warten wir halt ab, was die pathologen nächste woche finden,
auf wiedersehen, ihre zeit ist abgelaufen.“ aber ich möchte
nicht wissen, was dann hier für ein posting auftaucht über
unsensible ärzte.
eine praxis ist nunmal eben KEIN dienstleistungsbetrieb wie
jeder andere. wenn ich zum arzt gehe, will ich, daß er sich um
mich kümmert so gut er kann und mich nach allen möglichkeiten
bestens untersucht, diagnostiziert, sich über meine krankheit
evtl informiert, die bestmögliche therapie erstellt und mir
mitgefühl entgegenbringt. ich glaube kaum, daß es eine
auszeichnung für einen arzt ist, wenn der sagt, daß er sowas
genau planen kann und wenn er es doch tut, hat er entweder
zuwenig patienten (spricht dann eher gegen ihn) oder er hat
eine privatpraxis, in der er sich leisten kann, nur die hälfte
der patienten zu behandeln wie ein kassenarzt.
wenn man qualität von seinem niedergelassenen hausarzt
erwartet, muß man halt warten können.
und jetzt kommst du.