Hallo,
Ganz ehrlich: Was ein Leitstellendisponent persönlich als
Ärgernis empfindet, ist mir relativ egal. Näheres dazu unten.
Halte ich für eine arrogante Art und es kann auch nicht Sinn der Sache sein die erstbeste Nummer anzurufen und sich bedienen zu lassen anstatt mal selber die Zeitung aufzuschlagen und die Nummer herauszusuchen.
Es geht nicht um das persönliche Ärgernis eines Disponenten, sondern die ignorante und immer mehr um sich greifende Unart eine Notrufnummer zu mißbrauchen zu einem Zweck, zu dem sie schlicht und einfach nicht gedacht ist.
Wenn Du hier verbreitest daß man sich in solchen Fällen regelmäßig an die Rettungsleitstellen wenden soll rufen da demnächst pausenlos Leute an, die eigentlich nur Serviceauskünfte wollen und die wirklichen Notfälle. für deren Bearbeitung die Leitstelle da ist, kommen dann nicht schnell durch weil der Disponent gerade Serviceanfragen beantwortet, alle Leitungen belegt sind und auch die Dringlichkeit des „roten Telefons“ heruntergeschraubt wird.
Zwei Leitstellen für ein ganzes Bundesland? Welches wäre das
zum Beispiel (Stadtstaaten ausgenommen)? Selbst das kleine
Saarland hat sechs Leitstellen.
Wir müssen jetzt nicht jedes Bundesland durchdeklinieren, aber der Trend geht aufgrund von Kostenersparnis-Überlegungen hin zur Großraumrettungsleitstelle. Gerade Bayern und Rheinland-Pfalz sind nach meinem Wissen Vorreiter für das Konzept.
Gut, in diesem Fall wäre der Kassenzahnärztliche Notdienst
gefragt.
http://www.google.de/search?q=kassenzahn%C3%A4rztlic…
Ein Treffer, der nicht weiterhilft. Super.
Auf http://www.zbvndb.blzk.de/not.asp gibt’s Infos, aber nur
für die Wochenenden. Hilft also auch nicht weiter. Ganz so
einfach wie von Dir beschrieben ist es also nicht.
Dazu mußt Du schon wissen daß das Ding kassenärztlicher Notdienst heißt. Ich behaupte mal daß 95% aller Leute das nicht wissen. Wenn man einfach nur nach „Notdienst“ und Zahnarzt sucht - 2 Stichworte, die sicherlich für jeden am Nächstliegenden sind - hätte man sehr schnell Links gehabt, die einem recht schnell weitergeholfen hätten.
Das ist aber hier auch nicht der entscheidende Punkt. Es geht ja jetzt nicht um den speziellen Fall in Bayern, sondern wir reden gerade über das prinzipielle Vorgehen. Und da gibt es vielen Gegenden durchaus allgemein bekannte zentrale Rufnummern, die man, wenn man schlau ist, neben dem Telefon liegen hat. Oder man blättert in der Zetung oder sucht im Internet.
Es kann aber nicht so laufen daß Du mal eben empfiehlst den Notruf zu wählen obwohl diese Nummer definitiv nicht für solche Serviceauskünfte gedacht ist.
19222 ist technisch keine Notrufnummer, und ich betrachte sie
auch nicht als solche. In diesem Fall hab ich 19222 übrigens
nur deshalb aus- und angewählt, weil unter telefonbuch.de
keine andere Nummer zu finden ist.
Weil in Bayern und Rheinland-Pfalz - von den beiden Ländern weiß ich es - die 19222 nach wie vor eben doch der reguläre Notruf ist. Man versucht den Leuten zwar beizubringen daß man gerne bundeseinheitlich auf die 112 umstellen möchte, aber das ist eben noch nicht ausreichend umgesetzt.
Die Rettungsleitstelle ist meiner Auffassung nach Anlaufstelle
durchaus auch für solche Fragen Ansprechpartner, sofern andere
naheliegende Möglichkeiten fehlschlagen.
Diese Worte wundern mich aus Deinem Mund… Gerade Du mit Erfahrung im Rettungsdienst solltest es besser wissen. Es geht ja auch nicht um Deine persönliche Meinung, sondern die offizielle Zuständigkeit - und die ist bei einer Rettungsleitstelle NICHT Servicetelefon für Anfragen aller Art zu sein
Es gibt Städte, in denen gibt es zentrale Telefonnummern für
ärztliche Notdienste - das scheint in Straubing nicht der Fall
zu sein. Insofern halte ich es für zumutbar, sich mit dieser
Frage an die Leitstelle zu wenden, da keine brauchbaren
Informationen schnell und leicht zugänglich sind.
Wenn Bayern und die anderen rückständigen Bundesländer dann
auch irgendwann mal die 112 eingeführt haben, ist es auch kein
Problem, die 19222 oder eine andere Amtsnummer zu wählen -
Notrufe haben Priorität und daher werden „normale“ Anrufe nur
dann bearbeitet, wenn kein Notruf ansteht. Ergo gibt’s keine
Behinderung o.ä.
Daß es in Bayern in verschiedener Hinsicht auch im Rettungsdienst rückständig ist, ist unstrittig. Ich gebe Dir auch Recht daß es ein Armutszeugnis ist daß Bayern und selbst Städte wie Straubing keine zentrale Nummer für derartige Anliegen haben.
Das ändert aber nix daran daß 112 und 19222 Prioritäts-Rufnummern sind, die für andere Fälle gedacht sind. Die medizinische Dringlichkeit dürfte auch relativ sein, denn solange es kein Notfall ist, der Leben oder Gesundheit bedroht ist eine Erkrankung kein Fall für den Rettungsdienst. Da dürfte man regelmäßig durchaus in der Lage sein mal 5 Minuten nach der richtigen Nummer zu suchen, wenn man sie schon nicht griffbereit hat.
Natürlich sind solche Auskünfte nicht die Kernaufgabe der
Rettungsleitstelle, aber wenn die zuständigen Gremien
(Landesregierung, Kreisregierung, Ärztekammern) es nicht auf
die Reihe bekommen, Notdienstinfos ordentlich zur Verfügung zu
stellen,
… dann muß der Bürger eben mal 5 Minuten durch die Zeitung blättern oder ins Internet schauen. Oder für die Zukunft die notwendige Nummer neben das Telefon legen.
Aber nicht „irgendwo anrufen weil da immer einer drangeht“.
muß sich die Leitstelle damit abfinden, daß sie auch
dafür in Anspruch genommen wird, schließlich ist sie in der
Nacht der einzige zentral erreichbare Ansprechpartner in
Fragen zu eiligen gesundheitlichen Problemen.
Naja, sooooo eilig ist es wohl nicht wenn es kein wirklicher, zeitkritischer Notfall ist.
(der die notdienstliche Versorgung ein wenig anders
gewohnt ist - mit zentraler Rufnummer, zentraler
Notfallambulanz, reichlicher Kommunikation von beidem etc. pp.
- und das in einer Stadt mit gerade mal 200.000 Einw.)
NRW hat zwar die schlechtesten Gymnasien, aber mit den besten Rettungsdienst im Bundesgebiet und eine sehr gut ausgebaute medizinische Infrastruktur…
Gruß,
MecFleih