Schwindelanfälle

Mein Freund hat seit ca. zwei Wochen Schwindelanfälle und ein Übelkeitsgefühl wenn er sich länger nicht bewegt (z. B. vorm Computer). Ein Bluttest hat keinerlei Mangelerscheinungen oder sonstige abnormale Werte gezeigt. Vor ca. drei Wochen hatte er eine leichte Grippe. Nun frage ich mich ob er vielleicht irgendwas verschleppt haben kann. Mit dem Bluttest kann man keine Virusinfektionen feststellen meinte seine Ärztin.
Wie kann man denn feststellen ob es nicht doch eine Infektion ist oder was könnte diese Anfälle verursachen?

Nächte Woche macht er ein Langzeit-EKG aber ich bin irgendwie nicht sehr zuversichtlich ob uns das weiter bringt. Das komische ist auch dass ihm nur schlecht wird wenn er nichts tut.

Würde mich über Ratschläge freuen.
mfG

petra

Vorweg: Ferndiagnosen sind natürlich nicht möglich.
Unkoordinierte Schwindelanfälle können möglicherweise auf Morbus Menière deuten. Hat er auch noch Probleme mit dem Hören (nur auf einem Ohr) oder Nebengeräusche im Ohr?

Infos dazu:

http://members.aol.com/tobi0278/Skripts/Morbus_Menie…
http://www.netdoktor.de/krankheiten/Fakta/meniere_kr…
http://www.tinnitus-liga.de/thema/0799.html

Gruß abi

Hallo Petra und Freund,
Die schon gegebene Antwort in Richtung M. Meniére kann ich gut nachvollziehen; dort handelt es sich um einen spontanen Drehschwindel aufgrund von Störungen in der Endolymphe mit Spontan-Nystagmus (Augenbewegungen) und Übelkeit / Erbrechen.
Dein Hinweis auf eine abgeklungene virale Infektion (grippaler Infekt) kann dabei schon bedeutsam sein.

Ähnliche Symptome können aber auch aufgrund von Überreizung nach stunden- oder nächtelangem Bildschirm-Abusus *g* auftreten. Schaut doch einmal nach, mit welcher Frequenz Euer Monitor arbeitet und stellt eine möglichst hohe Frequenz ein, 80 MHz oder höher, bzw. investiert nach einer evtl. ergebnislosen medizinischen Diagnostik gelegentlich in einen Flüssigkristall-Bildschirm, der zwar teuer, aber kontrastreich und vor allem flimmerfrei ist.

Weiters wäre der Gang zum Augenarzt angebracht, denn Störungen im Visus sind häufig von Schwindelgefühl und Übelkeit begleitet.
Allerdings wäre das dann kein spontaner, also aus der Ruhestellung entstehender Drehschwindel, wie Du das hier beschreibst.

Deine Schilderung weist tatsächlich eher auf eine Störung des Gleichgewichtsorganes hin. Neurologisch abklären (evtl. unterstützt durch eine CT des Schädels) wäre günstig, da in sehr seltenen Fällen auch kleine (oft gutartige) Tumoren solche Zustände verursachen können.
Alles Gute
Vo.

Dankeschön für die Tips!

Als ich mit ihm gesprochen habe meinte er, er hätte keine bewussten Beschwerden mit den Ohren. Bei der ersten Untersuchung, wo dann gesagt wurde dass er Grippe hat, meinte die Ärztin wohl da sei ein leichter Belag (irgendwie eine Reizung oder sowas) aber richtige Beschwerden mit den Ohren hat er nicht.
Was mir wirklich Sorgen macht ist, dass es ihm immer schlechter geht und man garnicht weiss was man dagegen machen soll. Morgen will er nochmal mit seiner Ärztin sprechen ob man die ganzen Untersuchungen nicht beschleunigen kann da es ihm in den letzten zwei Tagen nun wirklich deutlich schlechter geht und auch Bewegung keine Linderung des Schwindels mehr verschafft. Die Frage ist halt nur was man überhaupt unternehmen sollte, zu welchen Arzt muss man denn gehen?? Man weiss doch auch nicht ob der Arzt dann das richtige tut oder auch nur im dunkeln tappt.
Wenn es doch eine Infektion ist die den Kreislauf schwächt oder vielleicht diese andere Krankheit dann bringt das EKG am dienstag doch auch nicht viel. Vor allem ist mir nicht wohl noch so lange zu warten, bis dann weiter Untersuchungen durchgeführt werden bzw. eine Überweisung zu einem Neurologen ausgestellt wird vergeht ja bestimmt auch wieder Zeit und ich hab wirklich Angst, dass er mir zwischendrin Umkippt.

In den letzten Tagen ist mir wirklich bewusst geworden wie hilflos man sich fühlt, wenn man auf das Wissen anderer angewiesen ist.
Wenn wir wenigstens wüssten was er hat und was man dagegen tun kann.

Es grüßt eine völlig ratlose

petra

Röntgen der Halswirbelsäule
Hallo!
Ich kenne diese Beschwerden auch. Nach einem Röntgen hat sich herausgestellt, daß 2 Halswirbel verschoben waren. Durch die daraus entstandene Fehlhaltung haben sich die Muskeln verspannt + „verkürzt“ und die Nerven im Nacken eingeengt, was den Schwindel und die Übelkeit verursacht hat. Besser als ein Röntgen wäre natürlich gleich eine CT (erspart unnötige Wartezeiten, falls man auf den Röntgenbildern nichts sieht.)
Bei mir wurden die Wirbeln wieder eingerenkt. Eine Massage lockerte die Muskeln wieder auf. Damit mir das nicht wieder passiert, das heißt meine Knochen mein ganzes Körpergewicht tragen müssen, hilft jetzt tägliche 15minütige Wirbelsäulengymnastik zur Muskelstärkung.

Gute Besserung!

Sonja

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Hallo noch einmal…

Der Thread hat sich noch ein wenig erweitert. Nach Deinen letzten Schilderungen wäre eher anzunehmen, dass es sich um eine bakterielle Infektion handeln könnte, besonders, weil der Zustand sich rasch verschlechtert hat. In einem solchen Fall wäre anzuraten, eine HNO-Klinik aufzusuchen. Bakterien lassen sich in Körperflüssigkeiten nachweisen und durch Antibiotika bekämpfen. Die erforderlichen untersuchungsgänge und die begleitende Kontrolle sind dem Patienten in seinem (hier geschilderten) Zustand ambulant nicht zuzumuten.
Die Möglichkeiten einer Klinik sollten deshalb genützt werden. Auch in schwierigen Fällen stellt sich etwa innerhalb einer Woche Besserung ein.

Gib mal Nachricht, wie vorgagangen wurde.

Alles Gute.
Vo.

Liebe Sonja,
Die Idee mit der HWS ist interessant. Doch entsteht, so weit ich informiert bin, durch eingeklemmte nerven kein Schwindel der Art, wie er in der Anfrage geschildert wird. Es kann zu Kopfschmerz kommen, Übelkeit, aber nicht zu einem Schwindel mit Nystagmus, der speziell in Ruhelage besonders beschwerlich wird. So besteht für eine Computer-Tomografie der HWS auch keine kausale Indikation.
Wir dürfen uns aber tatsächlich nicht darüber hinweg setzen, dass wir alle hier nur aufgrund von Schilderungen - wieder über Dritte - nachdenken, also stimmt es: Wir können keine Empfehlungen abgeben, als die, sic han die HNO-Klinik zu begeben.
Also weiß ich zu dem besonderen Fall auch um nichts mehr als Du.
Günstiger wäre es allemal, könnte der oder die betroffene selbst anfragen und genauer zurück gefragt werden.
Schöne Grüße,
V.

Liebe Sonja,
Die Idee mit der HWS ist interessant. Doch entsteht, so weit
ich informiert bin, durch eingeklemmte nerven kein Schwindel
der Art, wie er in der Anfrage geschildert wird. Es kann zu
Kopfschmerz kommen, Übelkeit, aber nicht zu einem Schwindel
mit Nystagmus, der speziell in Ruhelage besonders beschwerlich
wird.

Ohne jetzt Experte auf dem Gebiet zu sein…ich hatte auch schon mal ähnliche Beschwerden, starker Drehschwindel, eigentlich den ganzen Tag über, ohne starke Übelkeit. Nachdem ich mehrere Ärzte konsultiert hatte, hat endlich ein Orthopäde festgestellt, dass die Nackenwirbel verantwortlich waren. Es wurden Aufnahmen in verschiedenen Kopfpositionen gemacht, daran konnte erkannt werden, dass zwei Wirbel nahe am Kopf sozusagen festsaßen.

Wurde mit Spritzen, Wärme, Schlinge, manueller Einwirkung ca. eine Woche täglich behandelt, dann plötzlich Besserung, die Wirbel waren wieder beweglich! Der Schwindel schlagartig weg.