Ein älterer Herr über 80 hat aufgrund eines Darm-Carcinomes einen Anus praeter.
Eine Lactose-Intoleranz ist seit Jahren bekannt.
Die behandelnden Ärzte wissen davon, und der ältere Herr ist selbst nicht mehr zuverlässig in der Lage, die Inhaltsstoffe der verschriebenen Medikamente festzustellen.
Nun hat der ältere Herr eine heftige Magen-Darm-Grippe und erhält von seinem behandelnden Arzt (nicht zum ersten Mal übrigens) Medikamente auf Lactose-Basis.
Das wiederum wurde erst verspätet festgestellt, nämlich, als der Durchfall so gar nicht aufhören wollte!
Wie kann man den Arzt endlich dafür sensibilisieren, dass ein alter Mensch, noch dazu mit einer Krebserkrankung, sich durch solche Aktionen fast um´s Leben sch**ßt?
Sicher hat man als Patient eine gewisse Eigenverantwortung, aber ist nicht in einem solchen Fall vorrangig der Arzt dafür zuständig bei der Verordnung darauf zu achten?
Grundsätzlich gebe ich dem, was Ticoli sagt schon recht. Im Grunde ist es an der Zeit, sich für den alten Herrn einen „vernünftigen“ = einsichtigen/aufmerksameren Arzt zu suchen. Nun kenne ich die Umstände nicht, kann mir aber vorstellen, daß dies schwierig sein kann. An der Stelle stellt sich dann die grundsätzliche Frage, ob hier nicht eine Betreuung angesagt ist, da der Patient ja hier wirklich nicht mehr für sich selbst sorgen kann (hoffe, ich schätze das nicht falsch ein). Um einer gesetzlichen Betreuung zu „entkommen“ (jeder Betreuer hat einen Haufen Leute um die er sich kümmern muß und so selten Zeit, Nerven und med. Kenntnisse, um sich so explizit kümmern zu können), kann der Herr auch jemandem selbst eine Betreuungsvollmacht, z.B. für die medizinischen Belange ausstellen. Wenn es also jemanden gibt, der das machen würde, wäre dies auch die Person, die sich grundsätzlich die Beipackzettel vornimmt und (wahrscheinlich immer wieder) das Gespräch mit dem Azt suchen muß. Zumindest wäre aber der Patient von einer gewissen Sorge befreit und wüßte, das da eine Art „Sicherheitsfaktor“ vorgeschaltet ist.
Allerdings würde mich schon interessieren, wieso er nicht zu einem andern Arzt gehen kann?
Ich kenne die Geschichte auch nur aus der Ferne, weiß aber, dass der ältere Herr schlecht zu Fuß ist (krebskrank und schwach) und in seinem erreichbaren Umfeld kein anderer Gastro-Enterologe vorhanden ist.
Sicher wäre eine Betreuung wünschenswert, doch viel wichtiger fände ich ehrlich gesagt, dass der Patient sich auf seinen Arzt verlassen könnte.
Ich habe der Tochter vorgeschlagen, dass sie dem Arzt einen deutlichen Brief zukommen lassen soll, denn solange man immer wieder ruhig ist und den Mund hält, wird sich nichts ändern.
Es stimmt mich einfach nur traurig, dass so gedankenlos mit einem alten und sehr kranken Menschen umgegangen wird.