Vogelgrippe-Ansteckung

Liebe Experten,

Der Mensch kann sich bekanntlich von einem Tier an Vogelgrippe anstecken. Wir hören ständig, daß die Vogelgrippe „noch“ nicht von Mensch zu Mensch ansteckend sei.

Warum fällt es dem Virus leichter, von einem Vogel aus einen Menschen anzustecken als von einem Menschen aus? Nimmt das menschliche Immunsystem dem Virus irgendwie dessen Ansteckungsfähigkeit weg?

Epicanthus

Hi Epicanthus,

ich vermute mal, es ist einfach nur wahrscheinlicher, sich von einem Vogel mit der Grippe anstecken zu lassen, da erst sehr wenig Menschen damit infiziert sind.

Gruß
Cantharellus

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Hallo Epicanthus,

Der Mensch kann sich bekanntlich von einem Tier an Vogelgrippe
anstecken. Wir hören ständig, daß die Vogelgrippe „noch“ nicht
von Mensch zu Mensch ansteckend sei.

Warum fällt es dem Virus leichter, von einem Vogel aus einen
Menschen anzustecken als von einem Menschen aus? Nimmt das
menschliche Immunsystem dem Virus irgendwie dessen
Ansteckungsfähigkeit weg?

Das ganze sind ja mehrere Schritte:

  1. Das Virus muss ja irgendwie in den Körper und in eine lebende Zelle eindringen. Ein einzelnes Virus reicht da aber normalerweise nicht, das muss schon eine massivere Atacke sein.

  2. Dann muss es die Zelle so umprogrammieren, dass diese das Virus vervielfältigt. Was ich jetzt nicht weiss ist, ob eine menschliche Zelle überhaupt eine 1 zu 1 Kopie herstellt.

  3. Dann muss das Virus einen Weg aus dem Körper finden um bei 1. weiter zu machen.

MfG Peter(TOO)

Hallo Epicanthus,

erst diese Woche habe ich wieder im Fernsehen gesehen, wie kranke Kinder, bei denen man Vogelgrippe vermutete, behandelt wurden. Die Ärzte und das Pflegepersonal sahen zum Fürchten aus: Schutzkleidung, Schutzhaube, Mundschutz … oder mit anderen Worten, die unternehmen schon etwas gegen eine mögliche Ansteckung. Sobald Vogelgrippe vermutet wird, dürfte man ein Einzelzimmer bekommen :wink:

Als ich vor ca. 2 Jahren ins Krankenhaus musste, hing an der Notaufnahme ein riesiges Schild: „Patienten, die in letzter Zeit in Südostasien waren und grippeähnliche Symptome haben, bitte AUF KEINEN FALL reinkommen. Bitte rufen Sie mit dem Handy diese Nummer an: …“

Zum Glück konnte ich niemandem beim Telefonieren beobachten :wink:

Schöne Grüße

Petra

Hallo,
ein schöner Vergleich ist vielleicht die Pest auch schwarzer Tod genannt., auch wenn die weitaus mehr Leute dahingerafft hat als die Vogelgrippe.
von der Pest gibt es mehrere Sorten, die alle denselben Erreger als Grundlage haben. Da wäre einmal die Beulenpest, die durch infizierung über den Rattenfloh zustande kommt. Ist nicht schön, kann aber ausheilen.
Warum, weil sich der errger im Floh wohler fühlte und sich nur im Menschen verirrt hat (wenn ich das jetz mal ganz einfach und in Bezug zur Vogelgrippe ausdrück, eigentlich wird der erst im Menschen richtig aktiv und schadet dem Floh nicht)
Dann gibt es die Lungenpest als zweite Stufe, nachdem sich in einem Beulenpestigen der erreger soweit an die Umgebung angepasst hat, dass er jetzt auch Menschen lecker findet. Natürlich ist er dann für den Menschen auch aggressiver, da er tricks gefunden hat um das Immunsystem auszutricksen. Also hüpft er per Tröpfcheninfektion von einem Menschen zum anderen Menschen, verbreitet sich damit extrem schnell und führt da er die Immunabwehr austrickst eher zum Tod.

Darum laufen die Leute die Vogelgrippige versorgen auch mit Mundschutz rum, damit sie sich nicht anstecken, falls der Virus in einem Pat. entsprechend mutiert (fieses Wort, aber Grippeviren mutieren ständig, darum muss man ja auch jedes JAhr zur GrippeImpfung, da man jedesmal einen anderen Cocktail gespritzt bekommt).
Ausserdem schützen sie damit den Patienten vor weiteren Bazillen, die man so mit sich rumschleppt, um die Pat. nicht weiter zu schwächen.

Um sich aber mit Vogelgrippe anzustecken muss man schon mit den Tieren direkt zusammenleben, quais bei ihnen im Stall schlafen, oder wie bei den Kindern aus der Türkei mit deren Blut in kontakt kommen (soweit ich gehöhrt hab, haben die mit den abgeschnittenen Köpfen Fußball gespielt).
Also würde ich mich hierzulande nicht zusehr sorgen. DDie weihnachtsgänse sind gegessen, die Hühner alle im Stall und auch alle Zugvögel bald wieder dahin zurückgekehrt wo sie herkamen.
Fleisch und Eier immer schön durchkochen, dann kann nichts passieren.

Schöne Grüße

Hallo Susanne,

was Du schreibst ist zumindest missverständlich. Beulen- und Lungenpest werden nicht durch unterschiedlich virulente Erreger ausgelöst. Vielmehr hängt es vom Infektionsweg ab, welche Form sich entwickelt: Tröpfcheninfektion und Einatmen führen zur primären Lungenpest, Übertragung des Bakteriums durch den Flohbiss zur Beulenpest. Der Floh überträgt normalerweise nur auf Ratten, weil ER sie lieber mag. Sind aber die Ratten futsch, beisst er alles was rumläuft. Dem Erreger ist es hingegen wurscht, wie er in den Menschen gelangt: Sobald er da ist verursacht er die lebensgefährliche Pest. Ohne Mutation oder neue Tricks. Das hat Yersinia schon alles an Bord. Das die Lungenpest eine schlechtere Prognose hat, liegt m.E. an folgendem:

  1. Beulenpest wird zunächst durch die lokalen Filter des Lymphsystems in Schach gehalten (Beule=Entzündungsreaktion d. Lymphsystems). Setzt jetzt Therapie ein oder gelingt das solange, bis das Immunsystem den Erreger ausreichend analysiert hat, ist der Kampf gewonnen
  2. In der Lunge ist der Weg durch die Schleimhäute viel leichter zu schaffen. Und wenn die Viecher mal im Blut sind, haben wir die Pestsepsis und dann Gutnacht um sechse.
  3. Das sich das ganze auch noch in der Lunge abspielt, ist natürlich zusätzlich bitter. Bei einer ordnetlichen Entzündung erstickt man dann ganz schnell.

Gruß, Dennis
PS: Ansonsten hast Du recht: keine Panik, man kann sich im Moment nur an Tieren anstecken. Hat aber andere Gründe als bei der Pest.

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