Hi!
Ergänzend zu dem Vorgänger-Posting:
–> Wurde ich da nun ganz geschickt ohne Vorwarnung
narkotisiert oder ist es normal, dass das „Beruhigungsmittel“
einen schon außer GEfecht setzt?
Doch kann schon sein. Kommt drauf an, was man dir verabreicht hat:
entweder schon das „richtige“ SChlafmittelchen oder tatsächlich nur das „Beruhigungsmittelchen“, wobei du dann bei letzterem vielleicht nicht mehr mitbekommen hast, daß danach noch etwas anderes gespritzt worden ist 
Und es kommt auf dich selber an:
manche Patienten schlafen nach einer großen Dosis des Narkosemittels immer noch nicht und brauchen mehr, wieder andere sind allein schon vom Beruhigungsmittel völlig weg 
Oder war in der
„Sauerstoffmaske“ womöglich gar ein völlig neutral riechendes
Narkosegas?
Nein, da hat man dich sicher nicht „betrogen“ 
Es ist nämlich sehr wichtig, dem Patienten VOR der Intubation (Einlegen des Beatmungsschlauches in die Luftröhre) ausreichend Sauerstoff zu geben.
Denn wenn du einschläfst durch die NArkosemittel, hörst du auch auf von alleine zu atmen. Die Atemluft besteht aber nur zu ca 21% aus Sauerstoff, den größten ANteil nimmt STickstoff ein und danach folgen weitere Gase. In deiner Lunge ist also relativ wenig Sauerstoff.
Im normalen Leben ist das völlig ausreichend, aber leider nicht, wenn du aufhörst selber zu schnaufen 
Dadurch, daß man dich vorher 100-prozentigen Sauerstoff atmen läßt, wird erreicht, daß all die anderen Gase möglichst „herrausgewaschen“ werden aus der Lunge und du nun einen größtmöglichen Vorrat an Sauerstoff hast.
Wenn du eingeschlafen bist und nicht mehr alleine atmest, hält dir der NArkosearzt eine Maske aufs Gesicht und beatmet dich über die Maske per Hand - und auch jetzt noch mit 100prozentigem Sauerstoff (ok, manchmal wird hier auch schon Gas mitdazugenommen, ist aber nicht unbedingt die Regel).
Mit der Maske beatmet dich der Narkosearzt so lange, bis alle Narkosemittel, die du bekommen hast, ausreichend wirken.
Erst dann (meist nach 1-5 Minuten) wird dir der Beatmungsschlauch in die Luftröhre gelegt.
Dieser Vorgang dauert je nach Geschick des Arztes und anderen Begebenheiten nur wenige Sekunden bis hin zu paar Minuten.
In dieser Zeit atmest du aber nicht und wirst auch nicht beatmet!
Da du aber diese große Sauerstoffreserve in der Lunge hast, ist dies nun auch kein Problem, paar Minuten ohne Beatmung auszukommen!
(Wenn es nicht gleich mit der Intubation klappt oder es zu lange dauert, wirst du natürlich zwischendrin wieder bißchen mit der Maske beatmet…)
Daher war es wirklcih eine „Sauerstoffmaske“ 
Das nächste, das ich weiß, ist, dass ich kurz einen eher
schlechten Traum hatte, dann ein Gefühl hatte, als bekäme ich
keine Luft und dann war ich so halbwegs wieder bei
Bewusstsein.
Ich schätze, das war der Zeitpunkt, als du langsam wieder wach wurdest und der Schlauch entfernt wurde.
Den Schlauch darf man nicht entfernen, wenn der Patient nicht einigermaßen wach ist und vor allem noch nciht richtig selber atmen kann. Beim (Halb-)Wachwerden steckt also kurz noch der Schlauch in der Luftröhre und das kann schon mal das Gefühl verursachen, man bekäme keine Luft. Keine Sorge, auch über den Schlauch kann man atmen 
Es ist halt nur dieses ungewohnte Gefühl - aber zum GLück wird der Schlauch dann auch sofort gezogen 
–> Sind Träume bzw. negative Traumbilder (hatte bei mir
ganz konkret mit meiner beruflichen Situation zu tun) während
der Narkose bzw. danach normal?
Kann schon vorkommen. Einige Medikamente verursachen Träume, zwei berühmte Vertreter sind das Ketamin, welches eher unangenehme Träume verursacht und eins das Propofol, das angeblich schöööne Träume macht - zumindest bei Frauen *gg*
Hab ich zwar selbst nicht erlebt, aber wird wohl so manchmal berichtet 
Die Narkose (ITN), die mir vorher noch als sehr gut
verträglich angepriesen wurde, habe ich übrigens gar nicht
vertragen - ich musste mich bis weit in die Nacht hinein
bestimmt 5x übergeben; mindestens einer weiteren am gleichen
Tag operierten Patientin ging es übrigens ähnlich.
Ist ein häufiges Problem, welches aber zumindest gemildert werden kann wenn nicht gar ganz vermieden - vor allem, wenn der Narkosearzt weiß, daß du auf eine OP so reagiert hast. Beim nächsten Mal unbedingt also erwähnen!
Der Arzt wird dann die Medikamente entsprechend auswählen.
–> Mir wurden gegen das Erbrechen mind. zwei
Vomex-Infusionen gegeben, die aber nur sehr schleppend
wirkten. Muss ich jetzt bei weiteren Narkosen grundsätzlich
damit rechnen, dass es mir wieder so geht?
Nein, wie gesagt, das kann man vermeiden oder zumindest mildern.
Völlig vermeiden kann man es leider nicht immer, da man während der Operation sehr starke Schmerzmittel bekommt, die leider diese Übelkeit verursachen. Aber man kann mit anderen Mitteln gegensteuern, so daß man nach der OP keine/wenige derartigen Beschwerden hat 
Vomex und auch Paspertin (oder MCP) sind dabei (also nach OPs) übrigens meist nicht ausreichend wirksam, es gibt da weit bessere Mittel, die wir bei uns auch verwenden - und bei uns gab es kaum dieses Problem mit der Übelkeit nach OP.
Noch Fragen? Fragen! *g*
Gruß,
Sharon