Hallo
Da ich wissenschaftsindoktriniert bin
ist das jetzt keine besonders gute Diskusionsbasis, aber ich will mal einige Denkimpulse in die Welt setzen:
Ich habe mal einen Bericht gesehen, dass Wissenschaftler (v.a. Mathematiker) einer renomierten Uni in den USA gezeigt haben, dass es möglich ist, dass selbst sehr geringe Konzentrationen von einwirenden Stoffen, eine physiologische Wirkung haben können.
Das würde dann in etwa dem entsprechen, was Homöopathen als „Resonanz“ des Körpers oder so bezeichnen.
Anscheinend weisst der Körper eine Komplexizität auf, die man, wenn man das Massenwirkungsgesetz gelernt hat, noch nicht „so einfach“ damit erklären kann
Deshalb ist das Argument, dass homöopathische „Medikamente“ a priori nicht wirken, weil sie zu gering konzentriert sind, nicht zwingendermaßen richtig.
Es heißt auch, dass Nebenwirkungen (die nicht durch die oft mehr als ungesunde Trägersubstanz ausgeübt werden) nicht absolut ausgeschlossen werden können.
(Dennoch ist höchster Zweifel an der Wirksamkeit von Homöopathie angebracht, da die Erfinder der Homöopathie weder viel Ahnung von der Physiologie des Menschen hatten, noch viel Geld und Zeit in empirische Tests investierten und die Stärke der (behaupteten) Wirksamkeit so hoch ist, dass sie mathematisch nur schwer auf physiologischer, nicht psychosomatischer Ebene erklärt werden kann.)
Zum Vergleich: In die Entwiklung eines guten Katalysators für die Ammoniakproduktion aus Wasserstoff und Stickstoff wurde um 1900 von Bosch viel Geld und Zeit investiert und es wurden 20.000 Versuche gemacht, bis man einen sehr guten (Mittasch-)Katalysator erfand. (Der Prozess ist sehr wichtig und verschlingt heute etwa 4% des Welt-energieverbrauchs)
Selbst heute ist dieser Katalysator fast unverändert in Gebrauch, obwohl man von Molekülorbitalen usw viel mehr Ahnung hat als vor 100 Jahren.
Da der Körper sehr kompliziert ist und im Bereich der homöopathischen „Forschung“ nicht zig Millionen ausgegeben wurden ist es schwerlich vorstellbar, dass die Menschen auf DIE Heilmethoden gekommen sind, die bei extrem geringen Konzentrationen wirken. Das würde an hellseherische Fähigkeiten grenzen.
Selbst im Bereich der molekularen Medizin, die heute Lichtjahre entfernt ist von Zuständen von vor 100, aber auch noch von vor 15 Jahren ist man immernoch extrem weit davon entfernt, als dass man gezielt Medikamente mit „homöopathischer“ Wirkung einsetzen könnte.
Und das obwohl hier viel Geld in Grundlagenforschung fließt.
VG, Stefan, der auch auf Doppelblindproben wartet
