Digitus saltans

Hallo Wissende,

ist es richtig, dass es für die oben bezeichnete Krankheit nur die OP als einzige
Lösung des Problems gibt?
Ist eine Behandlung bei speziellen Hand-Ergotherapeuten sinnlos?
Wie hoch (ganz grob) ist das OP-Risiko einzuschätzen?
Ist zu befürchten, dass nach einem befallenen Finger auch die anderen früher oder
später dran sind?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Bolo2L

Hallöchen Bolo,

ist es richtig, dass es für die oben bezeichnete Krankheit nur
die OP als einzige
Lösung des Problems gibt?

Ich fürchte fast: ja… Eine ältere Quelle - Zippel* ‚Orthopädie systematisch‘, 1. Auflage, 1996 - gibt zwar die Möglichkeit des Behandlungs versuchs mit Cortison-Injektionen in die Beugesehnenscheide an, allerdings sind diese wegen der Gefahr der versehentlichen Injektion in die Sehne und der damit verbundenen Sehnenruptur mit Vorsicht zu genießen.

Rössler/Rüther** dagegen schreiben in ‚Orthopädie‘ (17. Auflage, 1997), daß Cortison-Injektionen für gewöhnlich sinnlos und wegen der Gefahr von Sehnennekrosen bedenklich sind.

Ist eine Behandlung bei speziellen Hand-Ergotherapeuten
sinnlos?

In - Pardon! - ‚Deinem‘ Alter, ist dieses Phänomen häufig durch eine Tendovaginitis hyperplastica oder durch ein Sehnenscheidenganglion erworben… Insofern ist der Therapeut nicht in der Lage, die Ursache (eine Verdickung am Eingang der Sehnenscheide und eine umschriebene Verdickung der Sehne und die damit verbundene Gleitstörung) zu beseitigen. Bei der besonderen Form (De Quervain-Krankheit) kann die schwielige Verengung der Sehnenscheide auch durch eine chronische Entzündung entstehen.

Bei akuten Beschwerden wäre eine Physiotherapie sogar kontraindiziert, denn bei diesen sind Schonung, Heilerdekompressen und - je nachdem, was Dir besser bekommt - Kälte- oder Wärmetherapie angesagt.

Langfristig bleibt also nur die operative Spaltung und Ausschneidung des verdickten Teils Sehnenscheide und/oder des Ringbandes.

Wie hoch (ganz grob) ist das OP-Risiko einzuschätzen?

Unsere Handchirurgin ist zwar im Mutterschutz, aber ich werde mir mal morgen einen unserer Oberärzte schnappen und ihn mal kurz dazu interviewen…

Ist zu befürchten, dass nach einem befallenen Finger auch die
anderen früher oder
später dran sind?

Nicht unbedingt, wobei das Problem an jedem Finger auftreten kann.

Viele Grüße
Renee

* Prof. Zippel war bist vor ca. 2.5 Jahren Direktor der Klinik für Orthopädie bei uns in der Charité.

** Prof. Rössler war Direktor der Orthopädischen Uniklinik, Bonn; Prof. Rüther ist bzw. war Direktor der Orthopädishen Klinik des Uni-Krankenhauses Hamburg-Eppendorf.

Hallo!

Vor dieser OP braucht man sich keine Gedanken machen.
Jeder Patient den ich damit gesehen habe war innerhalb kürzester Zeit
wieder voll einsatzfähig.

Hatte auch noch keinen Fall bei dem es wieder aufgetaucht ist.

Tschüss

Matthias