Hi!
Der Betablocker muß auch nicht auf Dauer genommen werden,
Das ist interessant, aber kann es tatsächlich eine dauerhafte
Besserung geben, wenn man die Prophylaxe nach ein paar Monaten
einstellt?
Ja, mit Betonung auf „kann“ 
Bei den meisten kommt es zur Besserung, bei einigen schon nach wenigen Monaten, bei einigen dauert es länger. Daß jemand wirklich jahrelang Betablocker nehmen muß, weil es sich gar nicht bessert, habe ich noch nicht gehört, kann es aber auch nicht gänzlich ausschließen.
Und gibt es noch andere, ernstzunehmende Mittel zur
Vorbeugung?
Es gibt durchaus weitere Mittel, aber die sind eben nur zweite Wahl wegen mehr Nebenwirkungen, fehlende Zulassung in BRD, geringere Wirksamkeit usw…
Ich kopier hier mal den Fachtext rein, falls du mehr Interesse hast. Falls du daraus irgendwas nicht verstehst, dann nachfragen 
*schnipp*
_Substanzen zur Migräneprophylaxe
Sicher wirksam für die Prophylaxe der Migräne sind der nicht-selektive Beta-Blocker Propranolol (72) und der Beta-1-selektive Beta-Blocker Metoprolol (73-76)(Tabelle 7). Bisoprolol ist wahrscheinlich ebenfalls wirksam, wurde aber nur in wenigen Studien untersucht (77, 78). Der Wirkungsmechanismus der Beta-Rezeptorenblocker ist nicht bekannt. Auffällig ist, daß alle wirksamen Betablocker keine intrinsische sympathikomimetische Aktivität haben. Aus der Gruppe der „Kalzium-Antagonisten“ ist soweit derzeit beurteilbar nur Flunarizin sicher wirksam (79). Flunarizin wirkt auch auf Dopamin-, Serotonin- und Histaminrezeptoren. Die typischen Nebenwirkungen von Flunarizin sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Depression und Schwindel sowie in sehr seltenen Fällen bei älteren Menschen extrapyramidalmotorische Störungen mit Entwicklung eines Parkinsonoids oder Dyskinesien. Die Studienergebnisse zu Cyclandelat sind widersprüchlich.
In letzter Zeit hat sich das Antikonvulsivum Valproinsäure in der Migräneprophylaxe bewährt (80-83)(Tabelle 8). Die Tagesdosis beträgt 500 bis 600 mg (82, 83). Gelegentlich sind höhere Dosierungen notwendig. Valproinsäure hat in Deutschland keine Zulassung für die Migräneprophylaxe. Acetylsalicylsäure in einer Dosis von 300 mg/Tag hat eine geringe migräneprophylaktische Wirkung (54). Die Serotonin-Antagonisten Pizotifen und Methysergid sind ebenfalls prophylaktisch wirksam (Tabelle 8). Pizotifen wird wegen der deutlich häufigeren Nebenwirkungen (Müdigkeit, Gewichtszunahme) aber weniger gut toleriert als Beta-Blocker und Flunarizin. Methysergid ist ein wirksames Migräneprophylaktikum (84). Es sollte aber wegen seiner Nebenwirkungen Spezialisten und der Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes vorbehalten sein. Es darf wegen der Gefahr einer Retroperitonealfibrose oder von Lungenfibrosen nicht länger als drei bis fünf Monate gegeben werden. Lisurid, ein Dopamin-Agonist , ist möglicherweise ebenfalls prophylaktisch wirksam. Die Tagesdosis beträgt 0,075 mg. Die Wirksamkeit von Magnesium ist umstritten (85, 86). Wenn überhaupt wirksam, ist die Reduktion der Attackenfrequenz nicht sehr ausgeprägt.
Amitriptylin und Amitriptylinoxid sind trizyklische Antidepressiva. Allein gegeben sind sie bei der Migräne wenig wirksam. Sie sollten aber zur Prophylaxe gegeben werden, wenn eine Kombination mit einem Spannungskopfschmerz vorliegt, oder wenn, wie häufig bei chronischen Schmerzen, eine zusätzliche Depression besteht. Dihydroergotamin ist zwar migräneprophylaktisch wirksam, kann aber nach längerer Einnahme zu einer Verschlechterung der Migräne und zur Induktion von Dauerkopfschmerzen führen. Nicht-steroidale Antirheumatika wie Naproxen sind ebenfalls prophylaktisch wirksam. Limitierend sind hier die Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Tinnitus, Schwindel, Magen-Darmulcera und gastro-intestinale Blutungen. Das Antiepileptikum Gabapentin hat nach ersten Studien in Tagesdosierungen zwischen 1200 und 1600 mg wahrscheinlich ebenfalls eine prophylaktische Wirkung. Hier müssen allerdings weitere Studien abgewartet werden. Lamotrigin ist nicht wirksam (87). Von den Dopaminagonisten ist wahrscheinlich Alpha-dihydroergocryptin wirksam (88).
Bei der zyklusgebundenen Migräne kann eine Prophylaxe mit 2x500 mg Naproxen vier Tage vor bis drei Tage nach der Periode versucht werden. Als Alternative für die Kurzeitprophylaxe kommen Östrogenplaster (100 µg) in der Phase mit Hormonabfall zum Einsatz.
Während der Schwangerschaft sind nur Betablocker zur Prophylaxe zugelassen. Die anderen Migräneprophylaktika außer Magnesium sind kontraindiziert.
Nicht-medikamentöse Therapie
Verhaltenstherapie
Eine medikamentöse Behandlung der Migräne sollte, wenn möglich, durch eine Verhaltenstherapie ergänzt werden. Wissenschaftlich bewiesen sind sogenannte multimodale Therapieansätze, die Techniken der progressiven Muskelrelaxation, kognitive Techniken, Stress- und Reizverarbeitungstraining und Schmerzbewältigungstechniken verbinden (89-93) (Tabelle 9). Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass einzelnen Komponenten, wie z.B. die progressive Muskelrelaxation (94) oder kognitive Therapietechniken zu langfristig günstigen Therapieeffekten führen. Dazu gehört auch das Vasokonstriktionstraining, eine spezifische Biofeedbacktherapie, die in Kombination mit Schmerzbewältigungstechniken zum Einsatz kommt (95). Verhaltenstheraputische Strategien sollten immer auf der Basis einer systematischen Verhaltensanalyse (z.B. einer speziellen Anamnesetechnik) sowie eines individuell orientiertes Genesemodel abgeleitet werden. Verhaltenstherapeutische Strategien werden durch verhaltenstherapeutisch ausgebildete Ärzte und Psychologen vermittelt. Diese stehen nach Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes flächendeckend zur Verfügung. Adressen können über die KVen erfragt werden.
Sport
Wissenschaftlich belegt ist die prophylaktische Wirkung aerober Ausdauersportarten, insbesonders Jogging (96, 97).
Physikalische Therapie und transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Für die beiden genannten Verfahren gibt es keinen Wirkungsnachweis im Rahmen prospektiver Studien (98, 99).
Homöopathie
Die bisher durchgeführten prospektiven Placebo-kontrollierten Studien ergaben keinen Hinweis auf eine Wirksamkeit der Homöopathie (100-102).
Akupunktur
Die Mehrzahl der Studien zur Akupunktur entspricht nicht modernen Anforderungen an klinische Studien. Eine kürzlich publizierte Metaanalyse fand nur 10 Studien mit insgesamt etwa 300 Patienten, die bei einem Erfolgskriterium einer Besserung um >33% eine Wirkung der Akupunktur nahelegt (103). Dabei muss berücksichtigt werden, dass das Erfolgskriterium bei Studien zur pharmakologischen Therapie >50% beträgt. Wird diese Kriterium angelegt, ist die Akupunktur unwirksam.
Pflanzliche Wirkstoffe
Es gibt Hinweise, dass Tanacetum (feverview) möglicherweise wirksam ist (104). Dies wird derzeit in einer grossen prospektiven Studie untersucht. Pestwurz soll ebenfalls wirksam sein. Publikationen in peer reviewten Zeitschriften gibt es hierzu bisher nicht.
Unwirksame Therapien
Unwirksam in der medikamentösen Therapie sind Bromocriptin, die Antiepileptika Carbamazepin, Diphenylhydantoin und Primidon, Diuretika, Clonidin, Östrogene und Gestagene, Lithium, Neuroleptika, Proxibarbal und die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Von den nicht-medikamentösen Verfahren sind ohne Wirkung oder ohne wissenschaftlichen Beleg das autogene Training, die chiropraktische Therapie, Manualtherapie, Zahnextrak-tion, Aufbißschienen, Frischzell-Therapie, lokale Injektionen in den Nacken oder die Kopfhaut, Neuraltherapie, Reizströme, Magnetströme, Psychophonie, Neuraltherapie, Ozontherapie, Tonsillektomie, Fußreflexmassage, Sanierung vermeindlicher Pilzinfektionen des Darmes, Entfernung von Amalgamfüllungen, Hysterektomie und die klassische Psychoanalyse._
Quelle: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/062-001.htm
Gruß,
Sharon