Hallo Medizin-Kenner,
ich leide an o.g. verheerender Nebenwirkung des Betablockers Metoprolol.
Die Vorgeschichte:
Nach mehreren Episoden von jeweils etwa 24 bis 36 Stunden dauernder rezidivierender Tachyarrhythmia absoluta im Abstand von etwa 2 bis 4 Jahren (erstes Ereignis im Alter von 20 Jahren nach THC-Genuss in einer Stressphase nach übergangener Grippe - jau, da kam alles zusammen) wurde ich vor etwa 6 Jahren mit Metoprolol und Verapamil eingestellt.
Zunächst nahm ich 200 bis 300 mg (!!!) Metoprolol und dazu 180 bis 240 mg Verapamil täglich. Danach wurde bei einem erneuten Krankenhausaufenthalt zurecht befunden, dass das zuviel sei. Also Nahm ich auf Anraten des Kardiologen nur noch 50 bis 100 mg/d Metoprolol, zusätzlich aber noch den ACE-Hemmer Ramipril, weil als Ursache der Arrhythmie nun eine RR-Spitze verdächtigt wurde, denn es stellte sich eine mäßige Hypertonie heraus. Von den Verdächtigungen bei den vorherigen Ereignissen will ich gar nicht mehr reden.
Jedenfalls bekam ich vom Ramipril eine wunderschöne Extrasystolie (vorwiegend SVES, aber auch viele VES) mit Bigeminus, Trigeminus und allen sonstigen Spielarten (jedoch zum Glück keine malignen ES im LZ-EKG). Also habe ich Ramipril in Absprache mit meinem Hausarzt wieder Abgesetzt. Ich sollte aber stattdessen wieder Verapamil einnehmen, so dass ich nun, 35-jährig, schlussendlich 100 bis 150 mg/d Metoprolol und 80 bis 120 mg/d Verapamil einnehme, wobei ich mich seit 2 Jahren kardiologisch betrachtet mit Ausnahme weniger Extrasystolen, die sich absolut im Rahmen des Normalen bewegen, beschwerdefrei fühle.
Das aktuelle Problem:
Ich nehme seit meiner ersten Metoprolol-Einnahme kontinuierlich an Körpergewicht zu. Okay, über diese Nebenwirkung wurde ich aufgeklärt, es drängt sich aber mehr und mehr in den Vordergrund. Ich war zwar noch nie ein Kostverächter, aber ich esse im Augenblick nicht mehr als schon immer bis vor etwa 6 Jahren, als ich noch normalgewichtig war. Langsam kommen auch die typischen Probleme der Adipositas wie Kurzatmigkeit nach kurzem Fußmarsch bergauf oder müde Beine, sprich saure Beinmuskulatur, nach 4 bis 5 Stockwerken treppensteigen, verstärktes Schwitzen u.s.w. Alles Dinge, die ich so vorher nicht kannte.
Ich war tendenziell eher ein sportlich-athletischer Typ, wenngleich ich keinen regelmäßigen Sport mehr trieb. Entsprechend erschreckend finde ich meine aktuelle optische Entwicklung. Es bildet sich u.a. allmählich eine Fettschürze (noch hängt sie nicht über, aber es fehlt nicht mehr viel dazu). Das geht so weit, dass ich nur noch ungerne unter Menschen gehe (Ausnahme: Verwandte, Freunde und Bekannte) und öffentliche Orte nach Möglichkeit (aber nicht zwanghaft) meide, denn in der letzten Zeit häufen sich erstaunte Blicke von Passanten (die den Blick nicht unterdrücken können) auf meinen prächtigen Bauch und die stämmigen Beine. An Schwimmbad ist nicht zu denken.
Tja, also kann ich nicht mehr leugnen, dass sich nun auch psychische und soziale Auswirkungen breit machen. Ich bin alles andere als depressiv, geschweige denn lebensmüde. Nein! Nicht dass ich da falsch verstanden werde! Aber die ganze Situation bedrückt mich schon ziemlich. Am liebsten würde ich den ganzen Haufen Tabletten in den Müll werfen und damit aufhören. Das geht aber nicht so einfach. Weniger essen bekomme ich ohne Hilfe nicht hin.
Die Fragen:
Was gibt es außer Betablockern noch für negativ chronotrope Medikamente? (Ich hatte schon immer eine erhöhte Herzfrequenz, als ich noch keinen Betablocker einnahm.) Gibt es da auch Alternativen, die nicht gleich die ganze neurologische Aktivität herabsetzen, vielleicht etwas cardioselektiveres? Blutdrucksenker gibt es ja en masse, da dürfte etwas passendes zu finden sein. Könnte eine Umstellung auf einen anderen Betablocker das Problem verringern oder ist das ein allen Betablockern gleichermaßen innewohnendes Problem?
Oder denkt ihr, dass es etwa möglich sein könnte, den Betablocker ganz abzusetzen und sich auf eine ggf. notwendige, anständige antihypertensive Therapie zu konzentrieren und etwaige TAA-Attacken erst einmal in Kauf zu nehmen? Sie waren ja in der Vergangenheit schließlich sämtlich - mal mit und mal ohne besondere Therapie - nach 24 bis 36 Stunden spontan konvertiert.
Welche Hilfen werden noch angeboten, die ich in Anspruch nehmen könnte? Kann ich mit ärztlicher Hilfe rechnen (bezüglich der Adipositas)? Gibt es evtl. von der gesetzl. Krankenversicherung getragene Therapiemöglichkeiten, Kuren, Training etc.? Gibt’s sowas wie „die Anonymen Adipotiker“? LOL! Eins weiß ich genau: Es kann so nicht weitergehen, sonst bin ich spätestens in 5 bsi 10 Jahren ein Festschmaus für die Würmer in der hiesigen Friedhoferde. Ich wäre für jeden noch so vagen Hinweis und Vorschlag sehr, sehr dankbar.
Lieben Gruß
Heiliger Bimbam
P.S. Ich bin medizinisch kein unbeschriebenes Blatt, ihr könnt mich also auch ruhig mit Fremdwörtern bombardieren u.s.w. Ich kann was damit anfangen. Ihr müsst aber nicht 