Vollnarkose oder örtliche Betäubung?

Hallo liebe Wissende,

gibt es eigentlich irgendeinen Richtwert, wann bzw. warum man bei einer OP eine Vollnarkose braucht bzw. wann eine Örtliche reicht?

LG

Sarah

Hi,

gibt es eigentlich irgendeinen Richtwert, wann bzw. warum man
bei einer OP eine Vollnarkose braucht bzw. wann eine Örtliche
reicht?

nein, zumindest gibt es keine scharfe Grenze.

Es gibt lediglich Fälle, bei denen klar ist, was angemessen ist und eine recht große Grauzone.

Gruß,

Malte

Hallo!

Für eine Antwort braucht man viel mehr Fakten. Es geht z.B. darum, ob die nötige Menge an Lokalanästhetikum die toxische (giftige)Grenze überschreiten würde (bei großflächigen Eingriffen), ob man in der Nähe kritischer Strukturen operiert, bei denen eine absolute Bewegungslosogkeit des Patienten gewährleistet sein muss. Außerdem ist es von Patient zu Patient verschieden, was er so toleriert (an Geräuschen, auf Dauer unbequemer Lagerung, Ängstlichkeit). Höhleneingriffe (Bauchhöhle, Brustkorb) macht man immer unter kontrollierter Beatmung (= Vollnarkose). Auch entzündete Gebiete lassen sich sehr schlecht örtlich betäuben.
Vielleicht hat das deine Frage etwas beantwortet. Falls Du nicht auf den Unterschied zwischen Vollnarkose und örtlicher Betäubung sondern auf eine Regionalanästhesie hinauswolltest (Spinale/PDA „Rückenmarksnarkose“ ), bitte noch einmal nachfragen.

LG, palmchord

Hai Sarah,…

Gerade dieses Thema habe ich soeben hinter mir.

Wie es der Zufall wollte, gab es bei uns in der Klinik (Uelzen)
einen abendfüllenden Vortrag zum Thema ‚Narkose‘.
Den hatte ich rein interessehalber besucht,
weil ich mich berufsmäßig dafür interessiere (mache bestimmte Programme dazu).

Am nächsten Morgen schon lag ich auf dem Tisch wegen unerträglicher Schmerzen.
Der Narkosearzt war jener, der den Vortrag gehalten hatte.
Und der Chirurg hatte mich Silvester mit meiner Visage zusammengeflickt (man erinnere sich meiner Nase).

Es gibt bestimmte Kriterien, nach denen man eine
lokale oder totale Betäubung empfiehlt oder anwendet.
Diese Handvoll Kriterien legt Dir der Narkosearzt auseinander.
Dieser Arzt hat nach seiner Dr-Ausbildung i.a. noch einmal fünf Jahre hinzugelernt.
Es hat also keinen Zweck, hier Einzelheiten zu erörtern.

Eines kann ich Dir aber sagen,
die Vollnarkose war für mich eine totale Überraschung:
die knippsen Dir innerhalb einiger Sekunden einfach das Licht aus - und fertig ist.
Erst bleibt Dir die Luft weg für 10 Sekunden,
dann meinst Du, überall schreckliche Krämpfe zu kriegen,
aber zwei Sekunden später ist einfach alles ratz-fatz vorbei.
Maschinen (und Dottores) haben die totale Kontrolle übernommen.
Und Dein Hirn ist einfach still und weg, aber selbst das merkst Du nicht mal.

Und niemand muss heute noch derbe Schmerzen nach einer OP ertragen.
Nach einer Narkose spielt allerdings Dein Hirn noch einen Tag? ziemlich verrückt:
Du machst Sachen, die es einfach nicht geben kann.
Und Du weißt das auch, aber es ‚plagt‘ Dich trotzdem.
Ich zB programmiere seit rund 40 Jahren,
und obwohl ich definitiv klar wußte, ich habe keinen PC zur Hand,
hab ich mich in die Materie immer weiter reingebissen -
vollkommen sinnlos. Aber es ist halt so.
Das sagt Dir auch der Narkosearzt vorher.

Also, Sarah, halte es wie mit dem Werbespruch:
Fragen Sie Ihren Arzt oder geizigen Apotheker,
nur der kann Dir wirklich brauchbare Antwort geben.

Aloha - digi (aEg)
Nein, mein Fall war nicht besonders gefährlich:
‚nur‘ eine Bruch-OP zur ‚Unzeit‘ -
nebst einer anderen wohl nützlichen Kleinigkeit.

Mahlzeit,

Erst bleibt Dir die Luft weg für 10 Sekunden,
dann meinst Du, überall schreckliche Krämpfe zu kriegen,

nd :aber zwei Sekunden später ist einfach alles ratz-fatz

vorbei.

bei mir war das noch nicht mal der Fall. Die Ärztin meinte „Wir werden jetzt also die Narkose einleiten“, ich nickte, und weg war ich.

Und Dein Hirn ist einfach still und weg, aber selbst das
merkst Du nicht mal.

Nun ja, bei manchem merkt man mehr, bei manchem weniger :smile:

Und niemand muss heute noch derbe Schmerzen nach einer OP
ertragen.

Das ist wahr. Ich mußte nur Bescheid sagen, schon bekam ich was Gutes.

Nach einer Narkose spielt allerdings Dein Hirn noch einen Tag?
ziemlich verrückt:
Du machst Sachen, die es einfach nicht geben kann.

Echt? Bei mir gab es sowas nicht. Ich hatte andere Probleme: Übelkeit, Erbrechen, unheimlich großen Durst.

Ich zB programmiere seit rund 40 Jahren,
und obwohl ich definitiv klar wußte, ich habe keinen PC zur
Hand, hab ich mich in die Materie immer weiter reingebissen -

hast du das Kliniktelefon umprogrammiert? :smile:

Gruß

Sancho
Herz-OP-Veteran

Und niemand muss heute noch derbe Schmerzen nach einer OP
ertragen.

Das ist wahr. Ich mußte nur Bescheid sagen, schon bekam ich
was Gutes.

Übel war mir auch etwas, und k.tz mal einer
wenn die Wunden noch frisch sind. Wahres Vergnügen.
Aber in dem ‚Guten‘ war auch was dagegen drin ('n richtiger Cocktail Mix).
Und am nächsten Tag hatte ich schon wieder das bekannte Große Maul. :smile:
Sollteste auch mal probieren, Sancho, …
ich meine das mit dem Mix. Das andere haste ja schon _fg_
Aloha - digi (aEg)

Mooin,

kommt drauf an, würde ich sagen, aber vielleicht könntest Du Deine Frage etwas konkretisieren?

Grüße,

Chris

Hallo liebe Wissende,

vielen Dank für die Antworten.

In absehbarer Zeit steht eine OP bei mir an und ich würde mich einfach wohler fühlen, wenn das mit einer örtlichen ginge.

Aber, den Antworten nach, schließe ich eigentlich schon, dass das nicht möglich sein wird. Ich habe entsetzliche Angst vor Krankenhäusern, Operationen und natürlich vor einer Vollnarkose. Da aber noch das Vorgespräch aussteht, werde ich das sicherlich endgültig bei diesem Gespräch klären können.

Danke

Sarah

Hallo Sarah - nochmal ein wenig Trost.

In absehbarer Zeit steht eine OP bei mir an und ich würde mich
einfach wohler fühlen, wenn das mit einer örtlichen ginge.

Ist natürlich eine Frage, die Dir NUR deine Narkoseärztin beantworten kann.

So wie ich den Vortrag verstanden habe,
neigt man aus mehreren Gründen zur Vollnarkose,
dazu gehört auch, daß der Körper vollkommen ruhig gestellt werden muss,
und nicht etwa durch irgendwelche Zuckungen ‚ins Messer rennt‘.
Unter einer Vollnarkose kriegst Du überhaupt nichts mit,
was auch eine gute Sache ist; denn Du spannst nicht immer instinktiv darauf,
ob da nicht doch ein wenig daneben operiert wird, und Du das merkst.
Abgesehen davon ist der OP-Tisch doch ‚etwas hart‘,
und nach ner Weile könnte das bei einer Lokalen ganz schön lästig werden.

Aber, den Antworten nach, schließe ich eigentlich schon, dass
das nicht möglich sein wird. Ich habe entsetzliche Angst vor
Krankenhäusern, Operationen und natürlich vor einer
Vollnarkose.

Nein, Sarah, das brauchst Du nicht zu haben.
Die Medizin ist in den letzten 10…15 Jahren sehr viel weiter fortgeschritten.
Und nur diese Information wird Dir fehlen.
Es ist weitaus wahrscheinlicher, auf der Fahrt ins Krankenhaus zu verunglücken,
als unter Narkose zu leiden.

Und das tagelange K.tzen ist heute auch nicht mehr nötig;
denn das belastet den frisch operierten Körper nicht wenig.
Also ist ein Schmerz-/K.otz- Mittel(-mix) sogar die bessere Wahl.
Auch hier ging der Fortschritt weiter.

Und Deine Furcht vor Krankenhäusern ist heutzutage vollkommen unbegründet, glaub’s mir. Die tun ALLES nur dafür, daß es DIR gut geht.
Die Zeiten des im Volksmund rumgeisternden ‚sadistischen Chirurgen‘ sind schon lange dahin. (Hinweis: Kurzversion, damit sich kein Chirurg beleidigt fühlt).

Das alles muß man auch mal sehen,
wenn man die steigenden Krankenkassen-Beiträge sieht.

Da aber noch das Vorgespräch aussteht, werde ich
das sicherlich endgültig bei diesem Gespräch klären können.

So ist es.

Also - Aloha - digi (aEg)

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Hallo Sarah -

schau doch mal hier rein:

http://www.hypnosratgeber.de/technik/index.htm

Unter dem Icon „Technik“ findest Du viele Informationen zum Thema Narkose und Teilnarkose.

Viele Grüße und alles Gute

Sue

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Hallo,

danke für Deine tröstlichen Worte.

Mir ist halt am schlimmsten, dass ich unter Vollnarkose nicht ansprechbar bin und kein Veto einlegen kann. Ich habe Angst davor aufzuwachen und dann heisst es, wir mussten auch noch x oder y machen. Ich würde lieber gerne voll dabei sein und ggf. mein Veto einlegen, also nicht hilflos und ausgeliefert sein.

Allerdings schätze ich, dass ich auch komplett ruhig gestesllt sein muss. Und, da ich eh eher eine Angstpatientin bin, wäre das wohl nicht sonderlich sinnvoll, wenn ich bei jedem Geräusch zusammenzucke. Jezt muss ich mich wohl eher mit dem Gedanken einer Vollnarkose anfreunden. Das kann ja auch positiv sein, wenn ich nicht durch Angst die OP störe.

Aber lieben Dank für Deine Antwort, ich gehe jetzt mal auf Anfreundungskurs, das nützt ja alles nix. Was sein muss, muss sein.

LG mit Dank

Sarah

Meins Du nicht auch, Sarah,
daß ein über mehrere Jahre ausgebildeter Doc
-und gerade ein Narkose-Doc, der i.a. auch noch u.a. Notfallarzt macht-
noch viel besser weiß als Du selber, was Dir gut tut?
Du kannst ganz beruhigt sein, die tun mehr für Dich
als Du es jemals könntest.
Und es ist niemals nur eine® allein an Dir zugange,
da sind eine Handvoll mit Dir beschäftigt.
Ein eingespieltes Team.

Und - was passiert bei einer lokalen Betäubung,
sollte sich herausstellen, daß es letzten Endes doch sinnvoller ist,
eine volle Dusche zu machen?

Verlass Dich auf die Dottores - und auf die Maschinen.
Die Maschinen sind heute so gut und präzise,
die sind besser als Dein eigener Körper es hinkriegen würde.

Ganz im übrigen:
Die Sachen, die Dich jetzt bedrücken, werden alle
bei der Vorstellung ausreichend besprochen.
Eine Empfehlung von mir dazu: mach Dir (vorher) Notizen;
denn in dem Moment denkst Du nur an die Hälfte.

Ich sollte noch erwähnen, daß ich kein Doc-med bin,
aber daß ich mich für ‚manche Sachen‘ interessiere;
und auch, daß ich gerade in diesen Tagen eine solche
gute! Erfahrung machen durfte, die ich Dir gern weitergebe.
Es wäre allerdings schön, wenn Du anderen dann auch versuchst,
die Furcht zu nehmen. :smile:

Aloha - digi - ganz ruhig, Sarah.

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Hallo und danke diggi,

ich versuche ja auch mir die Vernunftssachen ins Gedächtnis zu rufen. Ich weiss ja, dass mir da niemand böse gesind ist. Aber… ich möchte das halt lieber auch kontrollieren. Das ist heftig. Früher, als ich nicht betroffen war, hätte ich jeden in die Klapse geschickt, wo so was schreibt oder denkt, wie ich jetzt.

Ist schon merkwürdig. ABER ich arbeite ja dran, nachdem, was mir aussteht, denke ich, dass eine örtliche Betäubung unmöglich ist, ich muss stll sein, und nicht zucken wenn jemand laut atmet.

Ich schaff das schon, bestimmt. Ich hab ja noch Zeit hin. Obwohl, besser wäre es wohl, wenn die OP morgen wäre… egal, ich schaff das, danke

Und LG

Sarah *und eigentlich würde ich das doch lieber selber machen wollen, wo kriegt man eigentlich selbstbaukästen her :wink:

ich versuche ja auch mir die Vernunftssachen ins Gedächtnis zu
rufen. Ich weiss ja, dass mir da niemand böse gesonnen ist.
Aber… ich möchte das halt lieber auch kontrollieren.

Das würde ich Dir aber wirklich nicht empfehlen, Sarah;
denn dazu fehlen Dir sicher die Fachkenntnisse.
Du kannst ganz sicher sein, daß Du absolut nichts davon mitkiegst;
das Licht geht aus, und du wirst wieder wach. Das war’s.
Dir schnippelt nicht irgendwer noch mehr raus oder ab als nötig ist.
Und - welche andere Möglichkeit hast Du …
außer bei der Besprechung vorher alles abzuklären?
Deswegen die Notizen.

Glaube mir, es ist sinnlos, sich darüber große Gedanken zu machen.
Die Dottores haben jahrelang studiert (lies den Link von Sue nochmal),
die wissen genau was zu tun ist.
Die schnippeln nicht an Dir rum, um irgendeine imaginäre Quote zu erfüllen.

Du kannst Dich auch nicht selber nach einem Baukasten operieren.

Aloha - digi