Hallo, Chirurgen/Orthopäden!
Mein Schwiegervater (61J, topfit) hat sich vor genau zwei Wochen als Radfahrer bei einem Verkehrsunfall das linke Schlüsselbein und drei Rippen gebrochen. Zur Schmerztherapie und zur Beobachtung eines Hämatothorax ist er drei Tage im KH geblieben. Als ich ihn am Tag nach dem Unfall besuchte, hatte er nicht nur keinen Atemtrainer bekommen (bekam er dann am Folgetag), sondern auch keinen Rucksackverband. Er trug einen Gilchristverband! Ich fragte mich, ob das mit der Rippenserienfraktur zusammenhing, konnte mir aber letztlich keinen Reim darauf machen. Er ist nun zu Hause und klagt noch über Schmerzen, mehr in der Clavicula als an den Rippen. Er könne die Schmerzmittel (Tramal/Ibuprofen) nicht weglassen. Den Gilchrist trägt er kaum noch, man hätte ihm gesagt, die Schulter könne sonst steif werden (dem stimme ich völlig zu). Dieser Verband ist in meinen Augen auch völlig wirkungslos und unnütz bei den vorliegenden Verletzungen. Ich habe jetzt die Sorge, dass sich eine Pseudarthrose bilden könnte. Eine Röntgenkontrolle ist seit der Entlassung nach Hause nicht erfolgt. Am Dienstag will mein Schwiegervater aus eigenem Antrieb nochmal in die Ambulanz gehen.
Was meint ihr: Ist das ganze Procedere so lege artis? Sollte er nicht doch einen Rucksackverband bekommen oder ist der nicht mehr Stand der Dinge? Dass eine Rippenfraktur lange schmerzt, weiss ich, aber eine Claviculafraktur?
Für Kommentare wäre ich sehr dankbar!
MfG, palmchord