Protonenpumpenhemmer

Hallo,

könnte mir jemand vom Fach in einfachen Worten den o.g. Begriff, sowie Hypergastrinämie erklären?

Vielen Dank!

Avera

Hallo,

die Protonenpumpe ist in der Magenschleimhaut. Ein Protonenpumpenhemmer sorgt dafür, dass keine Wasserstoffionen (,die die Säure des Magens ausmachen) mehr in den Magen gepumpt werden.

Gastrin ist ein Gewebshormon, das die Salzsäuresektretion des Magens reguliert. Es wird im Magen gebildet und bei Dehnung des Magens (also nach dem Essen), aber auch bei Einwirkung von Coffein oder Alkohol ausgeschüttet. Eine Hypergastrinämie (= zuviel Gastrin im Blut) entsteht z.B. durch eine Überfunktion der gastrinbildenenden Zellen im Magen oder durch autonome Produktion von Gastrin in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (= Zollinger-Ellison-Syndrom).

Das war jetzt die Kurzversion. Ich hoffe, sie war verständlich.

Gruß,

Aureel

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Protonenpumpe: Ist das die normale ATP-Synthase?
Ja, Frage steht schon da :wink:

HalloAureel,

vielen Dank zunächst für Deine Antwort, habe ich verstanden.

die Protonenpumpe ist in der Magenschleimhaut. Ein
Protonenpumpenhemmer sorgt dafür, dass keine Wasserstoffionen
(,die die Säure des Magens ausmachen) mehr in den Magen
gepumpt werden.

Es schließt sich aber ein, zwei weitere Fragen dadurch an die erste an: eon PPI wirkt dann aber niczt örtlich im Magen, sndern sozusagen auf längerem, chemischen Weg über das Gehirn um seine Täigkeit auszuführen und nicht, wie z.b. Malloxan (das Zeug in Tütchen), das sich doch wohl nur auf die Magensäure legt. Liege ich da richtig?

Wie lange braucht der Körper, bis er nach der Einnahme eines PPi wieder normal viel Magensäure bildet? Ist das Zeug wirklich so „ungefährlich“, wie mir mein Arzt gesagt hat?

Gastrin ist ein Gewebshormon, das die Salzsäuresektretion des
Magens reguliert. Es wird im Magen gebildet und bei Dehnung
des Magens (also nach dem Essen), aber auch bei Einwirkung von
Coffein oder Alkohol ausgeschüttet. Eine Hypergastrinämie (=
zuviel Gastrin im Blut) entsteht z.B. durch eine Überfunktion
der gastrinbildenenden Zellen im Magen oder durch autonome
Produktion von Gastrin in den Inselzellen der
Bauchspeicheldrüse (= Zollinger-Ellison-Syndrom).

Das war jetzt die Kurzversion. Ich hoffe, sie war
verständlich.

Gruß,

Avera

Hallo,

also: Der Protonenpumpenhemmer wirkt indem er die Protonenpumpe in der Magenschleimhaut (auch H±K±ATPase, um Stefans Frage zu beantworten) irreversibel hemmt. Was Du als Tablette einnimmst ist ein sog. Prodrug, d.h. das ganze wirkt in dieser Form noch nicht. Der Wirkort ist die Magenzelle, wo aufgrund eines bestimmten ph-Werts der Protonenpumpenhemmer in seine aktive Form überführt wird. In der Magenzelle beträgt die Halbwertszeit 15 – 18 Stunden.

Natürlich wird auch ein Teil des Wirkstoffs ins Blut aufgenommen.
Die Plasmahalbwertszeit (Zeit, in der die Konzentration im Plasma bis auf die Hälfte abgesunken ist) beträgt 40 min. Die Protonenpumpenhemmer werden in der Leber hydroxyliert und sulfatiert und anschließend zu 80% über die Niere, zu 20% über den Darm ausgeschieden.

Zum Thema „harmlos“ kann ich nur sagen, dass (leider) alles was wirkt auch Nebenwirkungen haben kann. Im Fall der Protonenpumpenhemmer wären solche unerwünschten Nebenwirkungen z.B. Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung oder Durchfall. In seltenen (!) Fällen sind auch Blutbildveränderungen oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen berichtet worden. Im allgemeinen kann ich aus meiner Beobachtung heraus aber sagen, dass die Protonenpumpenhemmer recht gut vertragen werden.

Viele Grüße,

Aureel

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Hallo Aureel,

nun hast Du so toll und ausführlich geantwortet, klar ist mir das aber noch immer nicht. Wirkt das Mittel im Wesentlichen „lokal“ im Magen oder erst dadurch, daß es nach Passage des Magens irgendwann ins Blut aufgemommen wird. Das ist nämlich meine Vermutung, da es sich bei dem mir verschriebenen Mittel (Agopton 30mg) um magensaftresistente Kapseln handelt.

also: Der Protonenpumpenhemmer wirkt indem er die
Protonenpumpe in der Magenschleimhaut (auch H±K±ATPase, um
Stefans Frage zu beantworten) irreversibel hemmt. Was Du als
Tablette einnimmst ist ein sog. Prodrug, d.h. das ganze wirkt
in dieser Form noch nicht. Der Wirkort ist die Magenzelle, wo
aufgrund eines bestimmten ph-Werts der Protonenpumpenhemmer in
seine aktive Form überführt wird. In der Magenzelle beträgt
die Halbwertszeit 15 – 18 Stunden.

Wie kommt es in die Magenzelle, von Außen oder von Innen durch den Blutkreislauf?

Natürlich wird auch ein Teil des Wirkstoffs ins Blut
aufgenommen.

Dem müßte ich entnehmen, daß das Mittel doch direkt im Magen, also „äußerlich“ zum Einsatz kommt, oder? Aber wie kann das mit einer magesaftresistenten Kapsel den gehen?

Die Plasmahalbwertszeit (Zeit, in der die Konzentration im
Plasma bis auf die Hälfte abgesunken ist) beträgt 40 min. Die
Protonenpumpenhemmer werden in der Leber hydroxyliert und
sulfatiert und anschließend zu 80% über die Niere, zu 20% über
den Darm ausgeschieden.

Also diese Halbwertszeit klingt ja recht erträglich, weil kurz. Aber die eigentliche Wirkung besteht doch länger?

Zum Thema „harmlos“ kann ich nur sagen, dass (leider) alles
was wirkt auch Nebenwirkungen haben kann. Im Fall der
Protonenpumpenhemmer wären solche unerwünschten Nebenwirkungen
z.B. Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung oder Durchfall.

Das habe ich auch auf dem Beikackzettel gelesen und gerade Kopfschmerzen habe ich wirklich schon genug.

In
seltenen (!) Fällen sind auch Blutbildveränderungen oder
Bauchspeicheldrüsenentzündungen berichtet worden. Im
allgemeinen kann ich aus meiner Beobachtung heraus aber sagen,
dass die Protonenpumpenhemmer recht gut vertragen werden.

Der Arzt bei dem ich war behauptete sogar, es sei DAS Mittel überhaupt, das die beste Wirksamkeit und dabei so gut wie Nebenwirkungsfrei sei. Das hat mich dann schon stutzig gemacht.

Ich hoffe, meine Fragen nerven nicht zu sehr, aber bevor ich das Zeug nehme, möchte ich es gern genau wissen.

Viele Dank und liebe Ostergrüße

Avera

Hallo Avera.

tatsächlich wirkt der PPI an der Membran der säureproduzierenden Zellen des Magens. Um dort hinzugelangen, muss er aber über das Blut transportiert werden. Die Aufnahme erfolgt, wie bei fast allen anderen Tabletten auch, über die Darmschleimhaut. Theoretisch könnte das auch schon im Magen geschehen, viele Wirkstoffe werden aber vom agressiv-sauren Milieu dort zerstört. Daher die „Magensaftresistente Kapsel“, die den Wirkstoff erst im Darm freisetzt. „Lokal“ im Sinne von Salbe oder Antazidum ist das nicht. „Lokal“ im Sinne von „direkt am Erfolgsorgan“ ist es aber schon.

Natürlich wird auch ein Teil des Wirkstoffs ins Blut
aufgenommen.

Dem müßte ich entnehmen, daß das Mittel doch direkt im Magen,
also „äußerlich“ zum Einsatz kommt, oder? Aber wie kann das
mit einer magesaftresistenten Kapsel den gehen?

Nein, wie Du jetzt weisst, wirkt nur der Wirkstoff, der übers Blut aufgenommen wird. Aureels Aussage ist etwas missverständlich.

Also diese Halbwertszeit klingt ja recht erträglich, weil
kurz. Aber die eigentliche Wirkung besteht doch länger?

So ganz verstehe ich nicht, warum zur Beantwortung Deiner Frage mit Halbwertszeiten, Sulfatierung und so weiter um sich geworfen werden muss. Damit kann sowieso nur ein Fachmann was anfangen, und Missverständnisse wie dieses sind vorprogrammiert. Die HWZ im Plasma ist eben nicht die Wirk-HWZ, und nach Ablauf dieser ist eben die Wirkung auch noch nicht vorbei. Selbst aus medizinischer Sicht sind deshalb diese HWZ nur von nachgeordneter Bedeutung.

Das habe ich auch auf dem Beipackzettel gelesen und gerade
Kopfschmerzen habe ich wirklich schon genug.

Das PPI Kopfschmerzen erzeugen können, heisst noch lange nicht, dass das bei Dir passiert. Die Häufigkeit liegt zwischen 1-10%. Umgekehrt kriegen also 90 und mehr Prozent aller Patienten, die Agopton einnehmen, eben keine Kopfschmerzen. Lass Dich nicht verrückt machen.

Der Arzt bei dem ich war behauptete sogar, es sei DAS Mittel
überhaupt, das die beste Wirksamkeit und dabei so gut wie
Nebenwirkungsfrei sei. Das hat mich dann schon stutzig
gemacht.

Da hat er recht. Es gibt viele Studien die die gute Wirksamkeit beweisen, und es stimmt: So wirksame Medikamente mit so wenigen und vergleichsweise harmlosen Nebenwirkungen wie die PPI gibt es nicht viele. Überlege Dir doch auch, warum Du die Dinger schlucken sollst: Es geht ja um die Vermeidung von ernsthaften Krankheitsverschlimmerungen wie Geschwüre, chronische Gastritis und im dümmsten Fall sogar Krebs. Wenn man das mit solch harmlosen Mitteln erreichen kann und sich nicht bewusst für diese Risiken entscheidet, sehe ich keine Argumente gegen die Einnahme.

Ich hoffe, meine Fragen nerven nicht zu sehr, aber bevor ich
das Zeug nehme, möchte ich es gern genau wissen.

Richtig so. Und dieses Forum ist genau dafür da.

Mach’s gut, Dennis

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Hallo Dennis,

wollte nur noch kurz Danke sagen. Jetzt blicke ich durch. War in etwa so, wie ich es mir dachte, bin aber froh, es jetzt sicher zu wissen!

Liebe Grüße

Avera