jemand (83) hat seit etwa vier Wochen starke Gedächtnisprobleme.
Er vergisst vieles, redet wirr und hat kein Zeitgefühl mehr.
Er merkt selbst, dass er vergesslich geworden ist, wenn er kochen will und weiß nicht mehr, wie das genau geht (was kurz zuvor noch kein Problem war).
Dieser Zustand ist in etwa Zeitgleich eingetreten, mit dem Absetzen seines blutdrucksenkenden Medikamentes auf Anraten eines zweiten Arztes.
Kann dies einen Zusammenhang haben oder können Gedächtnisprobleme so schlagartig auftreten?
klar, ihr könnt nicht hellsehen.
Nur bin ich besorgt wegen der plötzlichen Entwicklung. Er war bisher immer sehr agil und geistig noch sehr fit. Er kocht leidenschaftlich gerne und jetzt schmeißt er die Zutaten wahrlos zusammen.
Ich dachte bisher, dass Demenz immer schleichend auftritt und sich nicht innerhalb weniger Tage so deutlich bemerkbar macht.
Die Hoffnung war daher, dass es am Absetzen der Medikamente lag und der Zustand sich nach Wiederaufnahme verbessert.
Na, er wird demnächst wohl einen Neurologen aufsuchen, aber ich hätte schon gerne eine kleine Orientierung vorweg.
…könnnte man das so interpretieren (für mich jetzt wahrscheinlichster Grund, aber ohne Anspruch auf _irgend_eine Richtigkeit):
Grunderkrankung u.a. Bluthochdruck, mit Blutdrucksenkern (welchen??) behandelt, daraufhin irgendwann auch Herzinsuffizienz, aktuell evtl. verschlechterung der Herzinsuffizienz mit folgend sinkendem Blutdruck, durch die Medikamente verstärkt -> Arzt setzt Medikament ab.
Blutdruck aus irgendeinem Grund immer noch zu niedrig -> zuwenig Durchblutung im Gehirn -> Demenz.
Was man in diesem Fall dann überlegen könnte, wär auf jeden Fall ein Ultraschall der Halsschlagadern (->Hirndurchblutung), ggf Digitalis fürs Herz.
Letztes Herzecho/Belastungs-EKG? Herzleistung?
Chris
Mooin,
wenn Du so fragst: ja natürlich.
Ist aber in diesem Alter eigentlich auch normal, von daher
kann man hier eigentlich seriöserweise nicht mehr sagen.
Gruß,
Chris
Hallo,
jemand (83) hat seit etwa vier Wochen starke
Gedächtnisprobleme.
Er vergisst vieles, redet wirr und hat kein Zeitgefühl mehr.
Er merkt selbst, dass er vergesslich geworden ist, wenn er
kochen will und weiß nicht mehr, wie das genau geht (was kurz
zuvor noch kein Problem war).
Dieser Zustand ist in etwa Zeitgleich eingetreten, mit dem
Absetzen seines blutdrucksenkenden Medikamentes auf Anraten
eines zweiten Arztes.
Kann dies einen Zusammenhang haben oder können
Gedächtnisprobleme so schlagartig auftreten?
Was mich interessiert:
Gibt es eine altersbedingte plötzlich eintretende Demenz?
Könnte (!) dies medikamentenbedingt sein und gibt sich das wieder?
Lese ich es richtig heraus, dass eine grundlose plötzliche Demenz eher unwahrscheinlich ist?
Das würde bedeuten, dass es immer eine Ursache / Auslöser gibt?
In diesem Fall vielleicht im Zusammenhang mit den Medikamenten oder eine andere Erkrankung, die bisher unentdeckt ist?
Leider weiß ich nicht, welche Medikamente es genau waren und ob es Folgeerkrankungen gibt. Mir sind keine bekannt.
Was man in diesem Fall dann überlegen könnte, wär auf
jeden Fall ein Ultraschall der Halsschlagadern
(->Hirndurchblutung), ggf Digitalis fürs Herz.
schon mal mit bildgebenden Verfahren die Durchblutung im Oberstübchen dargestellt? Ggf. unbemerkter leichter Schlaganfall? Irgendein Hirn-Areal unterversorgt/nicht mehr versorgt?
Gruß vom Wiz
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schon mal mit bildgebenden Verfahren die Durchblutung im
Oberstübchen dargestellt? Ggf. unbemerkter leichter
Schlaganfall? Irgendein Hirn-Areal unterversorgt/nicht mehr versorgt?
Bisher ist anscheinend noch keine Untersuchung in dieser Richtung hin gelaufen. Ich werde aber auch diesen Gedankengang weitergeben. Mehr kann ich von hier aus leider auch nicht machen.
natürlich gibt es für Änderungen in der Befindlichkeit/Leistungsfähigkeit etc.immer eine Ursache und das könnte auch an den Medis liegen, aber auch an allem möglichen anderen.
So eine typische Altersdemenz würde ich jetzt eher für unwahrscheinlich halten, (aber auch nicht ausschließen) ist das wirklich so plötzelich gekommen?
Wahrscheinlicher halte ich jedenfalls eine symptomatische Geschichte, zB einen kleinen Schlaganfall temporal/frontal oder eben eine sich verschlechternde Hirndurchblutung aufgrund einer Herzinsuffizienz (evtl einen „stummen Infarkt“ ausschließen!), oder Arterienverkalkung oder eine Kombination aus allem, oder ein Infekt oder was ganz anderes. Aber das würde ich natürlich untersuchen lassen, denn auch wenn der Gute schon ein älteres Semester ist, war er doch bis vor kurzem deutlich fitter und hatte scheinz eine ganz gute Lebensqualität, die jetzt ja scheinbar bedroht ist (-> Pflegebedürftigkeit). Aber das läuft ja wohl schon, oder?
fragt sich
Chris
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So eine typische Altersdemenz würde ich jetzt eher für
unwahrscheinlich halten, (aber auch nicht ausschließen) ist
das wirklich so plötzelich gekommen?
Ja. Praktisches Beispiel: vor vier Wochen konnte er auswendig ein Bauernfrühstück zubereiten. Zwei Wochen später wusste er gar nicht mehr wie das geht und hat alles zusammengeschmissen. Seinen Fernseher kann er auch nicht mehr richtig bedienen. Auch wenn sich dies altersgerecht anhört… vorher war er wirklich fit. Er hat vor einem Jahr seinen ersten PC bekommen und spielt ein Kartenspiel darauf. Zudem war der Puzzleball von Ravensburger kein Problem.
Ich habe heute noch mal nachgefragt, habe aber auch nicht viel mehr erfahren können. Der Arzt hat die Mittel aufgrund einer umfassenden Lungenuntersuchung (wegen Husten - das aber schon seit Jahren) bei einem Spezialisten die Medikamente abgesetzt.
Nur hat er vergessen, diese nach der Untersuchung (ohne Befund) wieder zu nehmen. Seit dem Absetzen ist er eben durcheinander. Es waren Medikamente zur Stärkung des Herzens, gegen den Bluthochdruck und gegen Rheuma. Jetzt nimmt er die Medikamente wieder. Mal sehen, ob sich der Zustand verbessert.
Nur die Mittel gegen Bluthochdruck nimmt er nur noch bei Bedarf, weil er anscheinend auch ohne Medis einen akzeptablen Wert hat. In wieweit das mit dem Arzt besprochen ist, weiß ich nicht.
Leider höre ich alles nur über dritte. Allerdings kümmert sich derjenige und macht sich ernsthafte Gedanken, falls sich der Zustand verschlechtern sollte.
Allerdings will er ersteinmal abwarten und die von euch vorgeschlagenen Untersuchung erst machen lassen, wenn sich der Zustand nach Wiederaufnahme nicht bessert.