Borreliose

Von: , Frage gestellt am So, 7. Mai 2006

Hallo.
Ich hatte vor einigen Jahren Borreliose und bin im Krankenhaus mit viel Antibiotikum dagegen behandelt worden. Jedes Jahr mache ich einen Borreliosetest, sie sind immer noch nachweisbar.
Ich habe verschiedene Beschwerden ( Herzrasen, Taubheit der Speise- und Luftröhre).
Was ist von den Borrelien zu erwarten ,welche Symtome können sie verursachen und ab welchem Wert sind sie gefährlich?


Gruß
Kosmokatze

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Stunden 5 hilfreich
    Re: Borreliose

    hallo Kosmokatze,
    Borrelien wurden (als Krankheitserreger) erst in der 2.Hälfte des letzten Jahrhunderts gefunden. Da ihre Serologie (Diagnostik i. Blut) ähnlich verzwickt ist wie die der Syphiliserreger, mit denen sie verwandt sind, ist bis heute die zuordnende Labordiagnostik in einigen Problemen.
    Die Labordiagnostik betrifft spezifische und unspezifische Entzündungszeichen. Unspezifisch wären eine erhöhte Blutsenkung und erhöhtes CRP bei akuter Infektion. Spezifisch wären Immuneiweiße (=Ig wie Immunglobuline). Bei denen gibt es die Zuordnungsprobleme.

    Feststeht: wenn im Serum IgM-Antikörper positiv sind, handelt es sich um eine frische Infektion; also entweder Neuinfektion oder Wiederaufflackern einer älteren Infektion oder Zweitinfektion. Aber: das muß nicht so sein. Es gibt frische /akute Infektionen, die keine IgM - Antikörper als Spuren hinterlassen. Das ist vor allem bei späteren Stadien der Borelliose der Fall, da kann die Erkrankung noch oder wieder aktiv sein ohne Hinweis durch IgM-Antikörper.
    Daneben gibt es auch falsch-positive IgMs bei Herpes,Epstein-Barr, Lues, und falsch positives IgG bei ANA-positiven Seren.
    Dann wäre spezifischer Westernblot-Test(spezielle Labormethode immunologischer Labors) sinnvoll.
    Nach Überstehen einer Borreliose bleibt, oft extrem lange, ein positiver IgG-Test im Blut übrig.

    Eines ist nicht zu vergessen. Die Borreliose befällt auch periphere Nerven und das Zentralnervensystem. Wenn Zweiteres, finden sich Immunglobuline im Liquor. Diesen zu entnehmen und zu testen ist kein Problem, es sollte dann aber immer zugleich auch Blut abgenommen und serologische Diagnostik parallelgeschaltet werden (im gleichen - u.zwar Spezial-Labor!), um einen möglichst klaren Überblick über Stadium und Ausbreitung der Erkrankung zu bekommen.

    Zwei Dinge solltest Du tun.
    1. In die Borreliose-Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe eintreten: ich kann Dir nicht dringend genug dazu raten. Die wissen nämlich vor allem, welcher Arzt in der Umgebung, welches Krankenhaus in der Nähe mit dieser diffizilen Problematik vertraut ist. Außerdem können sie Dir laienverständliche Informationen geben, was besonders wichtig ist.
    2. Einer etwa Dir vorgeschlagenen Liquorpunktion keinen Widerstand entgegensetzen - diese aber nur bei einer absolut mit der Problmatik vertrauten neurologischen Fachklinik durchführen lassen.

    Die Borreliose ist eine u.U. sehr schwere Krankheit. Mit welchem Mittel bist Du behandelt worden damals? Doxycyclin? Oder Claforan, Amoxypen? Hast Du den Arztbericht davon? Beschaffe ihn Dir und nimm zu jedem Arztbesuch, jedem Krankenhausaufenthalt eine Kopie davon mit - behalte aber 1 Expl. schön zuhause ...
    Zu Deinen Beschwerden: es können unendlich vielerlei Symptome auftreten, auch solche, die die Herzmuskulatur oder die Nerven, damit auch die Sensibilität betreffen. Darum kann ich Dir jetzt nicht schreiben, ob Deine Symptome durch die Borreliose verursacht wurden oder nicht - möglich ist es auf jeden Fall.
    Gruß und gute Besserung, I.

    • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Borreliose

      Hallo Irmtraud,
      sehr herzlichen Dank für diese aufschlussreiche umfassende Antwort.Gottseidank haben viele bei der Sterchenvergabe geholfen.

      Schöne Grüße
      Kosmokatze

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