Hallo zusammen!
Ok, ganz so reißerisch wie mein Betreff ist sehe ich es nicht, aber es ist schon seltsam. (denen der Beitrag zu lang ist, die können auch den ertsen Absatz überspringen…steht quasi nur drin das ich Allergiker bin…halt nur auf Frauenart ausgedrückt
)
Meine Krankheitsgeschichte: In frühester Kindheit, noch zu Ostzeiten, wurde bei mir ein „chronischer Schnupfen“ diagnostiziert, der dann nach der Wende irgendwann (Immernoch Kindheit, muss so 12 gewesen sein) als allergische Reaktion erkannt wurde. Vereinzelt ist es vorgekommen, dass mein Hals so dick wurde, dass er vom Kopf nicht mehr zu unterscheiden war (Urlaub: Pferde, Heu und Stroh…ohoh, alles böse!)oder meine Zunge nach dem Genuss einer Kiwi bedrohlich anschwoll. Aber meistens hatte ich bis auf juckende Augen wenn ich wieder in den Wiesen rumgesprungen bin und unbedeutende Hautausschläge keine größeren Probleme. Dann kam auf mich zu, was wohl auf die meisten Allergiker früher oder später zukommt: Allergietests und Hypersensibilisierung. Bei dem Test zeigte ich auf alle verwendeten Stoffe allergische Reaktionen. Besonders Birke(!) und Gräser, sowie in der Tierwelt Pferde und Katzen maltretierten mich sehr. Also 4 Jahre lang Spritzen mit dem Ergebnis, dass sich meine Reaktion auf Birke zum Beispiel mehr als verdreifacht hatte, im idealsten Fall hatte sich nichts verändert. Sprich Erfolg gleich -null. Also nahm ich nun ziemlich lange Zyrtec-Tabletten (jedoch entgegen der Empfehlung nur im absoluten Ernstfall, bis die akute Zeit vorbei war). 2001/2002 kam es dann wie es kommen musste - ich konnte Nachst nicht mehr schlafen weil ich keine Luft bekam, erst ab 9 Uhr morgens konnte ich ins Bett. Lag wohl an der riesigen Birke direkt vor meinem Zimmer und der bei Nachbars hinterm Haus. Leichte Astma wurde diagnostiziert. Ich bekam den Astmadisk verschrieben, später dann Budesonid und Salbutamol. Meiner Abneigung gegen Medikamente folgend nahm ich alles nur spärlich bis gar nicht(ich gebe zu, den Astmadisk in den ersten Tagen auch sehr gerne regelmäßig, da ich Tagelang nicht schlafen konnte zuvor). Ja, so war das.
So, nun kommt der ungewöhnliche Teil. Die Allergiker unter uns werden den Spruch vom Arzt ja selber kennen „Versuchen sie mit ihren Allergenen so wenig wie möglich Kontakt zu haben. Es könnte sonst dazu führen dass sich die Symptome verschlimmern!“. Nunja, auch daran habe ich mich seit jeher nur gehalten, wenn es zu meinem Besten war. Einfaches Augenjucken oder Naseschniefen habe ich in Kauf genommen um trotzdem mit Natur in Kontakt zu kommen. Immerhin habe ich meinen Kindheitswunsch den ich von klein auf hatte zurückgedrängt (wollte immer Tierfilmerin werden). Habe irgendeine Ausbildung gemacht, gemerkt, dass es sch… ist und ich unglücklich bin und mich dann kurzerhand entschlossen es zu riskieren und meinem Traum nachzugehen und wenigstens die Zeit zu genießen die ich habe, bevor meine Allergie es mir völlig versaut.
Ich habe im letzten Frühjahr vor ziemlich genau einem Jahr ein 3monatiges Praktikum in einer Wildtier- und Artenschutzstation gemacht, in der ich jetzt auch mein FÖJ absolviere. Die ersten Tage im Praktikum waren schrecklich. Als ich das erste mal die Ratten sauber machen musste hatte ich so viele juckende Pusteln das meine Arme ganz dick waren, beim ersten mal Strohsäcke packen dachte ich, ich niese mir das Hirn aus dem Kopf. Ständig juckende Augen, laufende Nasen, krabbelnde Haut… und das alles unter dem Versuch es zu verbergen, durfte ja keine mitbekommen. Nunja, nach ein paar Tagen wurde es besser und es waren wieder nur die leichten Symptome die ich von jeher kannt - die Nase ständig zu und ab und an mal ein leichter allergischer Ausbruch. Damit konnte ich leben. Schließlich hatte (und habe) ich immer jenen gedanken im Hinterkopf: Du verdammte Allergie machst mich nicht klein! Jedenfalls nicht so schnell…ich will das, und ich mache das, basta!!
Und nun bin ich hier, mitten auf einem abgeschiedenen Gelände in einem Mischwald, wo jeder 3 Baum eine Birke ist, wo ich täglich mit Stroh und Heu handtiere, ich auf Suche nach Futterpflanzen durch Wiesen krauche und mir Pelze aller Art um die Nase wehen… und mir geht es ausgezeichnet: kein Krabbeln, kein Niesen, kein Schnupfen, nichts! Ich glaube so gut ging es mir in der warmen Jahreszeit noch nie. Was hat das zu bedeuten? Gerade wo so viele Leute dieses Jahr über die geballte Ladung Pollen klagen. Der Birkenpollenflug soll gerade ganz schlimm sein hier, Hasel habe ich völlig unbeschadet überstanden obwohl die mich sonst auch gerne mal ärgert. Medikamente nehme ich keine. Warum geht es mir so gut? Selbstheilungskräfte weil ich mir so überzeugend einreden kann, dass es schon nicht so schlimm ist (A la Placebowirkung ohne Placebo?)? Ist meine körpereigene Abwehr erschlagen worden von der geballten, ganzjährigen Ladung Allergene die auf ihn eintreffen? Quasi so ne Art antimedizinische Hypersensibilisierung? Hatten die Ärzte unrecht und eine Überdosis Allergene machts? Kann der Umzug vom Rande Leipzig aufs niedersächsische Land was damit zu tun haben? Aber das allein? Von 100% auf 0? Warum machen das dann nicht alle Allergiker? Sonst fällt mir nix ein, was sich in letzter Zeit verändert hätte, außer vielleicht, dass ich auch recht wenig Fleisch esse seit ich hier bin, weils zu teuer ist.
Ich Freue mich tierisch aber bin etwas überfragt… ich wills ja nicht bejubeln, kann ja alles noch kommen. Und wenn nicht in diesem Jahr, dann vielleicht nächstes Jahr wieder. Aber selbst wenn es nur ein Aussetzer ist, wäre es komisch…sowas gab e snoch nie seit ich denken kann.
Vielleicht kann sich einer von euch was vorstellen.
lieben gruß
die beschwerdefreie Aj
. Ich sehe eben auch ständig an meiner älteren Schwester, wie es so laufen kann, wenn man weniger optimistisch, als vielmehr pessismistisch an solche Dinge herangeht. Sie glaubt an ihr Pech und hat es auch oft…gerade was Gesundheit betrifft ist sie ein kleiner Hypochonder. Und was sie bisher schon so für körperliche Problemchen hatte und auch ausgewachsene Seltsamkeiten ist nicht normal.